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Hier finden Sie die Interviews zu ...

 Goldenes Doktor Jubiläum 2013
Dr. Gerlinde Hucke

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Einfach genial, da sie für meine spätere Tätigkeit als Studienrätin benutzt werden konnte.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Ich habe mit dieser Dissertation ein Werk der französischen Literatur, nämlich die Medea von Anouilh, für den Französischunterricht ausgewertet und die Arbeit für die praktische pädagogische Prüfung in Deutschland verwenden können.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Durch die Prüfung zum Lehramt für Latein und Französisch konnte ich mich beim Staatsministerium für Kultur und Unterricht in München mit Erfolg bewerben und später durch das Doktorat in der Wirtschaft eine angesehene Position erreichen.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Hier kann ich nur mehr für das Studium an deutschen Universitäten sprechen. Das Studium ist praxis- und wirtschaftsnäher geworden, jedenfalls bei einigen Universitäten und insbesondere Fachhochschulen.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Ein konkretes Ziel für die spätere Berufstätigkeit unter Berücksichtigung der neuen Medien in breiter Form.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Leider hatte ich durch meinen Weggang nach Deutschland zur Universität Innsbruck keine Beziehung mehr.

 Goldenes Doktor Jubiläum 2014
Dr. Werner Bader

2014_Bader

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

In meiner Dissertation wurde sowohl der Stand des landwirtschaftlichen Genossenschaftswesens auf Grund der politischen Entwicklung dargestellt, als auch der Einfluss des modernen Marktgeschehens auf die Landwirtschaft und ihre Genossenschaften untersucht. Festgestellt wurde, dass durch die zunehmende Konzentration sich die Zahl der Marktpartner der Landwirtschaft verringert. Das führt zu einer Häufung von Nachfragemacht in den Händen weniger sehr kapitalstarker Gruppen und Großunternehmen des Handels. Die Konzentration auf der Nachfrageseite erfordert eine entsprechende Konzentration des Angebots und unterbindet weitgehend das Selbstvermarkten der Bauern. Der Wettbewerb verlagert sich auf eine höhere Ebene. Als Vertreter der Landwirtschaft, auf dieser Ebene, bieten sich in erster Linie die landwirtschaftlichen Genossenschaften in ihrer Leistungsfähigkeit an.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Bayrischer Raiffeisenverband

Ernennungen:

1970 zum Genossenschaftsrat

1974 zum Genossenschaftsoberrat

1983 zum Genossenschaftsdirektor

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Schaffung des Rüstzeugs zur Leitung und Betreuung der Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften, die dem Bayerischen Raiffeisenverband angeschlossen sind.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Erweiterung des Studienangebots im volks- und betriebswirtschaftlichen Bereich.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Während der vorlesungsfreien Zeit sollten die Studierenden fachbezogene Werkstudenten-Jobs ausüben.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Mehrmalige Besuche des Instituts für Finanzwissenschaft und des Instituts für Statistik.

Dr. Hartwig Dabringer

2014_Dabringer

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Musste keine Dissertation schreiben.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Zur Ausbildung als praktischer Arzt, zu Kontakten mit Kollegen.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Ich kam als Arzt in eine Gegend unterentwickelter Medizin, katastrophalen Gesundheitsbewusstseins. Als ich in Pension ging, wusste jeder meiner Patienten, was er für seine Gesundheit tun musste. Mein Studium trug besonders zum Überblick meines Berufes und zur Ausbildung bei.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Wesentlich! Es ist nichts mehr, wie es war. Es mangelt unter den Ärzten an Kommunikation zugunsten des Patienten, die Zeit für ein Gespräch geht zugunsten der Apparate verloren, hinter jedem Patienten steht heute ein Jurist, unsichtbar, der nur darauf wartet den Arzt bei einem Fehler zu ertappen und Geld daraus zu rekrutieren. Es hat sich aber auch viel in der Diagnostik und Therapie zum Guten entwickelt.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Zeit, Praxis- und Patientennähe.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Wichtig war besonders der Erhalt des Kontaktes zu unseren Lehrern auch nach dem Studium. Sie waren wie unsere Väter und kannten uns auch auf der Theresien-Straße.

Dr. Norbert Gerhold

2014_Gerhold

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Vertrautwerden mit dem Hochgebirge. Kartieren der Blockgletscher. Rund 10 Publikationen zum Thema Glazialgeologie.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Die Gewohnheit, alles Wesentliche der wissenschaftlichen Arbeiten (von 1963 bis 2011) zu publizieren.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Die zwei wesentlichen Publikationen zu Dissertation (1967 und 1969) werden heute noch zitiert (zentrales Thema zur Blockgletscherfrage). Drei Lehrämter: Geschichte und Sozialkunde, Geographie und Wirtschaftskunde, Stenographie. Nachträglich wurde mir so auch der Magister verliehen. Von 1980 bis 2004 viele Publikationen zur Mykologie. So weitete ich die Naturbetrachtung aus. Ich war immer mit der Universität verbunden – „Beitrag meines weitgefächerten Studiums“. Gesprächsmäßig bin ich noch immer mit der Universität verbunden. Dazu trägt mein Nebenfach Meteorologie auch bei. Von 1999 bis 2001 wurde meine zweite Heimat das Institut für Astrophysik im Rahmen der Kosmischen Alltagsmystik – hier kam zunehmend auch die Theologische Fakultät dazu. So beendeten zwei Auflagen 2007 und 2011 zur Kosmischen Alltagsmystik mein wissenschaftliches Arbeiten. Zu meiner Überraschung schrieb Helmuth Schönauer 2012 eine Rezension zur 2. erw. Auflage. Ich lege eine Fotokopie davon bei.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Meine Lehramtsfächer eignen sich nicht zum Nachhilfeunterricht; so habe ich diese Fächer nicht weiter verfolgt. Außerdem haben mich die beiden Auflagen zur Mystik in Anspruch genommen. Zudem hat sich mein Gesundheitszustand ab 2012 so verschlechtert, dass ich die Entwicklung in den letzten Jahren nicht mehr verfolgt habe. Ich konnte gerade noch die 2. Auflage von Mystik vollenden.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Ich habe mich nach der Pensionierung nach eine Zeit lang mit der Mykologie beschäftigt. Seit 1999 konnte ich zusammenarbeiten im Institut für Astrophysik- So konnte ich mich auf diese Zusammenarbeit verlassen. Und jetzt kann ich krankheitshalber nur wenig tun. Daher kann ich keine Karriereplanung für die Zukunft abgeben.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Ohne die Anbindung an die Universität wäre der Lebensweg für mich nicht gangbar gewesen, wie er für mich ablief.

Dr. Hans Kemnitzer

2014_Kemnitzer

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Die pharmakologische Arbeit zum Metabolismus des Arzneimittels war damals wie heute wichtig; im Fall von Methadon ist zwischenzeitlich die Wertigkeit gestiegen.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Forschung in der pharmazeutischen Industrie, Ansehen in der Bevölkerung.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Erfolg im Berufsleben.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Ist methodisch moderner und attraktiver geworden.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Studienabschluss mit Promition.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Kontakt mit Kollegen.

Dr. Hans Jürgen Kleber

2014_Kleber

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Die Promotionsregularien sahen seinerzeit (1964) für Juristen nicht die Anfertigung einer Dissertation vor.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Promotion sowie 2. Juristisches Staatsexamen mit Prädikat zeitgleich abgeschlossen sowie unmittelbarer Eintritt in den Staatsdienst (Bund). Keine Präferenz durch Promotion.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Studium bezogene Verwendung im Staatsdienst, vor allem bei Unterstützung von Verwaltungsreformen; hier berufliches Fortkommen nach dem Leistungsprinzip bis zum Spitzenamt der Laufbahn (Besoldungsgruppe B2).

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Die Ausbildungsindividualität ist auf der Strecke geblieben. Der Student fühlt sich allein gelassen. Das Verhältnis Lehrkörper zu Anzahl der Studierenden stimmt schon lange nicht mehr und wird wohl auch in Zukunft nicht mehr ins Gleichgewicht gebracht werden können.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Frühzeitig versuchen Außenkontakte aufzubauen und vor allem praxisorientiert studieren.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Man war und ist dankbar, an der Uni aufgenommen worden zu sein, dort ein anderes juristisches Klima kennengelernt zu haben und erfolgreich eine Promotion abgelegt zu haben. Die Intensität der Verbindung ist aber ehrlich auch eine Frage der Entfernung.

Dr. Walter Krenn

2014_Krenn

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Nachdem ich das Studium als Werkstudent absolviert habe, war für mich der Abschluss bei der dreifachen Belastung durch Familie, Beruf und Studium ein krönendes Erlebnis meines Zielstrebens und der damit verbundenen Belastung.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Den Aufstieg vom Gehobenen Zolldienst in die Verwendungsgruppe A Höherer Finanzdienst. Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass damals für Beamte noch eine Studienbewilligung des Bundesministeriums für Finanzen erforderlich war, die unter der Auflage, dass die Arbeitsleistung dadurch nicht beeinträchtigt wird und kein Anspruch auf Überstellung in den Höheren Finanzdienst verbunden ist, erteilt wurde.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Die Mitwirkung, wie aus einer erstarrten und politisch motivierten Verwaltung der Systemzeit eine moderne, bürgernahe Verwaltung geschaffen werden konnte. Auch war die Möglichkeit gegeben, auf die Verbesserung der Arbeitsbedingungen des Personals seitens der Behörde nachhaltig einzuwirken. Mit der Verwendung im Höheren Finanzdienst konnte Einfluss auf Organisation, Rationalisierung und Effizienz der Finanz- und Zollverwaltung genommen werden.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Das Angebot hat sich erweitert, ist meines Erachtens nicht in allen Bereichen den neuzeitlichen Erfordernissen gerecht geworden. Tradition ist wichtig, aber für eine Ausbildungsstätte der Wissenschaft ist es notwendig, sich den neuen Erfordernissen umfassend anzupassen. Das Ranking der Universitäten ist ein Maßstab.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Eine Karriereplanung ist bei den derzeitigen neokapitalistischen Entwicklungen in der Weltwirtschaft und den damit vorherrschenden finanz- und wirtschaftlichen Aspekten kaum mehr möglich. Geforderte Flexibilität und Projektdenken lassen einen Berufswunsch für lebenslange Beschäftigung auf einem Arbeitsplatz nicht mehr zu. Langjährige Erfahrung scheitert am Lebensalter und den Kosten. Der Turbokapitalismus bestimmt die Arbeitswelt und richtet sich nicht mehr nach den Bedürfnissen der Menschen. Sogar der Staat orientiere sich an den ökonomischen Interessen und nicht mehr an einer gut ausgebildeten, politisch unabhängigen Beamtenschaft.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Ich habe die Entwicklung der Universität in der Öffentlichkeit verfolgt, bin aber in Folge der räumlichen Entfernung in keinem direkten Kontakt mehr. Was mich sehr enttäuscht ist, dass die Studentenschaft bei ihren Wahlen mit einer geringen Wahlbeteiligung so wenig Interesse an ihrem Arbeitsplatz und seiner Gestaltung zeigt. Desinteresse kann nicht als Freiheit ausgelegt werden.

Dr. Werner Nagel

2014_Nagel

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Das Wesentliche meiner Dissertation „Der Mythos in den Oden des Horaz: Ausdruck einer den Subjektivismus ablehnenden Haltung des Dichters“ liegt für mich darin, dass sie – neben der akribischen philologischen Arbeit – einen Beitrag zu „humanitas“ darstellt, die letztlich der Urgrund unserer Beschäftigung mit antiker Literatur ist. Horaz stellt sich in parodistischer Verwendung des Mythos gegen eine Dichtungs- und Liebes- bzw. Lebensform seiner Zeitgenossen, die den Leitgedanken des Maßes und der durch die Natur der Dinge gegebenen Grenzen missachten und ihren subjektiven Gefühlen freien Lauf lassen. Bei dieser meiner Interpretation lösen sich wiederholt geäußerte Probleme mangelnder Einheit horazischer Gedichte.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Die Promotion hat mir den Weg zu einer zutiefst befriedigenden Berufsausübung und darüber hinaus zu einer über den regulären Rahmen des Gymnasiallehrers hinausgehenden Beschäftigung mit fremden Sprachen erleichtert.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Die von der Öffentlichkeit über viele Jahre mit Vehemenz betriebene Kritik am altsprachlichen Unterricht und seiner Sinnhaftigkeit hat mich veranlasst, zur Vertiefung der bekannten Argumente bisher nur wenig begangene Wege zu dessen Untermauerung zu beschreiten. Meine Intention war es konkret in der Praxis umsetzbare Unterrichtsmodelle zu schaffen, in denen Latein als Quelle moderner Sprache, im Besonderen der romanischen Sprachen und als leicht und rasch einsetzbares Sprungbrett zu ihnen vermittelt und humanitas als oberstes Ziel mit einbezogen wird Meine Arbeit fand in der Approbation meines Schulbuches „Latinitas Fons – Fortwirken des Lateinischen im Spektrum moderner Sprachen“ für die obersten Klassen des 6-jährigen Lateins öffentliche Anerkennung. Das Studium bot mir für meine Tätigkeit inhaltlich und formal-sprachlich eine gute Grundlage.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

An hervorragender Stelle stehen für mich die Veränderungen beim Lehramtsstudium, in dem die pädagogische und didaktisch-methodische Seite einen völlig neuen Stellenwert erhält bzw. erhalten soll.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Ernstes Streben auf dem Weg zum Erwerb des aktuellen Forschungsstandes, persönliches Engagement beim Anpeilen neuer Ziele und bei allem: Das Ohr ganz nah am Puls der Zeit zu haben.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Mit der Uni Innsbruck bzw. ihren Lehrenden und Professoren besteht bis heute eine (aufgrund des Alters sich immer mehr einengende) freundschaftlich-menschlich Beziehung. Darüber hinaus war mir der Kontakt mit der Uni Salzburg (befristeter Lehrvertrag) und vor allem auch mit den teils von Universitäten mitgetragenen internationalen Vereinigungen (wie Fédération Internationale des Associations d’Etudes Classiques) zum gegenseitigen Austausch auf wissenschaftlichem Gebiet sehr wichtig.

Dr. Ernst Porpaczy
2014_Porpaczy

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Zu meiner Zeit Prom. 1964 musste man noch keine Dissertation verfassen. Dagegen musste man allgemein sehr beschlagen und belesen sein, denn es konnte ja alles „rigoros“ befragt werden. Was dem Allgemeinüberblick nicht undienlich war.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Da ich noch physisch sehr jung war (knapp 22), habe ich mit dem Berufsbeginn noch gezögert und die Chance wahrgenommen, die von Bruno Kreisky gerade gegründete Diplomatische Akademie zu besuchen. Dort war als Post Graduate School u.a. ein juristischer Abschluss (Dr.) Aufnahmekriterium. So war ich Pionier im 1. Lehrgang der DA und pflege heute aktiv die Alumni Kultur.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Nach Absolvierung der DA (Diplomatische Akademie) ging ich nicht ins Außenministerium, sondern in die Internationale Wirtschaft. Dort war ich nahezu 40 Jahre erfolgreich im Management. Ich lernte viel über Chemie, Pharmazie, Medizin. Fast ein Studium Generale, was meinem humanistischen Bildungsprinzip sehr entsprach.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Das kann ich zu wenig beurteilen. Bei Beobachtung meiner Kinder und Freunde geht viel zu viel über Computer, Checklists, Multiple Choice etc. wichtig wäre m.E. das Gespräch, die Sprachkultur, sauberes logisches Artikulieren. Persönlichkeitsbildung nicht zur Abbildung, sonst entsteht Einbildung. Menschenbild à la Rudolf Steiner.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Viel Lesen, Beobachten, nicht nur Sehen, Zurücklehnen, Denken, Nachdenken, Vorausdenken. Als in Bezug zu einer Lebensplanung stellen. Alles ist endlich. ‚Heute ist der erste Tag des Restes meines Lebens‘. Dem Schöpfer für die Talente danken, und diese verantwortungsvoll nutzen.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Meine Universität ist weit. Ich lebe seit 50 Jahren nicht in Innsbruck, komme aber gerne zu Jubiläen (alle 5 Jahre Maturafeier) und diese einmalige 50 Jahre Promotionsfeier. Pflege Kontakte zur Wiener Uni und s.o. regelmäßig zur Diplomatischen Akademie und ihren Lehrern (auch viele von der Uni).

