Mittwoch, 15.06.2016

Buchpräsentation

Buchpräsentation am INTRAWI:
die Bedeutung von Komposita

Der sichtlich zufriedene Herausgeber bei der Buchpräsentation 15.6.2016
Der sichtlich zufriedene Herausgeber bei der Buchpräsentation

19:00 Uhr

Geiwi-Turm, Raum 40432, Innrain 52, 6020 Innsbruck

Vortragende/r

Univ.-Prof. Dr. Pius ten Hacken

Kontakt

Univ.-Prof. Dr. Pius ten Hacken
Institut für Translationswissenschaft
  +43 512 507-42450   Pius ten Hacken

 

Die Bedeutung von Komposita

Am 15. Juni wurde in Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Translationswissenschaft (INTRAWI) und dem Linguistischen Arbeitskreis ein neues Buch vorgestellt: Es handelte sich um den im Mai 2016 bei Cambridge University Press erschienenen Sammelband The Semantics of Compounding, herausgegeben von Pius ten Hacken.

Komposita sind in Sprachen wie Deutsch und Englisch einer der wichtigsten Wortbildungsmechanismen. Sie bestehen aus zwei Komponenten, die normalerweise auch separat als Wort auftreten (z. B. steamboat oder Dampfschiff). Was auf den ersten Blick einfach zu sein scheint, ist in Wirklichkeit aber hochkomplex, vor allem was die Beziehung zwischen den beiden Komponenten betrifft. Dieses Problem wurde erst mit dem Aufkommen der generativen Grammatik in einer formalisierten Weise betrachtet, wobei ältere Theorien aber nicht sehr gut mit den Daten zurechtkamen.

In dem in Kooperation zwischen dem INTRAWI und dem Linguistischen Arbeitskreis an der Universität Innsbruck präsentierten Band stellen nun Ray Jackendoff, Rochelle Lieber und Pavol Štekauer jeweils ihre Theorien zu diesem Thema vor – dabei handelt es sich um hochaktuelle Ansätze. Jackendoff und Lieber bringen generative Theorien, welche anhand der Form eines Kompositums dessen Bedeutung ‘berechnen’. Der Ansatz von Štekauer hingegen ist eine onomasiologische Theorie: Hier bildet das vom Kompositum benannte Konzept die Basis für die Wahl der Form. Der Anwendungsbereich der Theorien erstreckt sich auf Komposita in vielen verschiedenen Sprachen, wie Englisch, Französisch, Griechisch, Schwedisch, Deutsch, Russisch oder Niederländisch, und unterschiedliche Typen von Komposita.

Das bei der Präsentation anwesende Fachpublikum vom Linguistischen Arbeitskreis und vom INTRAWI zeigte sich hochinteressiert, sowohl an der Buchpräsentation wie auch an der Besprechung der wichtigsten Unterschiede zwischen bzw. Vor- und Nachteilen von alten und neuen Theorien.

 

Text: Pius ten Hacken & Martina Mayer
Foto: Muryel Derlon