Buchmalerei Schreibstube Neustift
Detail aus dem „Posch-Missale“ (Neustift, Stiftsbibliothek, Cod. 100, Bl. 62) // © Stift Neustift

Buchmalerei und Schreibstube im Mittelalter

Die Neustifter Malerschule und das Neustifter Skriptorium machten sich im 15. Jahrhundert einen Namen. Noch bis ins 16. Jahrhundert hinein wurden im Stift wertvolle handschriftliche Bücher produziert und illuminiert.

Unter den Neustifter Handschriften befinden sich zahlreiche Exemplare von hoher Qualität, sowohl die äußere Gestaltung als auch den Inhalt betreffend. Der Großteil der illuminierten Handschriften dürfte in Neustift selbst oder in Brixen entstanden sein und stammt aus dem 15. und 16. Jahrhundert, Blütezeit der Neustifter Malerschule.

Zu den kunsthistorisch herausragenden Werken zählen die zwei unter Propst Nikolaus III. Scheiber (1439–1449) beauftragten großformatigen Gradualbände, geschrieben von Friedrich Zollner, der 1438 aus dem Stift Langenzenn bei Nürnberg nach Neustift gereist war. An der kunstvollen Ausstattung waren mehrere Buchmaler beteiligt, unter ihnen der Wanderbuchmaler Servatius, der auch einige Handschriften in Brixen illuminierte (Brixen, Priesterseminarbibliothek, Cod. C.1 und F.8). Daneben ist das jüngere Missale für den Neustifter Propst Augustin Posch (1519–1527) hervorzuheben, angefertigt vom Chorherrn Stefan Stettner. Zwei weitere Handschriften aus Stettners Feder sind erhalten: ein Neustifter Rituale aus dem Jahr 1507 (Neustift, Stiftsbibliothek, Cod. 194) und ein Sermo (Innsbruck, ULB Tirol, Cod. 718); auch ein Evangelistar und Lektionar (Neustift, Stiftsbibliothek, Cod. 190) stammt wohl aus seiner Hand.

 

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