Montag, 13.11.2017

Gastvortrag

15:30 - 17:00 Uhr

Seminarraum Josef-Hirn-Straße
J.-H.-Str. 5-7, 1.Stock
A-6020 Innsbruck

Was heißt technische Texte und Bilder kulturell verstehen?


13.11.2017 GV Parianou
Layout: Sandra Reiter Foto: Maria Koliopoulou © Institut für Translationswissenschaft

 

Vortragende

Dr. phil., D.E.A., Dipl.-Übers. Anastasia PARIANOU
ist Professorin für Technisches Übersetzen an der Ionischen Universität (Korfu). Ihre Forschungsschwerpunkte sind Übersetzungs- /Dolmetschwissenschaft, insbesondere in den Bereichen Risikokommunikation, Fachkommunikation, große/kleine Sprachen, Onomastik und Phraseologie. Sie ist Mitherausgeberin der wissenschaftlichen Zeitschrift mTm (www.mtmjournal.gr).

  Abstracts zu den Gastvorträgen am 13.11. und am 14.11.2017

 

  Einladung zum Gastvortrag am 13.11.2017


Kontakt

Dr. Maria Koliopoulou
Institut für Translationswissenschaft
  Maria Koliopoulou

 

Technische Texte und Bilder kulturell verstehen:
A. Parianou am INTRAWI

Am 13.11.2017 konnte das Institut für Translationswissenschaft (INTRAWI) Anastasia Parianou von der Ionischen Universität Korfu auf Einladung von Maria Koliopoulou mit einem Gastvortrag zum Thema „Was heißt technische Texte und Bilder kulturell verstehen?“ begrüßen. Die unterschiedlichen Formen visueller Informationsvermittlung stellen einen integrativen Teil der Arbeit von ÜbersetzerInnen dar und sind im Zeitalter der Digitalisierung und Globalisierung auch beim Technical Writing aus der Perspektive des Kulturtransfers zur Herausforderung für TranslatorInnen geworden.

Bilder sind in ihrer Dynamik und kommunikativen Ausdruckskraft oftmals stärker als das geschriebene Wort, sie unterliegen nicht der Einschränkung durch Sprachbarrieren. Visuelle Informationsvermittlung wiederum ist geprägt von kulturellen Codierungsformen. Dies gilt auch für die Illustrationen in Instruktionstexten, die wie technische Texte generell häufig als per se akulturell angesehen werden. Die Frage, was es heißt, technische Texte und Bilder ‚kulturell zu verstehen‘, stand im Mittelpunkt der Ausführungen von Prof. Parianou in ihrem Vortrag vom 13. November. Das Phänomen, mit dem sich ÜbersetzerInnen konfrontiert sehen, besteht darin, „dass die Tendenz in Richtung Bild den Text immer mehr in den Hintergrund drängt, wobei das kulturell unterschiedliche Bildkonzept in den Vordergrund tritt“, präzisierte die Vortragende. Anhand einer ganzen Reihe von authentischen Beispielen aus der Praxis des Technical Writings veranschaulichte Anastasia Parianou eindrucksvoll, dass das kulturelle Moment auch im Bereich von Instruktionstexten zum Tragen kommt und zeigte auf, wie sehr auch Instruktionstexte als technische Gebrauchstextsorte in die visuelle Kultur der jeweiligen Ausgangssprache eingebunden sind. Damit wird auch im Fachbereich die kulturelle Codierung von Informationsvermittlung, das Vermeiden von kulturellen Missverständnissen beim Verstehen von Bildern, zu einem zentralen Aspekt der übersetzerischen Tätigkeit.

Mit ihrem Vortrag, der am INTRAWI auf reges Interesse bei Studierenden wie auch bei FachkollegInnen stieß, thematisierte Anastasia Parianou hochaktuelle Fragen, die sowohl für die Translationstheorie wie auch für das translatorische Handeln im Arbeitsalltag von ÜbersetzerInnen zentral und damit mehr als relevant für die didaktische Umsetzung in der Ausbildung angehender TranslatorInnen sind. Der Vortrag von Anastasia Parianou vereinte genau diese Aspekte und bot neben theoretisch fundierten Inhalten auch viele berufs- und praxisbezogene, anwendungsorientierte Ansätze. Wir bedanken uns namens des INTRAWI sowie der TeilnehmerInnen an der Veranstaltung bei Anastasia Parianou für diesen translationsorientierten Einblick in die Welt des Technical Writings und seine visuelle Kultur. Dem FZ ‚Kulturen in Kontakt‘ gilt unser Dank für die Unterstützung dieser Veranstaltung.

Text: Cornelia Feyrer
Fotos: Maria Koliopoulou