16.07.2019

Gastvortrag

Rechtsterminologische Datenbanken in der Arbeit der ÜbersetzerInnen
(am Beispiel des Projektes „JuDUD-Datenbank“ - eines virtuellen mehrsprachigen Labors zum Erfassen und Vergleichen der juristischen Terminologie)

Dienstag, 16.07.2019, 16:00 Uhr, Seminarraum 2
Institut für Translationswissenschaft
Herzog-Siegmund-Ufer 15, 3.Stock
A-6020 Innsbruck

Vortragende

Prof. Olena Shablii (Univ. Kyiv)
Lehrstuhl für Fremdsprachen an der Juristischen Fakultät der Taras-Schewtschenko-Universität in Kyiv, Präsidentin des „Deutsch-ukrainischen rechtswissenschaftlichen Dialogs“ e.V.

In dem Vortrag wird das von Frau Shablii initiierte und entwickelte Projekt JuDUD-Datenbank vorgestellt. Bekanntlich müssen Sprachmittler im Rechtsbereich auch als Rechtsmittler arbeiten, d.h. Rechtsinhalte vergleichen, verstehen und erklären können, denn die juristische Richtigkeit ihrer übersetzerischen Leistungen hat einen großen Einfluss darauf, ob die jeweiligen Rechtsverfahren (z.B. richterliche Entscheidungen, Verwaltungs- oder Parlamentsakte) die erwünschte Rechtswirkung entfalten. Besonders kompliziert und riskant ist solche zwischensprachliche Rechtsmittlung zwischen Rechtskulturen, die ideologisch ziemlich entfernt voneinander liegen. Als Beispiel seien hier die bundesdeutsche, österreichische und die ukrainische Rechtsordnung anzuführen, die aufgrund der Angehörigkeit zu derselben Rechtsfamilie und des deutschen Einflusses im 19. Jh. zwar bestimmte Gemeinsamkeiten aufweisen, deren Beschaffenheit heutzutage sich aber auf vielen Rechtsgebieten deutlich unterscheidet. Es ist daher wichtig, rechtssystematische und rechtskulturelle Aspekte der zwischensprachlichen Rechtsmittlung in ihrem Zusammenhang zu betrachten. Die JuDUD-Datenbank ist ein Versuch der angewandten Lösung dieser Aufgabe und soll v.a. fehlerhafter Rechtsübersetzung und daraus resultierenden nicht erwünschten rechtlichen Folgen sowie Folgen der verzerrten Darstellung von vermittelten Inhalten für einschlägige Rechtsdiskurse vorbeugen.
Diese Online-Plattform ist ein offenes Projekt, denn sie lässt sich durch weitere Sprachen, Rechtsordnungen und Terminologien erweitern und soll interessierte Fachleute dazu ermuntern, sich in der Datenbank anzumelden und die Möglichkeiten der erweiterten Rückmeldung (kommentieren, neue Begriffe hinzufügen, kritisieren etc.) zu nutzen.

Organisation

Assoz.-Prof. Dr. Alena Petrova
Institut für Translationswissenschaft
  Alena Petrova

 

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