Silbernes Doktorjubiläum 2022

Silbernes

 

Liebe Ehemalige,

hier finden Sie die Grußworte unserer Geehrten.
Wir bedanken uns nochmals für Ihr Kommen - es war schön diesen Festakt für Sie zu organisieren und zu sehen, wie viel Freude es Ihnen bereitet hat.

Herzliche Grüße,
das Alumni-Team

Bei Fragen melden Sie sich bitte einfach bei uns. alumni@uibk.ac.at

 

Dr. Ruth Allgäuer 

Begrüßung

  • Verehrter Herr Rektor,
  • sehr geehrte Frau Vizerektorin
  • geschätzte Damen und Herren Dekaninnen und Dekane,
  • sehr geehrte Festgäste,
  • liebe Jubilarinnen und Jubilare!

„Der Mensch ist ein Wesen, das lernt. Ein Leben lang.” Dieser Satz von Theo Liket steht auf dem Vorblatt meiner Dissertation, die ich vor gut 25 Jahren mit … nein, nicht nur mit Schweiß und Tränen, sondern auch mit Hingabe und Freude – und wie wir heute wissen auch erfolgreich - verfasst habe.

Der Mensch lernt überall: In der Familie, im Freundeskreis, in der Natur, in seinem sozialen Umfeld … und (so hoffen wir) auch in institutionalisierten Bildungseinrichtungen vom Kindergarten bis zur Universität. In Österreich ist dankenswerterweise ein vielschichtiges und facettenreiches Lernen möglich, das sehr vielen Menschen zugänglich und von einer erfreulichen Ganzheitlichkeit und Qualität gekennzeichnet ist.

Wir Jubilarinnen und Jubilare hatten das Glück – oder den Ehrgeiz – eine erfolgreiche Schulbahn zu durchlaufen und an einer Universität – an unserer Universität Innsbruck - studieren zu dürfen.

In den 90er-Jahren war eine gute Zeit des Studierens. Ich habe sie trotz aller Anstrengungen eines berufsbegleitenden Studiums in äußerst positiver und dankbarer Erinnerung. Bologna war noch eine Stadt in Italien, ECTS-Punkte und überbordende Formalismen haben uns noch nicht gequält, dafür gab es weniger Transparenz und Nachvollziehbarkeit und viel - mehr oder weniger positive - Reibung mit den unterschiedlichsten ProfessorInnen und AssistentInnen. Dabei haben wir die Freiheit von Lehre und Forschung erlebt, durften an spannenden Diskursen und akademischen Auseinandersetzungen teilhaben und haben erlebt, wie Lehrende und Studierende – so heißt es auch im aktuellen Leitbild der Universität Innsbruck - “einen nachhaltigen Beitrag zur universitären sowie gesellschaftlichen Entwicklung beigesteuert” haben.

Besonders gut im Gedächtnis sind mir – ich habe Pädagogik und Politologie studiert – „die Räume für freies, kreatives und wagemutiges Denken“, die wir in manchen Instituten hautnah miterleben durften. Sie haben unsere Wahrnehmung und unser Denken geschärft, sie haben uns geerdet und sie haben uns allen vielfältige Chancen eröffnet.

Wir haben diese Chancen genutzt. Wir sind in erwartbare oder völlig konträre Berufsfelder eingestiegen oder haben eine akademische Laufbahn gewählt, wir haben große Entwicklungsschritte und Karriere gemacht, wir haben uns produktiv in unserem Spezialgebiet eingebracht und vielfältige Verbesserungen in akademischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und vielen anderen Bereichen mitgestaltet und mitgetragen.

Wir haben uns als Menschen entfaltet, Familien gegründet, Freundschaften gepflegt und sind unserer sozialen Verantwortung gerecht geworden.

Kurzum, wir haben unser Versprechen, das wir bei unserer Promotion vor 25 Jahren hier an der Uni Innsbruck gegeben haben, gehalten, indem wir die Vorgaben unserer Universität gelebt haben und ihr – wie wir heute sehen - verbunden geblieben sind.