Dr. Johann Walter Rettenbacher
2014_Rettenbacher

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Eine schriftliche Doktorarbeit hat es für Mediziner 1964 nicht gegeben. Die Promotion erfolgte nach bestandenen mündlichen und praktischen Prüfungen.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Ein Einstieg in den Turnus bzw. Facharztausbildung war sofort möglich. Ich entschloss mich für die Ausbildung zum Internisten.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Die Facharztausbildung für innere Medizin im LKH Salzburg an der II. Med. Abt. unter Prof. Dr. F. Leibetseder war für mich eine gute und bereichernde Zeit. Einige Jahre leitete ich dort die Diabetes-Ambulanz. Parallel zur örtlichen Ausbildung und Tätigkeit studierte ich Philosophie mit Schwerpunkt Psychologie und Psychosomatik. Die Psychosomatik hat mir in der freien internistischen Praxis sehr geholfen. Eine ganzheitliche ärztliche Zugangsweise für die Patienten wurde mir möglich.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Die Spezialisierung ist vorangetrieben worden. In moderner wissenschaftlicher Arbeit ist diese genauso wie die Teamarbeit nicht mehr wegzudenken.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Was in Punkt vier geschrieben ist, jedoch mit einem Zusatz. Ein philosophisches Interesse, das nicht nur ein wenig hobbymäßig betrieben wird, kann den Welthorizont erweitern. Eine Verbindung von Natur- und Geisteswissenschaften ist zu pflegen.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Durch etliche Jahre schien mir die Verbindung nicht besonders wichtig, aber in letzter Zeit nimmt mir die Bedeutung der universitären Relation zu.

Dr. Hans Peter Rhomberg
2014_Rhomberg

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Zu dieser Zeit mussten die Mediziner keine Dissertation schreiben. Mein Interesse lag damals im Einfluß des Klimas auf das Krankheitsgeschehen. Das beabsichtigte Studium der Klimatologie hat sich jedoch nie realisiert.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Die Promotion hat mir in erster Linie die Türe zur Facharztausbildung für Innere Medizin geöffnet. Der Facharzt war Voraussetzung zu allen weiteren Schritten der Karriere, Medical Officer der WHO, Habilitation zu einem präventivmedizinischen-epidemiologischen Thema in einem Tiroler Dorf und das Primariat.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Nach der Facharztausbildung war meine größte Herausforderung die Position eines Medical Officers im Regionalbüro der WHO in Kopenhagen, wo ich eine europaweite Studie zur regionalen Häufigkeit des Herzinfarktes mit koordinieren durfte. Voraussetzung dafür war jedoch eine halbjährige Ausbildung zum Epidemiologen in London, einem Fach von dem man zur damaligen Zeit hier nichts gelernt hat. Das Studium hat mir aber immer eine breite klinische Grundlage geboten, die mir wieder Vorteile gegenüber Public Health Ärzten eingebracht hat. Meine Tätigkeit bei der WHO führte mich in fast alle kardiologischen Top-Kliniken in Ost und West, was mir einen sehr großen Weitblick und viele Kontakte ermöglichte.

Eine weitere Herausforderung war das Primariat in Hochzirl mit dem Aufbau der Geriatrie in Österreich und der Generalrenovierung der alten Lungenheilstätte, dank einer optimalen Zusammenarbeit mit den lokalen Politikern der damaligen Zeit über alle Parteigrenzen hinweg.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Die Universität bot damals ein breites Basiswissen, besonders in der klinischen Untersuchungstechnik, das ich nie missen wollte. Heute ersetzen hochtechnologische Untersuchungsmethoden und Labormethoden dieses Wissen, welches Superspezialisten, aber nicht unbedingt den guten Arzt kennzeichnet. Es wurden in allen Fächern große Fortschritte erzielt, die man nicht mehr wegdenken kann. Vor einer all zu großen Spezialisierung muss jedoch gewarnt werden, da die wichtigen Zusammenhänge in der Inneren Medizin nicht mehr erkannt werden.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Dem heutigen Studenten würde ich in erster Linie Flexibilität, Auslandsaufenthalte und internationale Vernetzung in der Fachdisziplin empfehlen.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Nach meiner Rückkehr von der WHO und meinem Studienaufenthalt in den USA, widmete ich mich wieder ganz der klinischen Medizin am Krankenbett. Nach meiner Berufung zum ärztlichen Direktor und Primarius in Hochzirl konnte ich am Aufbau der Geriatrie in Österreich immer enger in Zusammenarbeit mit meiner Stammklinik, aber auch vielen europäischen Fachkliniken maßgeblich mitwirken. Gerade diese enge Zusammenarbeit garantierte die fachliche Qualität, die letztlich auch internationale Anerkennung (erstes Referenzzentrum der WHO in Österreich) brachte.

Dr. Otto Stapf

2014_Stapf

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Eine Dissertation wurde zu meiner Studienzeit von Studierenden der Medizin nicht verlangt. Ich habe daher keine geschrieben.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Zunächst zu einer Tätigkeit im Institut für Pathologische Anatomie und Histologie in Innsbruck, anschließend zur Ausbildung im Spitalturnus und an der Abteilung für Rheumakrankheiten und Physikalische Medizin der Medizinischen Universitätsklinik in Innsbruck. Es folgten einige Jahre der Arbeit im Rehabilitationszentrum für Erkrankungen des Rheumatischen Formenkreises in Bad Hofgastein. Schließlich trat ich, nach Sammlung weiterer internistischer und auch psychiatrischer Erfahrungen, sowie nach Absolvierung des Physikatskurses, in den amtsärztlichen Dienst bei der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck ein. Dort war ich bis zu meiner Pensionierung beschäftigt.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Nach der Zeit an der Pathologie war es die der rheumatologischen und allgemein internistischen Tätigkeit, der amtsärztliche Dienst.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

In meiner Studienzeit war das Medizinstudium noch in die Gesamtuniversität integriert, was wohl so bleiben hätte können. Der internationale wissenschaftliche Austausch, besonders mit den USA, gestützt auf die rasante technische Entwicklung, brachte immer rascher viele neue Erkenntnisse, logischer Weise verbunden mit zahlreichen Ausdrücken und teilweise auch akademischen Titeln in Englischer Sprache. So gut und praktisch das ist, meine ich doch, dass es richtig ist, auch unsere eigenen Traditionen zu pflegen, sprachlich und auch sonst, z.B. bei der musikalischen Gestaltung von Promotionen und Sponsionen. Für bestimmte Studiengebiete sind heute viel mehr Interessenten als Studienplätze vorhanden. Mögliche Ursachen sind die Abschaffung der bei uns noch üblichen Studiengebühren, weiters die Tatsache, dass wir viele Studierende aus dem Ausland hier haben, welche in ihrem Staat aufgrund des Numerus Clausus nicht studieren dürfen. Daher wurden Aufnahmetests notwendig. Nach meiner Meinung sollten Studiengebühren wieder eingeführt, jedoch weniger Bemittelten für die durchschnittliche Dauer des jeweiligen Studiums unbürokratisch ersetzt werden. Auch die Einführung eines modifizierten Numerus Clausus für stark frequentierte Studienrichtungen könnte in Österreich überlegt werden, mit verschiedener Beurteilung der Fächer, welche für geisteswissenschaftliche Studien einerseits und für naturwissenschaftliche inklusive Medizin andererseits wichtig sind. Diese Regelungen müssen dann für alle in- und ausländischen Studierenden gelten.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Gründlichkeit bei der Arbeit, prinzipiell Achtung vor Lehrenden und später Vorgesetzten, Wohlwollen gegenüber den Mitmenschen. Falls möglich, Absolvierung eines Teiles des Studiums, zumindest aber eines Teiles der Ferialpraktika, im Ausland. Womöglich auch später dasselbe bei der weiteren Ausbildung. Bei zu vielen Interessierten an bestimmten Berufssparten Anpeilen einer Tätigkeit in weniger besetzten Nischen.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Sie bestand in der Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen im In- und Ausland, auch manchmal an anderen Treffen mit Kollegen und Kolleginnen, war aber sonst nicht sehr intensiv. Verstärkt wurde sie jedenfalls wieder durch die schöne Jubiläumsfeier 2014. Dafür möchte ich mich nochmals ausdrücklich bedanken, ebenfalls auch für die Möglichkeit, dass ich einen Großteil meiner Studienzeit in Innsbruck verbringen durfte.

Dr. Alois Anton Zingerle

2014_Zingerle

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

In meiner Dissertation „Die Säkularisation des Hochstiftes und Domkapitels von Brixen durch Österreich – Mit kurzem Überblick bis zum Jahre 1815“ kam es mir darauf an, die Säkularisation als gesamteuropäisches Problem mit seinen Auswirkungen auf die Politik, die Kirche und das Geistesleben darzustellen und sie in ihrem Werden zu verfolgen, wobei ich nur die großen Linien aufzeige. Aus dieser Gesamtschau ergibt sich dann die Säkularisation in Brixen mit ihren Auswirkungen auf das Domkapitel, den Bischof, die Diözese, die Grafschaft Tirol und die Stadt Brixen. Auch habe ich keinen kurzen Rückblick auf die Geschichte und die Bedeutung des Hochstiftes und seinen Zustand zur Zeit der Säkularisation gegeben.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Durch die Erreichung des Doktorgrades der Philosophie an der Leopold Franzens Universität Innsbruck wurde ich 1964 zum Direktor der Landesberufsschule Christian Josef Tschuggnall in Brixen durch die Südtiroler Landesregierung ernannt, welches Amt ich bis zum Jahre 1996 inne hatte; in den Jahren 1979 bis1988 war ich gewählter Landtagsabgeordneter und Regionalratspräsident. Nebenberuflich war ich von 1969 – 1979 Stadtrat in Brixen für öffentliche Arbeiten, Landwirtschaft, Urbanistik, Baukommission, Gärtnerei und Wasserwirtschaft. Auch war ich Bezirkssekretär der SVP und von 1976 bis 1989 deren Bezirksobermann.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Als Berufsschuldirektor und in meiner vielfältigen Tätigkeit als Stadtrat, Landtagsabgeordneter, Partei- und Schützenfunktionär war ich durchwegs stark gefordert und beschäftigt, so im Auf- und Ausbau der Berufsschule, in den Anforderungen, an die öffentlichen Arbeiten, in der Urbanistik, Landwirtschaft und in der Baukommission. In all dem war das gründliche Studium, die vielfältige Arbeitsweise und Ausbildung an der Universität eine entscheidende Hilfe, Richtschnur und Maßstab.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Ein Vergleich meiner Studienzeit an der Universität zur heutigen ist bedeutend: Die Globalisierung hat alle Wissens- und Studienbereiche erfasst, die Technik ist in beinahe alle Studienbereiche eingezogen, die Studien- und Informationsmittel, wie Computertechnik im weitesten Sinne, haben den Wissens- und Studienverlauf erleichtert und geprägt. Die Zusammenarbeit und Koordinierung zwischen Universitäten und Instituten wurden vorangetragen und wirken sich sehr positiv auf die verschiedensten Wissenschafts- und menschlichen Bereichen aus.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Die heutigen Studierenden kommen um ein gründliches Fach- und Sachstudium nicht herum, das eingebettet ist in die Erfassung der Gesellschaftspolitik, ihrer Entwicklung, Ausrichtung und Bedeutung für die verschiedenen Lebens- und Berufsbereiche. Dazu kommen nach wie vor die üblichen Erfordernisse, die von einem sach- und fachkundigen Menschen erwartet und gefordert werden, wie Pünktlichkeit, Verlässlichkeit, Ordnung, Sauberkeit, Menschlichkeit usw.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Für den Berufstätigen in Bereichen der Verwaltung, Wissenschaft und Forschung ist die Kenntnis universitärer Forschung und deren Ergebnisse unverzichtbar. Das betrifft alle Lebens- und Berufsbereiche.


 Goldenes Doktor Jubiläum 2015
Dr. Olaf Abeln

Abeln

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Vor 50 Jahren war auch die „Physik“ an der Uni Innsbruck (Prof. Cap) erfüllt von der Euphorie, dass ein zügiger Ausbau der Kernreaktoren die Energieversorgung Europas übernehmen wird und man einen Beitrag dazu liefern wollte. Der 1960 gestartete erste Reaktor Deutschlands zeigte, dass der Wirkungsgrad und die Standzeit stark vom optimalen Neutronenfluss im Reaktorkern bestimmt wurde, der bisher nur experimentell erfasst werden konnte. Meine Doktorarbeit sollte die Frage beantworten, ob es möglich ist, den Neutronenfluss des Kernspaltprozesses mit physikalischen Gleichungen zu beschreiben und diese für die reale Anordnung des Reaktors „Kahl“ am Main zu lösen. Die mathematischen Modelle wurden gefunden, deren Lösung scheiterte jedoch an der komplexen Geometrie. Hier konnten nur kompetente Computer helfen. Der erste Computer an der Uni Innsbruck war dazu überfordert. Glücklicherweise installierte 1963 IBM in Düsseldorf einen der damals weltweit stärksten Rechner zur Förderung des Ausbaus von Informatik-Lehrstühlen. Als Vertreter der Uni Innsbruck anerkannt wurden mir für meine Arbeit mehrere Nachtstunden Rechnerleistung kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Lösungen waren überzeugend, doch die tausenden Zahlenreihen standen in einem koffergroßen Paket von Computerpapier, nicht geeignet zur Dokumentation einer Dissertation. Plotter und graphische Bildschirme gab es nicht. Blieb nur die Lösung, in 50 Schnitten durch den Reaktorkern die zugehörigen Daten auf kartonverstärktes Millimeterpapier aufzutragen, diese schichtweise aufzustellen und das sich ergebene 3D Modell zu fotografieren. Lobreiche Anerkennung der Arbeit und mehrere Veröffentlichungen führten zum erfolgreichen Abschluss.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Mit der Promotion auf dem Gebiet der Neutronenphysik war die sofortige Einstellung als Projektleiter am Institut für Neutronen- und Reaktorphysik am Kernforschungszentrum Karlsruhe gesichert.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Meine berufliche Laufbahn bestand aus 3 Phasen als logische Folgerung aus meiner Promotion von der Physik zur Informatik: Phase 1: über 5 Jahre Forschungsarbeit am Kernforschungszentrum mit intensivem Computereinsatz in einem deutsch-französischen Gemeinschaftsprojekt zum Bau eines Neutronenreaktors; Phase 2: mehr als 20 Jahre Industrieerfahrung mit umfangreichen Führungspositionen zum Einsatz technischer Computeranwendungen und Automatisierungen; Phase 3: weitere 10 Jahre Universitätslaufbahn in Forschung und Lehre an der Universität Karlsruhe mit Leitung des dortigen Forschungszentrums Informatik

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Zu meiner Studienzeit waren der Wechsel von zwischen den Fakultäten und ein Wechsel von Universitäten problemlos. Auch konnte man die Intensität des Lehrstoffes selbst verteilen und sich anderen Themen innerhalb und außerhalb der Universität zeitweise widmen, eben die gewünschte Lernfreiheit war gegeben. Das „Schulsystem bachelor-master“ hat nach meiner Meinung alles zerstört.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Neben der Fachkompetenz des Studienfaches sollte Basiswissen in berührenden Gebieten erarbeitet werden. Wichtig ist aber das Erlernen und Üben von sozialer Kompetenz im Umgang mit anderen Menschen, diese zu begeistern und sich öffnen für die Vielzahl von menschlichen Verhaltensmustern. Das lernt man am besten in Gemeinschaften (z.B. Verbindungen) außerhalb der Universität, in denen man Verantwortung übernimmt.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Die Verbindung und der Kontakt zur Universität Innsbruck sind praktisch nie abgebrochen. Gefördert wurde das auch durch meine Mitgliedschaft zur ÖCV-Verbindung AV Austria und deren Mitglieder als Professoren der Uni. Jährlich mehrfacher Besuch von Innsbruck ist bis heute für meine Frau (die auch in Innsbruck studiert hat) und für mich normal.

