08.01.-10.01.2018

Study Visit

Study Visit Brüssel im WS 2017/18

Vom Montag, den 8. Januar, bis Mittwoch, den 10. Januar 2018, fand der diesjährige Study Visit von Studierenden des Studienzweiges Konferenzdolmetschen des Institutes für Translationswissenschaft (INTRAWI) in Brüssel statt, eine einmalige Gelegenheit die EU-Institutionen von innen kennenzulernen. Organisiert hatte die Fahrt Dipl.-Dolm. Eleonora Romano vom INTRAWI. Ein Exkursionsbericht aus studentischer Perspektive.

Study Visit Bruessel WS 2017-18Am INTRAWI wird in jährlichem Rhythmus eine Exkursion nach Brüssel zu den Institutionen der EU organisiert. Die schon etablierte Tradition des Study Visits Brüssel ist bei den Studierenden sehr beliebt: Einerseits haben Sie in diesem Rahmen die Möglichkeit, die EU sozusagen von innen kennenzulernen; andererseits ist natürlich Brüssel selbst in jedem Fall eine Reise wert.

Dieses Jahr war der Besuch besonders spannend, da wir nur eine kleine Gruppe von sechs Personen waren und keine andere Universität am Study Visit teilnahm. So konnten wir einen intensiven Kontakt zu den DolmetscherInnen vor Ort aufbauen und viele Einblicke in deren Arbeitsalltag erhalten. Im Laufe des Besuches bekamen wir allgemeine Informationen zur Arbeitsweise der EU-Institutionen, insbesondere zum Ministerrat und zur Kommission, da hierfür die Generaldirektion Dolmetschen der europäischen Kommission (SCIC) zuständig ist. Außerdem hielt eine Dolmetscherin des europäischen Gerichtshofs einen interessanten Vortrag zu dessen Arbeitsweise und -alltag. Weiters erhielten wir viele Informationen zum Aufnahmetest, dem sich alle unterziehen müssen, die für die EU als Sprach- und KulturmittlerInnen in den Dolmetschkabinen tätig sein wollen, präzise auch zu seinem Aufbau, was uns Studierenden besonders relevant erschien.

Aber mehr noch: Wir durften auch selbst Dolmetscherfahrung sammeln und bei einer Ratsarbeitsgruppensitzung in der stummen Kabine dolmetschen. Die Sitzung handelte von Datenschutz und Informationsaustausch, ein Themenbereich, der uns komplett neu war und so eine große Herausforderung auf allen Ebenen darstellte: Terminologie, Verständnis, Geschwindigkeit und Dolmetschtechnik. Im Laufe des Tages konnten wir uns allerdings in das Thema einarbeiten und stellten fest, dass Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und Lernbereitschaft Schlüsselkompetenzen von EU-DolmetscherInnen ausmachen. Durch die kleine Gruppengröße kamen alle zum Zug und jede bzw. jeder erhielt ein persönliches Feedback von den DolmetscherInnen – eine gute Vorbereitung auf das, was folgen sollte: Am Mittwoch stand nämlich ein Mock-Test auf dem Programm! Wir bekamen die Chance, sowohl konsekutiv als auch simultan jeweils aus dem Englischen und dem Spanischen ins Deutsche zu dolmetschen. Anschließend durften wir live miterleben, wie die Jury sich über unsere Leistung beriet, welche Kriterien bei der Beurteilung für sie wichtig sind und worauf ganz besonders Wert gelegt wird – eine wahrhaft einmalige Möglichkeit!

Abgerundet wurde dieses inhaltlich sehr wertvolle Programm durch unsere kulturelle Erfahrung außerhalb der Institutionen in der vielseitigen und internationalen Stadt: Gegen Ende des Tages hatten wir Studierenden immer ausreichend Zeit, um das vielfältige gastronomische Angebot in Brüssel rund um Frites, Waffeln, belgisches Bier und Schokolade auskosten bzw. abends auch in den stimmungsvollen Bars der Brüssler Altstadt teils bei Livemusik zu entspannen. Außerdem waren wir am ersten Abend zufällig genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort, nämlich auf dem wunderschönen Grand Place im Herzen von Brüssel, wo wir ZeugInnen eines beeindruckendes Musik- und Lichtschauspieles auf den Fassaden der barocken Gebäude wurden – ein son et lumières als Nachklang des Brüsseler Advents. Das Ambiente war einfach zauberhaft!

Brüssel war mit alledem für uns eine internationale Bühne für einen schönen, informativen und kulturell interessanten Aufenthalt, durch den wir einen einzigartigen Einblick in die Arbeitswelt der EU bekamen – Spannung und Abwechslung garantiert! Wir danken sowohl den Institutionen der EU als auch im Besonderen Frau Romano für diese einzigartige Gelegenheit.

Text: Claudia Schaidreiter
Fotos: Institut für Translationswissenschaft der Universität Innsbruck

 

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