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GIACOMELLI DI MONTEROSSO , Luigi

 

1. GIACOMELLI DI MONTEROSSO, Luigi (Louis, eigentlich. Luigi)
Giacomelli, Louis (eigentlich. Luigi), Ludwig Ritter von Giacomelli

2. BERUFSBEZEICHNUNG

Architekt, Bauingenieur

3. BIOGRAPHIE

* 16.02.1858, Treviso
† 05.12.1918, Wien

Von 1876 bis 1890 studierte er an der Ingenieurschule der Technischen Hochschule ebd. bei Moritz Wappler.

1897 etablierte er sich als Architekt in Wien. 1898 Heimatrecht und Mitglied des Österreichischen Ingenieur- und Architekten-Vereins und des Ausschusses für dessen Zeitschrift. 1908 wurde er Mitglied der Zentral-Vereinigung der Architekten und des Hansen-Clubs. 1909 bekam er das Ritterkreuz des Franz-Joseph-Ordens. Er übernahm die Bauleitung von Sakralbauten in Wien.

Von seinen selbstständigen Bauten sind der neorenaissancistische Palazzo di Giustizia in Modena zu nennen, den er 1890
bis 1892 erbaute, der aber 1961 abgerissen wurde.

Er beteiligte sich an mehreren Wiener Wettbewerben, u.a. für Beleuchtungsmasten am Abschluss des Schottenringes und  1914/15 für eine Geh- und Rohrbrücke über den Donaukanal sowie 1915/16 für den Kursalon im Wiener Stadtpark.

 

4. FAMILIEN-, FREUNDES- UND AUFTRAGGEBERKREIS

Ergänzt v. Sabine Schennach:
Giacomelli wohnte von 1894 bis 1896 in der Geologengasse 8, danach in der Ungarngasse 14 in Wien. Noch heute findet man eine Hinweistafel im Foyer des Hauses Sechskrügerlgasse 14. Hier wohnte er ab 1900 bis zu seinem Tod am 5. Dezember 1918. Giacomelli verfasste anlässlich der Restaurierung der Minoritenkirche, an der er beteiligt war, das Buch „Die italienische Nationalkirche Maria Schnee“. Giacomelli bekam den Titel „Ritter von Monterosso“ verliehen und auf Grund seiner Verdienste
um die Errichtung der russischen Kirche wurde er zum Kommandeur des kaiserlich-russischen St. Stanislaus Ordens ernannt. 1909 erhielt er den österreichischen Franz-Josephs-Orden verliehen.

 

5. WERKE

(WIEN)

5.1 Türkischer Tempel, Zirkusgasse 22, 2. Bezirk
Diesen Tempel in maurischem Stil baute er für die türkische israelitische Gemeinde von 1885 – 1887 nach Plänen von Hugo von Wiedenfeld. Der Tempel wurde 1938 zerstört.

5.2 Russisch-orthodoxe Kathedrale zum heiligen Nikolaus, Jaurèsgasse 2-4, 3. Bezirk
Die Kirche wurde 1893 - 1899 nach Plänen von dem russischen Architekt Grigorij Iwanowitsch (Ivanovič) Kotov erbaut. Der Architekt Fritz Rumpelmayer wurde 1893 mit der Bauführung durch die russische Botschaft beauftragt. Aber aufgrund von Auswechslungsplänen wurde 1897 Giacomelli Luigi mit der Bauführung betraut. Giacomelli Luigi`s Anordnungen betrafen hauptsächlich den Einbau von Stiegenhäusern zu Seiten der Apsis sowie eine neue Anordnung der Fenster und Türen.

5.3. Ehemalige Minoritenkirche / Maria Schnee, Minoritenplatz 2a, 1. Bezirk
1902 war er in der Baukommission der Congregazione italienisch „Madonna della Neve“ – „Maria Schnee“ für Um- und
Zubauten und Restaurierungen an der Minoritenkirche/ Chiesa italienisch „Madonna della Neve“. Die Leitung hatte Victor
Lutz inne, aber nach dessen Tod 1903 war Giacomelli Luigi bis zur Vollendung der Umbauten 1909 alleiniger Bauleiter.
Die heutige Gestalt geht auf ihn zurück.

5.4 Grabkapelle der Familie Rudolf Freiherr von Wiener-Welten, Friedhof Ober St.Veit, 13.Bezirk
Ein weiterer Bau ist die Grabkapelle der Familie Rudolf Freiherr von Wiener-Welten, die 1905 auf dem Friedhof Ober St.Veit
im 13. Bezirk erbaut wurde.

6. ABBILDUNGEN

(WIEN)

keine weiteren Angaben

7. BIBLIOGRAPHIE

DEHIO-Handbuch, Die Kunstdenkmäler Österreichs Wien, Wien 1954
SAUR, Allgemeines Künstler Lexikon, Die bildenden Künstler aller Zeiten und Völker, Band 53, München 1994
 
Sowie:
Julius MEYER, Allgemeines Künstlerlexikon, Band 3, Leipzig 1885
SAUR; Allgemeines Künstlerlexikon, Die bildenden Künstler aller Zeiten und Völker, Band 2; München/ Leipzig 1992
Rudolf SCHMIDT; Österreichische Künstlerlexikon von den Anfängen bis zur Gegenwart; Band 1, Wien 1974

 
©Sabine Schennach, November 2006, Stefanie Zangerl, Januar 2008

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