Dr. Rudolf Bair

Bair

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Meine Dissertation war der Versuch einer Situationsbeschreibung und Standortbestimmung bzw. Strukturerhebung für den Südtiroler Lebensmittelhandel als Grundlage für die Untersuchung und Behandlung spezieller und südtirolspezifischer Probleme und als Beitrag zur Verbesserung der wirtschaftlichen Lage Südtirols. Der Weg zu diesem Ziel wurde weitgehend durch die Tatsache bestimmt, dass so gut wie keine einschlägige Literatur zur Verfügung stand, so dass vor allem Erhebungen vor Ort („field research“) durch mündliche Befragungen zahlreicher Lebensmittelhändler und der zuständigen Behörden in Bozen und Trient die Basis für die Abfassung der Arbeit darstellten.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Das wirtschaftliche Studium – abgeschlossen mit der Promotion - war eine gute Voraussetzung für meinen Eintritt bei der Verlagsanstalt Tyrolia, wo ich mehr als 30 Jahre meines Berufslebens (bis zu meinem Übertritt in den Ruhestand) in verschiedenen leitenden Funktionen tätig war. Der „Doktortitel“ hat aber auch eine Aufwertung des persönlichen „standings“ und eine grundsätzliche Steigerung des Ansehens und der Wertschätzung im gesellschaftlichen Leben gebracht.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Die karrieremäßig größte Herausforderung war für mich die Übernahme der Letztverantwortung im mehrköpfigen Vorstand eines Unternehmens der Verlags- und Buchhandelssparte mit einem beachtlichen Mitarbeiterstand, wobei die Festigung der wirtschaftlichen Grundlagen sowie die kontinuierliche Weiterentwicklung des Unternehmens den vollen physischen wie psychischen Einsatz erforderte und zu den anspruchsvollsten Anforderungen zählte. Wenn auch das Studium der Volkswirtschaft für die damit verbundenen Aufgabenstellungen nur in Teilbereichen von fachspezifischem Vorteil war, so bildete es doch die essentielle Basis, mich ich in neue Aufgabengebiete systematisch und rasch einarbeiten zu können.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Ich habe einen wesentlichen Teil meiner Studienzeit (bis zur Diplom-Prüfung) als Werkstudent gearbeitet, um mir das Studium finanziell leisten zu können. Dies dürfte heute in dieser Intensität wohl nicht mehr möglich sein. Ich denke, der persönliche Kontakt zu einzelnen Professoren war zu meiner Zeit noch etwas stärker ausgeprägt, wohl auch deswegen, weil damals noch weniger Studenten zu betreuen waren. Auch hatte die Matura noch einen größeren Stellenwert, heute gehört sie quasi zu einem normalen Schulbildungsverlauf, so dass viel mehr Personen an die Uni drängen. Die Universität bietet heute wesentlich mehr Sparten und eine viel stärkere Spezialisierung an, durch die elektronische Datenverarbeitung und das Internet hat sich der Zugang zum Wissen erheblich erleichtert und kann viel rationeller gestaltet werden, auch mehr und verbesserte Möglichkeiten eines Studiums von zu Hause aus. Damals gab es nur Skripten vom Pauker oder selbstverfasste Mitschriften von Hand, heute wird Vieles auf elektronischen Speichermedien präsentiert. So musste ich z.B. meine Diplomarbeit, aber auch meine Dissertation noch selbst auf einer mechanischen Schreibmaschine erstellen.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Sich rechtzeitig klar werden über Neigungen und Eignungen, um nicht unnötig Zeit zu verlieren; eine gute Allgemeinbildung ist nach wie vor eine essentielle Voraussetzung für jede Studienrichtung; im Hinblick auf die gravierenden Probleme, nach dem Studium eine adäquate Berufsaufgabe zu finden – was zu meiner Zeit noch wesentlich leichter war -, kritisches Hinterfragen von Neigung und Studienrichtung in Bezug auf die berufliche Umsetzbarkeit; das geistige Interesse sollte grundsätzlich vor wirtschaftlichen Überlegungen Vorrang haben, aber ohne wirtschaftliche Verwertbarkeit bleibt das Studium „brotlos“. Berufliche Spezialisierung wird immer wichtiger, aber ebenso die Persönlichkeitsbildung, kritisches Hinterfragen von Sachverhalten, die eigene Meinung überzeugend und standfest vertreten, auch bei „obrigkeitlichem Gegenwind“; Teamgeist und kollektives Führungsverhalten, Zuhören können, Entscheidungsfreude, jedoch Mitarbeiter in Entscheidungen einbinden, eigene Fehler zugeben können, weniger anordnen, mehr überzeugen; trotz aller fachlichen Qualifikationen auch die menschlichen Qualitäten nicht vernachlässigen.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Ich habe im Verlaufe meiner berufliche Praxis – soweit es mir möglich war - die Entwicklung und das Geschehen an der Universität Innsbruck mit großem Interesse verfolgt, um auf der Höhe der Zeit zu bleiben, hatte aber keine weitergehenden konkreten Verbindungen zur Uni, abgesehen von Besuchen der Universitätsbibliothek sowie verschiedener Vorträge und Veranstaltungen, wie z.B. der „Ephesos-Gesellschaft“.

Dr. Werner Beck

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

1965 gab es noch 3 Staatsprüfungen und 3 Rigorosen – mündliche Prüfungen.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Anerkennung und Wertschätzung im Freundeskreis! Öffnung zu gesellschaftlich relevanten Personen! Interessante Menschen wurden zu Freunden!

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Ich war 37 Jahre selbstständiger Rechtsanwalt in Innsbruck. Tagtägliche harte Arbeit brachte Anerkennung von Klienten und Behörden insbesondere bei Gericht! Das Anvertrauen von menschlichen Problemen jeder Art war und ist das große Geheimnis des Anwaltsberufs und das damit Dir gegebene Vertrauen in Dein durch das Studium angeeignete Wissen! Dies stärkt vor allem den persönlichen Charakter.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Unsere 3 Staatsprüfungen umfassten den gesamten breiten Stoff vom historischen Teil zum bürgerlich rechtlichen und öffentlich rechtlichen! Die Prüfungen waren sehr schwierig wegen des umfangreichen Stoffes, der auf einmal zu bewältigen war! Heute sind – nach einem Streik der Studierenden und Professoren – nur mehr Auszüge und einzelne Rechtsgebiete zu lernen, um sie gleich wieder zu vergessen! Bei mir haben sich Konzipienten beworben, die nicht einmal wussten was eine „Rangordnung der beabsichtigten Veräußerung“ ist! Das heutige Studium gehört reformiert – mehr Wissen! Viel strenger!

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Zuerst lernen und nochmal lernen! Dies verbunden mit Praxis in RA-Kanzleien und bei Gericht oder Verwaltungsbehörden! Und dann – gutes Benehmen – heute können viele Junge nicht einmal grüßen – Höflichkeit und verständig im Umgang mit Menschen – Geduld und Ausdauer – Eloquenz – dies geht aber nur, wenn man fachlich firm ist. Verlässlichkeit in allen Lebenslagen!!

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Mit der Universität hatte ich vor allem für diverse Rechtsgutachten von Instituten bzw. Professoren in Prozessen zu tun. Selbst war ich seinerzeit auch öfters in der Unibibliothek – wurde ja durch CD abgelöst. Heute verfolge ich die Universität nur mehr über die Medien und bedaure den unguten Einfluss der „dummen“ Politik.

Dr. Kurt Brenner

Brenner

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Zwei bis drei Sätze reichen für meinen Rückblick nicht.

Weil fast alle meine Freunde „den deutschen Vornamen“ trugen, habe ich aus purem Ehrgeiz eine erfolgreiche Karriere in der Marktforschung abgebrochen (Abteilungsleiter Auslands-Organisation GfK Nürnberg), wollte beruflich aber im Sektor „Absatz-Wirtschaft“ weitermachen. Mit Doktorvater Friedrich Merzbacher, Rechts- und Wirtschaftshistoriker, kam ein Kompromiss zustande: „Der Zillertaler Wanderhandel“ – im Rückblick ein allzu provinzielles Thema, noch dazu über geschätzte wirtschaftliche Aktivitäten. 321 hektographierte Seiten, nach drei Jahren rechtschaffender Arbeit 1964 vorgelegt. Eigentlich nichts, um damit zu renommieren. Mein materieller Aufwand dafür erscheint mir ebenfalls unverhältnismäßig. Während meine Ehefrau als Sekretärin die nötigen Groschen verdiente und Töchterchen Eva von Oma bewahrt wurde, ackerte ich in 15 Archiven an zehn verschiedenen Orten schier unendlich viele Dokumente durch, öffnete nießend allein im Innsbrucker Landesregierungsarchiv mehrere hundert staubende Faszikeln, hatte mehr oder weniger erfolgreichen schriftlichen Kontakt mit 13 weiteren Archiven. Die Literaturliste meiner Diss führt 107 Druckwerke auf. Kosten für Reisen und Unterkunft entstanden nicht nur zu Archiven sondern auch zu Gesprächen mit auskunftswilligen Nachfahren von Wanderhändlern in Fügen und Mayrhofen, Dortmund, Düsseldorf und Hannover. Schon deshalb gefällt mir meine Diss immer noch. Ich staune beim Durchblättern – sie ganz zu lesen mute ich mir nicht zu. Aber sie kommt mir wie ein Schatzkästchen vergessener Wirtschafts- und Sozialgeschichte mit volkskundlichen Glanzlichtern vor. Schon die Rolle der Zillertaler Burschen als Scherzbolde und Liebhaber in Adelskreisen aufgedeckt zu haben, war eine Belohnung. Peter Prosch, mit seiner Autobiografie berühmt geworden, war Spaßmacher und „Hoftiroler“ bei den Markgrafen von Brandenburg-Ansbach. Dort, in Franken bin ich aufgewachsen und kenne seit langem sein Portrait, das in der prunkvollen Gemäldegalerie im Rokoko-Schloss hängt. Mein Tiroler Namensvetter Hans Brenner hat in der dramatisierten Form meines Buches seine Rolle gespielt.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Vor 50 Jahren war die Vorstellung geöffneter Türen für Promovierte wahrscheinlich noch gerechtfertigt. Ich habe nach dem universitären Festakt mit Freunden in der Butzihütte hoch über der Stadt gefeiert und skeptisch gereimt:

Ein Doktorhut ersetzt durch Glanz

ein Pfund geschrumpfte Hirnsubstanz

Nach der feierlichen Promotion war ich zunächst einmal arbeitslos. Eher zufällig konnten sie mich dann bei der Bayrischen Bezirksregierung für Mittelfranken brauchen. Das Ressort hieß „Raumordnung und Landesplanung“. Mein Chef war im Krieg Offizier, bei ihm war mein Doktor-Titel von Nutzern, er hatte gottseidank auch einen. Aber damals war im öffentlichen Dienst wohl jeder willkommen.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

1967 wurde ich Beamter und zur Bezirksregierung der Oberpfalz nach Regensburg versetzt. Bald war ich Oberregierungsrat und sollte 1970 Abteilungsleiter für Landesplanung bei der Regierung von Unterfranken und Würzburg werden. Da hätte ich das Atomkraftwerk Grafenrheinfeld mit aus der Taufe heben müssen. Als Atomgegner, schon in der Oberpfalz privat bei Demonstrationen gegen die Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf aktiv, bot mir die neu gegründete Fachhochschule Regensburg eine Alternative. Auch dafür hätte ich damals keinen Doktorgrad benötigt. Erst seit 1973 wird man an einer deutschen Fachhochschule in der Regel nur mit einem Doktortitel Professor.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Ich bin seit 1992 glücklich als Emeritus, widme mich ehrenamtlich dem regionalen DOLINA-Verein für Landeskunde und der zugehörigen wissenschaftlichen Stiftung für den Jura. Mit Hilfe meiner Wochenzeitung ZEIT kriege ich manche Kapriolen der Bildungspolitik mit. Als vormaliger Fachhochschulprofessor vertrete ich nach wie vor heftig das Prinzip der Praxis-Orientierung. Da hat sich inzwischen auch im universitären Bereich etwas bewegt. Ich war ganz am Anfang ehrenamtlich tätig in den FH-Lehrplan-Kommissionen für Marketing (federführend) und für Volkswirtschaft. Die einstmals beklagte „Verschulung“ der Ausbildung an Fachhochschulen betrifft nun die gesamte Hochschullandschaft. Diese Entwicklung ist m.E. bedrohlich. Die Wahlpflichtfächer bereicherten das Standard-Studium. Bei Referaten habe ich freien Vortrag gefordert. Mit etlichen Studenten / Studentinnen meiner Wahlpflichtfächer bin ich heute per Du. Ich bin sehr froh, nach „Bologna“ nicht mehr dabei sein zu müssen.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Zu meinen engagiertesten Studierenden gehörten die mit Berufspraxis oder jedenfalls abgeschlossener Lehre. Bei etlichen konnte ich eine überaus erfolgreiche Karriere nach dem FH-Diplom verfolgen, mache sattelten ein Uni-Studium, einer sogar mit Promotion drauf. Ich rate Abiturienten zu überlegen, ob sie sogleich ein Hochschulstudium beginnen wollen. Ich kenne auch Studienabbrecher, die z.B. als Handwerksmeister und Firmeninhaber glücklich sind.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Während des Promotionsstudiums sind Freundschaften entstanden, die bis heute halten. Der Zufall wollte es, dass die Kommilitonen gute Skifahrer waren und mich „Flachland-Tiroler“ unter ihre sportlichen Fittiche nahmen. Ich habe mit ihnen auch nach dem Studium einige Ski-Urlaube verbracht. Zuletzt waren wir zu viert anno 2006 und anno 2012 in Innsbruck, haben damalige Zimmervermieter und natürlich auch unsere Alma Mater besucht. Beim baldigen Doktor-Jubiläum hoffe ich drei weitere alte Freunde wiederzusehen. Natürlich hätte ich es gerne gesehen, wenn meine Diss etwa im Rahmen der Schlern-Schriften im Druck erschienen wäre. Der Herausgeber im Museum Ferdinaneum, ein Uni-Professor, verlangte aber damals, in den siebziger Jahren, die Aktualisierung des Themas, die ich wegen meiner beruflichen Belastung nicht leisten konnte. Eine andere Verbindung zur Leopold-Franzens-Universität gab es über mein Hobby Archäologie. Als ehrenamtlicher Heimatpfleger für den Landkreis Kelheim lernte ich vor Ausbaggerung der Rhein-Main-Donau-Groß-Schifffahrtsstraße im Altmühltal zwei spätere Mitglieder des Ötzi-Teams kennen: Professor Spindler und „Xandi“ Binsteiner. An einigen ihrer Ötzi-Vorträge bei uns im Jura war ich – als DOLINA-Vereinsvorstand – „schuld“. In meinem Dorf Prunn im Tal des hier nicht mehr existierenden Altmühlflüsschens lebe ich seit über 40 Jahren glücklich und titellos als der Herr Brenner.

Dr. Richard Constantini

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Zum damaligen Zeitpunkt war keine Dissertation nötig.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Assistentenstelle an Med. Klinik.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

1. Oberarzt an int. Klinik Innsbruck.

2. Direktor der privaten Klinik Hochrum.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Sehr viel! Bessere Ausbildung! Leichterer Zugang zur Literatur.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Unbeirrbare und konsequente Zielverfolgung. Wenn möglich unbedingt Auslandsaufenthalt.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Sehr wichtig!

Dr. Josef Michael Dezsy

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Ich habe die Situation des Burgenlandes untersucht und die nach dem Krieg fehlende Optimierung der Wirtschaftsorganisation festgestellt. Ergebnis war: Anwendung von Gelerntem um Ansätze an Betrieben und optimale Landwirtschaften zu schaffen – so etwa für Weinbau, Obst- und Gemüseanbau, auch Fleisch etc., empfahl aber auch weitere Schulung zu organisieren.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Die Promotion hat mir entsprechende Tätigkeiten und Stellung ermöglicht. Beginnend mit der Führung des Hotels der Presse-Leute anlässlich der Olympischen Spiele in Innsbruck. Dann stieg ich ins Gesundheitswesen unserer Spitäler ein: wurde von der Landesregierung Vorarlberg angestellt und wurde sehr bald Direktor des Landeskrankenhauses und mehrerer Bereiche des Gesundheitswesens. Dann Planung eines optimalen Neubaus in Feldkirch – besuchte mehrere Krankenhäuser in Europa und übernahm die Führung der Fertigstellung. In Wien übernahm ich die Führung des berühmten Privatkrankenhauses – das vom weltberühmten Prof. Billroth geschaffene „Rudolfinerhaus.“ Nebenbei unterrichtete ich an der Universität Wien Gesundheit / Krankenhausführung, zeigte den Studenten das Krankenhaus und hielt auch Vorträge an der Universität Sopron (Ungarn). Außerdem war ich Chefredakteur der Österr. Krankenhauszeitung. In diese Zeit fielen auch die von mir gegründeten „Hochschulkurse“, die ich anfangs mit Unterstützung von Prof. Andreae geführt habe. Nach seinem Tod durch den Flugzeugabsturz bei Hongkong wurde ich auch von Leitenden des Instituts gefragt ob ich seinen Posten an der Universität Innsbruck annehmen wollte.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Die Ausbildung und Weiterbildung führten all die Jahre in Österreich, Deutschland und Ungarn zur Mitarbeit bei Zeitungen, Vorträgen, Herausgabe von Büchern und universitäre Mitarbeit in München, Budapest, Sopron und Bratislava. Dadurch erhielt ich folgende Orden:

Ehrennadel in Gold NÖ,

Comendeurkreuz in Gold am Halsband des Malteserordens

Ehrenzeichen in Gold für Verdienste für die Republik Österreich

Großes Ehrenzeichen für Verdienste für die Republik Österreich

Ehrenzeichen der DELTA Univ. Akad. of Sciences Mansura Ägypten

Großer Orden mit Band der Univ. Jerusalem

Ehrenkreuz der Rep. Ungarn für Univ. Tätigkeit (Aufbau Abt. Gesundheit)

Ehrenkreuz Gold der Österr. Ärztekammer

Ehrenzeichen in Gold des Österr. Genossenschaftsverbandes

Durch mein Wissen auf diesem Gebiet wurde generell in Österreich die Leistung der Krankenhäuser von Ärzten auf Wirtschafsdirektoren übertragen. Später wurde auch die Chefin der Pflege in die Krankenhausleitung dazu genommen!

