Rückblick „uni goes reutte"

Die Veranstaltungsserie „uni goes reutte", die in den Räumen der Wirtschaftskammer Reutte seit 2006 ein- bis zweimal jährlich stattfindet, wurde auf Initiative der transidee GmbH ins Leben gerufen und wird nun von der Wirtschaftskammer Reutte, dem Innovationszentrum Reutte, der Tiroler Tageszeitung und der Universität Innsbruck getragen und seit 2016 von der Transferstelle Wissenschaft – Wirtschaft – Gesellschaft organisiert

„uni goes reutte" hat sich mittlerweile zu einer gefragten und gut besuchten Abendveranstaltungsreihe entwickelt die, neben der Wissensvermittlung durch WissenschaftlerInnen der Universität Innsbruck immer viel Raum für Diskussionen bietet.

Im Sinne des Auftrags der neugegründeten Transferstelle Wissenschaft – Wirtschaft – Gesellschaft widmet sich die Veranstaltungsreihe aktuellen Themen aus Wissenschaft und Wirtschaft. Ziel der Veranstaltung ist es, universitäres Wissen zu vermitteln und gleichzeitig den Austausch mit Interessierten aus der Gesellschaft und der heimischen Wirtschaft zu ermöglichen.

 

17.03.2017  „Nach 20 Jahren EU-Mitgliedschaft Österreichs: Wohin steuert die EU?"


Professor Walter Obwexer von der Universität Innsbruck (Institut für Europarecht und Völkerrecht) und Emeritus Fritz Breus von der WU Wien (Institut für Internationale Wirtschaft) legten ihre Standpunkte zu dieser Frage dar und diskutierten im Anschluß mit den zahlreichen BesucherInnen in den Räumen der Wirtschaftskammer Reutte. Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. Reinhard Schretter (Geschäftsführer der Schretter & Cie GmbH & Co KG).


 

07.07.2016 „Zu viel Umweltschutz oder zu viel des Guten?"


Vortrag von DI Alexander Knapp (Transferschwerpunktkoordinator BioTreaT der Universität Innsbruck)

Alexander Knapp stellte sich in seinem Vortrag der Frage, was Umweltschutz ist und welchen Wert wir ihm heute geben? Knapp warf einen Blick zurück wie es „früher“ war und welche Möglichkeiten, aber auch welchen Hindernissen wir heute begegnen müssen. Regulieren und verwalten wir uns in den Ruin mit all den vielen Gesetzen, Richtlinien und Grenzwerten? Anhand von Beispielen wurde gezeigt was Grenzwerte im Umweltschutz bewirken und wie die Universität mit ihren Forschungsarbeiten damit umgeht. Es wurde der Stand der Technik erklärt und was darüber hinaus möglich wäre. Schließlich wurde der Bogen zur BürgerIn gespannt und aufgezeigt, welchen Einfluss der besprochene Umweltschutz für uns BürgerInnen bedeutet.

 

20.01.2015  „Religion im Spannungsfeld der Weltpolitik"


Vortrag von Prof. Dr. Jozef Niewiadomski (langjähriger Dekan der Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck)

Die Sicht der Bedeutung von Religion für die Gestaltung des Zusammenlebens hat in den letzten Jahren eine radikale Wende erfahren. Auf die Abwehr von fundamentalistischen Strömungen durch Hoffnung auf Säkularisierung und die Durchsetzung eines religionsneutralen Humanismus folgte in akademischen Kreisen schon vor Jahren eine intensive religionspolitische Debatte über alte und neue Religionen und deren Integrationspotential. Nicht das Thema „Religion versus Moderne“ steht heute zur Debatte, sondern „Religion als eine der wesentlichen Aspekte der schillernden Moderne". Dazu gehört theologische Auseinandersetzung und dies nicht nur mit dem Islam, sondern auch mit den weltweit boomenden Pfingstbewegungen, und auch mit dem Gesicht der Katholischen Kirche, das sie sich unter Papst Franziskus zulegt.

