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Die Würde des Patienten:
Was bleibt vom Menschsein übrig?

 

Gesprächspartner:
Univ.-Prof. Dr. Stefan Felder (Institut für Sozialmedizin und Gesundheitsökonomie - Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg)
Dir. HR Dkfm Heinz Öhler (Direktor der Tiroler Gebietskrankenkasse - Innsbruck)
Univ.- Prof. Dr. Günther Virt (Institut für Moraltheologie Institut für Ethik und Recht in der Medizin - Universität Wien)

Moderation:  Prof. DDr. Winfried Löffler (Institut für Christliche Philosophie, LFU)

Zeit: Montag, 13. Januar 2007, 19:30 Uhr
Ort: Haus Marillac, Saal 1, Sennstr. 3, 6020 Innsbruck

 

Wer heute über Medizinethik nachdenkt, landet über kurz oder lang auch bei der Ökonomie. Viele Menschen sehen dadurch das traditionelle Konzept von der unverlierbaren Würde des Menschen in Gefahr. Dies nicht nur deshalb, weil der direkte menschliche Bezug zwischen Arzt und Patienten abnimmt. Moderne Medizin ist stark arbeitsteilig, und viele Ärzte beklagen sich, dass sie mehr Zeit am Bildschirm als mit den Patienten verbringen. Vor allem wird die Gefahr deshalb gesehen, weil der Mensch, seine Lebenszeit und seine Gesundheit auch als Kosten/Nutzen-Faktor betrachtet werden. Menschliche Würde dagegen scheint unverrechenbar.

  1. Ist in den Disziplinen Gesundheitsökonomie und Moraltheologie bzw. im Praxisfeld ein bestimmtes Menschenbild erkennbar, das leitend ist?
  2. Wo kommt eine Konzeption wie jene der menschlichen Würde ins Spiel, und was besagt sie?
  3. Wo gibt es allenfalls konkrete Gefährdungen?

Diese Fragen sollen im Mittelpunkt eines etwa einstündigen Dreiecksgespräches mit Prof. Dr. Stefan Felder, Gesundheitsökonom, Prof. Dr. Günther Virt, Moraltheologe und Mitglied der Ethikkommission des Bundeskanzleramts und HR Dkfm. Heinz Öhler, Direktor der Tiroler Gebietskrankenkasse stehen.

 

Univ.-Prof. Dr. Stefan Felder (Institut für Sozialmedizin und Gesundheitsökonomie - Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg):
Studium der VWL, BWL und der Soziologie an der Universität Bern, wo er 1995 habilitierte (Venia Docendi für Volkswirtschaftslehre). Nach seinem zweijährigen Forschungsaufenthalt an der University of Western Ontario (Kanada) wurde Stefan Felder Oberassistent an der Universität Zürich und übernahm die Projektleitung im Nationalen Forschungsprogramm "Alter". Seit 1997 hält den Lehrstuhl für Gesundheitsökonomie an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg inne.

Dir. HR Dkfm Heinz Öhler (Direktor der Tiroler Gebietskrankenkasse - Innsbruck):
Geboren 1945 in Zell am Ziller/Tirol, schloss er 1969 sein Studium an der Hochschule für Welthandel in Wien ab. 1970 erfolgte sein Eintritt in die Tiroler Gebietskrankenkasse, deren Finanzabteilung er ab 1971 leitete. 1981 wurde ihm die Befugnis erteilt, den leitenden Angestellten in bestimmten finanziellen An-gelegenheiten zu vertreten und in den Verwaltungskörpern über Angelegenheiten, die in den Kompetenzbereich der Finanzabteilung fallen, zu berichten. 1990 wurde er zum Direktor der Tiroler Gebietskrankenkasse ernannt.

Univ.- Prof. Dr. Günther Virt (Institut für Moraltheologie Institut für Ethik und Recht in der Medizin - Universität Wien):
Geboren am 25. Februar 1940 in Wien. Priesterweihe 1965.  1970 Dr. theol. in Wien. Mehrjährige Tätigkeit in der Seelsorge und Assistent am Institut für Moraltheologie in Wien. Habilitation 1981 in Tübingen. Professor für Moraltheologie in Paderborn (1981-1983), Salzburg (1983-1986) und seit 1986 in Wien.

Von 1993 bis 2001 auch Leiter des Senatsinstitutes Ethik und Recht in der Medizin, derzeit stellvertretender Vorstand, Mitglied der Bioethikkommission beim Bundeskanzleramt und der European Group on Ethics in Science and New Technologies in Brüssel.



Schwerpunkt: Ethic & Public Goods