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Infolge des starken Ansteigens der Studentenanzahl können die Professoren nicht mehr tieferes Wissen und Zielmöglichkeiten den vielen Studenten nahe bringen und diskutieren. Professoren hatten damals viel mehr Zeit mit den Studenten das Lernen von Vorträgen zu üben und zu bearbeiten. Professoren boten den Studenten Möglichkeiten zu Firmen und Produktionen, zu Gesprächen und Arbeiten nahe zu kommen. Auch die Prüfungen mündlich oder schriftlich wurden mit den Studenten viel mehr und tiefer vorgenommen. Es wurden auch mehr Kennenlernen von einschlägigen Geräten, Produktionsziele von Firmen Firmenbesuche organisiert (weil eben weniger Studenten waren).

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Für die zukünftige Arbeitsplanung und Möglichkeiten sollten Studenten versuchen mit den Professoren und Assistenten ihre Begabung zu entdecken und Förderung zu erfahren. Das Problem ist möglicherweise die große Anzahl (ohne Aufnahmeprüfung) eine enorm zugenommene Zahl im Wirtschaftsstudium und das Streben nach raschem Abschluss um möglicherweise viel Geld zu verdienen – aber weniger Wissensmenge aufnehmen zu können. Dadurch entsteht die Gefahr für die Universitäten, sich von der Wissenschaftsbasis und den Voraussetzungen von Vielfältigkeit zu entfernen. Ich selbst verfolgte nach Beenden des Universitätsstudiums einerseits die Entwicklung neuer wirksamer Medikamente, der Technik der Geräte in Krankenhäusern, aber auch Statistiken zu lernen und zu verbessern. Besonders die Zunahme der alten Menschen und deren Behandlung durch neueste Geräte und Medikamente. Die Wirtschaft im Gesundheitswesen muss den Menschen dienen. […]

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Meine Verbindung zur Universität (aber besonders die private Verbindung) zu meinen Professoren war mit wichtig und mit ihnen auch mein Interesse (besonders mit Prof. Andreae und den Dozenten – aber auch einigen Kollegen) gemeinsame Aktionen, wissenschaftliche Arbeiten und Wissen zu stärken.

Dr. Günther Dillersberger

Dillersberger

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Nur 3 Rigorosen – spez. Romanum unzeitgemäß bzw. zu wenig praxis-orientiert.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Kein Problem mit offenen Stellen. Ich konnte sofort bei der Fa. Alpen Treuhand (heute KPMG) anfangen.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Weiterführende Berufsprüfungen – Steuerberater, Buch und Wirtschaftsprüfer. Grundlegende Rechtskenntnisse, Umgang mit Gesetzen, logisches Denken.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Mehr an die Praxis angenähert, um bessere Startposition für verschiedene Berufe zu erlangen.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Neben Spezialwissen, das ständig weiter verbessert wird (Fortbildung), den Hausverstand nicht zu vergessen, bzw. zu vernachlässigen. Über dem Recht den Menschen nicht zu vergessen. Das Recht ist für die Menschen da, nicht umgekehrt.

6. Wie wichtig ist /war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Hatte keine.

Dr. Herbert Ebenbichler

Ebenbichler

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Für den Doktor der Rechtswissenschaften gab es 1965 keine Dissertation. Neben den 3 Staatsprüfungen mussten wir 3 Rigorosen bestehen.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Durch die Promotion wurde der Einstieg in die juristischen Berufe wie Justiz, Anwalt, Notar, Verwaltung möglich. Ich wählte die Justiz. Nach der Rechtspraktikantenzeit wurde ich von der Justiz als Richteramtsanwärter übernommen und nach der Richterprüfung zum Richter ernannt. In diesem Beruf blieb ich bis Ende 2000, dann Ruhestand.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Im Richterberuf und in der Vorbereitung dafür wurde oft festgestellt, dass das Studium wenig praxisbezogen war. In der Karriere musste alles durch persönlichen Fleiß erarbeitet werden.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Durch mehr Fakultäten wurde das Fächerangebot sehr vergrößert (Technik!). Die Berufswahl wurde vielseitiger.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Wichtig ist das Erkennen der eigenen Fähigkeiten, der persönlichen Stärken, eben auch der Schwächen! Die Karriereplanung erfolgt persönlich, wird aber je nach sozialer Stellung, finanziellen Möglichkeiten, Bekanntschaften, Netzwerken und oft durch Zufall / Glück beeinflusst.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Den Ausbau der Universität habe ich immer verfolgt und besuchte auch viele Veranstaltungen. Auch meine Mitgliedschaft in einer CV-Verbindung förderte die Verbindung zur Universität.

Dr. Michael Engels

Engels

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Es gab damals keine Dissertation!

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Ein eigenständiges Leben. Die Gründung einer Familie. Ein Einkommen, das mir und meiner Frau und 2 Kindern ein zeitgemäßes Leben ermöglichte.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Das Studium war Grundlage meiner Karriere. Es hat gezeigt, dass nur mit einem Ziel vor Augen und gleichgesinnten Freunden ein Erfolg beschieden ist.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Die persönliche Nähe zu den Vortragenden war gegeben. Die Referenten und Studenten kannten sich. Das Lehren und Lernen beruhte auf Gegenseitigkeit.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Während des Studiums einzelne Abteilungen einsehen, die dem eigenen Wesen am ehesten entsprechen.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Mit der Uni hatte ich keine Verbindung mehr, da ich den Wohnort wechselte.

Dr. Peter Erhart

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

1965 war keine Dissertation vorgesehen.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Die Promotion zum „Dr. der gesamten Heilkunde“ hat für mich die Türen für einen spannenden, sehr abwechslungsreichen und erfüllenden Aufgabenbereich geöffnet. Mein Wunsch FA für Neurologie und Psychiatrie zu werden stand für mich schon früh fest, es war mir jedoch wichtig einen möglichst breiten Zugang zur Medizin zu finden. So habe ich vor meiner Facharztausbildung zuerst die Ausbildung zum Praktischen Arzt abgeschlossen. Es folgte 1 Jahr als wissenschaftlicher Assistent am Pathologischen Institut der Universität Innsbruck.

Ich kann diese umfassende Ausbildung aus heutiger Sicht nur weiterempfehlen. Dies einerseits vor dem Hintergrund der rasanten Spezialisierung und Subspezialisierung in den Fachdisziplinen und andererseits der gravierenden demografischen Entwicklung, welche eine ganzheitliche, fächerübergreifende Betrachtung und Behandlung multimorbider Krankheitsbilder alter Menschen dringend erforderlich macht.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Diese breite Ausbildung hat in mehrfacher Hinsicht geholfen, dass ich den Aufbau der modernen klinischen Akutgeriatrie in Österreich wesentlich mitgestalten und die Universitätsklinik für Geriatrie in Salzburg als Referenzabteilung für weitere Entwicklungen in Österreich realisieren konnte.

In dieser Aufgabe lagen jedoch auch die größten Herausforderungen meines Arbeitslebens. Der öffentliche Auftrag, die notwendigen Strukturen und Zielsetzungen für eine effiziente klinische Akutgeriatrie zu konzipieren war eine anstrengende aber positive Aufgabe. Den neuen, interdisziplinär orientierten Akutversorgungsbereich gegen den Widerstand der etablierten Fachdisziplinen durchzusetzen war dagegen äußerst mühsam und belastend.

Die Aufnahme des Bereiches „Akutgeriatrie und Remobilisation“ in den Österreichischen Krankenanstaltenplan 2003, der vielbeachtete Neubau der heutigen Universitätsklinik für Akutgeriatrie und die fast 30-jährige Verantwortung für die große Abteilung und die gute Zusammenarbeit in einem großen multiprofessionellem Team waren meine größten beruflichen Erfolge – aufbauend auf die Promotion vor 50 Jahren.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Zur Universität Innsbruck bestanden nach der Turnusausbildung an der Universitätsklinik Innsbruck nur mehr sporadische Kontakte.

Durch die Mitarbeit am Aufbau der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) Salzburg ergaben sich später Unterrichtsverpflichtungen in Geriatrie spezifischen Fragestellungen und Einsichten in universitäre Abläufe.

Die große Zahl an Studenten, die unzureichenden Ausbildungsplätze, restriktive Aufnahmebedingungen, manche Prüfungsmodalitäten und verschiedene Ausbildungsdefizite sehe ich kritisch.

Zugleich muss man anerkennen, dass es in den letzten Jahrzehnten zu einem massiven Wissenszuwachs gekommen ist, was wiederum diagnostische und therapeutische Möglichkeiten geschaffen hat, welche zur Zeit meiner Promotion nicht vorstellbar waren.

Neben dem rasch wachsenden fachspezifischen Wissen und Handeln wird jedoch in Anbetracht der demografischen Entwicklung der Aufbau einer ganzheitlich orientierten Grundversorgung von großer Bedeutung werden. Die Geriatrie kann - bei entsprechender Unterstützung - dazu einen wesentlichen Beitrag leisten.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Der Erfolg ärztlicher Tätigkeit ergibt sich allgemein nicht aus medizinischem Fachwissen allein. Aus meiner langjährigen Erfahrung kann ich feststellen, dass positive soziale und zwischenmenschliche Fähigkeiten gleichermaßen von erheblicher Bedeutung sind. Kommen genannte Aspekte zusammen sind beste Voraussetzungen für ein erfolgreiches ärztliches Berufsleben gegeben.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Wie bereits ausgeführt bestanden wichtige Verbindungen zur PMU Salzburg, sie haben für die Entwicklung und öffentlichen Wahrnehmung der Geriatrischen Abteilung eine sehr positive Plattform abgegeben.

Dr. Heimo Grabherr

Grabherr

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Keine Dissertation

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Zugang zur medizinischen Karriere

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Einführung der mikrochirurgischen Operationen (nach entsprechender Ausbildung im KH Rechts der Isar in München) im Unfallkrankenhaus Salzburg (1977/78). Später umfassende Gutachtertätigkeit am Landesgericht Salzburg und anderen Gerichten (nach zusätzlich abgeschlossenem Jus-Studium an der Univ.-Salzburg).

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Schwer beurteilbar, da jetzt kaum noch Zugang besteht.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

So wie auch früher Ehrgeiz und Fleiß, jedoch immer die menschlichen Beziehungen im Auge.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Schon sehr wichtig, aber durch die örtliche Trennung vielleicht etwas zu wenig praktiziert.

Dr. Kandidus Graiff

Graiff

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Entscheidungshilfe für die Südtiroler Weinwirtschaft auf dem Weg der EWR.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Erreichen von Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im Öffentlichen Dienst.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Sanierung der Finanzen und der Verwaltung der Gemeinde Ellmau nach der Selbstauflösung des Gemeinderates als Amtsverwalter im Auftrag der Tiroler Landesregierung im Jahr 1973.

Sanierung des konkursreifen Landesunternehmens „Tiroler Landesreisebüro“ und Weiterentwicklung zu einem der rentabelsten Reiseunternehmen Österreichs mit anschließender Privatisierung ohne wesentliche Veränderung des Personalstandes (140 Mitarbeiter).

Volkswagen Markenkongress 1998 in Tirol – Nach österreichweiter Ausschreibung Erhalt des Zuschlages für die Beschaffung von 500 Personen Service- und Betreuungspersonal und alleinige Verantwortung für deren Einsatz im Rahmen des größten von VW jemals veranstalteten Markenkongresses (15.000 Autohändler aus aller Welt wurden in 15 Tagen betreut).

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Zu meiner Studienzeit war die Ausbildung nicht so spezialisiert wir es heute der Fall ist, wir mussten uns nicht schon bei Studienbeginn für ein Spezialfach entscheiden, um einen bestimmten Beruf ergreifen zu können. Ich finde die auch heute noch richtig, denn für Spezialausbildungen sind die Fachhochschulen da. Wir hatten dafür die Möglichkeit, mit unseren Professoren über Probleme zu diskutieren, da uns mehr Zeit zur Verfügung stand. Zudem hat der Zulauf auf die Universitäten aufgrund der – meiner Meinung nach unrichtigen gesellschaftspolitischen Ansicht – dass man ohne Studium kein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft sei, nur zur Folge, dass es an geeigneten Arbeitsplätzen für viele Studienabgänger fehlt und jeder „Nichtstudierte“ als Mitglied zweiter Klasse in der Gesellschaft angesehen wird. Sicher sollte jeder die Möglichkeit haben, ein Studium zu absolvieren, wenn er die nötigen Voraussetzungen dafür hat und nicht um jeden Preis.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Auf das festgelegte Ziel mit ganzer Energie und Hartnäckigkeit hinarbeiten und die Universität nicht als Supermarkt zu betrachten, bei der man jederzeit umsteigen kann, um die Studienrichtung zu ändern.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Abgesehen von einigen Fachvorträgen hatte ich aufgrund meiner beruflichen Tätigkeit wenig Verbindung zur Universität.

Dr. Lambert Grünauer

Grünauer

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Keine Dissertation. Laut Studienordnung damals nicht vorgesehen (1965).

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Zahlreiche berufliche Möglichkeiten. Zur „Weichenstellung“ war dann die Gerichtspraxis dienlich.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Herausforderungen: Als Zivilrichter unvoreingenommen und, wenn möglich, ausgleichend zu wirken.

Erfolge: Schwer zu beurteilen. Es kommt aber immer noch vor, dass sich Menschen positiv über meine Tätigkeit äußern. Was mich auch freut. Beitrag des Studiums: Basis für die Abwicklung der richterlichen Anforderungen.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Hier kann ich nur auf meine Erfahrungen mit den zugeteilten Rechtspraktikanten und Richteramtsanwärtern verweisen: Ich habe den Eindruck, dass die Absolventen praxisnäher ausgebildet werden, dass sie sich mehr mit Literatur befassen und auch damit umgehen können. Manchmal überraschen Detailkenntnisse, manchmal fehlt aber auch eine umfassend geprägte Gesamtschau.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Möglichst frühzeitige Orientierung (z.B. Rechtshörertätigkeit bei Gericht schon während des Studiums; Büroarbeiten und Hilfsdienste in einer Anwaltskanzlei oder bei einem Notar oder in der Wirtschaft usw.)

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Leider nicht sehr, zumal ich nicht mehr in einer Universitätsstadt lebte.

Dr. Areti Guioulami

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

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2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Die Möglichkeit eine Anstellung zu finden.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Als Psychiater die Mentalität und Kultur meiner Patienten zu verstehen und emotional großzügig gegenüber anders Denkenden zu werden, vor allem gegenüber anders Denkenden generös zu werden. Ich studierte in einer Zeit, da Ausländer von Innsbruckern als Menschen 2. Klasse angesehen oder betrachtet wurden (ich bin Griechin). Dies prägte meine Entwicklung sehr stark. Dafür bin ich dankbar. Meine Studienkollegen und besonders meine Kolleginnen waren sehr offen und gaben mir das Gefühl der Zugehörigkeit. Ich bin sehr froh, in Innsbruck studiert zu haben, weil ich es sehr familiär erlebte.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Der universitäre Betrieb ist viel offener, das autoritäre Gehabe ist abgebaut und Professoren begegnen ihren Studenten als Gleichberechtigte. Die Wissenschaft hat sich entwickelt und die Medizin geht neue Wege.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Werden Sie das, was Sie sind.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Nicht wichtig.

Dr. Alois Michael Haller

Haller

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Zu unserer Zeit haben die Mediziner keine Dissertation geschrieben.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Ausbildungsmäßig viele; eine Woche nach der Promotion hatte ich schon das Ausbildungs-Angebot von drei verschiedenen Kranken-Anstalten.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Der gute Ruf unserer Universität und die gediegenen Ausbildungs-Stellen sowie der dort überall geforderte und persönlich gewollte Einsatz.. Nach dem Motto: nur was man gerne tut, macht man gut..

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Sie ist mit der Zeit gegangen und hat ihren guten Ruf noch gesteigert.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Die gebotene Ausbildung fleißig zu nutzen und entsprechend anzuwenden.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Die Uni bleibt ein heiliger Ort für mich.

