VERANSTALTUNGSARCHIV
des Instituts für Translationswissenschaft

 


Veranstaltungen 2011:

 

5-7-5 im Literaturhaus

 

Auf Initiative von Muryel Derlon und Carla Leidlmair-Festi übersetzten Studierende im Rahmen von Lehrveranstaltungen am Institut Translationswissenschaft und am Institut für Romanistik Haikus des österreichischen Lyrikers Christian Loidl. Die Ergebnisse in Buchform wurden am 1. Dezember 2011 im Literaturhaus in einer szenischen Lesung präsentiert.

Die japanische Gedichtform des Haiku besteht aus drei Zeilen mit fünf, sieben und fünf – also insgesamt siebzehn – Silben. In einer szenischen Lesung stellten Studierende im Literaturhaus die Ergebnisse eines Übersetzungs- und Schreibprojekts in Französisch und Italienisch vor, die kürzlich in Buchform im Verlag „innsbruck university press“ erschienen sind. Dazu entlockte der Musiker Leo Scola seinem Banjo ganz und gar japanische Klänge, um die zarten, stimmungsvollen und oft pointierten Kurzgedichte zu begleiten.

die zeitung raschelt
vielleicht, dass ich sie nur aus
diesem grund lese

carta che fruscia
solo per questo leggo
il mio giornale

froissement du journal
peut-être que je ne le lis
que pour cette raison

Muryel Derlon vom Institut für Translationswissenschaft und Carla Leidlmair-Festi vom Institut für Romanistik waren bei einer Lesung den Haikus des österreichischen Lyrikers Christian Loidl (1957-2001) begegnet und hatten spontan beschlossen, diese mit ihren Studierenden ins Italienische und Französische zu übersetzen. Vom Haiku-Virus angesteckt, hatten die Studierenden schließlich auch eigene 5-7-5-Gedichte in der Fremdsprache verfasst. Alle diese Texte und ihre Übersetzungen sind nun in dem Band „von jetzt bis jetzt“ der iup erschienen.

Rektor Prof. Tilmann Märk, der ja vor einigen Jahren die Gründung des inzwischen wohletablierten Universitätsverlags angeregt hatte, ließ es sich nicht nehmen, die Buchpräsentation persönlich einzuleiten. „Die Universitäten haben laut UOG 2002 die Aufgaben der Forschung und Lehre, aber auch die der Förderung der Künste“, betonte er, „und dieses Projekt vereint diese Aufgaben in idealer Weise.“
Nach dem Rektor sprach Prof. Eva Lavric vom Institut für Romanistik, die die Lebenspartnerin Christian Loidls gewesen war: „Er war ein Luftikus voll Leichtigkeit und Schalk, mit einer feinen und liebevollen Beobachtungsgabe“, schilderte sie die Qualitäten des Dichters, die sich auch in den Gedichten widerspiegeln.

Die drei Herausgeberinnen des Bandes (Derlon, Lavric, Leidlmair-Festi) versuchten sich schließlich in einer Performance zum Thema „Haiku“ und zum Titel des Buches, „von jetzt bis jetzt“, bevor die Studierenden mit ihrer sorgfältig choreographierten und zu neun Stimmen sehr differenziert vorgetragenen dreisprachigen Lesung die Bühne übernahmen. Das Publikum ließ sich mitreißen – und wer weiß, ob nicht so manche/r auf dem Heimweg begonnen hat, selbst 5-7-5-Gedichte zu spinnen…

Text: Eva Lavric

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Frankreichpreise 2011 verliehen

 

Frankreichpreise_2011Im Rahmen des Frankreich-Tages 2011 am 29. November wurden auch die diesjährigen Frankreich-Preise vergeben. Diese gehen an hervorragende Forschungsleistungen über Frankreich oder in Kooperation mit Frankreich, sowohl Diplomarbeiten als auch Dissertationen und Post-Doc-Forschung werden geehrt.

„Hervorragende Forschungsleistungen über Frankreich oder in Kooperation mit Frankreich“ werden alljährlich mit dem Frankreich-Preis des interdisziplinären Frankreich-Schwerpunkts der Universität Innsbruck prämiert. Im Rahmen des Frankreich-Tags in der Claudiana und im Beisein von Rektor Prof. Tilmann Märk und des Kulturrats der französischen Botschaft, M. Guillaume Rousson, wurden vier Preisträgerinnen aus verschiedenen Disziplinen geehrt.

