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Digitales Pandemie- und Krisenmanagement in der Trinkwasserversorgung

Das Projekt wird durch das österreichische  Förderungsprogramm für Sicherheitsforschung (KIRAS) des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Raumordnung und Tourismus (BMLRT) gefördert (FO999886338). 

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Projektpartner

  • Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW)
  • Stadtwerke Schwaz GmbH
  • Universität Innsbruck - Institut für Öffentliches Recht, Staats- und Verwaltungslehre
  • Universität Innsbruck Institut für Soziologie
  • Wasser Tirol - Dienstleistungs-GmbH
  • ZetaLabs IT-Service


Bearbeiter: Robert SITZENFREI, Martin OBERASCHER

Projektdauer: 01/2022 – 12/2023

 

Kurzbeschreibung:

Eine zuverlässige und sichere zentrale Wasserversorgung ist ein wichtiger Stützpfeiler jeder Gesellschaft. Die Ausgangsbeschränkungen im Frühjahr 2020 stellten die Wasserversorgungsunternehmen (WVU) vor neue Herausforderungen (z.B.: markante räumliche und zeitliche Veränderung des Wasserbedarfs im Versorgungsnetz, ausgeprägte Frühjahrstrockenheit, Umstellung auf Notbetrieb, Personalmanagement und Quarantäne). Dabei fehlten besonders in kleinen und mittleren WVU (ca. 41% der Bevölkerung wird durch kleine Strukturen mit Trinkwasser versorgt) die Ressourcen, das notwendige Wissen und Personal für ein effizientes Notfallmanagement.

Um auch kleine und mittlere WVU ein effizientes Krisen- und Pandemiemanagement zur ermöglichen, wird im ersten Projektabschnitt eine Umfrage über die Erfahrungen und gesetzten Maßnahmen aus dem Frühjahr 2020 unter den österreichischen WVU (insbesondere größere WVUs in städtische Strukturen haben effiziente Krisenabläufe entwickelt) durchgeführt. Die Ergebnisse werden für die Erstellung von Best-Practice Anleitungen, angepasst auf alle WVU Größen, und die Überarbeitung von bestehenden Richtlinien (z.B.: W74 - Trinkwassernotversorgung - Erfolgreiches Krisenmanagement in der Wasserversorgung) verwendet.

Die fortschreitende Digitalisierung im Bereich Siedlungswasserwirtschaft (z.B.: digitale Wasserzähler, Druck- und Qualitätssensoren) ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung der Systemzustände, wodurch innovative Ansätze für das Pandemie- und Krisenmanagement entwickelt werden können. Jedoch haben integrative Resilienzbetrachtungen (Digitalisierung als Krisenwerkzeug aber auch zusätzliches Gefährdungspotential durch vielfältige Zugriffspunkte) weder in der Literatur noch in der Praxis Einzug gefunden. Daher werden im zweiten Projektabschnitt systembasiert das Risiko, die Verwundbarkeit und die Resilienz der bestehenden Infrastruktur in Österreich (im Speziellen kleine und mittlere WVU), gegenüber digitalen Störfällen untersucht und die Chancen für ein effizientes Krisenmanagement durch Digitalisierung ermittelt. Neben klassischen Krisenszenarien (z.B.: Kontaminationen, cyber-physischen Angriffen) werden auch im Zuge der Pandemie neu definierte Störfälle, wie (1) Ausgangsbeschränkungen – Verbrauchsänderungen, (2) Erreger über Trinkwasser übertragbar, (3) unkoordinierte Entnahme von Trinkwasser für Vorratszwecke (ähnlich Hamsterkäufe bei Toilettenpapier) und (4) Wissensverlust durch Personalwechsel (Quarantäne, Generationswechsel), systematisch untersucht und Lösungsmöglichkeiten erarbeitet. Wesentlich dabei ist auch die Betrachtung von störfallübergreifenden Szenarien, z.B.: Ausgangsbeschränkung und cyber-physischer Angriff. Aufbauend darauf werden anschließend innovative technische, sozio-technische und digitale Ansätze für das Störfallmanagement zur Steigerung der Resilienz modellbasiert entwickelt, ihre Funktionsfähigkeit überprüft und an ausgewählten Fallstudien auf deren Tauglichkeit getestet.

Die Best-Practice Anwendungen aus Projektabschnitt 1 werden anschließend als Vorlage verwendet, um die Ergebnisse aus Projektabschnitt 2 für die Betreiber von WVU als Handbücher bzw. Leitfäden für verschiedenste Krisenszenarien aufzubereiten.

 

sonstige Links:

Artikel in Journals und Konferenzen

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