 

23.10.2013  „Die Entwicklung des Universums"


Vortrag von Univ. Prof. Dr. Sabine Schindler (Vizerektorin für Forschung Universität Innsbruck)

In einem spannenden Vortrag entführte Sabine Schindler 150 ZuhörerInnen in die faszinierende Welt unseres Universums. Aufgrund vieler Hinweise kann man heute mit großer Wahrscheinlichkeit sagen, dass unser Universum aus einem sogenannten „Urknall“ entstanden ist und sich seitdem kontinuierlich weiterentwickelt. Beobachtungen von weit entfernten Supernovas lassen den Schluss zu, dass sich unser Universum sogar beschleunigt ausdehnt. Aus den Weiten des Universums führten Sabine Schindlers Erklärungen zurück in unser Sonnensystem und sie betonte die besondere Stellung des Planeten Erde: Die Erde steht günstig zur Sonne und wir haben mit dem Mond einen Satelliten, der die Erdachse stabilisiert und so auch für beständige Jahreszeiten sorgt und mit Jupiter haben wir einen relativ großen Planeten, der umherfliegende Meteoriten anzieht wie ein Staubsauger.“

 

06.06.2013 „Bionik - Lernen aus der Natur“


Vortrag von Prof. Dr. Thorsten Schwerte (Institut für Zoologie der Universität Innsbruck)

Die Natur hat für viele komplexe Fragestellungen aus der Technik überraschende, wie geniale Lösungen parat. Besonders in Österreich begegnen uns täglich viele dieser Erfindungen. Haben Sie sich je gefragt, wieso der Adler auch ohne Thermik oft stundenlang dahin gleiten kann und was Segelflieger davon lernen könnten? Wie inspirierte das Sehvermögen von Wildkatzen die Entwicklung neuer Lawinenwarnverfahren? Was hat uns die Ameise voraus, um Lawinenopfer zu orten? Ihre Sportausrüstung wurde erst durch Patente der Natur besonders leistungsfähig. Im alpinen Raum setzen innovative Unternehmer auf die Patente der Natur. Die Bionik ist eine interdisziplinäre Forschung, die sich der Evolution der Technik in der Natur bedient. Mit offenen Augen und offenem Geist durch die Natur - es lohnt sich genauer hinzusehen!

 

29.04.2012  „Markenorientierte Unternehmensführung – Unternehmen auf dem Weg zur starken Marke“


Vortrag von Univ. Ass. Mag. Dr. Günther Botschen (Institut für Strategisches Management, Marketing und Tourismus der Universität Innsbruck)

Unternehmen benötigen für ihren nachhaltigen Markterfolg ein attraktives, unterscheidbares Markenprofil, das an den Kontaktpunkten zum Publikum spürbar ist. Die tiefgründige, inhaltliche Bestimmung des Markenprofils stellt den geeigneten Bezugsrahmen für die unterschiedlichen Unternehmensfunktionen und Aktivitäten bereit. Jeder einzelne Kontaktpunkt zu KundInnen und MarktpartnerInnen macht das Markenversprechen in konkreter Form erlebbar. Durch die konsequente Ausrichtung für Führungskräfte und MitarbeiterInnen entsteht Orientierung und Klarheit. Anhand praktischer Beispiele stellt Dr. Botschen den Ansatz der markenorientierten Unternehmensführung dar.

 

29.09.2011 „Brauchen (Familien-)Unternehmen Führung?"


Vortrag von Prof. Dr. Laske (Institut für Organisation und Lernen der Betriebswirtschaftlichen Fakultät der Universität Innsbruck)

In seinem Vortrag zeigte Prof. Laske viele der typischen Probleme auf, die oft innerhalb von (Familien-)Unternehmen entstehen. Durch seine jahrelange Erfahrung als Berater und Forscher von und für Klein-, Mittel- und Großunternehmen, konnte er interessante Lösungsansätze vorstellen, die sowohl aus UnternehmerInnen-, als auch aus MitarbeiterInnensicht anwendbar und umsetzbar sind.

 

08.04.2010   „Klimawandel - ein Aprilscherz?"


Vortrag von Univ.-Prof. Dr. Roland Psenner (Institut für Limnologie, Universität Innsbruck)

Es kracht, gluckert und plätschert. Die Gletscher schmelzen. Das ist kein Aprilscherz. Aber tun sie das zum ersten Mal? Wie steht es um die momentane Diskussion zum Thema Klimawandel? Mit welchen Auswirkungen müssen wir rechnen? Wird es wirklich so schlimm, wie Medien momentan berichten, oder versteckt sich dahinter ein Aprilscherz? Was ist wahr und was ist reiner Sensationsbericht? Univ.-Prof. Dr. Roland Psenner informierte über die aktuelle Klimaforschung an der Universität Innsbruck und behandelte in seinem Vortrag Themen wie Niederschlagsversauerung, Nährstoffbelastung und Erwärmung von Gewässern, insbesondere von Hochgebirgsseen. Weiters nahm er neben den zentralen ökologischen Gesichtspunkten auch Bezug auf die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Veränderungen im alpinen Lebensraum.