Den Preis in der Kategorie Post-doc erhielt Dr. Cornelia Feyrer vom Institut für Translationswissenschaft mit mehreren Artikeln zum Generalthema „Sprach- und Kulturtransfer Französisch-Deutsch-Französisch in der medizinischen (Fach)Kommunikation und Translation(sdidaktik)“. Der Laudator Prof. Wolfgang Pöckl, Leiter des Instituts für Translationswissenschaft, betonte, dass es sich eigentlich um eine Würdigung des wissenschaftlichen Gesamtwerks der Geehrten handle, die sich schon seit vielen Jahren in Forschung und Lehre intensiv mit Frankreich und der französischen Sprache und Kultur beschäftigt.

In der Kategorie „Dissertation“ ging der Preis an eine Französin, die in Innsbruck forscht: Dr. Katline Sarah Charra-Vaskou schrieb am Institut für Botanik zum Thema „Analyse des aspects importants de l’efficience et de la sécurité hydraulique dans les aiguilles de conifères“ – es geht dabei, wie Laudator Prof. Stefan Mayr erklärte, um den Transport der Säfte innerhalb der Pflanzen, hier insbesondere in den Nadeln von Nadelbäumen.

Auch zwei Diplomarbeiten wurden prämiert: Mag. Hedwig Mravlag erhielt den Preis für ihre Arbeit „Relationsadjektive im Deutschen, Französischen und Russischen – Eine kontrastive Analyse von Übersetzungen und Verdolmetschungen aus dem Fachbereich Politik“, die am Institut für Translationswissenschaft entstanden ist und von Prof. Pöckl vorgestellt wurde. Und Mag. Clara Rauchegger schrieb am Institut für Zivilrecht über „La protection de la vie privée face aux médias en droit français. Etude de droit comparé franco-autrichien“, also eine rechtsvergleichende Arbeit zum Schutz der Privatsphäre gegenüber den Medien. Der Laudator war in diesem Fall Prof. Bernhard Alexander Koch, der dem Frankreich-Schwerpunkt besonders verbunden ist, war er doch vor etlichen Jahren dessen erster Leiter.

„Die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit Frankreich lebt davon, dass immer wieder hervorragende NachwuchswissenschaftlerInnen sich frankreichbezogenen Themen widmen. Wir freuen uns sehr, dass der Frankreich-Schwerpunkt so lebendig ist und so große Akzeptanz erfährt“, betonte Rektor Prof. Tilmann Märk in seiner Rede. Und der neue Kulturrat der französischen Botschaft, Monsieur Guillaume Rousson, der im übrigen auf Deutsch sprach, freute sich, dass der Frankreich-Schwerpunkt und das französische Kulturinstitut künftig noch enger kooperieren werden: „Die Universität stellt, in Zusammenarbeit mit der Stadt, dem ‚Institut français’ Räumlichkeiten in der Claudiana zur Verfügung – wir haben dafür einen neuen Slogan entworfen: EIN STÜCK FRANKREICH IM HERZEN DER INNSBRUCKER INNENSTADT und freuen uns sehr über dieses Entgegenkommen unseres langjährigen Kooperationspartners Universität.“ Die Leiterin des Frankreich-Schwerpunkts, Prof. Eva Lavric, betonte schließlich in ihrer (auf Französisch gehaltenen) Rede, dass gerade die Interdisziplinarität den Frankreich-Schwerpunkt so interessant mache: „Wir haben heuer Preisträgerinnen aus natur- und rechtswissenschaftlichen Fächern und aus den Philologien. Unsere Förderungen erreichen so gut wie alle Fakultäten. In Frankreich haben wir schon mit über 200 Universitäten und Forschungseinrichtungen kooperiert.

Als krönenden Abschluss des Frankreich-Tags gab es schließlich eine Lesung der hochprämierten französisch-chinesischen Schriftstellerin und Malerin Shan Sa, die aus ihrem Werk „Impératrice“ („Kaiserin“) – über eine berühmte chinesische Kaiserin aus dem 7. Jahrhundert – eine speziell ausgewählte Passage vortrug, die den Höhepunkt der Regierungszeit dieser Kaiserin schildert – weil, wie sie betonte, „das am besten zum festlichen Anlass passt.“

Text: Eva Lavric

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INTRAWI am Tiroler Hochschultag am 24.11.2011


Den Tiroler Hochschultag am 24. November 2011 hat auch das Institut für Translations­wissenschaft mit einem attraktiven Programm zur Präsentation seines Studienan­gebotes genützt. Am Vormittag wurden im Foyer der Dolmetschtrainingsanlage Comics in allen am Institut angebotenen Sprachen an die Wand projiziert und über Kopfhörer als Sprachkostproben angeboten. Drei großformatige Plakate zu Voraussetzungen, Angebot und Berufsfeld waren im Eingangsbereich angebracht und regulierten den teilweise massiven Besucherstrom einigermaßen. Mag. Esther Pöhl referierte in der DTA zum Studium, Lic. Muryel Derlon zum Thema Berufsfeld. Alle Vorträge wurden von Studierenden unter der Leitung von Dipl.-Dolm. Elvira Iannone simultan bzw. konse­kutiv gedolmetscht, was die interessierten OberstufenschülerInnen besonders beein­druckte. Der Ansturm und das Interesse, besonders an Detailfragen zum Studium, war überwältigend, weshalb spontan ein weiterer Vortrag eingeschoben wurde. Geduldig warteten Unzählige im Foyer auf die nächsten Vorträge. Dr. Christopher Marsh beantwortete als erfahrener Dolmetscher Fragen der BesucherInnen.

