TSM - Klient Installation, Konfiguration und Bedienung

1. Einleitung
2. Vorbereitung
3. Installation
4. Konfiguration

5. Inbetriebnahme
6. Bedienung

7. Weitere Informationen

1. Einleitung

Dieser Text beschreibt die Installation, Konfiguration und Bedienung des Tivoli Storage Manager (TSM) Klienten unter RedHat bzw. Fedora Core Linux. Diese Anleitung richtet sich an Betreuer von Linux-Systemen an Instituten der Universität Innsbruck welche den Dienst der zentralen Datensicherung am ZID in Anspruch nehmen möchten. 

2. Vorbereitung

  1. Überlegen Sie genau welche Daten sie sichern möchten. Lesen Sie dazu die ZID-Benutzungsregelung für TSM Sicherung.
  2. Registrieren Sie ihre Workstation bzw. Server als TSM-Knoten am ZID-Operating. Dazu benötigen Sie folgende Informationen:
    • Hostname und IP-Adresse Ihrer Workstation
    • ZID-Benutzerkennung des Betreuers des zu sichernden Systemes

3. Installation

  1. Laden Sie die erforderlichen Pakete in ein temporäres Verzeichnis herunter. Die aktuellste Version finden Sie unter: ftp://zid-lux1/mirror/tsm/LATEST. Sie benötigen folgende Pakete:
  2. Installieren Sie die Pakete (als root) mit 

           rpm -ivh TIVsm-BA.i386.rpm TIVsm-API.i386.rpm

  und evtl. für die Deutschen Sprachanpassungen :

           rpm -ivh  TIVsm-msg.de_DE.i386.rpm 

4. Konfiguration

Die für den Benutzer notwendigen Dateien sind unter /opt/tivoli/tsm/client/ba/bin installiert. Dort sind drei für die Öffentlichkeit lesbare Konfigurations-Dateien anzulegen: dsm.sys, dsm.opt und inclexcl.def. Die Folgenden Beispiele sind für die Sicherung am TSM-Server des ZID angepasst. Diese Konfiguration bezieht sich auf die Sicherung über einen Scheduler. Dabei wird die inkrementelle Sicherung vom tsm-Server am ZID einmal täglich eingeleitet. Dazu muss der Rechner rund um die Uhr eingeschaltet sein. Sollte die Sicherung über Scheduler nicht erwünscht sein, können Sie im folgenden Beispiel die Einträge SCHEDMODE, SCHEDLOGname undSCHEDLOGretention ignorieren.
Zeilen die mit einem * beginnen sind auskommentiert.

dsm.sys

Dies ist die generelle Konfigurationsdatei des Klienten. Anzupassen sind bei untenstehendem Beispiel die Werte von TCPCLIENTADDRESS, NODENAME und die E-Mailaddresse bei Mailprog.

SErvername ADSM
   NODENAME           Knotenname laut Registrierung
TCPCLIENTADDRESS Voller IP-Name des Klienten XXX.uibk.ac.at

COMMmethod TCPip
TCPPort 1500
TCPServeraddress adsm.uibk.ac.at

Passwordaccess Generate

TCPCLIENTPort 1501
SCHEDMODE PROMPTED
SCHEDLOGname /var/log/dsmsched.log
SCHEDLOGRetention 14 D
ERRORLOGname /var/log/dsmerror.log
ERRORLOGRetention 14 D
Mailprog /usr/bin/Mail Vorname.Nachname@uibk.ac.at

COMPression No

DIRMc mc_system

Inclexcl /opt/tivoli/tsm/client/ba/bin/inclexcl.def

dsm.opt

Hier werden die zu sichernden Dateisysteme (Partitionen) definiert. Der Mountpoint jeder Partition deren Daten gesichert werden sollen, muss hier eingetragen werden. Im folgenden Beispiel liegen das root-Verzeichnis (/) und das Homeverzeichnis (/home) auf verschiedenen Partitionen und müssen somit einzeln angegeben werden. Im auskommentierten Domain-Eintrag werden vier verschiedene Partitionen gesichert.


