Sommersemester 2013

Dolmetscheinsatz von Studierenden

Studierende des INTRAWI dolmetschen bei der
LatINNale 2013

 

Kontakt

Dipl.-Dolm. Elvira Iannone
Institut für Translationswissenschaft
  +43 512 507-42468    Elvira Iannone

 

Bild1_LatINNale_13Die an der Lehrveranstaltung „Simultandolmetschen II, Spanisch-Deutsch“ teilnehmenden Studentinnen hatten in diesem Semester die Möglichkeit, ein wenig „Praxisluft“ zu schnuppern. Der Kulturverein der Spanischsprechenden in Tirol (Asociación Cultural de Hispanohablantes en Tirol, ACHT) organisierte im Mai zum ersten Mal das viertägige Kulturfestival LatINNale. Veranstaltungsort war die Kulturbackstube Die Bäckerei in der Dreiheiligenstraße. Neben zahlreichen Workshops, Konzerten und anderen Veranstaltungen standen auch zwei Podiumsdiskussionen auf dem Programm, die von den Studierenden des InTraWi simultan aus dem Spanischen ins Deutsche sowie aus dem Deutschen ins Spanische gedolmetscht wurden. Für den bezahlten Einsatz nutzten die Studierenden eine sogenannte „Flüsteranlage“, die eine Simultandolmetschung ohne die klassische Dolmetschkabine erlaubt.

Die Studierenden Lucia Laurer und Natalie Mair beschreiben die Erfahrungen der Gruppe folgendermaßen:

„Am 16. Mai 2013 hatten wir unseren ersten Dolmetscheinsatz bei der Eröffnung der LatINNale 2013. Die Eröffnungsreden der Politiker (u.a. eine Rede der Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe) und des Vorstands von ACHT sowie die anschließende Podiumsdiskussion zum Thema Migration ist nur ein Wort – Geschichte(n), Erfahrungen, Perspektiven wurden von uns simultan gedolmetscht.“ Die Herausforderungen für die Studierenden waren an diesem Abend vielfältig: Manche Redner, die komplizierte wissenschaftliche Aspekte in ihre Beiträge einbrachten, hatten vorab nur wenige Unterlagen zur Vorbereitung (unabdingbar für alle Dolmetscher!) zur Verfügung gestellt. „So bestand eine Rede beispielsweise aus einer einzigen Fußball-Metapher, in einer anderen wurden in rasender Geschwindigkeit Gedichte vorgelesen, ein dritter Redner stellte sein wissenschaftliches Konzept zur Integration vor. Unsere Fähigkeit, spontan und professionell auf Probleme zu reagieren, war also von der ersten Minute an gefordert. Trotz der Schwierigkeiten schlugen wir uns gut und bekamen viel positives Feedback von den Zuhörern.“

Bild2_LatINNale_13Die Erfahrungen des ersten Abends konnten sich die Studierenden drei Tage später bei einer weiteren Podiumsdiskussion zunutze machen: „Am 19. Mai 2013 waren wir schon deutlich weniger nervös. Schließlich waren wir bereits mit der Flüsteranlage vertraut (dieses Gerät wurde vorher im Unterricht getestet und dann von den Studierenden erstmals in einer Praxissituation verwendet), auch das Thema der Diskussion – Vertraute Fremde – Berichte persönlicher Erfahrung – versprach familiärer zu werden, und fast alle Redner hatten uns vorab Informationen zu ihren Beiträgen geschickt. Für uns Dolmetscherinnen waren an diesem Abend vor allem die verschiedenen Akzente und Redestile der Redner interessant – von andalusisch über mexikanisch bis ecuadorianisch reichte die Bandbreite der Akzente. Manche Redner sprachen komplett frei, andere Beiträge waren durchstrukturiert, verlangten uns aber aufgrund des Akzents einiges an Konzentration ab. Auch nach dieser Diskussion war das Feedback durchwegs positiv.

Alles in allem war die LatINNale für uns eine tolle Erfahrung. Wir lernten das „Drumherum“ eines Dolmetscheinsatzes mit allem, was dazugehört, kennen: kurzfristige Planänderungen, Kontakt mit den Rednern für die Zurverfügungstellung von Vorbereitungsmaterial, (positiver) Stress u.v.m. Diese Erfahrungen haben uns wohl alle in unserer Berufswahl bestätigt. Wir freuen uns auf die LatINNale 2014!“

Text: Lucia Laurer, Natalie Mair, Hubert Rinner
Fotos: INTRAWI

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