Dr. Ignaz Hammerer

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Nicht zutreffend.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Ein gutes Prüfungsprotokoll hat mir ermöglicht, wenige Tage nach der Promotion eine Universitätsassistentenstelle an der Kinderklinik anzutreten. Gut 2 Jahre später konnte ich die Pädiatrieausbildung in Nimwegen/Holland ergänzen und fortsetzen mi einer Spezialisierung in der Kinderkardiologie. Die vom Studium her gegebenen Voraussetzungen haben gut ausgereicht, um die Aufgaben zu meisten. Die in Holland besser strukturierte klinische Ausbildung und ein wissenschaftlich stärker stimulierendes Ambiente haben den Werdegang mehr und nachhaltiger beeinflusst, als es in Innsbruck möglich gewesen wäre.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Am schwersten zu bewältigen war durch alle Jahre hindurch der Spagat neben der klinischen Tätigkeit, wissenschaftliche Aufgaben zu bewerkstelligen. Am meisten Freude hat mir die Lehre gemacht und das Gelingen eines guten Teamworks mit den Nachbarfächern Intensivmedizin, Herzchirurgie, Erwachsenenkardiologie und Radiologie. Auch die Kooperation mit den Patienteneltern ist zunehmend zu einem zwar anspruchsvollen, aber sehr dankbaren Bereich geworden.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Die Fortschritte der Wissenschaft sind faszinierender denn je! Die Herauslösung der Medizin aus der LFU war ein Schildbürgerstreich, der immer noch weh tut. Eine legistische Neuordnung der medizinischen Fakultäten und vor allem unabhängiger Budgetierung um den heutigen Anforderungen gerecht werden zu können, ohne dass die anderen Fakultäten zu kurz kommen können, und eine respektvolle, sachbezogene und weitsichtige Zusammenarbeit zwischen Universität und Krankenhausträger hätten viel, viel Geld erspart und enorme menschliche Ressourcen nicht von der Wissenschaft und der Patientenbetreuung abgehalten.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Fleißig sein, vernetzt denken, die Humanität und den Humor nicht aufgeben.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Die Universität war meine Existenzgrundlage. Die Entwicklung der letzten 10 Arbeitsjahre haben mir den Abschied aber leicht gemacht.

Dr. Arno Heller

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Die Dissertation über die „Die Sprachwelt in Jacob Böhmes Morgenröte (1612) untersucht die Natursprachenlehre des schlesischen Naturmystikers anhand seines Hauptwerkes. In ihr vollzog er erstmals den Schritt von der barocken Theosophie, Pansophie und Alchimie zur Naturphilosophie. Die späteren Philosophen des deutschen Idealismus, vor allem Schelling und Hegel, und die Dichter der Romantik – auch in England und Amerika – griffen auf ihn zurück.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Die Dissertation eröffnete mir eine universitäre Laufbahn und führte später zu einer ordentlichen Professur im Fach Anglistik und Amerikanistik an der Universität Graz.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Die größte Herausforderung war der Übergang von der Germanistik zu Anglistik und Amerikanistik anhand eines Anschlussstudiums (Mag. phil.) an der University of Sussex, England. Die größten Erfolge war eine primo loco-Berufung an die Universität Tübingen und kurz darauf eine weitere an die Universität Graz. Diese nahm ich an, leitete zehn Jahre das Institut für Amerikanistik und war zwei Jahre Dekan der geisteswissenschaftlichen Fakultät. Das Studium in Innsbruck gab mir den nötigen Freiraum, meine Forschungsinteressen zu entfalten.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Die Universität hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verschult und technokratisiert und die Wissenschaft wurde zum Teil überspezialisiert. Dadurch wurden Freiräume verringert.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Eine Karriere sollte nicht „geplant" werden, sondern ergibt sich aus der intensiven, interessensgeleiteten und kreativen Verfolgung von Zielen.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Die Verbindung zur Universität war mir zeitlebens wichtig und zentral.

Dr. Hermann Jehle

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

„Naturschutz - Naturschutzmaßnahmen und ihre Einwirkungen auf die Eigentumsgarantie in der Bundesrepublik Deutschland" war Thema meiner Dissertation. Schwerpunkt meiner Arbeit war die Abgrenzung zwischen der Sozialbindung des Eigentums und einer Enteignung. Dieses Problem hatte unter der Fortgeltung des Reichsnaturschutzgesetzes von 1935 als Landesrecht gewisse Schwierigkeiten bereitet und gerade im Bereich des Naturschutzes die Rechtsprechung stark beschäftigt. Inzwischen haben das Bundesnaturschutzgesetz und die Naturschutzgesetze der Bundesländer das Reichsnaturschutzgesetz abgelöst, so dass die Abgrenzungsproblematik an Schärfe verloren hat.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Bei meiner ersten Bewerbung nach meiner Promotion bei einem Fachverlag für Steuer- und Wirtschaftsrecht war neben der Promotion der Umstand ausschlaggebend, dass ich im Seminar bei den Herren Professoren Andreae und Ermacora einen mit Auszeichnung bewerteten Vortrag zu einer steuerrechtlichen Problematik (Parteispende) gehalten hatte und das Manuskript vorlegen konnte. Als Redakteur der Fachzeitschrift Steuer- und Wirtschafts-Kurzpost hatte ich wirtschafts- und steuerrechtliche Themen intensiv zu bearbeiten. Nach vierjähriger Redakteurstätigkeit wechselte ich zur Industrie- und Handelskammer Freiburg und wurde Leiter Abteilung Recht und Steuern. Neben meiner bisherigen Tätigkeit wurde auch auf die Promotion großer Wert gelegt.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Mir kam es weiniger auf eine Karriere an als vielmehr darauf, dass ich an meiner Arbeit Freude hatte und sie mich auch befriedigte. Herausforderungen gab es immer wieder, seien es schwierige Rechtsgutachten, Führung von Prozessen oder heikle Beratungsfälle. Besonders wurde ich aber herausgefordert durch meine wiederholte Berufung als Mitglied in den Finanz- und Steuerausschuß beim Deutschen Industrie- und Handelstag in Bonn, in welchem ich etwa 20 Jahre aktiv mitarbeitete. Ferner fühlte ich mich durch meine Berufung als Dozent für den Studiengang Immobilienwirt (VWA-Diplom bei der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie für den Regierungsbezirk Freiburg herausgefordert. Ich lehrte da ca. 25 Jahre Handel- und Gesellschaftsrecht. Eine echte Herausforderung war m.E. die Information der Kammermitglieder über den Fortgang der Reform der Umsatzsteuer für die Vollendung des Binnenmarktes aufgrund der 4. EG-Richtlinie (Binnenmarkt). Die deutsche Übersetzung des Richtlinientextes entsprach nicht unserer Gesetzessprache und war kaum verständlich. Selbst die Experten im Bundesfinanzministerium brauchten geraume Zeit für den Referentenentwurf eines neuen Umsatzsteuergesetzes (Mehrwertsteuer).

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Die Universitäten sind allgemein gegenüber meiner Studienzeit stark verschult. Mit der Zunahme der Studentenzahlen ist m.E. der akademische Lehrkörper nicht mitgewachsen, was Kontakte zwischen Professoren und Studenten sehr erschwert.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Diese Frage kann sich nur auf Studenten beziehen, deren Berufsziel noch nicht klar vorliegt. Für Unsichere macht es die Vielzahl der Studieninstitute und Studiengänge recht schwierig, sich zurechtzufinden. Sie können die Studienberatung nutzen. Es gibt aber auch im Vorfeld Veranstaltungen in Schulen, berufsständischen Kammern u.ä. Veranstaltungen für Interessenten, bei denen Praktiker aus den verschiedensten Berufen, Berufsbilder vorstellen und aus ihrer Berufserfahrung berichten. Sinnvoll kann es auch sein, nach dem Abitur erst eine Berufsausbildung zu absolvieren.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Als Studienstadt ist mir Innsbruck und seine Umgebung ans Herz gewachsen. Trotz manchem Gang durch das Kollegiengebäude habe ich dort keine Bekannte mehr angetroffen, so dass insoweit der Kontakt zur Universität Innsbruck verloren ging. Umso mehr freute ich mich über Ihre Einladung zur goldenen Promotionsfeier. Durch meine berufliche Tätigkeit in Freiburg habe ich aber guten Kontakt zur hiesigen Universität gefunden, an der ich auch mein Jurastudium absolviert hatte.

Dr. Rudolf John

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Es gab keine Dissertation

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Damals freie Krankenhausplätze selbst wählen

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Eine erfolgreiche Allgemeinpraxis zu führen und meine Tätigkeit in der Standespolitik

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Praktisch alles.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Bei allen Ihren medizinischen Aufgaben + Tätigkeiten Mensch bleiben und die Patienten als solche behandeln

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Es gab keine Verbindung mehr.

Dr. Jörg Kaiser

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Die Antwort entfällt bei mir, da ich als Jurist seinerzeit keine Dissertation abgeben musste sondern aufgrund der mündlichen Rigorosen das Doktorat erwarb.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Die Promotion hat mir die Möglichkeit eröffnet, den Beruf als Rechtsanwalt einzuschlagen. Das Doktorat war seinerzeit (!) Voraussetzung für diesen Beruf.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Die Rechtsanwaltsprüfung war eine weitere Voraussetzung für den RA-Beruf. Später war ich längere Zeit Mitglied des Disziplinarausschusses der Vorarlberger Rechtsanwaltskammer.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Die Anzahl der Studenten har sich gegenüber meiner Studienzeit dramatisch vergrößert.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Habe keinen allgemeingültigen Karriereplan an der Hand.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Ich war (bzw. bin noch) bei einer farbentragenden Hochschulverbindung aktiv und habe auch dadurch einen lebendigen und lebenslangen Kontakt zu meiner ehemaligen Universität.

Dr. Gert Kastner

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Für Jus-Studenten war in den 60er Jahren keine Dissertation erforderlich.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Zulassung zum Gerichtsjahr als Rechtspraktikant und Tätigkeit als Rechtsanwaltsanwärter.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Abwicklung teils großer Insolvenzen als Masseverwalter nach abgelegter Rechtsanwaltsprüfung.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Die Anzahl der Studierenden und der Einzelprüfungen hat sich erhöht; bereits während des Studiums gibt es heute Möglichkeiten zur Spezialisierung

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Sich durch Zusatzausbildung/en Vorteile verschaffen und damit bei Bewerbungen punkten.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Ich habe etliche Fortbildungsseminare und Vorträge an der Universität besucht und dadurch Fachkenntnisse vertieft.

Dr. Anton Keifl

Keifl

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Nicht zutreffend.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Ein gutes Prüfungsprotokoll hat mir ermöglicht, wenige Tage nach der Promotion eine Universitätsassistentenstelle an der Kinderklinik anzutreten. Gut 2 Jahre später konnte ich die Pädiatrieausbildung in Nimwegen/Holland ergänzen und fortsetzen mi einer Spezialisierung in der Kinderkardiologie. Die vom Studium her gegebenen Voraussetzungen haben gut ausgereicht, um die Aufgaben zu meisten. Die in Holland besser strukturierte klinische Ausbildung und ein wissenschaftlich stärker stimulierendes Ambiente haben den Werdegang mehr und nachhaltiger beeinflusst, als es in Innsbruck möglich gewesen wäre.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Am schwersten zu bewältigen war durch alle Jahre hindurch der Spagat neben der klinischen Tätigkeit, wissenschaftliche Aufgaben zu bewerkstelligen. Am meisten Freude haben mir die Lehre gemacht und das Gelingen eines guten Teamworks mit den Nachbarfächern Intensivmedizin, Herzchirurgie, Erwachsenenkardiologie und Radiologie gemacht. Auch die Kooperation mit den Patienteneltern ist zunehmend zu einem zwar anspruchsvollen aber sehr dankbaren Bereich geworden.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Die Fortschritte der Wissenschaft sind faszinierender denn je! Die Herauslösung der Medizin aus der LFU war ein Schildbürgerstreich, der immer noch weh tut. Eine legistische Neuordnung der medizinischen Fakultäten und vor allem unabhängiger Budgetierung um den heutigen Anforderungen gerecht werden zu können, ohne dass die anderen Fakultäten zu kurz kommen können, und eine respektvolle, sachbezogene und weitsichtige Zusammenarbeit zwischen Universität und Krankenhausträger hätten viel, viel Geld erspart und enorme menschliche Ressourcen nicht von der Wissenschaft und der Patientenbetreuung abgehalten.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Fleißig sein, vernetzt denken, die Humanität und den Humor nicht aufgeben.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Die Universität war meine Existenzgrundlage. Die Entwicklung der letzten 10 Arbeitsjahre haben mir den Abschied aber leicht gemacht.

Dr. Gerhard Liebl

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Das Studium der Rechtswissenschaften sah seinerzeit keine Dissertation vor. Vielmehr waren 3 Rigorosen abzulegen, die einen wesentlich umfassenderen Wissensstand erforderten, denn die Abfassung einer Dissertation zu einem einzigen Thema betraf vermutlich nur eine kleine Sparte der gesamten Rechtswissenschaft.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Für meine Tätigkeit im öffentlichen Dienst war die Promotion Voraussetzung für die Erlangung einer leitenden Funktion.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Die Tätigkeit im damals erst sich entwickelnden Umweltschutz mit seinen vielen Facetten erforderte nicht nur Gesetzeskenntnis sondern durch Basiswissen z.B. in Chemie, Physik, Technik… Die im Studium erworbene Fähigkeit, Problemlösungen schrittweise und analytisch zu finden, konnte gerade bei der notwendigen Abfassung der vielen neuen Umweltvorschriften angewendet werden.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Neue und auch globalere Wissensbereiche führten sicherlich zu geänderten Wissensbereichen und Lehrmethoden. Bei den Rechtswissenschaften führt eine eingetretene Spezialisierung leider zu Einseitigkeit, die sich in der Rechtsprechung bei Gericht und Verwaltung deutlich erkennbar macht.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Trotz Aufgliederung des Studiums in Einzelprüfungen soll der Gesamtüberblick erhalten bleiben. Besonders soll aber auch die lehrfreie (vorlesungsfreie) Zeit für die Anwendung in der Praxis genutzt werden und zwar bei Gericht, Verwaltung, Anwälten. Damit wird die Wahl des künftigen Tätigkeitsbereichs erleichtert und umgekehrt die Stellenbewerbungschancen verbessert.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Die Tätigkeit im Umweltschutz erforderte immer wieder Kontakte zur Universität, speziell im Bereich der Naturwissenschaften. Hilfestellungen wurden immer wieder auch durch Mitwirkung in Kommissionen und Beiträten gewährt.

Dr. Richard Mahlknecht

Mahlknecht

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

KEINE medizinische Dissertation

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Die Tür zu einem spannenden, abwechslungsreichen und verantwortungsvollen Beruf und damit zu einem erfüllten Leben.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Karrieremäßig die größten Herausforderungen waren wohl die 2 Facharztausbildungen an 2 italienischen Universitäten bei gleichzeitiger Arbeits- und Fortbildungsleistung – und die nationale Befähigungsprüfung für ein entsprechendes Primariat in Rom; fernen die Ausbildung in Basel und die 30-jährige Tätigkeit als freiberuflicher Internist-Gastroenterologe im Belegkrankenhaus in Bozen.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Für mich als Auswärtigen kaum zu beurteilen. Ein Punkt der Veränderung: der erschwerte Zugang durch eine Aufnahmeprüfung für ein Studium an der Medizinischen Universität als Notbremse für den enormen Andrang, der zu unserer Zeit als solcher nicht bestand.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Eine gediegene medizinische Grundausbildung, viel Fleiß und Ausdauer, auch in schwierigen Situationen und stetige Weiterbildung zum Erreichen der geplanten oder erwünschten Destination.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Die Verbindung zur Universität nach Abschluss des Studiums war mir sehr wichtig, speziell im Hinblick auf eine gute Zusammenarbeit in fachspezifischen Bereichen, die stets großartig gegeben war.

