Projekte und Forschung

Forschungsprojekt:
Der Seewinkel im Frühmittelalter

Projektleitung:
Mag. Dr. Bendeguz Tobias


 

Gefördert durch:

Universität Innsbruck/Nachwuchsförderung
Kulturförderung Land Burgenland
Gemeinde Podersdorf am See

Projektpartner:

Universität Wien, Institut für Urgeschichte und Historische Archäologie (PD Mag. Dr. Erich Draganits).
Naturhistorisches Museum Wien. Anthropologische Abteilung (Dr. Karin Wiltschke-Schrotta)
Naturhistorisches Museum Wien. Zoologische Abtielung (Dr. Konstantina Saliari).

Der Seewinkel im Frühmittelalter:
Interdisziplinäre Untersuchungen zur Entwicklung einer einzigartigen Kulturlandschaft

Der Seewinkel ist eine aussergewöhnliche Landschaft und befand sich immer an der Schnittstelle unterschiedlicher Naturräume und kulturellen Einflüssen. Das awarenzeitliche Gräberfeld von Podersdorf ist die vielversprechendste frühmittelalterliche Fundstelle im Seewinkel. Der ganzheitliche, interdisziplinäre methodische Ansatz zur Erforschung des Gräberfeldes wird komplett neue, innovative Erkenntnisse zum Frühmittelalter dieses Raumes ermöglichen. Eine völlig neue archäologische Interpretation des frühmittelalterlichen Bevölkerung soll auf Basis aus den verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen gewonnenen Informationen zur wirtschaftlichen Grundlagen, Ernährung, Ressourcennutzung und landschaftlichen Veränderung erzielt werden.
Die dynamischen Veränderungen des Seespiegels und deren kausalen Zusammenhänge mit den wechselnden Siedlungs- und Bestattungsorten ist ein ganz wesentlicher Projektbestandteil.

Seit 2014 führen wir im Rahmen eines Forschungsprojekts zur Entwicklung des Seewinkels im Frühmittelalter archäologische Ausgrabungen und geophysikalische Prospektionen in der Marktgemeinde Podersdorf am See durch. Die ersten archäologischen Funde wurden 1974 bei Rigolarbeiten entdeckt, als man auf einem Hügelrücken in den sogenannten Winkeläckern zufällig auf Skelettreste stieß. Durch eine darauffolgende Nachgrabung des Landesmuseums Eisenstadt konnte eine Bestattung aus der Spätawarenzeit (8. Jh. n. Chr.) dokumentiert und geborgen werden. Zuvor lagen in den Ortsakten nur vage Hinweise aus der Nachkriegszeit vor, dass der westliche Teil der Winkeläcker bereits in prähistorischer Zeit besiedelt war.