Am Nachmittag standen die Organisatorinnen und Studierendenvertreterin Chiara Libiseller noch einmal für 3 Stunden zu allgemeinen Fragen zur Verfügung.

Besonderer Dank gilt Herrn Christian Ruetz, der unkompliziert frische Brötchen zur Verfügung stellte und den Druck der Plakate übernahm und der Leitung der neuen Mensa, die Getränke spendierte.

Organisiert wurde der Tag im Team bereits im Sommer von Muryel Derlon, Esther Pöhl, Anne Tovmasov.

Text: Anne Tovmasov

 

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Übungskonferenz
Youth Olympic Games - be part of it! 16.6.2011

youth_olymics_2011

Eine mehrsprachige Konferenz mit Simultanverdolmetschung
durch Studierende des Instituts für Translationswissenschaft

Programm

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Bild_Studierende_übersetzen_junge_AutorInnen_2011Studierende übersetzen junge Autorinnen

 Am Beispiel von Cornelia Travnicek



Im WS 2011-12 startet am Institut für Translationswissenschaft im Rahmen der LV „Literarisches Übersetzen D-I“ unter der Leitung von Dr. Carla Leidlmair-Festi ein Projekt, zu dem italienische und deutsche Muttersprachler zu einer gemeinsamen Produktion herzlichst eingeladen werden.

Übersetzt werden einige Texte (Kurzerzählungen) der jungen österreichischen Schriftstellerin Cornelia Travnicek. Die Autorin wird in einer Lehrveranstaltung anwesend sein und Fragen der Studierenden zu ihren Texten beantworten. Auch ein Interview mit ihr ist geplant. Die übersetzten Texte werden Ende Januar im Rahmen einer Lesung am Institut für Translationswissenschaft auf Deutsch und Italienisch vorgetragen. Darüber hinaus sollten das Projekt (Übersetzung und Interview) und die Lesung das Interesse von italienischen Verlagen an einer Veröffentlichung der Texte von C. Travnicek wecken.

Die Zusammenarbeit von italienischen und deutschen Muttersprachlern hat sich schon bei vorherigen Projekten gut bewährt. Es hat sich gezeigt, dass das gemeinsame Reflektieren über den Text, über die Sprache und die Intentionen des Autors/der Autorin das sprachliche Gefühl schärft, eine breite Palette an Lösungsvorschlägen hervorbringt sowie eine lebhafte Diskussion auslöst. Auch Nicht-Muttersprachler profitieren sehr viel von dieser Vorgangsweise. Das Herangehen an den Text, dessen sorgfältige Analyse auf allen Ebenen, die Besprechung von Übersetzungsproblemen, die Thematisierung von verschiedenen Übersetzungsvorschlägen sind wichtige Schritte auf dem Weg zu einem literarischen Produkt, das der (nicht nur studentischen) Öffentlichkeit präsentiert werden soll.

Zur Autorin: Cornelia Travnicek (geb. 1987 in St. Pölten) studiert an der Universität Wien Sinologie und Informatik. „Krankhaft süchtig nach dem geschriebenen Wort - laut Eigendiagnose. Will lieber Fixstern als Komet sein. Schreibt nicht zu knapp an ihrem eigenen Leben vorbei und meistens ein großes Stück weit darüber hinaus. Sie beantwortet die Frage Warum schreiben Sie? mit der Gegenfrage Und warum schreiben Sie nicht?“ (aus ihrer Homepage).

Travnicek, die trotz ihres jungen Alters schon mit einigen Preisen ausgezeichnet wurde (darunter dem Theodor-Körner Förderpreis 2008, dem Hans Weigel Literaturstipendium für 2006/2007, dem Lise-Meitner Literaturpreis 2009 sowie einem Aufenthaltsstipendium des BMUKK im "Domus Artium", Paliano 2010), hat folgende Werke veröffentlicht: Aurora Borealis. Prosa. Edition Linz, Linz 2008; Die Asche meiner Schwester. Erzählung. Literaturedition Niederösterreich, St. Pölten 2008; spannung spiel und schokolade. Fließtexte. Edition Thurnhof, Horn 2008 und Fütter mich. Prosa. Skarabaeus Verlag, Innsbruck 2009.