Dr. Wilhelm Margreiter

Margreiter

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Grade als in der psychologischen Hauptvorlesung die Zwillingsforschung thematisiert wurde, ergab es sich zufällig, dass sich in meiner jungen Familie zweieiige Zwillinge (Buben) einstellten. Im Einverständnis mit meinem damaligen Professor Prof. Dr. J. Kohler konzipierte ich eine Dissertation mit dem Thema „Frühe Genese des Charakters und sprachliche Entwicklung zweieiiger Zwillinge“. Anhand einer umfangreichen Materialsammlung konnte dargestellt werden, dass Eigenarten des Charakters (Temperament, Nachahmungsbereitschaft, Initiative, Konzentration, Ausdauer) mit der Sprachentwicklung sowohl in quantitativer (Wortschatz) als auch in qualitativer (Aussprache, Grammatik) Hinsicht hoch korrelieren.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Mein Berufsziel war – ich war damals Übungsschullehrer an der Lehrerbildungsanstalt – Pädagogikprofessor an der LBA zu werden. Mit dem Schulorganisationsgesetz 1964 wurde festgelegt, dass mit Herbst 1968 die LBA als Anstalt für die Pflichtschullehrerausbildung auslaufen und die „Pädagogische Akademie“ beginnen soll. Als Anstellungserfordernis für einen Professor in einem humanwissenschaftlichen Fach wurde ein einschlägiges Doktorat verlangt. Ein diesbezügliches Erkennungsdekret erhielt ich am 28.08.1968. Zugewiesen wurde mir das Fach „Erziehungswissenschaft“.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Möglichst rasches und effizientes Einarbeiten in die Materie und Fachliteratur. Der Unterricht erfolge in Form von Vorlesungen und Seminaren. Dabei kam mir zugute, dass ich auf der Universität außer meinem Hauptfach Psychologie auch Studien besonders in Philosophie aber auch in klassischer Philologie absolviert hatte. Auch für die formale Gestaltung des Unterrichtsbetriebes konnte ich einiges von dem übernehmen, was ich auf der Universität kennengelernt hatte. Im Übrigen war es für mich sehr wertvoll dass ich über einen reichen Schatz an Erfahrungen aus meiner 18-jährigen Schulpraxis verfügen konnte. Nach zehn Jahren als Professor für Erziehungswissenschaft an der Päd. Akademie wurde ich zum Landesschulinspektor für die allgemeinbildenden Pflichtschulen in Tirol ernannt.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Von meinen vier Kindern und sechs Enkeln, die inzwischen ein akademisches Studium abgeschlossen haben, weiß ich: Sicher in Bezug auf didaktische Lehrhilfen und der Nutzung von Möglichkeiten über das Internet usw. was sich in diesen 50 Jahren alles geändert hat, war damals nicht vorstellbar. Nur: Der Nürnberger Trichter wurde noch nicht erfunden. Ernsthaftes Studium ist immer noch harte Arbeit.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Eine sichere Beherrschung der englischen Sprache in Wort und Schrift ist heute unabdingbare Voraussetzung in allen Studienrichtungen. Es ist auch zu empfehlen sich beraten zu lassen, welche Studienrichtungen den vorhandenen Begabungen entsprechen und welche Lehrinhalte angeboten werden, die den Berufswunsch fördern. Eine solide propädeutische Einführung in das Fach hilft, dass man schon bei den ersten Lehrveranstaltungen mitkommt. Es weitet auf alle Fälle den Horizont, wenn man in einer späteren Phase des Studiums ein oder mehrere Auslandssemester einlegt.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Irgendeine Verbindung zur Universität nach Abschluss des Studiums war mir leider nicht möglich, weil meine Arbeit an der Pädagogischen Akademie und am Pädagogischen Institut mich voll beanspruchte. Als Landesschulinspektor war ich auch zuständig für die wissenschaftliche Betreuung von Schulversuchen. Dabei kam es mehrfach zu einer guten Zusammenarbeit mit dem Institut für Erziehungswissenschaften an der Universität.

Dr. Gerhard Michlmayr

Michlmayr

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Als Mediziner war es nicht notwendig eine Doktorarbeit zu schreiben.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Als Jung-Ärzte waren wir damals von den Krankenhäusern sehr gesucht.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

1. Durch sehr gutes Rigorosum erhielt ich nach 2 Jahren eine Assistentenstelle an der Klinik Innsbruck.

2. An der Klinik wissenschaftliche Arbeit und Habilitation 1978.

3. Durch die Habilitation ab 1979 Privatarztstelle in Linz.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

1. Durch Massenbetrieb unpersönlich

2. Heute weniger Zeit für persönliche Betreuung von Studenten und jungen Assistenten

3. Verbesserung: Erleichterung von Auslandsaufenthalten

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

1. In den Ferien Arbeit an in Frage kommenden Stellen

2. Auslandsaufenthalte

3. Wissenschaftliches Arbeiten (steigert kritisches Denken)

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

1. Sehr wichtig, bis 1978 an der medizinischen Klinik beschäftigt

2. Ab 1979 regelmäßige Vorlesungen

3. Eigene Mitarbeiter zu Ausbildungszwecken an die Klinik geschickt

Dr. Günter Mignon

Mignon

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Eine Dissertation ist beim Studium der Medizin seinerzeit nicht gefordert worden, so dass ich diese Frage auch nicht beantworten kann.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Nach Absolvierung der sogenannten „Gegenfächer" die Ausbildung zum Facharzt für Radiologie, ein Fach das mich ein ganzes Berufsleben lang fasziniert hat. Nie habe ich meine Entscheidung bereut.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Ich war bis 2006 im Innsbruck als niedergelassener Radiologe tätig, ziemlich erfolgreich, ohne Studium wäre das natürlich nicht möglich gewesen.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Ein Studienplatz war im Gegensatz zu heute relativ leicht zu bekommen, die dadurch etwas umstrittenen Ausleseverfahren nicht notwendig. Mir tun viele junge Leute leid, die ihren „Traum“-Beruf nie auszuüben im Stande sein werden!

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Geduld, Ausdauer, Respekt und Liebe zu allen Menschen, vornehmlich zu den Kranken.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Die Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik war sehr wichtig, allerdings oft nicht ganz leicht! Die Akzeptanz der sog. „Niedergelassenen“ von Seiten der Klinikärzte gehört sicher punktuell verbessert!

Dr. Walter Moser

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Klar definiertes Ziel. Erprobte Methoden. Ebenmäßig in Freiland- und Laborarbeit.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Forschung und Lehre in Universitäten.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Beiträge zu den UNESCO-Programmen IBP und MaB („Internationales Biologisches Programm“ und „Mensch und Biospäre“); Berufung an die Universität von Alberta, Canada. Das Studium war damals sehr vielseitig.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Ich kenne die heutigen Verhältnisse in Österreich nicht ausreichend, um das zu beantworten-

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

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6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

-

Dr. Caroline Murschetz

Murschetz

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

„Beiträge zur Geschichte Merans im 18. Jhd“ - Eine Beschreibung der Entwicklung Merans aus einer Zeit des Niedergangs zur Schulstadt „Vom Kuhstadtl zum Schulstadtl“.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Berechtigung zum Unterricht in der Mittelschule in Südtirol, Anstellung in der Universitätsbibliothek Innsbruck in der Titelaufnahme.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

In dieser Zeit Kinder und Beruf zu verbinden.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Gewaltig, moderne Unterrichtsmethoden, neue Technologie, andere Unterrichtsverteilung. Früher viel engerer Kontakt zu den Universitätsprofessoren.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Sich am Arbeitsmarkt umsehen und dann das Richtige wählen.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Dank meiner Tochter Verena ist mein Verhältnis zur Universität immer lebendig und interessant geblieben.

Dr. Paul Nester

Nester

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Diss.-Thema „Nachfragemacht und Kartellgesetz“ ist nach wie vor äußerst aktuell. Die Bestrebungen von Edeka und Tengelmann, ihre beiden Supermärkte zwecks Erhöhung ihrer Marktmacht zu fusionieren wurde vom Bundeskartellamt abgelehnt, um eine zu starke Stellung der beiden Nachfrage-Organisationen zu verhindern. Nun wird von Edeka und Tengelmann ersatzweise eine Ministererlaubnis beantragt.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Vom 01.01.1961 bis 31.07.1989 war ich ausschließlich im familieneigenen Betriebsbereich tätig. Die Tatsache meiner Promotion spielte hier eine geringere Rolle. Anders ist meine Stellung im Fachverband Betonstahlmatten zu beurteilen. Hier hat mir die Promotion in jedem Fall geholfen.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

In den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde ich in verschiedene Funktionen des Fachverbands Betonstahlmatten, Düsseldorf gewählt. Dazu gehörte auch meine Mitgliedschaft im Strukturkrisenkartell der Hersteller von Betonstahlmatten. Ich nahm an verschiedenen Sitzungen im Bundeskartellamt in Berlin teil. Die im Zusammenhang mit meiner Dissertation erworbenen Kenntnisse, die Hilfestellung von Herrn Univ.-Prof. Dr. Andreae und dessen Mannschaft waren für mich Voraussetzung dafür, dass die damals völlig neue Aufgabenstellung von mir bewältigt werden konnte.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Ich habe nur ungefähre Vorstellungen.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Ich halte es für sinnvoll, wenn das Studium an der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät in der Planung „nicht zu eng“ gefasst wird. So ist m.E. anzustreben, dass eine Lehrzeit dem eigentlichen Studium vorangestellt wird.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Die Verbindung zur Universität ist gewiss wichtig. In meinem Fall ergab sich allerdings keine Möglichkeit.

Dr. Peter Oppitz

Oppitz

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Es war 1965 keine Dissertations-Arbeit erforderlich.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Meine Berufung zum Arzt (nicht nur Mediziner) ein Leben lang zu verwirklichen.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Meine Karriere war mir zweitrangig (Oberarzt Innere Medizin des AKH Wels), im Vordergrund stand für mich die Arbeit und Weiterbildung in der Hämato-Onkologie u.a. Universitätsklinik Zürich – Aufbau der Hämato-Onkologie im AKH Wels.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Durch die rasante Entwicklung der medizinischen Wissenschaft – geringe Betreuung der einzelnen Studenden…

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

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6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

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Dr. Helmut Pircher

Pircher

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Hauptpunkte meiner Dissertation waren die Finanzierungsmöglichkeiten und die Verschuldungsgrade der alpinen Landwirtschaft in Österreich, Südtirol und der Schweiz (ein Vergleich). Überraschender Weise stellte sich dabei heraus, dass die Verschuldung der Schweizer Landwirtschaft mit großem Abstand am höchsten war. Einer der Gründe: die sog. „ewigen Darlehen“, d.h. der Kreditnehmer zahlt nur die Zinsen, Kapitalrückzahlungen erfolgen nicht. In Österreich und Südtirol wurden viele Hypotheken in den Zeiten hoher Inflation und der Kriegswirren zurückgezahlt. Nach dem 2. Weltkrieg war der Verschuldungsgrad daher sehr gering. Andere wichtige Punkte der Dissertation waren 1) die große Bedeutung des wirtschaftlichen / finanziellen Zustands der alpinen Landwirtschaft und dessen Auswirkung auf andere Branchen (insbes. Tourismus) und 2) die kulturelle Bedeutung des Bergbauerntums. „Die Arbeit des Bergbauerntums ist Kulturschaffen im ursprünglichen Sinn des Worts“.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

In Westösterreich, besonders aber international – vor allem im angelsächsischen Raum – hat mir die Promotion höchstens Türspalten geöffnet. Sicher werden etliche Menschen einen Doktor so einschätzen „Dumm wird er nicht sein, er hat ja studiert“, aber automatisch öffnet die Promotion keine Türen. Letztlich zählen Ideen, Einsatz, Leistungswille u.ä.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Die größten Herausforderungen:

Die Übernahme der Verantwortung 1) für den Bereich „Internationales Geschäft“ in der BTV (Bank für Tirol und Vorarlberg) und 2) für den Bereich „Treasury“. Also, Zuständigkeit für das gesamte Geschäft der BTV im Ausland. Privat- und Firmenkunden sowie Geldinstituten; bei letzteren insbesondere. Für die Beurteilung deren Bonität / Risiken. Grundlagen hierfür waren hauptsächlich Hard facts wie z.B. Geschäftsberichte / Bilanzen und Soft facts wie z.B. meine persönlichen Eindrücke und meine persönliche Beurteilung der Bank- und Länderrisiken aufgrund von Kontakten / gegenseitigen Besuchen. Zu betreuen hatte ich mehr oder weniger intensiv ca. 700 internat. tätige Banken weltweit. Der Bereich „Treasury“ befasst sich hauptsächlich mit dem Handel von Devisen, Wertpapieren, Geld und Derivate (Optionen, Futures, Termingeschäften, Puts, Calls usw.). Derivate sind Produkte, die in sehr hohen Beträgen gehandelt werden und die sehr hohe Risiken beinhalten. Man kann mit ihnen sehr viel Geld verdienen, aber auch alles verlieren. Es gibt genügend Beispiele, wo Derivate-Händler an der Pleite von Banken maßgeblich Schuld trugen.

Größte Erfolge: In der BTV sind durch vorsichtiges Agieren und ein professionelles Limit-Management in den beiden eingangs erwähnten Bereichen keine nennenswerten Verluste eingetreten. Es zählt zu meinen größten beruflichen Erfolgen, dass mit den beiden erwähnten Bereichen ein wesentlicher Beitrag zum internat. Image der BTV und zu den Erträgen der BTV geleistet werden konnte. Der verliehene Titel „Direktor“ in einem damals über 900 Mitarbeiter zählenden Geldinstitut erfüllte mich mit Stolz.

Beitrag des Studiums: Er war sicher beachtlich. Gesamtwirtschaftliches Handeln, Verstehen komplizierter Zusammenhänge, vernetztes Denken, besonders auch die Sicherheit in der Übernahme neuer Aufgaben. „Wenn ich eine Dissertation verfassen konnte, das Studium geschafft habe, so werde ich auch dieses neue Projekt schaffen“.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Diese Frage ist für mich nicht leicht zu beantworten, da ich die heutige Situation an der Uni persönlich zu wenig erlebe. Was ich aber aus den Medien entnehme ist ein großer Unterschied sicher die Anzahl der Studierenden insgesamt und damit die Anzahl der Studierenden pro Professor/in. Der Anstieg ist enorm. Damit verbunden ergibt sich für mich die Frage der Qualität, die Möglichkeit der Betreuung der / des Einzelnen. Sinkt durch die Menge das Niveau der Studierenden? Gibt es heute noch Seminare / Proseminare, in denen ohne vorgegebenes Konzept oder fixe Lösung mit dem Professor/in stundenlang über ein Thema diskutiert werden kann? Oder laufen heute große Teile des Studiums „mittelschulmäßig“ ab? Studieren und wissenschaftlich arbeiten erfolgen heute sicher viel internationaler als vor 50 Jahren, was auf jeden Fall positiv zu bewerten ist.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Man soll von Anfang an klare Vorstellungen haben und Ziele setzen: Was will ich erreichen? Und dann zielbewusst und hartnäckig darauf lossteuern. Nicht: „Jetzt studieren wir einmal, dann werden wir schon sehen“. Nicht auf Zufälle warten oder sich darauf verlassen, wenn ich beim Bewerbungsgespräch eine Diplom- oder Promotionsurkunde vorlegen kann, dass alles von selbst läuft. Bei der Planung berücksichtigen:

  • Kenntnis mehrerer Sprachen. Beste Englisch-Kenntnisse werden heute als selbstverständlich angenommen
  • Aufenthalte im Ausland. Hinaus in die weite Welt. Es war noch nie so leicht wie heute dem Basisstudium z.B. Jus oder Wirtschaft ein Zusatz- oder Kombistudium anzuschließen. Z.B. Wirtschaft + Recht oder +Technik oder + Medizin usw. - „Ich muss mich von der großen Menge der Studierenden abheben".
  • Nicht zu viel auf Empfehlungen sog. Experten / Gurus hören. Es gibt so viele Bücher / Studien, die alles genau wissen, was man in diversen Situationen tun soll oder nicht. Garantiert gibt es einige Zeit später ein „Gegenbuch“, in dem genau das Gegenteil des vorherigen Buches als richtig behauptet wird. Besser ist es, den eigenen Hausverstand einschalten. Ein Instrument, das in letzter Zeit leider viel an Gewicht verloren hat.
  • Achtung auf „Work-Life-Balance“. Bei zu viel „Life“ wird sich wahrscheinlich keine besondere Karriere entwickeln. Bei zu viel „Work“: Frage: Schaffe ich alle mir gestellten Aufgaben und wie lange? Schaffe ich es aus z.B. gesundheitlichen Gründen einmal nicht mehr, könnte es von „Oben“ bald einmal heißen „Nicht (mehr) belastbar, das neue Projekt bekommt ein/e andere/r“

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Insbesondere durch meine nebenberuflichen Tätigkeiten (siehe unten) hatte ich nach Abschluss des Studiums zahlreiche Kontakte zu div. Professoren, die für mich stets sehr hilfreich und interessant waren. So gesehen war für mich die Verbindung zur Uni sehr wichtig. Darüber hinaus war und ist die Uni-Bibliothek eine wahre Goldgrube und ergiebige Quelle und Hilfe bei der Lösung unterschiedlichster Fragen. Meine nebenberufliche Tätigkeiten mit Bezug zur Uni:

  • „Universitätslehrgang für Export und internat. Geschäftstätigkeit“ (kurz: Exportlehrgang). 13 Jahre Lehrbeauftragter und Mitglied der Prüfungskommission. Der LG wurde später in das MCI übergeführt.
  • „Universitätslehrgang für Verkaufs- und Marketingleiter“. Lehrbeauftragter und Mitglied der Prüfungskommission. Der LG wurde später in das MCI übergeführt.
  • Mitglied des Lehrkörpers an der Fachhochschule für unternehmensgestaltende Berufe
  • Gastvortragender an der Uni Innsbruck im Rahmen diverser Vorlesungen
Dr. Karl Pree

Pree

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

keine Dissertation, Romanum

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Das Doktorat kann als Voraussetzung zur Bestellung als Leiter der Rechtsabteilung nach nur 4-jähriger Berufstätigkeit gesehen werden.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Als Direktorstellvertreter unter anderem auch zuständig für die Rechtsabteilung war das Studium bei komplexeren Fragen von großer Hilfe.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Gravierende Veränderungen durch mehr Praxisbezug und die moderne Technik. Vereinfachter Zugang zu Gesetzen und Entscheidungen.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Intensiver Einsatz während der Studienzeit. Rasche Aufnahme der Berufstätigkeit um Erfahrung zu sammeln, ohne sofort Spitzenpositionen erreichen zu wollen.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Durch die räumliche Entfernung standen berufsbezogene Seminare und Tagungen in Wien neben der einschlägigen Literatur im Vordergrund. Allerdings hat meine Tochter an der Universität Innsbruck spondiert und die Enkelin ist derzeit Studentin an der Universität Innsbruck.

