13. Dezember

Der Lorgg am Schneeberg

Wenn's hoch am Schneeberg friert und schnei't, Da fühlt der Lorgg wohl Herzeleid Doch weiß er Rath.

Wenn's hoch am Schneeberg friert und schnei't,

Da fühlt der Lorgg wohl Herzeleid

Doch weiß er Rath.

 

Am Hintersee die Alphütt' nett,

Da d'rinn liegt Heu - ein warmes Bett,

Trotz Schnee und Wind.

 

Das ist dem Lorgg ein liebes Haus,

Da geht er täglich ein und aus,

Und bleibt die Nacht.

 

Einst kam der Lorgg - kein Platz ist mehr:

Vier Bursche drinnen lachen sehr,

Dem Lorgg zu Leid.

 

Sie hatten keck den ganzen Tag,

Das Bett genommen in Beschlag,

Und höhnen frech.

 

Der Lorgg wird zornig, springt hervor

Und hebt die Hütte hoch empor,

Und rollt sie ab.

 

Sie rollt ins Thal - der Lorgge lacht,

Die Bursche jammern durch die Nacht, -

O weh! o weh!

 

Der Lorgg lacht bis zum Molrenroth,

Die Bursche waren mausetodt:

Reizt Lorggen nie!

 

Quelle: Die Alpenzither aus Tirol, Gedichte und Erinnerungsblätter aus den Jahren 1848 und 1849, Johann Nepomuk Ritter von Alpenburg, Innsbruck 1855, S. 150f 

 

 

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