Einbinden von USB Geräten

Es sind zwar keine außergewöhnliche Schritte nötig, aber wissen muß man`s trotzdem wie`s geht. Im Normalfall sind nur die Schritte Einhängen und Aushängen notwendig. Das gleiche gilt auch für ZIP Laufwerke, allerdings ohne automatischen fstab Eintrag, dieser erfolgt durch manuellen Aufruf von updfstab-uibk durch den user).

  1. Einstecken
  2. Partitionieren
  3. Formatieren
  4. Einhängen
  5. Aushängen
  6. Bekannte Probleme
  7. Warum das Ganze
  8. Noch Fragen

Einstecken

Die flachen Stecker werden entweder an der Vorderseite oder an der Rückseite angeschlossen, wobei bei manchen eine Verlängerung nowendig ist, um wirklich eine Verbindung herzustellen. Es können mehrere Geräte gleichzeitig angeschlossen sein.

Partitionieren

Das Medium kann wie eine Festplatte unterteilt werden, oder ohne eine Partition betrieben werden (damit entfällt dieser Schritt). Standart ist eine primäre FAT Partition, diese kann von allen Betriebssystemen behandelt werden. Wird keine Partitionstable verwendet, hat man ein paar Bytes mehr zur Verfügung. Zuerst muss das Device gefunden werden. Sind keine anderen SCSI Geräte vorhanden, so erhält das erste USB Gerät sda. Wird ein zweites USB Gerät angesteckt, wird diesem das Device sdb zugewiesen, usw.

mittels fdisk

Öffnen einer konsole oder eines xterm und eingabe von
/sbin/fdisk /dev/sda

  • Dann kann mit/liste p die aktuelle Einteillung aufgelistet werden
  • Löschen vorhandener Partitionen mit d (Achtung: damit werden dessen Daten gelöscht)
  • Anlegen mit n, dann p für primare, dann 1 für erste Partition, dann enter und nochmals enter, damit belegt die erste Partition den gesamten Platz
  • Ist die Einteilung fertig, kann mit w gespeichert werden. Soll die Einteilung verworfen werden, dann mit q beenden.

Dannach updfstab-uibk ausführen (oder kurz ausstecken), damit der kernel die neue Partitionierung übernimmt.
Ein anderes Partionierungsprogramm wäre parted, Aufruf z.B. mit: /sbin/parted /dev/sda

Formatieren

Damit Daten abgelegt werden können, muss eine neueingerichtete Partition zuerst formatiert werden. Achtung, damit werden Daten der jeweiligen Partition gelöscht. Für die zweite Partition ist sda2, usw, zu verwenden

  • FAT
    • Erstellen des Filesystems auf der ersten Partition:
    • /sbin/mkfs.vfat -n NAME   /dev/sda1
    • Erstellen des Filesystems ohne Partitionierung:
    • /sbin/mkfs.vfat -In NAME   /dev/sda
    Mit NAME kann das Einhängverzeichnis angegeben werden. z.B.
    /sbin/mkfs.msdos -n USBStick   /dev/sda1
    
    Für Linux gibs dazu noch ext2, ext3, ... als Filesysteme
  • Ext2
    • Erstellen des Filesystems auf der ersten Partition:
    • /sbin/mkfs.ext2 -L NAME   /dev/sda1
    • Erstellen des Filesystems ohne Partitionierung:
    • /sbin/mkfs.ext2 -L NAME   /dev/sda
    Mit NAME kann das Einhängverzeichnis angegeben werden. z.B.
    /sbin/mkfs.ext2 -L USBStick   /dev/sda1
    
    • Vorteil: Es können die üblichen unix permissions verwendet werden (interressant falls keys drauf sind).
    • Nachteil: Kann unter Windows nicht gelesen werden. Nicht ganz trivial, weil meist zuhause andere UID existieren
  • Ext3
    • Erstellen des Filesystems auf der ersten Partition:
    • /sbin/mkfs.ext3 -L NAME   /dev/sda1
    • Erstellen des Filesystems ohne Partitionierung:
    • /sbin/mkfs.ext3 -L NAME   /dev/sda
    /sbin/mkfs.ext2 -L USBStick   /dev/sda1
    
    • Vorteil von ext3: Das Filesystem ist unempfindlicher bei ausstecken ohne aushängen.
    • Nachteil : Der Benutzer hat etwas weniger freien Platz.

Dannach updfstab-uibk ausführen (oder kurz ausstecken), damit der kernel die neuen Filesysteme einträgt.

Es können noch viele andere verwendet werden.

Einhängen

Zum Zugegriff auf das Gerät muss dessen Filesystem am lokalen eingehängt werden. Die Einträge dazu finden sich am Ende des files /etc/fstab. Wurde beim Erstellen des Filesystems ein NAME (Volume Name, Label) angegeben, so wird dieser als /mnt/NAME zum Einhängen verwendet. Wurde NAME nicht angegeben, wird der Device Namen verwendet (sda1, sdb1, sda2, ..). Das Einhängen wird durchgeführt mit:

mount /mnt/NAME

, wobei NAME entweder Volume Name/Label oder das Device ist. (das mount-Verzeichnis findet man am Ende der /etc/fstab in der 2. Spalte)

Aushängen

NICHT Vergessen, bevor das Teil abgesteckt wird, muss das Device wieder ausgehängt werden, sonst kanns Datenverlust geben. Ein

umount /mnt/NAME

erledigt das aushängen und dann kann der Stecker gezogen werden.

Bekannte Probleme

Falls falsche Einträge in der fstab sind, genügt ein Aufruf von updfstab-uibk (oder abstecken und wieder Anstecken) um ein update der fstab zu erzwingen.
Wird ausgesteckt ohne vorher zu unmounten, wird der fstab eintrag entfernt und dann ist ein unmount nicht mehr moeglich, ganz zu schweigen vom möglichen Datenverlust. Also den Stick wieder reinstecken und dann unmounten.

Warum das Ganze

Mit dem VolumeNamen/Label ist ein einmounten unabhängig vom tatsächlichen Device möglich. Vor allem bei mehreren USB Geräten müssen verschiedene Namen verwendet werden, dann funktioniert diese Methode ohne Hintergrundwissen. Damit kann ein permanentes Icon auf den Desktop plaziert werden, das ein automatischen einhängen vornimmt (aber das aushängen nicht vergessen!). Ohne VolumeNamen/Label muss der richtige Device Namen verwendet werden!

Noch Fragen

Für Probleme und Vorschläge sind wir wie immer offen (aber nicht beliebig :-)
Eure LinuxBetreuung