Dr. Walter Rhomberg

Rhomberg

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Bei der Dissertation (Zürich 1968) ging es um eine Nachuntersuchung bei 16 von 30 Patienten mit einer monoklonalen Paraproteinämie ohne Myelomnachweis, die als Begleitbefund im Rahmen einer internistischen Abklärung gefunden wurde. Bei keinem der Patienten konnte nach durchschnittlich 4 Jahren ein Übergang in ein multiples Myelom festgestellt werden, das Paraprotein war weiterhin nachweisbar. (Schweiz. Med. Wschr. 98: 568-74; 1968)

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Die Möglichkeit, an Krankenhäusern / Kliniken eine Weiterbildung zu beginnen und später eine entsprechende Spezialisierung einzuschlagen.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Die größten Herausforderungen waren der Erhalt der Lehrbefugnis an der Medizinischen Hochschule Hannover 1977 und später die dortige apl. Professur für Klinische Onkologie. Das Studium war natürlich Voraussetzung für diese Schritte.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Trotz der positiven, erstaunlichen technischen Fortschritte in den verschiedensten Fächern (Intensivmedizin, bildgebende Verfahren u.a.m.) sind leider auch negative Entwicklungen eingetreten. Die Durchführung klinischer Studien z.B. wird von teilweise unnötigen gesetzlichen Auflagen belastet. Überall spielt Geld eine überproportionale Rolle, z.B. bei der HPV-Impfung oder bei neuen onkologischen Medikamenten. So ist es für mich auch unerträglich festzustellen, dass man für das Anbieten eines Manuskriptes an eine medizinische „open access“-Zeitschrift heute hunderte bis tausende Euros hinblättern muss. Als Pensionist ohne Institutszugang muss ich in der Regel 30-40€ zahlen, um den vollen Text einer Publikation lesen zu können. Über die Fehlentwicklungen (wie natürlich auch über die Fortschritte) ließen sich mehrere Artikel verfassen…

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Karriere ist nicht alles. Ärztliche Arbeit und Wissenschaft muss Freude machen und der Allgemeinheit dienen. Es ist dringend eine Rückbesinnung auf die alten abendländischen Werte notwendig, wenn wir Frieden haben wollen. Wissenschaft ohne Rückendeckung durch die wohlmeinenden Gesetze Gottes (z.B. die zehn Gebote des Alten Testamentes) geht sehr oft in die Irre.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Da ich an einer deutschen Universität habilitiert wurde, war die Verbindung und der Kontakt zur Universität Innsbruck naturgemäß gering. Trotzdem fühle ich mich jederzeit in Dankbarkeit und Sympathie mit der Universität meiner Studienjahre verbunden.

Dr. Dietrich Roschmann-Hörburg

Roschmann

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Nach der seinerzeit gültigen Studienordnung habe ich keine Dissertation zu schreiben brauchen. Ich bin nach dem Romanum zum Doktor beider Rechte promoviert worden.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Aufgrund der Promotion zum Doktor beider Rechte habe ich in Erfüllung der formellen Voraussetzungen, so auch Ablegung der Rechtsanwaltsprüfung, den Beruf des Rechtsanwalts ausüben können.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Da noch während meines Studiums mein Vater einen Schlaganfall erlitten gehabt hat, hat er seinen Beruf als Rechtsanwalt nicht mehr ausüben können. Ich bin nach dem zweiten Rigorosum als Rechtsanwaltsanwärter in seine Kanzlei eingetreten und habe diese – unter kräftiger Beihilfe von Kollegen meines Vaters – weitergeführt. Erst im Jahre 1973 habe ich die Rechtsanwaltsprüfung abgelegt, worauf mein Vater dann hat in Pension gehen können. Nach schwerer Krankheit habe ich 1992 den Beruf des Rechtsanwalts aufgeben müssen. Nach Erholung habe ich beim Wirtschaftsförderungsinstitut der Kammer der Gewerblichen Wirtschaft Kurse zur Ausbildung als Reiseleiter und Fremdenführer besucht und nach Ablegung der Prüfungen zwei Gewerbe (Fremdenführer, beinhaltend Reiseleiter; Organisation und Durchführung von Veranstaltungen) angemeldet. Mein Studium hat formell und materiell sehr zur erfolgreichen zweiten (und derzeitigen) beruflichen Tätigkeit beigetragen. Es macht mir Freude, Freude zu bereiten! Meine profunde juristische Ausbildung kann ich auch in meiner derzeitigen beruflichen Tätigkeit nicht leugnen. Ich bin ein „schrecklicher“ Formalist! Mir macht es Spaß, Fehler in Grammatik oder Rechtschreibung bei Behörden oder Institutionen aufzuzeigen, wobei ich vielfach auf Unverständnis stoße. Das gemäß Art. 8 BVG „deutsch“ die Staatssprache ist, ist nicht mehr allgemein bekannt oder es wird bewusst diese Verfassungsbestimmung gebrochen.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Zu meiner Studienzeit hat es in Innsbruck die vier „klassischen“ Fakultäten gegeben. Ein „Magister“ ist immer ein Apotheker gewesen. Heutzutage kann aus dem Titel „Magister“ nicht mehr auf den Beruf geschlossen werden. Die lateinische Sprache – eine der Grundlagen unserer Bildung! – wird viel zu wenig berücksichtigt. Ich habe noch den Schwur „spondeo ac polliceor“ auf das Rektorszepter geleistet.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Im Gymnasium und dann auf der Universität habe ich eine vorzügliche Allgemeinbildung erhalten, die mir sowohl als Rechtsanwalt als auch heute als Fremdenführer und Reiseleiter zugutekommt. Die heutigen Studenten sollen nicht nur auf einem speziellen Fachgebiet ausgebildet werden sondern eine universelle Bildung erhalten.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Leider habe ich auf Grund der familiär-beruflichen Verpflichtungen keine Verbindung mehr zur Universität gehabt. Lediglich als Zuhörer habe ich an Promotionen bzw. Sponsionen von Freunden und Bekannten teilgenommen. Das nunmehrige Goldene Doktor Jubiläum ist der erste persönliche Kontakt seit meiner Promotion.

Dr. Edgar Schmidt

Schmidt

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Leben und Werk des heute vergessenen und berühmten Zeitdichters Robert Byr (1835-1902) aus Bregenz.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Keine. Ich war ca. 30 Jahre lang Mittelschulprofessor (OStR – Germanist, Historiker) und habe nie eine Direktoren- oder Inspektoren-Stelle angestrebt.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

-

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Kann ich als Pensionist seit 1997 nicht beurteilen.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Ich sehe an meinen Enkeln, dass sich Studium, Karriereplanung etc. in den vergangenen 50 Jahren vor allem durch die umfassende Technisierung (vor allem totale Veränderung der Medien) verändert haben und ich will mir kein Urteil erlauben.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Von Vorarlberg aus gab es leider keine beruflichen Kontakte zur Universität mehr.

Dr. Helmar Stefko

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Staatsprüfungen + Rigososen.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Grundlage für weitere Entwicklung.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Rechtsanwaltsprüfung: Rechtsstudium als Basis. Bestellung zum Wirtschaftskammerdirektor: Studium als Lernschule.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Stärkerer Wissenstransfer fachübergreifend, international – mehr Forschung – durch moderne Kommunikationsmittel. Info und Verbindung weit über die Uni hinaus. Internationaler.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Zusatzausbildungen, Kombinationen: Recht + Technik + Wirtschaft, Auslandspraxis.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Vor allem im Internet die Angebote, Infos und die Entwicklung der Uni verfolgt.

Dr. Andreas Stoll

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Meine Dissertation beschäftigt sich mit der Lehrerbildung in Tirol von den Anfängen bis 1876. Sie zieht aber auch die Geschichte des Lehrerstandes und die Geschichte der Grundschule mit ein. Es werden zudem die kulturgeschichtlichen und politischen Hintergründe mit einbezogen. Zur Zeit der Reformation erfährt die Fähigkeit des Lesens und Schreibens in deutscher Sprache eine wachsende Bedeutung. Das hatte zur Folge, dass Lehrer gesucht wurden, die Kindern das Lesen und Schreiben beibringen konnten. Diese Situation blieb bis zur Reform durch Maria Theresia 1774 reine Privatsache der Eltern und der Gemeinden. Maria Theresia hat den Unterricht für Kinder zur Pflicht gemacht und auch dafür gesorgt, dass die Lehrer für den Unterricht ausgebildet wurden. Für die angehenden Lehrer wurden daher zunächst nur monatliche Ausbildungskurse organisiert, die aber allmählich zu einjährigen und zweijährigen Kursen weiter entwickelt wurden. In der Zeit zwischen 1848 und 1869 wurde die Lehrerbildung in Tirol wie im übrigen Österreich umgestaltet; die zweijährige Ausbildung wurde 1869 zu einer vierjährigen weiter entwickelt. Mit der Beschreibung der Ausbildung in den vierjährigen Lehrerbildungsanstalten in Innsbruck und Bozen endet die Dissertation.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Mein Studium erstreckte sich an der Universität auf die Fächer Philosophie bei Prof. Richard Stohal, Pädagogik bei Prof. Wolfgang Brezinka und Psychologie bei Prof. Ivo Kohler. Diese drei Fächer waren 1965 auch Gegenstand meines Rigorosums. Sie erlaubten es mir, 1966 an der Lehrerbildungsanstalt in Meran einen Lehrauftrag gerade für diese drei Fächer anzunehmen. Nach der 18jährigen Unterrichtstätigkeit habe ich auf Ersuchen des Lehrerkollegiums die Leitung dieser Schule übernommen. Neben meiner schulischen Tätigkeit war ich auch in verschiedenen schulspezifischen Arbeitsgruppen tätig und konnte dadurch auch an Beratungen für verschiedene schulspezifische Reformen mitwirken. Nach 18jähriger Leitungstätigkeit an meiner Schule habe ich 202 meine berufliche Tätigkeit beendet, ich konnte aber noch einige Jahre in schulbezogenen Arbeitsgruppen aus Landesebene als Berater mitwirken.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Die größte Herausforderung war für mich die dringend erforderliche Umgestaltung der völlig veralteten Lehrerbildungsanstalt in Meran, deren Leitung mir 1984 übertragen worden war. Seit 1950 war italienweit klar, dass die bestehenden vierjährigen Lehrerbildungsanstalten nicht mehr den Erfordernissen einer guten Lehrerausbildung weder der Zeit gemäß noch inhaltlich gerecht werden kann. Eine Reform wurde in Italien schon seit 1945 auf Staatsebene angestrebt, ist aber wegen der politischen Zerrissenheit immer wieder gescheitert. Ab 1974 hat der italienische Staat allerdings die Möglichkeit geschaffen, dass neben dem vierjährigen Studiengang auch eine fünfjährige Ausbildung als sogenannter großer Schulversuch durchgeführt werden kann. Als Leiter der Schule in Meran habe ich mich umgehend für einen großen Schulversuch eingesetzt. Mit großer Begeisterung haben das Lehrerkollegium und alle Fachgruppen der Schule in den Schuljahren 1984/85 und 1985/86 ein umfassendes Schulversuchsprojekt erarbeitet. Neben der Erstellung einer neuen Stundentafel verlangten vor allem die Fachlehrpläne von allen viel Einsatz. Dabei mussten die Lehrer die auf staatlicher Ebene sich abzeichnenden Reformtendenzen für die Oberschulen allgemein und jene für die künftige Grundschullehrerausbildung im Besonderen berücksichtigen. Dazu wurde auch festgelegt, die Bezeichnung der Schule von „Lehrerbildungsanstalt“ in ein „Pädagogisches Gymnasium“ abzuändern. Das Änderungsprojekt wurde sowohl von den Landesinstanzen als auch vom staatlichen Unterrichtsministerium genehmigt. Somit konnte mit dem Schuljahr 1986/87 der große Schulversucht anlaufen; er erfreute sich sofort und auch in den folgenden Jahren großen Zulaufs. Die Absolventen konnten nun nach der Matura jedes Universitätsstudium auswählen und besuchen. Erst 2009 war der italienische Staat imstande, das System der Oberschulen neu zu ordnen. In Südtirol wurde mit dem Schuldjahr 2011/2012 das neue Schulsystem mit den ersten Klassen begonnen. Der Schulversuch läuft somit erst im Schuljahr 2014/15 mit der fünften Klasse aus. Somit hat der „große Schulversuch“ 29 Schuljahre durchgehalten und musste auch für das neue Schulsystem nicht wesentlich verändert werden; die Bezeichnung Pädagogisches Gymnasium wurde allerdings in „Sozialwissenschaftliches Gymnasium“ abgeändert.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Zu dieser Frage kann ich leider nicht aus eigener Erfahrung antworten. Ich habe allerdings durch Berichte verschiedener Studenten an verschiedenen Universitäten den Eindruck erhalten, dass sich das Universitätsstudium in verschiedenen Fachbereichen im Vergleich zu früher viel stärker zersplittert hat.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Das Universitätsstudium kann heute nicht mehr die vielfachen Teilwissenschaften eines Fachbereichs gründlich vermitteln. Meines Erachtens müssen die Bemühungen des Lehrens und Lernens wieder stärker auf die Vermittlung und Erprobung von wissenschaftlichen Methoden gerichtet werden: Analysieren von Problemen und Entwicklung von Methoden zur Lösung von Zielsetzungen in verschiedenen Wissens- und Arbeitsbereichen. Diesbezügliche Kompetenzen sind nach meiner Meinung für die Planung einer Karriere besonders wichtig.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Ich bin mit meinem „Doktorvater der Pädagogik“, Professor Wolfgang Brezinka, stets in Verbindung geblieben. Ich habe auf Einladung vergangenes Jahr auch an seiner „Laurea Honoris Causa“ an der „Università Cattolica des Sacro Cuore“ in Mailand teilgenommen. Er hat mir kürzlich mitgeteilt, dass er am 22. Mai auch am Festakt „Goldenes Doktorjubiläum“ teilnehmen wird.

Dr. Helga Thaller

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Zum Zeitpunkt meines Studienabschlusses in Medizin war eine Dissertation weder Pflicht, noch konnte sie freiwillig verfasst werden. Rückblickend hätte ich eine Dissertation begrüßt, da sie mir den Einstieg in spätere wissenschaftliche Arbeiten erleichtert hätte.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Ärztin sein zu dürfen. Zu Beginn meiner Berufstätigkeit standen mir eine Vielzahl von Stellen zur Verfügung. Im Gegensatz zu heute konnte ich mir meine Ausbildungsstätte aussuchen.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Die größte Herausforderung war die Übernahme der Abteilung für Schiel-Behandlungen und Neuroophthalmologie zu einem Zeitpunkt, an dem ich fachlich Unterstützung gebraucht hätte, die es aber nicht gab. Diese Situation war für mich ein Anreiz, mich fortzubilden, Kontakte zu kompetenten Kollegen zu knüpfen und zu lernen. Der Erfolg war, dass ich dieser Abteilung zu einem österreichweiten Ruf verhalf. Im Studium lernte ich lernen.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Früher war das Studium überschaubarer, die menschlichen Kontakte zahlreich, gegenseitige Unterstützung anstelle von Konkurrenz.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

So viel wie möglich Zusatzausbildungen zu absolvieren, um dieses Wissen in die gewählte Fachrichtung einfließen zu lassen. In der Medizin den ganzen Menschen zu sehen, zuhören zu können, den klinischen Befund vor apparative, Laboruntersuchungen etc. zu stellen. Laufende Aktualisierung des Fachwissens durch Kongress- und Kursbesuche.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Sehr wichtig, besonders bei den Betreuungen gemeinsamer Patienten oder von Patienten mit unklaren Krankheitsbildern.