Die schönsten Erinnerungen, die ich mit meiner Studienzeit verbinde, sind die Begegnungen mit Menschen, die uns begleitet, angeleitet und gefördert haben. Wir alle denken gerne an unsere Kommilitoninnen und Kommilitonen zurück. Manche sehen wir heute seit langer Zeit zum ersten Mal wieder, einige sind uns in unserem Berufsleben immer wieder begegnet und mit anderen sind wir über all die Jahre freundschaftlich verbunden geblieben.

Wir haben zu einer Zeit studiert, als das Internet noch in den Kinderschuhen gesteckt hat und wir uns Informationen direkt in den verschiedensten Abteilungen der Universität beschaffen mussten und die Kommunikation überwiegend „face to face” lief. Wir standen oft vor Türen und Anschlagbrettern und waren dankbar für rasche Abwicklungen, oft notwendige Hilfe oder Unterstützung und v.a. für das Wohlwollen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die uns durch das Studium begleitet haben. Dafür auch heute noch ein herzliches Dankeschön!

Die intensivsten Begegnungen waren die mit “unseren” Professorinnen und Professoren. Viele interessante Lehrende haben unseren Lernweg begleitet und unsere akademische Ausbildung unendlich bereichert. An die meisten denken wir gerne zurück, an einige mit ganz besonderer Dankbarkeit, Bewunderung und Hochachtung. Viele sind uns heute noch Richtschnur, denn sie haben die Grundlage für unser akademisches Wissens gelegt und die Weiterentwicklung unserer Expertise vorangetrieben. Dafür danken wir Ihnen von Herzen und verbinden damit die Hoffnung, ihren Erwartungen entsprochen zu haben.

Einige unserer geschätzten ProfessorInnen weilen nicht mehr unter uns. Stellvertretend für alle bereits verstorbenen Dozierenden danke ich heute ganz besonders Frau Professor Ilsedore Wieser, die mich bei meiner Diplomarbeit und meiner Dissertation fachlich und menschlich auf das Wertvollste begleitet hat. Wir wollen ihr und allen unseren verstorbenen Lehrenden noch einmal danken und ihnen ehrend gedenken.

Unsere Universität Innsbruck ist gut 350 Jahre alt, sie war in unserer Wahrnehmung also schon immer da und ist ein fixer Bestandteil der Wissenslandschaft in Österreich und weit darüber hinaus. Sie ist seit Jahrhunderten ein spannender, attraktiver Ort der Lehre, der Forschung, der Begegnung und der Auseinandersetzung.

Jede Universität baut auf Tradition und prägt die Gegenwart, sie ist aber auch und v.a. verpflichtet, die Zukunft zu gestalten. Wir sind stolz auf „unsere” Universität und wünschen uns, dass sie auch in Zukunft

  • junge Menschen für das Lernen und das Forschen begeistert,
  • künftiger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler – es dürfen dann auch NobelpreisträgerInnen sein - unterstützt,
  • interessante Persönlichkeiten an die Universität beruft,
  • offen, kritisch, wach, wertschätzend den Menschen und den Disziplinen gegenüber, divers und mutig bleibt,

um auch für unsere Kinder und Kindeskinder, die wir voll Vertrauen an unsere Uni schicken werden, ein spannender, interessanter, moderner, attraktiver Ort akademischen Wirkens zu sein.

Es sind die Menschen, die dieses Haus, das so weit über seinen Standort und seine Bestimmung hinausstrahlt, prägen. Euer Magnifizenz, wir danken Ihnen und Ihren vielen, vielen Mitarbeitenden in Forschung, Lehre und Verwaltung für diese lebendige, hochklassige Universität, die uns geprägt und – das meine ich im höchst umfassenden Sinn – gebildet hat und die bei jedem Vorbeifahren ein warmes, stolzes Gefühl in uns auslöst.

