12.12.2018

Gastvortrag
im Rahmen der Lehrveranstaltung Fachsprache Recht Deutsch-Italienisch

Juristische Sprache in Italien

10:15 Uhr, Computerraum 4.Stock
Institut für Translationswissenschaft
Herzog-Siegmund-Ufer 15
A-6020 Innsbruck

Vortragende

Jacqueline Visconti
Universität Genua

Kontakt

  Dr. Erica Autelli /   Mag. Lara Lercari-Gruber
Institut für Translationswissenschaft

Italienische Rechtssprache, Prof. Jacqueline Visconti am INTRAWI

 

Prof. Jacqueline Visconti von der Universität Genua hielt am 12.12.2018 am Institut für Translationswissenschaft (INTRAWI) einen Vortrag über die italienische Rechtssprache. Sie kam auf Einladung von Mag. Lara Lercari-Gruber (Institut für Translationswissenschaft) und Dr. Erica Autelli (Institut für Translationswissenschaft / Institut für Romanistik) nach Innsbruck.

12.12.2018 GV ViscontiIn diesem interessanten Vortrag erläuterte Frau Prof. Visconti die Schwierigkeiten der italienischen Rechtssprache anhand zahlreicher Beispiele aus der Praxis (Auszüge aus Gesetzestexten, Urteilen und Richtersprüchen). Sie erklärte, dass die in italienischen Rechtstexten verwendete Sprache wenig bis gar nichts mit der italienischen Allgemeinsprache zu tun hat, was mitunter Grund dafür ist, dass die italienische Rechtssprache nur schwer verständlich ist. Die in den Rechtstexten häufig anzutreffende vorgezogene Stellung des Adjektivs oder die doppelte Verneinung können zu Schwierigkeiten beim Erkennen der richtigen Bedeutung führen. Diese sowie andere Besonderheiten können beim Übersetzen dieser Texte ein Problem darstellen.

Die Vortragende wies auf Besonderheiten hin, die für die Komplexität der Rechtstexte verantwortlich sind und zahlreiche Verständnisprobleme mit sich bringen. Eine logische Folge sind Schwierigkeiten bei der Übersetzung solcher Schriftstücke. Laut Prof. Visconti ist diese Komplexität teilweise gar nicht notwendig und dient zum Teil nur dazu, überlieferte Standards einzuhalten.

12.12.2018 GV ViscontiProf. Visconti ist Teil einer Arbeitsgruppe, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Sprache von Rechtstexten verständlicher zu machen. Dadurch würde das Übersetzen erleichtert und die Qualität der Texte erhöht werden, da Fehlinterpretationen sowie Missverständnisse vermieden werden könnten. Laut Prof. Visconti unterscheidet sich ein exzellenter Übersetzer von einem sehr guten Übersetzer dadurch, dass er die verschiedenen Facetten einer Sprache erkennt.

Das interessierte Publikum bestand aus Studierenden und Lehrenden. Anhand der vorgebrachten Beispiele aus der Praxis wurde die aktuelle Problematik der italienischen Rechtssprache und die damit verbundenen Schwierigkeiten beim Übersetzen geschildert.

Das INTRAWI dankt der Vortragenden für diesen interessanten sowie anschaulichen Gastvortrag.

 

Bericht: J. Kompan, C. Hörmann, J. Lamplmayr
Foto: Erica Autelli

 

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