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ALLIO, Domenico gen. "IL GOBBO"

 

1. ALLIO, Domenico (gen. IL GOBBO)
Aglio; de Aglio; de Allio
(SAUR, 529; RASMO 1980, 77); Allio, Domenico (WEINGARTNER 1991, 1025)

2. BERUFSBEZEICHNUNG

Bildhauer (SAUR, 529; RASMO 1980, 77; WEINGARTNER 1991, 1025)

3. BIOGRAPHIE

Vermutlich wurde Allio Domenico Ende des 17. Jahrhunderts in Vicenza geboren.
Sein Vater soll angeblich Tommaso Gauro Allio gewesen sein, der zwar wie sein Bruder Matteo mehr in Padua tätig war.
Matteo (gilt als der wahrscheinlichere Vater Domenicos) soll mit seiner, wenige Tage vor der Geburt ihres Kindes stehenden, Frau 1669/1670 in Vicenza gewesen sein.

Dennoch ist nicht geklärt, ob es sich bei Domenico „Íl Gobbo“ nun um den Sohn von Tommaso, der als Stuckateur in Garsten arbeitete oder um jenen des Matteo (†25.02.1670), der in Vicenza und Verona tätig war, handelt.

Seine künstlerische Ausbildung soll Domenico im Kunstkreis von Vicenza genossen haben, welcher von der Bildhauerkunst
der Marinali beeinflusst wurde. Er war vorwiegend in Verona tätig, das er um 1710 verließ um nach Bozen zu gehen, wo er bis circa 1719 arbeitete.

Domenico Allio stirbt um 1720 in Verona (SAUR, 529; RASMO 1980, 77).


Es gibt einige gleichnamige Künstler, wie der in Graz tätige Baumeister Domenico Allio (Lallio), der 1604 in Scaria nachweisbare Bildhauer „Domenico de Alio q. Donato“ oder der 1670 in Capri tätige Maler Domenico Aglio, mit diesen darf Domenico Allio, genannt „Il Gobbo“, nicht verwechseln werden (SAUR, 529)
.

 

4. FAMILIEN-, FREUNDES- UND AUFTRAGGEBERKREIS

Familienkreis: Domenico Allio „Il Gobbo“ ist sicher ein Mitglied der Familie Allio aus Scaria/ Val Intelvi (RASMO 1980, 77).
Nicht klar ist, ob es sich beim Vater um Tommaso Gauro Allio oder um dessen Bruder Matteo (wahrscheinlicher, weil
dieser in Vicenza nachweisbar ist) handelt (SAUR, 529).

Domenico Allio sei ein Verwandter der weit verzweigten lombardischen Künstlerfamilie Delai (RASMO 1985, 73).

 

5. WERKE

(SÜDTIROL)

5.1 Stadtpfarrkirche zur Mariä Himmelfahrt, Bozen
18 Heiligenstatuen am Hochaltar 1710 – 1729 (EGG, 364)
Die Skulpturen wurden in Carraramarmor ausgeführt (RASMO 1985, 73; 67). Nicht nur die Statuen, sondern auch andere bildhauerische Arbeiten am Hochaltar wurden von Domenico Allio ausgeführt (RASMO 1980, 77). 1955 wurde der durch Fliegerbomben stark zerstörte Hochaltar wieder hergestellt (WEINGARTNER 1991, 25).
5.2 Marmorkopf des Hl. Johann Nepomuk Stadtmuseum (Museo civico), Bozen
Datierung: 1714
Fragmente einer an der Eisackbrücke in Bozen 1943 zerstörten Denkmalstatue (SAUR, 529; RASMO 1980, 77)
.

 

 

6. ABBILDUNGEN

(SÜDTIROL)

6.1.1 Hochaltar mit Heiligenstatuen, Stadtpfarrkirche zur Mariä Himmelfahrt, Bozen
Foto: Hofmann

7. BIBLIOGRAPHIE

Erich Egg, Kunst in Tirol. Baukunst und Plastik, Innsbruck 1970, 364.
Nicolò Rasmo, Dizionario biografico degli artisti atesini. Volume Primo, Bozen 1980, 77.
Nicolò Rasmo, Kunstschätze Südtirols, Rosenheim 1985, 73.
Saur. Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker, Bd. 2, München/Leipzig 1992, 529.
Josef Weingartner, Die Kunstdenkmäler Südtirols. Band 2. Bozen und Umgebung, Unterland, Burggrafenamt, Vinschgau,
Bozen 71991, 25.

 
©Maria Theresia Hofmann, März 2009

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