Sommersemester 2015

Harvard Summer School

Circulating Literary Works beyond Their Culture of Origin:
Die Harvard Summer School des Institute for World Literature
in Lissabon 2015

22.6. - 16.7.2015

 

Kontakt
Dr. Katharina Walter
Institut für Translationswissenschaft
  +43 512 507-42484   Katharina Walter

Bericht mit Foto

 

Circulating Literary Works beyond Their Culture of Origin:
Die Harvard Summer School des Institute for World Literature in Lissabon 2015

(Mag. Carmen Rainer, Doktorandin, Institut für Amerikanistik,
und Dr. Katharina Walter, Senior Lecturer, Institut für Translationswissenschaft)

 

Dr. Katharina Walter (Innsbruck) mit Dr. Vincent Serrano (Manila) und Mag. Carmen Rainer (Innsbruck)

Nach Peking (2011), Istanbul (2012), Harvard (2013) und Hong Kong (2014) fand die fünfte Harvard Summer School des Institute for World Literature (IWL) vom 22.06. bis 16.07.2015 in Lissabon statt. Die dankenswerterweise vom Dekanat der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät und vom International Relations Office geförderte Teilnahme an dieser renommierten Summer School bot uns die Gelegenheit, wertvolle Einblicke in das vielfältige, umfangreiche, und doch perspektivisch neue Gebiet der Weltliteraturforschung zu gewinnen. In den Seminaren, Vorlesungen und Diskussionsforen trafen wir auf Literatur-, Kultur- und Translationswissenschaftler, Lehrende, Doktoranden und Studierende aus 33 Ländern, die unsere Leidenschaft für Literatur und ihre Bearbeitung im Rahmen diverser wissenschaftlicher Diskurse teilten. Durch die Zusammenkunft mit Gleichgesinnten wurde fruchtbarer Boden für produktive Gespräche, konstruktive Debatten und intellektuellen Austausch geschaffen. Gleichermaßen anspruchsvoll wie bereichernd waren die Diskussionsrunden in den Seminaren, die abgesehen von aktuellen Weltgrößen aus der Komparatistik wie David Damrosch (Harvard) auch von führenden Wissenschaftlern aus verwandten Disziplinen wie Gisèle Sapiro (Soziologie) und Lawrence Venuti (Translationswissenschaft) geleitet wurden. Wir hatten nicht nur die Möglichkeit, unser bestehendes Wissen mit anderen Teilnehmern auszutauschen, sondern konnten uns auch mit den neuesten Erkenntnissen der Forschung zur Weltliteratur im weiteren Sinne vertraut machen.

Die Teilnahme an der IWL Summer School gab uns wertvolle Impulse für unsere eigene wissenschaftliche Tätigkeit und bildet einen wichtigen Baustein für künftige Projekte. In seiner Vorlesung „World Literature in the Internet Age“ definierte David Damrosch den Begriff „Weltliteratur“ wie folgt: „I take world literature to encompass all literary works that circulate beyond their culture of origin, either in translation or in their original language.“* Es geht hier nicht nur um die Migration von Literatur über nationale Grenzen hinaus, sondern auch um eine Perspektive, die sich in den analysierten Primärtexten selbst finden oder auch lediglich in ihrer kritischen Lektüre zur Anwendung kommen kann. Die IWL Summer School leistet einen zentralen Beitrag zur Förderung dieses neuen Verständnisses von Weltliteratur. Hauptgegenstände der diversen Veranstaltungen waren nämlich nicht nur die kanonisierten Werke westeuropäischer Literatur, sondern es zirkulierten literarische Texte, Filme und andere Dokumente verschiedenster kultureller Ursprünge und Epochen. Die vergleichende Lektüre dieser Dokumente führte zu faszinierenden und oft unerwarteten Erkenntnissen, die vor allem durch die originelle Kombination der Materialien und innovative Ansätze in der Diskussion bedingt waren. Manche Seminare waren thematisch breiter angelegt, andere wiederum hatten einen spezifischen wissenschaftlichen Fokus, wie zum Beispiel Franco

*Dieses Zitat findet sich auch in David Damroschs What Is World Literature? (New Jersey: Princeton University Press, 2003, S. 4). Morettis Kurs zu den Digital Humanities und Lawrence Venutis Seminar zur Theorie und Praxis des Übersetzens.

Am 16.07.2015 schloss die IWL Summer School in Lissabon ihre Tore. Für uns aber öffnete sich ein Fenster für künftige wissenschaftliche Recherchen im facettenreichen Gebiet der Weltliteraturforschung – nicht zuletzt durch die wertvollen Kontakte, die wir in Lissabon knüpfen konnten. Wir möchten allen Interessierten an der Universität Innsbruck die Teilnahme an weiteren Veranstaltungen des IWL wärmstens empfehlen. Die nächste Summer School tagt vom 20.06. bis 14.07.2016 in Harvard, der Wiege des IWL. Man darf sich auf ein vielversprechendes Programm mit internationalen Größen in der Wissenschaft wie Homi Bhabha (Harvard) und Rebecca Walkowitz (Rutgers) freuen.

Text: Katharina Walter & Carmen Rainer
Foto: (c) IWL Summer School
von links nach rechts: Dr. Katharina Walter (Innsbruck)
mit Dr. Vincent Serrano (Manila) und Mag. Carmen Rainer (Innsbruck)

Weitere Informationen finden Sie unter
  http://iwl.fas.harvard.edu/news/iwl-returns-harvard-2016

  http://iwl.fas.harvard.edu/

 

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