Terminologielehre und Terminologiearbeit am Institut

 


 

Terminologieausbildung

Mit zunehmender Spezialisierung in Forschung, Entwicklung und Produktion steigt die Zahl der Fachwörter/Termini und der Fachwendungen. Soll nicht babylonische Verwirrung die Kommunikation unter Fachleuten erschweren, ist es wichtig, die Termini in ihrem begrifflichen Inhalt zu definieren und in ihren Verwendungsmöglichkeiten festzuhalten. Dabei wird nicht von der sprachlichen Form ausgegangen, sondern von der außersprachlichen Wirklichkeit, d.h. von den in diesem Spezialgebiet vorkommenden Gegenständen und Sachverhalten. Mit zunehmender internationaler Verflechtung von Wissen, technologischer Entwicklung und Wirtschaft werden fachliche Kommunikation, produktions- und dienstleistungsbegleitende Information über Sprachbarrieren hinweg immer bedeutender. Hier hat die mehrsprachige Terminologiearbeit, d.h. die Aufbereitung und Zuordnung von Fachwörtern in zwei und mehr Sprachen, ihren Platz. Eine so gesicherte Terminologie erleichtert die Kommunikation. Sie gewährleistet Klarheit und Eindeutigkeit der Information und beschleunigt dadurch jede Art von betriebsinterner Textproduktion. Ebenso wird dadurch die Leistung der Übersetzer und Dolmetscher signifikant gesteigert. Das wieder verbessert das Image eines Unternehmens, stärkt seine internationale Position und hält finanzielle Verluste hintan, die durch mangelnde oder fehlerhafte Information und Dokumentation (Produkthaftung) entstehen können.

Angesichts der Bedeutung terminologischer Arbeit haben wir als universitäres Institut für Übersetzer- und Dolmetscherausbildung die Terminologielehre und Praxis seit über zwei Jahrzehnten in den Lehrplan integriert. Vermittelt werden Kenntnisse in den Bereichen theoretische Grundlagen und Methoden sowie in der Praxis mehrsprachiger Terminologiearbeit unter Berücksichtigung moderner computergestützter Hilsmittel. Die Terminologieausbildung ermöglicht den Studenten die methodische Suche nach fachsprachlichen Termini, das Anlegen eigener Terminologiesammlungen sowie den Einstieg in eine tiefergehende Beschäftigung mit der Terminologielehre. Die Terminologieausbildung erfolgt in einem Modul im dritten Studienabschnitt.

 

Modul Terminologie

Das Modul ist Voraussetzung für eine terminologische Diplomarbeit und setzt sich aus 3 Lehrveranstaltungen zusammen. Die einführende Vorlesung gibt einen Überblick über die Allgemeine Terminologielehre, eine Einführung in die Methodik der Terminologiearbeit sowie einen Einblick in die Terminologieforschung. Das folgende Praktikum zeigt Recherchemöglichkeiten bei der Terminologiearbeit auf, bietet einen Einblick in das konkrete Arbeiten mit einem Terminologieverwaltungssystem sowie mit der institutseigenen Terminologiedatenbank. Ein Seminar vertieft einzelne Themen der Terminologielehre bzw. -anwendung. Die Ergebnisse der empirischen Terminologiearbeit am Institut (terminologische Diplomarbeiten) werden in der Terminologiedatenbank abgespeichert.


 

Terminologiearbeit

Der Schwerpunkt Terminologie beinhaltet natürlich auch konkrete Terminologieprojekte sowie Unterstützung terminologischer Aktivitäten im regionalen Bereich. Nutzer und Anwender multilingualer Terminologie sind besonders exportorientierte, internationale Unternehmen, aber auch das zweisprachige Südtirol, wo in besonderem Maße Terminologiebedarf besteht. Das Forschungsprojekt Terminologie Österreich-Italien in Recht und Wirtschaft im Rahmen von Interreg II erlaubte es, konkrete Terminologiearbeit für den grenzüberschreitenden Verkehr zu erarbeiten.

Unsere Diplomanden sind immer wieder auf der Suche nach geeigneten Fachgebieten, in denen eine terminologische, zweisprachige Bearbeitung der Begriffe und Benennungen notwendig erscheint und konkreter Bedarf besteht. Im Einvernehmen mit dem Betreuer der Diplomarbeit besteht für die Diplomanden die Möglichkeit, terminologische Diplomarbeiten als Auftragsarbeiten durchzuführen. Die positiven Erfahrungen, die wir bisher damit gemacht haben, ermutigen uns, einen Schritt in Richtung Einbindung der Terminologiearbeit ins betriebsinterne Informationsmanagement weiterzugehen. Zusammenarbeit mit interessierten Unternehmen durch Praktika und Auftragsarbeiten könnten diese Idee fördern. Systematische Terminologiearbeit ist sehr arbeitsaufwendig und daher kostenintensiv. Jedoch entstehen die Kosten für systematische Terminologiebereinigung nur einmal, während gesicherte Terminologie längerfristig viel zur Senkung der Gesamtkosten des Informationsmanagements beiträgt.


 

Terminologiedatenbank

Die Terminologiedatenbank des Institutes speichert zentral alle am Institut erarbeiteten terminologischen Prüfungsarbeiten (Seminar- und Diplomarbeiten) mit dem darin verwendeten Quellenmaterial. Die Datenbank läuft im Netzwerk und kann von allen Geräten aus abgefragt werden; sie steht außerdem den Studenten im Computerlabor für ihre terminologische Arbeit zur Verfügung. Außerdem kann die Datenbank im World-Wide-Web abgefragt werden.

Terminologieforschung

Terminologische Diplomarbeiten enthalten stets auch einen theoretischen Teil, in dem auf spezifische Probleme eingegangen wird. Diese Reflexion bestimmter theoretischer Fragestellungen am Beispiel am Beispiel des konkreten Fachbereichs soll im Anschluß an die Vorlesung einen Einstieg in die Terminologieforschung darstellen, die dann im Rahmen von Forschungsprojekten und Dissertationen durchgeführt werden kann. Eine gut bestückte Bibliothek sowie weiterführende Literaturangaben stehen zur Verfügung.