Linux PCCS 3 - SNIFF+ Kurzanleitung

Einleitung

SNIFF+ ist eine IDE ( integrated development environment ), eine Integrierte Entwicklungsumgebung. Mit ihrer Hilfe können einfache bis sehr komplexe Softwareprojekte programmiert werden.

SNIFF+ zählt zu den mächtigsten verfügbaren IDEs. Es bietet eine ganze Reihe herausragender Funktionen. Leider ist es auch entsprechend komplex - für ein produktives Arbeiten ist eine gewisse Lernphase notwendig.

Dieser Text bietet eine kurze Einleitung zu SNIFF+. Es wird nur erklärt, wie Sie das Programm aufrufen, Ihr erstes Projekt anlegen, dieses kompilieren und debuggen.

Sehr ausführliche Dokumentationen finden in SNIFF+ unter dem Menüpunkt "Help".

Aufruf

SNIFF+ wird wie folgt gestartet:

  • Auf der Kommandozeile durch Eingabe von sniff .
  • Aus dem KDE Menü unter Development über den Menüeintrag SNIFF+ .


Wählen Sie beim Startbildschirm Continue um auf den Hauptbildschirm zu gelangen.

Working Environment

Zuerst benötigen Sie ein " Working Environment ". Dieses legt für jene Projekte, die es benutzen, die Umgebung fest.

Wählen Sie dazu im Menü " Tools " den Punkt " Working Environments... ".

Im erscheinenden Fenster wählen Sie Menü " Working Environment " das Untermenü " New " und dort " Working Environment... ".

Es erscheint ein Dialog. Hier geben Sie den Namen des Projektes an; im Folgenden wird als Beispiel " testproject " verwendet.

Unter " Source Root Location " wählen Sie, wo die Daten abgelegt werden sollen. Wählen Sie die Schaltfläche " Browse ". Im Dateidialog können über den Punkt " Create Directory " etwa das Verzeichnis " testproject " erstellen. Wählen Sie dieses dann in der Dateiauswahlliste an und bestätigen dies mit " Select ".

Zurück im übergeordneten Dialog finden Sie nun das Feld " Generated Files Location " mit " sniff_data " vorausgefüllt. Ändern Sie diesen Wert nicht.

Darunter findet sich die Auswahlbox " Use also for Project Description Files and Makefiles ". Wählen Sie diesen Punkt ab.

Legen Sie das " Working Environment " nun mit " Add " an und speichern Sie es über das Diskettensymbol.

Projekt

Selektieren Sie nun das " Working Environment " und wählen Sie im Menü " Project " im Untermenü " New " den Punkt " With Template... ".

Im Folgenden Dialog können Sie, je nach Programmiersprache, die entsprechende Vorlage wählen. Verwenden Sie etwa " c " (C), " cpp " (C++) oder " java " (Java) und erstellen Sie das Projekt mit " Create ".

Sie können das Fenster " Working Environments " nun schließen.

Zurück im Hauptfenster wählen Sie im Menü " Tools " den Punkt " Project Manager ". Das erscheinende Fenster werden Sie im Weiteren verwenden, um Ihr Projekt zu verwalten.

Klicken Sie Ihr Projekt mit der rechten Maustaste an und selektieren Sie im erscheinenden Menü den Punkt " Properties... ".

Im erscheinenden Dialog wählen Sie links unter " Category " den Punkt " Build Options ".

Nun ändert sich der rechte Teil des Dialoges. Im Abschnitt " Target Definitions " klicken Sie nun auf " New ". Es öffnet sich ein Dialog, in dem Sie den Namen des Ziels eingeben, z.B. " projtarget ". Wenn Sie später Ihr Projekt kompilieren, wird dies etwa als Name für die generierte ausführbare Datei verwendet.

Darunter wählen Sie unter " BuildTool " in der Auswahlliste den Eintrag " Linker " für C Programme, " C++ Linker " für C++ Programme.

Anschließend selektieren Sie unter " Debugger Adaptor " in der linken Auswahlliste den Punkt " Unix-GNU-debug " und rechts " gdb4 (unix) ".

Weisen Sie dies nun mit " Apply " zu und schließen Sie das Fenster mit " Close ".

Programmieren, Kompilieren, Debugging

Zurück im Fenster des " Project Manager " klicken Sie nun mit der rechten Maustaste auf Ihr Projekt und wählen im erscheinenden Menü das Untermenü " File " und dort " Add New File to 'testproject'... ". Geben Sie dann den Namen der neuen Quellcode-Datei an, etwa " main.c ".

Öffnen Sie diese Datei nun durch Doppelklick in der Dateiliste des " Project Manager ". Die Datei beinhaltet bereits einen Entwurf für eine Quelldatei. Löschen Sie hier nicht benötigte Teile und fügen Sie Ihren Code hinzu.

Wenn Sie fertig sind, speichern Sie die Datei mit " Strg-S ". Über das Menü " Window " wechseln Sie nun zurück zum " Project Manager ".

Wählen Sie nun im Menü " Build " den Punkt " Build Project ". Es erscheint nun ein neues Fenster, der " Builder ". Hier sehen Sie etwa den Status der Kompilation. Ist beim Kompilieren ein Fehler aufgetreten, so können Sie im " Builder " die entsprechende Zeile doppelklicken. Damit wechseln Sie zur entsprechenden Quelldatei und dort in die richtige Zeile.

Die Datei " main.c " wurde in jenem Verzeichnis abgelegt, das Sie oben als " Source Root Location " angegeben haben.

Wenn Sie nun im Menü " Tools " den Punkt " Shell " wählen, wird ein xterm geöffnet, in dem Sie sich nun in diesem Verzeichnis befinden.

Das kompilierte Programm wird im Unterverzeichnis " Unix-GNU-debug " abgelegt. Wechseln Sie in dieses und führen Sie es mit " ./projtarget " (bzw. dem von Ihnen für das Ziel gewählten Namen) aus.

Wollen Sie in Ihrem Programm einen Fehler suchen - etwa weil das Ergebnis falsch ist - verwenden Sie dazu den Debugger.

Wählen Sie dazu im " Builder " den Punkt " Debug Target ". Nun wird der " Debugger " gestartet. Als zweites Fenster wird die Quelldatei dargestellt.

Setzen Sie in Ihrer Quelldatei nun " Breakpoints ": bei diesen wird die Ausführung des Programms unterbrochen, Sie können etwa den Wert von Variablen überprüfen und Schritt für Schritt zur nächsten Programmzeile weiterbegehen. Breakpoints erzeugen Sie über den Punkt " Add/Remove Breakpoint " im Menü " Debugger ".

Starten Sie die Ausführung über den Punkt " Run " im Menü " Debugger ". Hier sollten Sie das Feld " Use Execution Window " auswählen, um das Programm in einem xterm auszuführen.

In diesem Menü können Sie nun mittels " Next " zur nächsten Zeile springen; mit " Continue " führen Sie das Programm bis zum nächsten Breakpoint (oder bis zum Ende) aus.

Im Debugger Fenster können Sie unter anderem die Werte der Variablen feststellen, wenn Sie sich an einem Breakpoint befinden.