SErvername ADSM
* DOMAIN / /usr /var /home
DOMAIN / /home
FOLlowsymbolic no
Quiet
REPlace Prompt
SUbdir no

Eine Übersicht über alle Optionen finden sie in der offiziellen Dokumentation.

inclexcl.def

Ohne dieser Konfiguration würden der gesamte Inhalt aller in dsm.opt angegebenen Partitionen gesichert werden. Mithilfe der Datei inclexcl.def wird definiert, welche Verzeichnisse und Dateien in den angegebenen Dateisystemen gesichert bzw. von der Sicherung ausgeschlossen werden. Dabei sollen alle "unwichtigen" Daten wie cache-Dateien, temporäre Verzeichnisse, Swap-Dateien, core dump's usw. ausgeschlossen werden. Hier finden Sie einige Beispieleinträge:

exclude *
INclude /home/.../* mc_user
EXclude.dir /var/preserve
EXclude.dir /CDROM
EXclude.dir /cdrom
EXclude.dir /.../.snapshot Netapp-Mount-Point
EXclude /var/adm/crash/.../*
EXclude /.../tmp/.../*
EXclude /.../scratch/.../*
Exclude /.../.netscape/cache/.../*
Exclude /.../.netscape-cache/.../*
EXclude /.../.MCOM-cache/.../*
EXclude *~
EXclude core
EXclude dsmsched.log
EXclude.fs /hw

Semantik der Include/Exclude-Liste:
Der Klient bearbeitet rekursiv den gesamten Dateibaum. Für jede Datei wird die Include/Exclude-Liste von unten nach oben mit dem Pfadnamen der gegebenen Datei verglichen (Mustererkennung). Beim ersten passenden Muster wird festgestellt, ob include oder exclude vorliegt und entsprechend gesichert oder nicht gesichert. Dateien, auf die keines der Muster paßt, werden gesichert.

Firewall

Falls das zu sichernde System durch eine Firewall geschützt ist, und die Sicherung über den Scheduler erfolgt, öffnen Sie den Port 1501 für den Rechner adsm.uibk.ac.at. Für iptables finden Sie die Konfiguration unter http://www2.uibk.ac.at/zid/software/unix/linux/firewall.html.

5. Inbetriebnahme

  1. Als root rufen Sie dsmc -verbose auf. Geben Sie das dsm-Kommando query session ein. Sie werden zur Eingabe Ihres Paßwortes aufgefordert (zunächst Anfangspaßwort des Anwenders, der als Betreuer des Knotens registriert wurde). Sie erhalten Angaben über die Verbindung mit dem TSM-Server. Das Paßwort wird verschlüsselt und versteckt abgespeichert, sodaß Sie es in Hinkunft nicht mehr eingeben müssen (nötige Voraussetzung für Sicherung durch Scheduler).
  2. Anschließend geben Sie das Kommando incremental. Es erfolgt eine Vollsicherung. Beobachten Sie die Ausgabe, ob die zu sichernden Dateien Ihren Erwartungen entsprechen. Sie können die Ausführung jederzeit abbrechen (ctrl-c), die Optionsdateien nachbessern und eine neue inkrementelle Sicherung auslösen. Die Sicherung setzt nach der letzten erfolgreichen Datei vor Abbruch fort. Neuexkludierte Dateien werden sofort expiriert.
  3. Nach Ende der Sicherung sollte query filespace eine Liste aller gesicherten Dateisysteme ausgeben.
  4. Nachdem Sie mit der Sicherung zufrieden sind, nehmen Sie in die Datei /etc/inittab die Zeile
      ad:2345:respawn:/bin/env LC_ALL=en_US /opt/tivoli/tsm/client/ba/bin/dsmc sched >/dev/null 2>&1
    auf. Weisen Sie init an, die Datei neu zu lesen mit dem Befehl init q. Damit wird die automatische Sicherung Klientenseitig aktiviert.
  5. Rufen Sie beim ZID-Operating (Tel. 2321) an und lassen Ihren Knoten in die entsprechende Schedule eintragen. Die Sicherung wird jede Nacht automatisch durchgeführt. Sie sind als Workstationbetreuer dafür zuständig, die dsmerror.log und dsmsched.log-Dateien regelmäßig auf Fehler zu überprüfen.

Wie bereits erwähnt muss der Rechner für die automatische Sicherung rund um die Uhr eingeschaltet sein und über Netzanschluss verfügen. Sollten Sie keine automatische Sicherung wünschen, ignorieren Sie in obiger Liste die Punkte 4 und 5. Weiters sind in der Datei dsm.sys die Einträge SCHEDMODE, SCHEDLOGname undSCHEDLOGretention überflüssig.

6. Bedienung

inkrementelle Sicherung

Zum Starten einer inkrementellen Sicherung der in dsm.opt bzw. inclexcl.def angegebenen Daten geben Sie als root ein:

dsmc incremental

Wiederherstellung von gelöschten Dateien

Zur Wiederherstellung von gelöschten Daten mithilfe des graphischen Klienten, geben Sie als root ein:

dsm

Die weitere Vorgehensweise lesen Sie unter http://unix-docu.uibk.ac.at/zid/systeme/adsm/tsmv5.backupanleitung.html.

7. Weitere Informationen