Doris Wilflingseder

...verbiegt sich nicht und hat ein großes Herz für Tiere.
Doris Wilflingseder
(Credit: Doris Wilflingseder)


 

 

 

 

Was hat Sie damals an die Universität Innsbruck gezogen? Mein Interesse an Zoologie und vor allem Ethologie. Ich bin zwar im Endeffekt in der Zellbiologie und Immunologie 'gelandet', was mir aber große Freude bereitet.

Denke ich an Innsbruck, denke ich sofort an… Naturerlebnisse mit meinen Hunden (aus dem Tierschutz).

Was war für Sie ein unvergessliches Erlebnis Ihrer Studienzeit? Meine Diplomarbeit am Institut für Physiologie auch in Bezug auf Alternativen zu Tierversuchen. Die botanisch-zoologische Exkursion nach Tenno/Gardasee.

Gab es Momente oder Personen in Ihrem Studium, die Sie besonders geprägt haben? Prof. Gstraunthaler und Prof. Pfaller, Institut für Physiologie und Balneologie Prof. Rieger, Institut für Zoologie.

Aus meinem Studium habe ich noch... mein Interesse an Alternativen zu Tierversuchen.

Waren Sie im Ausland? War das für Sie aus heutiger Sicht wichtig? Während des Studiums war ich nicht im Ausland. Während meiner Post-Doc Zeit am Institut für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie war ich im Rahmen einer Projekt-Kollaboration für 9 Monate am University College London. Das war für mich eine tolle Erfahrung und ich würde schon denken, dass es wichtig ist, mal für eine Zeit lang in einem anderen Labor zu arbeiten.

Wie hat sich Ihr Weg vom Studium bis heute entwickelt? Über einige Umwege - ausgehend vom Zoologie Studium habe ich mich im zweiten Studienabschnitt auf Zellbiologie fokussiert. Dies führte mich im Endeffekt an die Medizinische Universität Innsbruck (MUI), wo ich mein Doktorat am Institut für Theoretische Chirurgie durchführte. Nach einer Blindbewerbung begann ich am Institut für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie als Post-Doc in der HIV-1 Forschung, die mich bis heute nicht loslässt. Im Zuge dessen habe ich 2009 an der MUI in Immunologie habilitiert, seit 2012 eine Tenure Track Professur und seit 2020 eine §99(4) Univ.-Professur in Infektionsbiologie.

Haben Sie nach dem Studium eine andere berufliche Richtung eingeschlagen? Ich würde mich für kein anderes Studium entscheiden, da die Forschung auch nach beinahe 25 Jahren für mich ein immer noch faszinierendes Arbeitsfeld darstellt und ich mit niemanden tauschen möchte.

Welche im Studium erworbene Qualifikation hilft Ihnen im heutigen Beruf am meisten? Die Fähigkeit, selbständig zu planen und zu arbeiten.

Was war bis jetzt Ihr schönstes Erlebnis in Ihrer beruflichen Laufbahn? Hier gibt es einige - die Anerkennung von sehr geschätzten Kollegen und Editoren in High Impact Faktoren in Bezug auf unsere tierversuchsfreie, infektiologische Forschungsergebnisse, meine Habil in Immunologie, die Tenure Track Stelle an der Hygiene, und die Universitätsprofessur für Infektionsbiologie.

Was möchten Sie gerne noch erreichen – beruflich oder privat? Ich würde gern einen Paradigmenwechsel in Richtung tierversuchsfreie Forschung anstoßen und erleben.

Was würden Sie heute anders machen? Nichts.

Studierenden rate ich… sich nicht zu verbiegen und seinen Prinzipien treu zu bleiben. Ich wollte z.B. nie in meiner Forschungskarriere Tierversuche durchführen und habe dies  trotz einiger Schwierigkeiten durchgezogen. Heute bin ich froh darüber und freue mich auch, dass man mit komplexen humanen Modellen heutzutage auch gut publizieren kann.

Was war zu Studienzeiten Ihr Lieblingsort in Innsbruck/an der Universität? Bezugnehmend auf meine Freizeit die gesamte Bergkulisse rund um Innsbruck, bezugnehmend auf das Nachtleben das Prometheus und Zappa.

Was verbindet Sie heute noch mit der Universität? Da wir nur einen ´Katzensprung´ in Innsbruck zwischen MUI und LFU entfernt sind, ist die Verbindung zur LFUI immer noch aufrecht und wir planen zusammen mit LFUI Forschern ein Doktoratskolleg bezüglich Alternativen zu Tierversuchen.

Ich wollte immer schon einmal… meinen eigenen Bauernhof oder Alm mit vielen, 'ausgemusterten' Tieren.

 

 

 

Stand: August 2021

 

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