Liebe Jubilarinnen und Jubilare, ich gratuliere uns allen noch einmal zum erfolgreich absolvierten Studium und zu allems wir daraus gemacht haben. Wir können stolz auf uns sein und den Tag von Herzen genießen. Ich gratuliere euch allen zum Silbernen Doktorjubiläum und wünsche euch für all eure Lebensbereiche alles Gute!

Vielen Dank!

 

Prof. Dr. Günther Dissertori 

Sehr geehrte Frau Vize-Rektorin,
Spektabilitäten,
sehr geehrte akademische Würdenträger,

Liebe Jubilarinnen und Jubilare,
liebe Gäste

Es ist mir eine außerordentliche Ehre und Freude, heute bei dieser Feier einige Worte des Dankes auszusprechen, im Namen der Alumnae und Alumni. Gleich vorweg möchte ich meiner Vorrednerin, Frau Dr. Allgäuer, für ihre wunderbaren Worte gratulieren, welche ich gerne unterstreiche – oder heutzutage müsste man wohl eher sagen: welche ich gerne re-tweete!

Mein erster Dank richtet sich natürlich an die Alma Mater und Ihre Würdenträger, und zwar dafür, dass sie eine derartige Jubiläumsfeier überhaupt eingeführt haben. Wenn ich richtig informiert bin, handelt es sich hier um die erst 2. derartige Veranstaltung. Ich finde dies eine ausgezeichnete und sehr lobenswerte Initiative, ein besonderes Zeichen der Wertschätzung für die ehemaligen Doktorandinnen und Doktoranden. Und ich spreche diese Anerkennung auch aus mit meinem Hut als Rektor einer anderen Universität, an der wir nichts dergleichen haben – sozusagen, shame on us und höchste Zeit, in Zürich darüber nachzudenken.

Zweitens richtet sich der Dank an die Alma Mater und nun speziell an Ihr akademisches und auch nicht-akademisches Personal – und zwar dafür, dass wir ein derart gute, auf höchsten Niveaustandards stehende Ausbildung erfahren durften und eine Doktorarbeit in einem ausgezeichneten Umfeld durchführen konnten. Ich hoffe, dass ich hier ohne Bedenken das „wir“ verwenden darf – für mich persönlich trifft dies auf jeden Fall zu. An dieser Stelle möchte ich gerne eine Klammer aufmachen, da der Herr Rektor vorhin den diesjährigen Nobelpreis für Prof. Zeilinger erwähnt hat: in der Tat weilt jemand unter uns, der damals als Doktorand in Zeilinger’s Gruppe an den „Nobelpreis-Experimenten“ mitgearbeitet hat, nämlich mein ehemaliger Studienkollege Klaus Ulrich Mattle – und das freut mich außerordentlich.

Unser aller Lebensläufe haben ganz verschiedene Richtungen eingeschlagen, akademischer und nicht-akademischer Natur. In meinem Fall kann ich jedenfalls mit Freude behaupten, dass ich durch die Innsbrucker Physik ausgezeichnet auf meine spätere akademische Laufbahn vorbereitet wurde – wobei allerdings anzumerken ist, dass die derzeitige Station in dieser Laufbahn nicht geplant war und wohl auch nicht planbar ist. Auch wir an der ETH Zürich bemühen uns natürlich sehr, die Verbundenheit der Institution mit den Alumnae und Alumni intensiv zu pflegen, zum Wohle beider – sozusagen auf der Suche nach dem Win-Win.

Im Vergleich zu typischen amerikanischen Universitäten gibt es aber in Europa immer noch sehr viel Luft nach oben, was diese Pflege anbelangt. In diesem Sinne möchte ich nochmals den Hut ziehen für diesen Ausdruck der Verbundenheit unserer Alma Mater mit uns Ehemaligen – ganz herzlichen Dank im Namen aller. Ich freue mich jetzt schon auf ein Wiedersehen, spätestens beim goldenen Jubiläum!

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