 

05.11.2009  „Herausforderung Krise - Was Top-Unternehmen anders machen"


Vortrag von Univ.-Prof. Dr. Kurt Matzler (Betriebswirtschaftliche Fakultät der Universität Innsbruck)

Warum gelingt es einigen Unternehmen immer wieder – auch unter schwierigen Bedingungen – überdurchschnittliche Erfolge zu erzielen, während andere unter Druck geraten? Diese Fragen wurden u.a. bei der diesjährigen „uni goes reutte“ von Univ. Prof. Dr. Kurt Matzler beantwortet. Matzler stellte in seinem Vortrag die Ergebnisse eines europäischen Strategieforschungsprojektes, an dem mehr als 1.100 Führungskräfte aus über 10 Ländern teilgenommen haben, vor. Es zeigt sich, dass weder die Struktur, noch die Branche entscheidende Rollen in der Frage nach: „Was Top Unternehmen anders machen“, spielen, sondern unternehmensinterne Faktoren einen wesentlichen Einfluss auf den Unternehmenserfolg ausüben. Und auch kleine UnternehmerInnen, die zur Veranstaltung kamen, wurden von Matzler sichtlich überrascht. „Erfolg ist völlig unabhängig von der Unternehmensgröße“. Gerade Einstellungen, Werte, Denkweisen und Verhaltensweise der Geschäftsführungsebene sind für den Erfolg maßgeblich. Die MitarbeiterIn einbinden und Fehler als Teil des Innovationsprozesses zuzulassen, zählen zu jenen Denkhaltungen, die für ein fortschrittliches und veränderungsaffines Unternehmensklima relevant sind.

 

28.05.2009 „Yes we can - Energie als Chance"


Vortrag von Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Feist (Institut für Konstruktion und Materialwissenschaft der Universität Innsbruck)

Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Feist erklärte auf dieser Veranstaltung die Bauweise des Passivhauses vor einem Publikum von gut 50 ZuhörerInnen. Insbesondere ging er auf den enormen Vorteil des Energiesparens ein und welche Chancen sich bei dieser Art des Bauens für die Zukunft und in Hinblick auf die prognostizierte Knappheit der fossilen Ressourcen ergeben. Viele TeilnehmerInnen, darunter auch private Hausbauer, nutzten die Gelegenheit im Anschluss an den Vortrag Fragen an den Experten zu stellen.

 

13.11.2008  „Universität im Wandel"


 Vortrag von Rektor Univ.-Prof. Dr. Karlheinz Töchterle

Kein geringerer als der Rektor selbst nahm die Herausforderung an, einem interessierten und aufgeschlossenen Außerferner Publikum die Universität vorzustellen.  Anwesend waren auch IV-Präsident Reinhard Schretter und Plansee Forschungschef Hubert Bildstein. In seinem Vortrag schilderte Töchterle die Situation des sich verändernden Bildungswesens – vom Magister zum Bachelor/Master Studienaufbau, die Bedeutung der Rankings im globalen Kontext und die Trennung der Medizin durch das UG 02. Dabei betonte er, wie wichtig eine lange Tradition der Universitäten für das Ansehen und die Wissensbildung sei, denn gerade die ältesten Universitäten seien jene, die in den Rankings ganz weit vorne zu finden sind. Darüber hinaus bekräftigte er auch sein Plädoyer für eine Volluniversität, denn „big is beautiful“ und „size matters“. Gerade wenn es darum gehe, Spitzenforschung zu betreiben, ist die Interdisziplinarität, die eine Volluniversität bieten kann, von entscheidender Bedeutung, so Töchterle. In einer nachfolgenden regen Diskussion konnten die Anwesenden u.a. noch erfahren, wie Töchterle zu den Studiengebühren steht und wie viel Budget die Universität pro Jahr zur Verfügung hat. Der Rektor begegnete abschließend noch dem Argument der „Nützlichkeit“ von Bildung, wo er sich auf die Wertvorstellungen von Humboldt bezog und betonte, „Nicht alles was zwecklos ist, ist nutzlos.“ und so Töchterle weiter: „Entscheidend ist nicht, WAS wir lernen, sondern WIE wir lernen.“

 

 07.02.2008 Tiroler Verkehrsproblematik „Quo vadis Außerfern"


Vortrag von Ass. Prof. Dr. Walter Obwexer (Institut für Europarecht und Völkerrecht der Universität Innsbruck)

EU-Rechtsexperte Ass. Prof. Dr. iur. Walter Obwexer sprach zum Thema „Verkehrssituation im Außerfern“. Er vermittelte einen Überblick über die EU-Rechtslage hinsichtlich eines geplanten Ausbaus der Fernpassroute.

