Versenden und Auspacken von Binärdateien über elektronische Post

Da über elektronische Post nur reine ASCII-Dateien versandt werden können (d.h. Zeichen mit Werten 1 - 127), muß man vor dem Versenden von Binärdateien und solchen, die Umlaute enthalten, alle Daten in reine ASCII-Daten verwandeln.

Begriffsklärung:
  1. Der DOS-Zeichensatz (CP437 bzw. CP850) wird oft fälschlich als "ASCII"  bezeichnet, stimmt aber nur im Bereich 32 ... 126 mit ASCII überein. Unter "ASCII" versteht man wirklich nur die Zeichen < 127, wobei die  Zeichen 1-31 bei DOS teils ebenfalls nicht dem ASCII-Standard entsprechen. Für den international genormten und z.B. auf UNIX-Systemen  und auch MS-Windows verwendeten ISO-Latin-1 (ANSI) - Zeichensatz gilt  entsprechendes: dieser Zeichensatz stimmt im Bereich 1-127 mit ASCII überein, enthält aber Zeichen >= 128.
  2. Als Binärdateien in diesem Sinne werden alle Dateien bezeichnet, die nicht auf den reinen ASCII-Zeichensatz beschränkt sind. Insbesondere sind auch Dateien, die z.B. aus Textverarbeitungssystemen oder anderen Anwendungen kommen, sowie alle Dateien, von denen nicht eindeutig das Gegenteil erwiesen ist, im Zweifelsfall als Binärdateien zu behandeln.

Zur Versendung von Binärdateien über elektronische Post gibt es zwei verbreitete Verfahren:

  1. uuencode / uudecode
  2. MIME

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1. uuencode / uudecode


Ursprünglich aus dem UNIX-Bereich stammend ist uuencode und uudecode die älteste noch verbreitete Methode zum Versenden von Binärdateien.

Briefe, die uuencode-Dateien enthalten, erkennen Sie leicht an ihrem typischen Aussehen:

begin 640 datei.name
M(R!$:65S(&ES="!D:64@4W1A;F1A<F0M+G!R;V9I;&4M1&%T96D@9G5E<B!%
M1%9:+4)E;G5T>F5R+@HC(%-I92!I<W0@96EN92!A;F=E<&%S<W1E(%9E<G-I
M;VX@=F]N("]E=&,O<W1D<')O9FEL92!U;F0@<V]L;'1E(&%U<W)E:6-H96XL
M"B,@86QL92!V;VT@14166B!I;G-T86QL:65R=&5N($%P<&QI:V%T:6]N96X@
....  u.s.w. .....
M8V4M4W1A=&5M96YT<R!D96X@26YH86QT"B,@("`@9&5R($1A=&5I("]U<W(O
M;&]C86PO971C+W!R;V9I;&4@96EN9G5E9V5N('5N9"!A96YD97)N($]$15(*
M(R`S+B!6;VQL:V]M;65N(&5I9V5N92!697)S:6]N"B,@04-(5%5.1SH@4VEE
M('9E<FQI97)E;B!B96D@06YP87-S=6YG96X@,BX@=6YD(#,N(&1I92!Z96YT
I<F%L92!787)T=6YG(0H*0T0@)$A/344*<V5T("UO('9I"FUE<V<@;@IZ
`
end

Wenn Sie solch einen Brief erhalten, können Sie ihn an einem UNIX-System folgendermaßen extrahieren:

  1. Speichern Sie den Brief in einer Datei  datei   (Name frei wählen) ab.
    Berkeley-Mail:  w  datei.uu 
    Pine: E(xport) datei.uu  angeben (landet bei Verwendung der Voreinstellungen in Ihrem HOME-Verzeichnis)
  2. Optional: Editieren Sie  datei.uu  und ändern Sie allenfalls den Namen in der begin-Zeile. Unter diesem Namen wird in Schritt 3 Ihre Binärdatei angelegt. Bitte ändern Sie nichts an den Zeilen zwischen  begin  und  end!
  3. Geben Sie das Kommando uudecode datei.uu  ein. uudecode extrahiert aus der uu-Datei die ursprüngliche Binärdatei und legt sie in Ihrem Arbeitsverzeichnis unter dem in der begin-Zeile angeführten Namen ab, hier also  datei.name
  4. Übertragen Sie allenfalls binär (!!) die Datei auf das Zielsystem (mit Kermit, ftp oder sonst einem Dateitransferprogramm).



Absenden von Binärdateien:

Wir nehmen an, dass Sie eine Datei  datei.name  versenden wollen.
Am einfachsten und schnellsten geht das Absenden mit Berkeley-Mail und folgender Kommandozeile:

uuencode datei.name datei.name | Mail -s 'Binaerdatei: datei.name' user@host

Das Argument  datei.name  für uuencode muss tatsächlich zweimal angeführt werden.


2. MIME

-----   noch zu erstellen  -----


mgjf Tue Jul 25 18:53:34 MDT 1995