Mag. Dr. phil. Barbara Tasser

...fand bei ihrer ersten Ausgrabung während des Studiums der Klassischen Archäologie ein 3.500 Jahre altes Randleistenbeil aus der Bronzezeit.
Barbara Tasser
(Credit: Andreas Friedle)


Was hat Sie damals an die Universität Innsbruck gezogen? Mein Vater hat schon hier studiert und irgendwie war es für mich immer klar auch diesen Weg einzuschlagen.
Denke ich an Innsbruck, denke ich sofort an… meine erste Bleibe im Internationalen Studentenhaus.
Was war für Sie ein unvergessliches Erlebnis Ihrer Studienzeit? Ich habe Klassische Archäologie studiert und da sitzt man nicht nur im Hörsaal oder in der Bibliothek, sondern darf hinaus ins Gelände, bei Ausgrabungen mitarbeiten und an vielen Exkursionen, v.a. im Mittelmeerraum teilnehmen. Geschichte wird greifbar. In diesem Zusammenhang wird mir meine erste Teilnahme an einer archäologischen Lehrgrabung bleiben. Sie fand an einem Brandopferplatz auf der Pillerhöhe, am Übergang vom Oberinntal ins Pitztal statt. Wie ich so in meinem Quadranten, umgeben von rußschwarzer, feuchter Erde vor mich hingrabe, leuchtet mir plötzlich ein Stück grünes Metall entgegen. Es entpuppte sich nach seiner Freilegung als ein ca. 3.500 Jahre altes Randleistenbeil aus der mittleren Bronzezeit. Es war wirklich grandios als Anfängerin einen solchen Fund, der noch dazu einer der ältesten auf dem gesamten Grabungsplatz war, machen zu dürfen. Heute ist das Beil im Museum in Fliess ausgestellt und ich schaue es mir immer wieder gerne an.
Gab es Momente oder Personen in Ihrem Studium, die Sie besonders geprägt haben? Besonders schön fand ich es in einem Team mehrere Wochen gemeinsam an einer Ausgrabung zu sein. Man arbeitet, lernt und lebt auf engstem Raum zusammen und auch wenn man sich manchmal im wahrsten Sinne des Wortes nicht mehr riechen konnte, waren diese Expeditionen unglaublich prägende Erfahrungen.
Aus meinem Studium habe ich noch… alle Zeugnisse, viele Dias, einige Vorlesungsmitschriften und Bücher.
Waren Sie im Ausland? War das für Sie aus heutiger Sicht wichtig? Ich war laufend im Ausland entweder auf Exkursionen, Ausgrabungen oder zu Bibliotheksrecherchen. All diese Erfahrungen waren grundlegend für mein Studium und meine persönliche Entwicklung.
Wie hat sich Ihr Weg vom Studium bis heute entwickelt? Anders als erwartet.
Haben Sie nach dem Studium eine andere berufliche Richtung eingeschlagen? Würden Sie sich aus heutiger Sicht für ein anderes Studium entscheiden? Ja, ich habe eine ganz andere Richtung eingeschlagen, aber ich habe die Studienwahl nicht ein einziges Mal bereut.
Welche im Studium erworbene Qualifikation hilft Ihnen im heutigen Beruf am meisten? Offenheit für andere Menschen und Kulturen.
Studierenden rate ich…  mit Herz und Begeisterung an das Studium herangehen und mitdenken.
Was war zu Studienzeiten Ihr Lieblingsort in Innsbruck/an der Universität? Die Fachbibliothek im 10. Stock des Geiwi-Turms. Gibt es heute nicht mehr.
Was verbindet Sie heute noch mit der Universität? Ich darf für die Uni Innsbruck arbeiten.
Ich wollte immer schon einmal… in den Botanischen Garten. Sollte ich endlich angehen.
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