Das Außerfern war und ist historisch bedingt ein wichtiger Teil der Nord-Süd-Verbindungen Europas. Über den Um-, Aus-, und teilweisen Neubau der Fernpassroute wird im Bezirk Außerfern seit längerem heftig diskutiert. Walter Obwexer führte zu Beginn seines Vortrages in die wesentlichsten Vorgaben des EU-Binnenmarktes ein: den freien Waren-, Personen-, Dienstleistungs- und Kapitalverkehr. Diese garantieren einen freien Verkehr, der mit seiner kontinuierlichen Zunahme auch zu einer erhöhten Umweltbelastung führt. Das Spannungsverhältnis zwischen Verkehr und Umwelt gewinnt zunehmend an Brisanz und findet auch in Brüssel immer mehr Beachtung. Dies wird unter anderem durch das internationale Übereinkommen zum Schutz der Alpen (Alpenkonvention) deutlich. Damit haben sich die Vertragspartner, darunter auch Österreich, zum nachhaltigen Schutz der Alpen verpflichtet und müssen auf den Bau neuer hochrangiger Straßen für den alpenquerenden Verkehr verzichten. Obwexer fügte hinzu: „Das Bauverbot gilt aber nicht für hochrangige Straßen im inneralpinen Bereich, also beispielsweise zwischen Kempten und Turin.“ Nach EU-Recht ist der Bau der Infrastruktur allein Sache der Mitgliedstaaten so Obwexer weiter: „Die EU kann Österreich nicht verpflichten, Straßen zu bauen. Diese Entscheidung obliegt Österreich. Nur bei verkehrslenkenden Maßnahmen mischt sich die EU ein. Etwaige Beschränkungen müssen den strengen EU-Vorgaben entsprechen.“


 25.07.2007 „Aus der Fern ins Außerfern" von der Donau zum Lech, Raumplanung - Region gestalten

Vortragender: Univ.-Prof. Dr. Klotz (Institut für Städtebau und Dekan der Fakultät für Architektur der Universität Innsbruck)

Univ.-Prof. Dr. Arnold Klotz widmete sich in seinem Vortrag den neuen Herausforderungen, denen sich Regionen aufgrund der zunehmenden Mobilität der Bevölkerung und der damit verbundenen Siedlungserweiterung stellen müssen. Nicht nur die Verkehrsproblematik, sondern auch die wirtschaftliche Dimension, die durch die Veränderung der Ortsstrukturen entsteht, wurden anschaulich erläutert. „Neue Denkansätze sind gefordert. Insbesondere der Aspekt der Nachhaltigkeit muss dabei berücksichtigt werden. Daher stellt sich die Frage, ob die klassischen Instrumente der Raumordnung, wie das örtliche Raumordnungskonzept, der Flächenwidmungs- und Bebauungsplan, überhaupt noch geeignet sind, um gestalterische und strukturelle Entwicklungsperspektiven zu steuern,“ so der Vortragende.

 

27.11.2006 „Unternehmenserfolg durch Differenzierung"


Vortrag von Univ.-Prof. Dr. Hans Mühlbacher (Leiter des Instituts für Strategisches Management, Marketing und Tourismus der Universität Innsbruck)

Univ.-Prof. Dr. Hans Mühlbacher lud die zahlreich erschienen WirtschaftsvertreterInnen ein, sich durch konsequente Konzentration auf die Kundenwünsche aktiv von der Konkurrenz abzuheben und so der eigenen Passivität ein Ende zu setzen: „Viele Unternehmen jammern und lamentieren über die Preispolitik der Konkurrenz, verbessern ständig ihre Produkte und verlieren dabei aber ihre KundInnen ganz aus den Augen.“ Bestes Beispiel: eine ultraleichte Bohrmaschine, die der Werkzeugriese HILTI buchstäblich am Kunden vorbei entwickelte und die schlussendlich - weil den Bauarbeitern nicht „männlich“ genug - am Markt floppte. Darüber hinaus widmete sich Mühlbacher aber auch der Frage, wieweit die vermeintlichen best practices börsennotierter Großunternehmen überhaupt für die große Zahl kleiner und mittlerer Unternehmen, welche den eigentlichen Kern unserer Wirtschaft ausmachen, passen und welche Alternativen es für Tiroler Unternehmen zu Preiswettbewerb, Kostensenkung um jeden Preis und Auslagerung von Betrieben in Billiglohnländer gibt. Im Anschluss standen Mag. Klaus Schmitzer, Elektrizitätswerk Reutte und Michael Hosp, kdg mediatech AG, gemeinsam mit dem Vortragenden in einer von Moderator Helmut Mittermayr, TT, geleiteten Podiumsdiskussion dem interessierten Publikum für Fragen zur Verfügung.