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Das Institut für Slawistik

lädt ein

zum Vortrag von

Oleg Aronson

 

(Moskau)

K. Stanislavskijs „System“ in Theater und Film

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Vortrag in russischer Sprache,

gedolmetscht von Studierenden des Instituts für Translationswissenschaft

Mittwoch, 18.12.2002, 12 Uhr

Dolmetsch-Trainingsanlage der Universität Innsbruck

(1. Untergeschoß GEIWI-Turm)

Das „System“ der Schauspielkunst des russischen Theaterregisseurs Konstantin Stanislavskij (1863-1938) hat einerseits einen stark praxisorientierten Charakter: Seine Übungen zielen vor allem darauf ab, dass der Schauspieler eine Rolle nicht spielt, sondern eine Figur als Gestalt erlebt. Andererseits lässt sich in diesem „System“ aber auch eine Weltsicht erkennen, die über den Rahmen des Theaters hinausweist. Die Bühne stellt für Stanislavskij gewissermaßen eine Folie dar für allgemeine Überlegungen zu Wahrheit und Lüge, zu Schablonen der Kommunikation und Wahrnehmung, zu der vom Theater nicht erfassbaren Alltagswelt. Die Aufgabe, das nicht greifbare innere Erleben mithilfe äußerer, physischer Äquivalente zu kommunizieren, stellte das Theater Stanislavskijs jedoch vor unüberwindliche Grenzen. Erst das neue Medium Film konnte mit den ihm eigenen Darstellungsmitteln die Anforderungen nach Unmittelbarkeit erfüllen.

Oleg Aronson ist am Institut für Philosophie der Akademie der Wissenschaften in Moskau tätig. Er ist Autor von zahlreichen wissenschaftlichen Beiträgen zu Fragestellungen der zeitgenössischen Philosophie und zur Filmtheorie.

(E. Scharfs)