Frozen Pasts

Gletscherarchäologie in den Alpen

Ausstellung

Im Rahmen des 4. Internationalen Symposiums zur Gletscherarchäologie Frozen Pasts präsentierte das Institut für Archäologien der Universität Innsbruck im Zentrum für Alte Kulturen am Langen Weg 11 vom 12. Oktober bis 30. November 2016 die gleichnamige Ausstellung. Gezeigt wurden Objekte aus Gletscherregionen in Salzburg, Kärnten, Tirol und der Schweiz. Die Funde datierten vom 14. bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts. Ein gekerbtes Holzstück vom Vorderen Umbaltörl in Osttirol stammte dabei sogar aus der Eisenzeit (724-400 v. Chr.).

Der Ausstellungsraum in Zentrum für Alte Kulturen, Langer Weg 11
Der Ausstellungsraum in Zentrum für Alte Kulturen, Langer Weg 11
 

Bei der Gestaltung der Ausstellung wurde besonderes Augenmerk auf Artefakte aus organischen Materialien wie Holz, Leder und Textil gelegt. Objekte aus diesen Materialien verrotten meist und sind daher im archäologischen Befund nur selten anzutreffen. Im Eis und Schnee der Gletscher sind sie aber oft gut konserviert. Zu sehen waren zahlreiche Bekleidungsfragmente (Teile von Hosen, Hemden, Wämsern und Schuhen) aus den hochgelegenen Goldbergbaugebieten in Kärnten und Salzburg, gröbere Stoffe (wohl einst Säcke) und Werkzeuge aus Holz und Eisen. Neben dem eisenzeitlichen Holzstück stellten diese Funde die ältesten Objekte in der Ausstellung dar, stammen sie doch großteils aus einem Zeitraum vom 14. bis ins 16. Jahrhundert.

Aus der Zeit um 1690 stammten die Besitztümer einer Frau, die auf dem Porchabella-Gletscher in Graubünden in der Schweiz verunglückte und zwischen 1988 und 1992 geborgen wurde. Die Objekte waren eine Leihgabe der Kantonsarchäologie Graubünden (kAltes Eis Ein Monitoring- und Awarenessprogramm zu Eisfundstellen in Graubünden).

Weitere Funde stammten aus Osttirol, so die wenigen gefundenen Habseligkeiten und das Gewehr des Wilderes Norbert Mattersberger, der seit dem Jahre 1839 als vermisst galt und dessen Leiche 1929 auf dem Gradetzkees gefunden wurde. Teile der Junkers Ju 52 der deutschen Wehrmacht, die 1941 auf dem Umbalkees notlanden musste, aperten im Sommer 2000 rund 600 m unterhalb der Notlandestelle wieder aus. Ausgestellt wurden vor allem Objekte aus dem persönlichen Besitz der Besatzung wie ein Socken, eine Zahnbürste und ein kleines Parfümfläschchen.

Fundstücke vom Umbalkees in Osttirol

Fundstücke vom Umbalkees in Osttirol