Predatory Publishing

Der Markt für wissenschaftliche Fachzeitschriften ist stetig im Wandel, vor allem die steigende Anzahl an Fachzeitschriften erschwert die Übersicht der Publikationsmöglichkeiten.
Unter den Verlagen, die Fachzeitschriften verlegen, gibt es einige, die ein Geschäftsmodell verfolgen, das ausschließlich gewinnorientiert ist und die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis ignoriert. Solche Fachzeitschriften, die gemeinhin als „predatory journals“ bezeichnet werden, täuschen wissenschaftliche Seriosität lediglich vor, lassen aber tatsächlich die üblichen Maßnahmen zur Sicherung der Qualität von Publikationen – insbesondere seriöse Peer Review Verfahren – vermissen. Die Veröffentlichung von Forschungsergebnissen in solchen predatory journals ist in mehrfacher Hinsicht schädlich: Sie verhindert, dass die publizierten Forschungsergebnisse von der jeweiligen Forschungscommunity wahr- oder ernstgenommen werden; sie beschädigt die Reputation der beteiligten AutorInnen; und sie untergräbt die Glaubwürdigkeit von Wissenschaft generell. 

Daher finden Sie im Folgenden detaillierte Informationen über:

Predatory Publishing
Predatory Journals
Predatory Conferences
Checkliste und Kriterien für Seriosität 
Veröffentlichung von Hochschulschriften

sowie Hinweise, wie Sie diese erkennen und sich vor diesen schützen können.

Predatory Publishing

Der Begriff bezieht sich nicht nur auf eine einzelne Zeitschrift, sondern auf einen gesamten Verlag, der wiederum für seine Leistung Geld verlangt und diese nicht oder in schlechter Qualität erbringt. Beim Predatory Publishing wird häufig in Form von Massenmails um WissenschaftlerInnen geworben. Derartige Anfragen sollten genau geprüft werden, falls das Journal oder der Verlag nicht als vertrauenswürdig bekannt sind.

Predatory Journals

sind Zeitschriften, die für Ihre Leistungen Geld verlangen und diese nicht oder in schlechter Qualität erbringen. Für den Begriff Predatory Journals wird oft auch synonym der Begriff Fake Journals verwendet.
Im Gegensatz zu qualitativ hochwertigen (Open Access) Journals, die Leistungen wie Redaktion, Marketing, Langzeitarchivierung, Qualitätssicherung uvm. erbringen, bieten Predatory Journals keine Garantie für Langzeitarchivierung, keine oder mangelhafte Qualitätssicherung sowie falsche Angaben zu Indikatoren (z.B.: Impact-Faktor). 


Predatory Conferences

sind Konferenzen, die so konzipiert wurden, dass sie als legitime wissenschaftliche Konferenzen erscheinen, die aber ausbeuterisch sind, da sie hohe Konferenzgebühren verlangen, aber keine angemessene Begutachtung von den eingereichten Präsentationen bieten und diese hinterher vielfach unbearbeitet veröffentlichen. Werbemaßnahmen – vielfach in Form von Massenaussendungen – können Ansprüche auf Beteiligung prominenter WissenschaftlerInnen beinhalten, die tatsächlich unbeteiligt sind. Die Initiative think.check.attend hilft bei der Wahl einer seriösen Konferenz.

 

Checkliste und Kriterien für Seriosität 

Wir haben für Sie eine Checkliste erstellt, anhand dieser Sie die Kriterien für die Seriosität einer Zeitschrift überprüfen können.

Falls Sie Fragen zur Checkliste haben oder unsicher bezüglich einer Zeitschrift oder eines Verlages sind, dann melden Sie sich bitte bei den KollegInnen der Universitäts- und Landesbibliothek Tirol: Lisa Hofer oder Erika Pörnbacher unter ulb-emedien@uibk.ac.at.

 

Veröffentlichung von Hochschulschriften

Einige Verlage wie etwa der AV Akademikerverlag (ehemals VDM Verlag), SVH Verlag oder Lehrbuchverlag (allesamt Teil der OmniScriptum Publishing Group) sowie der GRIN oder Shaker Verlag kontaktieren systematisch AbsolventInnen von Master- Diplom- und Doktoratsstudien und bieten ihnen an, die Abschlussarbeiten kostenlos zu publizieren. Solche Anfragen sind mit Vorsicht zu behandeln, denn die Arbeiten werden ungeprüft und ohne Gutachterverfahren gedruckt und zu hohen Preisen über Print-on-Demand vertrieben.

Falls Sie eine wissenschaftliche Karriere anstreben, ist es nicht empfehlenswert bei solchen Verlagen zu publizieren, da diese aufgrund der mangelnden Qualitätsmerkmale, z.B. Peer Review, keine wissenschaftliche Reputation haben und nur in seltenen Fällen von Universitätsbibliotheken oder anderen wissenschaftlichen Institutionen angekauft werden. Außerdem geben Sie die Werknutzungsrechte an den Verlag ab und wären je nach Verlagsvertragsklauseln von der Nutzung ihres Werkes ausgeschlossen.

Weitere Informationen zur Veröffentlichung von Hochschulschriften über das Repositorium der Universität Innsbruck finden Sie hier.

 

Fragen richten Sie bitte an Universitäts- und Landesbibliothek Tirol

Abteilung E-Medien
Lisa Hofer, Tel: +43 (0) 512-507/ 31038
Erika Pörnbacher, Tel: +43 (0) 512-507/ 2405
Mail:  ulb-emedien@uibk.ac.at

Fragen zu Hochschulschriften | Abteilung Digitale Services
Barbara Laner, Tel: +43 (0) 512-507/ 25401
Mail: ulb-digitale-Services@uibk.ac.at

 


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