Highlights der Bandgeschichte

Satchmo Meets Amadeus (Salzburg) | Alma Jazz Volvo Music Festival (Bologna)

„Alma Jazz Volvo Music Festival“ in Bologna (2007)

Für ein akademisches Jazzorchester ist es Usus, sich mit Schwesterformationen anderer in- und ausländischer Hochschulen auszutauschen. Bevor im Zuge der ganzen Finanz- und Wirtschaftskrisen der letzten Jahre der Geldhahn für kulturelle Projekte vielerorts zugedreht wurde, hat sich v.a. die Universität Bologna hervorgetan und ein europäisches Netzwerk an Hochschulbigbands initiiert (Alma Jazz Network). Alljährlich wurde vom künstlerischen Direktor Prof. Teo Ciavarella und dessen Team ein großartiges mehrtägiges Uni Big Band Meeting in Bologna organisiert mit täglichen Konzerten an öffentlichen Plätzen, abendlichen Competitions und Jam Sessions bis in die frühen Morgenstunden.

Klarerweise durfte da auch die UBB Innsbruck als „one of the best European university big bands“ (Anm. AJN) nicht fehlen, wobei hier weniger der kompetitive Charakter als die freundschaftliche Begegnung mit anderen Band im Vordergrund stand. Preis haben wir keinen nach Hause getragen, aber viele fruchtbare Kontakte mit Hochschulbigbands aus ganz Europa und eine begeisterte Zuhörerschaft, die uns in den Folgejahren an ihre jeweilige Universität bzw. in ihre Stadt eingeladen hat.

Das Alma Jazz Network & Music Festival hat vielen europäischen Ensembles und Orchestern ein Forum für Austausch und Kontaktmöglichkeiten geboten – sehr schade, dass es sich wieder gelöst hat... Das Festival wurde sehr aufwendig und professionell organisiert und galt auch der UBB als Richtschnur für eigne Austauschprojekte (z.B. mit der Universität Bari, dem Konzervatorium v. Matera, etc.).   

„Satchmo Meets Amadeus“ in Salzburg (2006)

Bei ihrer Teilnahme am Symposion „Satchmo Meets Amadeus“ in Salzburg wurde die UBB von einem der Großväter der Jazzgeschichte hautnah in das eingeführt, was heutzutage gemeinhin als Hot und Oldtime Jazz bezeichnet wird. Für Joe Muranyi, dem letzten noch lebenden Mitglied der Louis Armstrong's All Stars Band, ist es einfach nur „Jazz“ in seiner puren und authentischen Einfachheit. So war auch sein Motto, wenn sich unsere Rhythmsection zu weit solistisch rauslehnte: „Keep it simple – it's just Jazz, man!“

Alles ab Bebop (also Modern, Free & Avantgarde Jazz, Fusion etc.) ist für Joe kein eigentlicher „Jazz“ mehr – oder zumindest nicht das, was man damals in den Straßen und Clubs von New Orleans,  Chicago und Kansas City darunter verstand. Das ganze Genre und dessen Stile haben sich jedoch weiterentwickelt und so glich der musikalische Dialog beim Feature-Konzert im Museum Carolino Augusteum einem Gespräch zwischen Großvater und seiner Enkelschar am wärmenden Kamin der Musikgeschichte: beide Generationen vertraten ihre (musikalischen) Positionen, aber auf harmonische synthetisierende Weise. Es war ein authentisches und besonders unterhaltsam-narratives Abschlusskonzert – denn noch etwas haben Großväter und traditioneller Oltime Jazz gemeinsam: beide erzählen gerne Geschichten!