In ihren meistens knapp gehaltenen Texten kreist sie um Isolation, Kommunikationslosigkeit und Beziehungslosigkeit, beschreibt Alltagssituationen, in der sich plötzlich Abgründe der Seele auftun. Sie „erzählt von Menschen, denen der Hunger im Nacken sitzt: der Hunger nach Anerkennung, Schönheit und Liebe.“

Bildnachweis: Wikipedia

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Serge sind Gainsbourg
Studierende des InTraWi gestalten ein Café-Concert
des Institut Français (mit)

 

Serge_sing_GainsbourgIm April 2011 fand im Institut français Innsbruck anlässlich des 20. Todestages von Serge Gainsbourg unter dem vielversprechenden Titel ‚Serge singt Gainsbourg‘ ein Café-Concert im Stil des bekannten französischen Chansonniers und Provokateurs statt, bei dem Gainsbourg gelesen, Gainsbourg gespielt und vor allem Gainsbourg gesungen wurde. Rund um Musik und Texte von Serge Gainsbourg wurde in der Tradition des französischen Café-Concert eine Reise durch die schönsten Lieder von Serge Gainsbourg geboten – und auch das Institut für Trans-lationswissenschaft war in mehrfacher Hinsicht dabei.

Auf Initiative des Direktors des französischen Kulturinstituts, Cyprien François, und unserer Lehrenden, Marie Lemarchand, war aus der Idee eines Gainsbourg-Abends mit Chansons, Texten und Musik eine Zusammenarbeit mit dem Institut für Translationswissenschaft entstanden, an der sich unter der Leitung von Christine Vögel und Cornelia Feyrer die Studierenden der Übersetzungsübungen Französisch-Deutsch II und III tatkräftig beteiligt haben. Ihre Aufgabe war es, zu ausgewählten bekannten Gainsbourg-Chansons (Laetitia, Je t’aime…, moi non plus, Les Suzettes, Aux armes et cætera) Kurztexte zu erstellen, die dem (eventuell nicht französischsprachigen) Publikum mittels eines Schlüsselsatzes, eines Résumés zur im Chansons erzählten ‚Geschichte‘ und eines Kurz-kommentars zum Chansonnier Gainsbourg, seiner Zeit und den damaligen und heutigen Rezeptionsbedingungen möglichst prägnant einen Eindruck von Song und Text vermitteln sollten.

Diese Texte wurden in den Lehrveranstaltungen erarbeitet und schließlich im Rahmen des Café-Concert – vom Institut français professionell ausgestaltet und mit Fotos und Impressionen zu Gainsbourg versehen – ausgestellt und dem Publikum zugänglich gemacht. Als Impuls- und Informationsveranstaltung für die Studierenden durften wir Herrn François schon im Vorfeld der Veranstaltung zu einem Einführungsvortrag zu Serge Gainsbourg, seinen Chansons und seiner Zeit am Institut für Translationswissenschaft begrüßen, der bei den Studierenden auf reges Interesse stieß und Herrn François jede Menge Fragen zu Leben, Musik und Werk Serge Gainsbourgs bescherte.

Eines der Hauptanliegen dieses Café-Concert-Abends war es, den französisch-österreichischen Kulturaustausch aktiv zu fördern, den Künstler und Menschen Serge Gainsbourg über das stereotyp bekannte Wissen zu Person und Zeit hinaus einem breiteren Publikum zugänglich und vor allem verständlich zu machen. Dies gelang in mehrfacher Hinsicht: Unsere Studierenden konnten sich an einem authentischen Projekt beteiligen und Texte entwerfen, die einem breiten Publikum zugänglich gemacht wurden und das Innsbrucker Publikum konnte sich von den vielen Facetten des Chansonniers Gainsbourg wie auch von der am Institut für Translationswissenschaft geleisteten Arbeit live in Wort, Text und Musik überzeugen – und dieses Angebot wurde auch gerne genutzt.

Wie es sich für ein Café-Concert gehört, hatten alle Beteiligten, Gainsbourg- und Frankreich-Fans, Studierende, KünstlerInnen und BesucherInnen der Veranstaltung auch Gelegenheit, neben der Live-Musik auch live franzö-sische Spezialitäten zu verkosten. Cyprien François führte durch den Abend und setzte sich schließlich auch selbst ans Klavier, um gemeinsam mit den MusikerInnen Gainsbourg zu intonieren. Das zahlreich erschienene Publikum unterhielt sich bis in den späten Abend gut und angeregt und setzte so den französisch-österreichischen Kulturaustausch lebhaft um – ein gelungener Abend in jeder Hinsicht.

Text: Cornelia Feyrer

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