Projekte und Forschung

TWF Projektnummer:
UNI- 0404/1373

Projektleiter: Mag. Simon Hye

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Finanzierung:
Fördergelder des Tiroler Wissenschaftsfonds 

Studien zum eisenzeitlichen Heiligtum am Demlfeld, Ampass.
Archäologische und naturwissenschaftliche Auswertungen


Im Rahmen dieses Projektes soll das vor wenigen Jahren ausgegrabene sogenannte Demlfeld weiter bearbeitet werden. Es liegt nur wenige Kilometer von Innsbruck entfernt, auf einer kleinen Terrasse oberhalb der Gemeinde Ampass (Bezirk Innsbruck-Land). In drei Grabungskampagnen konnten insgesamt 825 m² Fläche untersucht und der eindeutige Nachweis eines eisenzeitlichen Brandopferplatzes erbracht werden. Geplant sind die archäologische Dokumentation und Bearbeitung des keramischen Fundmaterials sowie archäobotanische Untersuchungen an den verbrannten Resten der rituellen Handlungen.

Die Auswertung der Keramik, als mengenmäßig größter Fundgruppe, ist für die Gesamtbetrachtung der Fundstelle von großer Bedeutung. Durch die chronologische Bestimmung der Fragmente kann sich die bisher angenommene zeitliche Abfolge des Opferplatzes möglicherweise verfeinert werden. Nach den Trachtbestandteilen scheinen die materiellen Entäußerungen in der späten Hallstattzeit eingesetzt und bis zum Ende der Latènezeit angedauert zu haben. Die meisten Objekte entfallen dabei auf die frühe und mittlere Latènezeit und daher wurde die Blüte des Heiligtums in diesem Zeitraum vermutet. Nach einer ersten Durchsicht des keramischen Materials ist es nicht auszuschließen, dass diese Annahme etwas korrigiert werden muss. Doch erst durch den in diesem Projekt angestrebten, direkten Vergleich zwischen der chronologischen Verteilungen der Keramik und der Trachtbestandteile können verbindliche Aussagen getroffen werden.

Grundlage der naturwissenschaftlichen Analysen bilden die systematisch entnommenen Proben der Aschedeponie. Aus diesen können Information über Art und Menge der vegetabile Gaben (Sammel- und/oder Ackerfrüchte, Räucherwerk, etc.) und des verwendeten Brennmaterials gewonnen werden. Die Gegenüberstellung der erarbeiteten Ergebnisse mit den letzthin veröffentlichten vergleichenden Studien wird eine genauere Einordnung des Demlfelds innerhalb der Denkmälergruppe der Brandopferplätze ermöglichen.


Kooperationspartner:

Archäologie: Em. Prof. Dr. Amei Lang (München), Ao. Univ.-Prof. Dr. Gerhard Tomedi (Innsbruck)

Archäobotanik: Univ.-Prof. Dr. Klaus Oeggl (Innsbruck)


Literatur (Auswahl):

  • S. GRUBER/R. LACHBERGER/A. LANG/H. MARCHHART/F. MARZATICO/M. NEUNER/S. NICOLUSSI CASTELLAN/A. PUTZER/M. SCHÖNFELDER/G. TOMEDI, Ein Eisenzeitliches Deposit am Demlfeld in Ampass. In: G. TOMEDI/J. ZEISLER (Hrsg.) ArchaeoTirol Kleine Schriften 4 (Wattens 2002) 139-180.
  • S. HYE, Das eisenzeitliche Heiligtum am Demlfeld bei Ampass, Tirol. In: H. STADLER/S. LEIB/TH. GAMON (Hrsg.), Brandopferplätze in den Alpen. Der Scheibenstuhl in Nenzing. Praearchos 3 (=Nenzing-Schriftenreihe 6) (Innsbruck 2013) 49-58.
  • C. DE SIMONE/S. MARCHESINI (Hrsg.), La lamina di Demlfeld. Mediterranea Supplemento 8 (Pisa/Roma 2013).
  • G. TOMEDI/S. HYE/R. LACHBERGER/S. NICOLUSSI CASTELLAN, Denkmalschutzgrabungen am Heiligtum am Demlfeld in Ampass 2006. In: G. TOMEDI/J. ZEISLER (Hrsg.) ArchaeoTirol Kleine Schriften 5 (Wattens 2006) 116-122.
  • G. TOMEDI, Raetische Frauen. In: J. M. BAGLEY/C. EGGL/D. NEUMANN/M. SCHEFZIK (Hrsg.), Alpen, Kult und Eisenzeit. Festschrift für Amei Lang zum 65. Geburtstag. Internat. Arch. Studia honoraria 30 (Rahden/Westf. 2009) 271-287.