Dr. Peter Turecek

Turcek

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Meine Dissertation gibt ein Bild des Tischlerhandwerks in Südtirol in den 60er-Jahren, ein Teilaspekt des Themenkreises meines Doktorvaters Prof. Ulmer. Die Arbeiten vor Ort haben für mich dazu beigetragen, mit Menschen verschiedener Fachbereiche Kontakt zu finden und mein Gesichtsfeld zu erweitern.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Die Promotion hat meine Berufskarriere beim Amt der Tiroler Landesregierung eröffnet. Einige Entscheidungsträger haben damals erkannt, dass Akademiker mit Verständnis für Wirtschaft und wirtschaftliche Zusammenhänge für die Verwaltung wertvoll sind.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Ich war in der Wirtschaftsabteilung des Amtes der Tiroler Landesregierung sehr vielseitig eingesetzt. Zu den juristischen Aufgaben, deren Grundkenntnisse ich der Universität zu verdanken habe, war ich mehr als 30 Jahre als Berichterstatter „die Seele“ einer Abgaben-Berufungskommission, deren Rechtsprobleme die Höchstgerichte bis hin zum EuGH beschäftigt haben. Viel gegeben hat mir auch meine langjährige Tätigkeit in der Wirtschaftskommission der ARGE ALP.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Die seit meinem Studium stark angestiegene Zahl der Studenten lässt ein sehr enges Naheverhältnis zum Lehrpersonal kaum zu. So etwas wie einige von uns als „Werkstudenten“, die ganz oder teilweise im Berufsleben standen, ist heute wohl schwer dankbar.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Die Berufsaussichten sehe ich ja nach Studienrichtung verschieden. Eine gewisse Spezialisierung ist erkennbar. In Österreich scheint leider das Parteibuch zunehmend Bedeutung zu erlangen.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Begleitet hat mich immer eine gewisse innere Bindung durch Lehre und Lehrpersonen. Entgleisungen, wie sich die EU, die EZB und die Tagespolitik derzeit leisten, wären auf der Grundlage des uns vermittelten Wissens durch die Universität Innsbruck einfach undenkbar.

Dr. Dieter Walch

Walch

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Leben und Werk des heute vergessenen und berühmten Zeitdichters Robert Byr (1835-1902) aus Bregenz.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Keine. Ich war ca. 30 Jahre lang Mittelschulprofessor (OStR – Germanist, Historiker) und habe nie eine Direktor/Inspektor-Stelle angestrebt.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

-

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität/Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Kann ich als Pensionist seit 1997 nicht beurteilen.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Ich sehe an meinen Enkeln, dass sich Studium, Karriereplanung etc. in den vergangenen 50 Jahren vor allem durch die umfassende Technisierung (vor allem totale Veränderung der Medien) verändert haben und ich will kein Urteil erlauben.

6. Wie wichtig ist/war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Von Vorarlberg aus gab es leider keine beruflichen Kontakte zur Universität mehr.

Dr. Peter Weiß

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei/drei Sätzen beschreiben?

Leben und Werk des heute vergessenen und berühmten Zeitdichters Robert Byr (1835-1902) aus Bregenz.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Keine. Ich war ca. 30 Jahre lang Mittelschulprofessor (OStR – Germanist, Historiker) und habe nie eine Direktor/Inspektor-Stelle angestrebt.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

-

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität/Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Kann ich als Pensionist seit 1997 nicht beurteilen.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Ich sehe an meinen Enkeln, dass sich Studium, Karriereplanung etc. in den vergangenen 50 Jahren vor allem durch die umfassende Technisierung (vor allem totale Veränderung der Medien) verändert haben und ich will kein Urteil erlauben.

6. Wie wichtig ist/war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Von Vorarlberg aus gab es leider keine beruflichen Kontakte zur Universität mehr.

Dr. Peter Zumtobel

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Entfällt (keine Dissertation, 3 Rigorosen).

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Ausbildung zum Rechtsanwalt.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Bewältigung einer der damals (1990) umfangreichsten Insolventen als Ausgleichs- bzw. Masseverwalter. Die seinerzeit ganzheitliche Ausbildung trug zur Bewältigung bei.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Unbekannt.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Fleiß und Ausdauer.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Sehr.

 Goldenes Doktor Jubiläum 2016
Dr. med. Tarik Al Jazrawi

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

-

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Mein Wunsch, als Arzt den Menschen zu helfen, ging dadurch in Erfüllung.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Selbstständigkeit. Einzelpraxis in der Schweiz mit entsprechend gutem Erfolg welche ich 2008 an meinen Sohn übergeben durfte.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

-

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Flexibilität, Ausdauer, Ziel nie aus den Augen lassen, nie aufgeben.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Mein Sohn (Nabil) hat ebenfalls sein Medizinstudium in Innsbruck absolviert. Promotion 2002.

Dr. phil. Andreas Folie

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

In meiner Dissertation „Die Beziehungen zwischen dem westfälisch-kurkölnischen Raum und dem Siegerland während des Mittelalters bis zum Ende der kurkölnischen-nassauischen Doppelherrschaft in der Stadt Siegen im Jahre 1421“ habe ich jene Beziehungen aufgezeigt, die sich im Laufe des Hoch- und besonders des Spätmittelalters zwischen dem Gebiet der Kölner Erzbischöfe und dem kleinen nassauischen Siegerland besonders in politischer Hinsicht abgewickelt haben.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Mit dem Doktorat hatte ich die Möglichkeit, eine Leitungsstelle in der Abteilung Berufsschulen der Südtiroler Landesverwaltung zu übernehmen.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Die Übernahme einer Direktorenstelle und dann die Gründung und Organisation der neuen Berufsschule für das Gastgewerbe SAVOY in Meran samt Um- und Ausbau eines alten Hotelkomplexes zu einer zeitgemäßen modernen Schulstruktur.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Der heutige Universitätsbetrieb unterscheidet sich in seiner Struktur und seinen Ausbildungsmöglichkeiten völlig von damals. Die große Anzahl an Studierenden (damals gab es etwa 5000 Studenten) und die heutigen Medien haben den Betrieb auf eine neue Basis und neue Herausforderungen gestellt.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Neben dem Fachstudium auch ein breit angelegtes Studium generale.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Persönlich keine Verbindungen mehr, wohl aber Bezug zur Uni über meine Kinder, da sie auch in Innsbruck studiert haben.

Dr. med. Erhard Foltin-Hartung

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Als Mediziner, der 1966 promovierte, war es weder notwendig, noch üblich eine Dissertation zu schreiben. Schade, denn das wissenschaftliche Arbeiten und Denken habe ich erst später erlernt.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Sie war der Schlüssel zu meinen späteren Erfolgen. Für mich als Arzt gehört die Promotion zum Beruf. Bedauerlich, dass viele Ärzte auf diesen akademischen Grad verzichten – es mindert das Ansehen des Standes. Ursächlich für eine Promotionsverweigerung sind überwiegend mangelnder Fleiß und Desinteresse.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Verwirklichung eigener Ideen und Mitarbeit in der klinischen Forschung zur Lösung essentieller Probleme. Dazu hat mein Fleiß in möglichst kurzer Zeit das Studium, trotz Vollzeit – Nebenberuf abzuschließen, beigetragen. Zur Promotion war ich mit 23 Jahren der jüngste Arzt Österreichs!

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Die Kollegialität und gegenseitige Achtung hat abgenommen; das Interesse am eigenen wirtschaftlichen Erfolg sowie der Egoismus wurden dafür großer Mangel an Vorbildern!

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Fleißig sein und sich bemühen, zu den Besten des Jahrgangs zu gehören.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Diese ist durch meinen jahrelangen Weggang in das Ausland wegeblich gestört worden, hat sich aber durch das Studium der eigenen Kinder an der Innsbrucker Universität und meinen permanenten Bezug zur Tiroler Heimat inzwischen wieder sehr verbessert.

Dipl.Vwt. Dr. rer. oec. Hans Herbert Gartner

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Inhalt inkl. Zukunftserwartungen (Automobilwirtschaft) entsprach den inzwischen eingetretenen Fakten. Heute hätte ich mehr Quellen und mehr Möglichkeiten, statistische Zahlen viel anschaulicher darzustellen.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Beim Eintritt in das Unternehmen Daimler-Benz AG war sicher mein Doktorat anderen Bewerbern ohne akademischen Abschluss für den Bereich „Betriebswirtschaftliche Händlerberatung“ von entscheidendem Vorteil.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Schon 2 Jahre nach Eintritt (1966) als Sachbearbeiter in die Daimler-Benz AG wurde ich 1968 zum Abteilungsleiter der Betriebswirtschaftlichen Händlerberatung ernannt. 3 Jahre später 1971 war sicher mein Studium und meine Berufserfahrung Voraussetzung für die Ernennung zum Hauptabteilungsleiter der Exportplanung und -verwaltung der Daimler-Benz AG in Stuttgart. Schon 1 ½ Jahre später wurde mir eine der 39 Daimler-Benz AG Niederlassungen übertragen, zunächst in Schwäbisch Gmünd und 1981 als Direktor in Mainz mit 550 Mitarbeitern. Drei Großinvestitionen wurden mir in Verantwortung übertragen: Neubau Mercedes-Niederlassung Schwäbisch Gmünd mit 16 Mio, DM, Mainz mit 51 DM Mio und 1993 eines der 4 Zentralen Mercedes-Logistik-Centern in Nieder Olm bei Mainz mit 150 DM Mio. All diese Investitionen mussten von mir betriebswirtschaftlich begründet werden; hier war mein Studiengang besonders erforderlich.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Heute sind Fachgebiete (Dissertationsthemen) in wesentlich kleinere Teil-Abschnitte gegliedert.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Das Erlernen von 2 - 3 Fremdsprachen, da die Wirtschaftswelt international arbeitet.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Aufgrund meines beruflichen Standortwechsels gab es nahezu keine Verbindung mehr zur Universität Innsbruck, abgesehen von den Promotionen unseres Sohnes Martin Gartner 1988 zum Dr. med. univ. und 2003 zum Dr. med. dent.

Dr. med. Djalil Gharmarian

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Es gab keine schriftliche Dissertation.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Durch die Promotion wurde mein Kindheitstraum war. Sie hat mir die Möglichkeit gegeben, meine Fähigkeiten zu aktivieren und diese zielstrebig, in positiven Sinne, für Mensch und Natur einzusetzen. Ich konnte nach Beendigung der Turnusausbildung eine weiterführende Ausbildung zum Facharzt für Anästhesie und Intensivmedizin absolvieren. Während dieser Zeit machte ich auch eine mehrjährige Ausbildung für Akupunktur und Schmerzbehandlung.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Karriere war nicht mein vordergründiges Streben. Mein Anliegen war, meine Ideen zu verwirklichen. Die leitende Position in meinem Fach in einem Unfallkrankenhaus der AUVA bis zur Pensionierung war eine schöne Aufgabe. Die Tätigkeit in meiner kleinen Privatpraxis für Akupunktur und Schmerzbehandlung habe ich mit Freude und Interesse mehrere Jahre ausgeübt.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Vieles, was zu meiner Studienzeit noch nicht möglich war, ist heute möglich. Durch die großen Fortschritte in der Forschung, der Technik, durch die neuen Informationsmedien, die excellente Vernetzungsmöglichkeiten erlauben und somit beste fachübergreifende Kommunikation bieten, haben sich sowohl Diagnose-, Operations-, Behandlungsmethoden, aber auch die Medikation und nicht zuletzt auch die Kommunikation mit den Patienten grundlegend geändert. Somit haben sich die Heilungschancen – beziehungsweise die Lebenserwartung erheblich verbessert.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Ich würde ihnen nahelegen, dass es zuerst wichtig ist, sich selbst zu kennen, und vor allem entsprechend seiner Fähigkeiten, seiner wahren Interessen und Leidenschaften (beruflich und privat) zu entscheiden. Erst von diesem Standpunkt aus die sog. Karriere in Auge fassen, die keinesfalls alleine das ausschlaggebende Element für ein erfülltes Leben bedeutet.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Sehr wichtig. Vor allem für die Weiterbildung zum Facharzt und für verschiedene andere Fachbereichsfortbildungen.

Dr. phil. Dr. Max F. Gheri

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Nicht alle Verkehrszeichen haben die gleichen Wahrnehmungszeichen

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Kuratorium für Verkehrssicherheit

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Vornehmlich verkehrspsychologische Unternehmungen.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Sie ist unpersönlicher geworden, gleichzeitig aber besser stufenweise aufgebaut.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Von den Vorsätzen nicht abgehen.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

War eine Zeitlang als WHK tätig – hatte Verbindung zum Professor – später Lektorat an der Technik (Strassenbau).

Dr. med. Günther Glaser

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Eine Dissertation für Mediziner gab es damals (1966) noch nicht. Das Studium war nach dem damaligen Wissen noch umfassend und die Studienzeit ein Wechselspiel zwischen intensivem Lernen und Freiheit.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Ich konnte nahtlos den Turnus im KH Wels und in der Klinik in Innsbruck beginnen.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Studium und Ausbildung versetzten mich in die Lage als „Einzelkämpfer“ bis zu 5000 Einwohner zu versorgen. Mein Ziel war immer Allgemeinmediziner zu werden und am Land tätig zu sein.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Da zu meiner Zeit zwischen I Rigorosum + II + III Rigorosum 5 Semester zum freien Studium lagen, konnte jeder sich nach seinen Interessen die Vorlesungen belegen. Inzwischen ist ja das Studium infolge der Ausweitung des Wissens völlig anders organisiert. Natürlich gab es keine Aufnahmeprüfung, allerdings musste ein 8 – jähriges Gymnasium besucht werden mit strengem Abschluss.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Den lebenden Patienten ob all der technischen Errungenschaften in der Diagnostik nicht zu vergessen.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Durch den räumlichen Abstand erfolgt für einen nicht am klinischen Standort lebenden Kollegen kaum noch Kontakt. Die Fortbildung spielt sich fast ausschließlich außeruniversitär ab! Das ist schade!

Dr. phil. Helmut Gleispac

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Zurückblickend würde ich meine Dissertation als im Wesentlichen von Instrumentalanalytik beeinflusst sehen.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Dank der Promotion hatte ich die Chance wissenschaftlich an Universitäten eine Stelle zu bekommen, auch wenn die Tätigkeit dort nichts mit meinem Studium zu tun hatte. Ich habe anorganische Chemie studiert und auf dem Gebiet der biomedizischen Analytik (Steroidhormone, Prostaglandine etc.) gearbeitet.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Karriere hatte ich keine, denn als Chemiker an einer Klinik war das Maximum des Erreichbaren die Dozentur. Ich wäre gerne Prof. nach Paragraph 31 geworden, aber das wäre für einen Chemiker an einer Klinik ein Präzedenzfall gewesen, den man nicht schaffen wollte. Den Titel ao. hat man mir angetragen aber davon habe ich nichts. Für mich die schönsten Anerkennungen waren Vorträge in Fremdsprachen: Französisch an der Universität Nancy und Monastir in Tunesien, an der Universität Padua und Bologna, an der Universität Madrid und Barcelona, in London in Glasgow sowie in Denver und letztlich in Banja Luka jeweils in der Landessprache. Schön war es auch, dass ich 1993 in Kairo beim Kongress der Ägyptischen Gesellschaft für Klinische Chemie zum Ehrenpräsidenten gewählt wurde. Schön war auch die Zeit, die ich in RIAD Saudiarabien am King Faisal Institute verbringen konnte, leider ist mein Arabisch mangelhaft geblieben.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Da kann ich nichts dazu sagen, außer dass ich es schön finde, dass man flexibler als in meiner Jugend sein muß und die Möglichkeit hat im Ausland zu studieren.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Ich kann nur sagen: Nützt die Möglichkeiten die sich bieten und versucht neben dem Studium oder Beruf viele andere Interessen zu verfolgen. In der Pension vertieft man Interessen aber man fängt nichts wesentlich Neues an.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

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Dr. jur. Siegfried Gohm

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Die Studienordnung kannte zur damaligen Zeit keine Dissertation, sondern für jeden Studienabschnitt zur Staatsprüfung.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Ich bin nach dem Gerichtsjahr in die Wirtschaftskammer Tirol, mit dem Ziel die Leistung der Betriebsstelle Landeck zu übernehmen, eingetreten.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Die Funktion als Betriebsstellenleiter der WK Tirol war meine Herausforderung. Daneben habe ich mich in der Regionalpolitik engagiert. Mit meinem Studium hatte ich besonders im Wirtschafts- und Verwaltungsrecht eine solide Basis.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Zu meiner Studienordnung kann ich keine Angaben machen. Heute ist das Studium durch überwiegend schriftliche Arbeiten wesentlich objektiver und auch umfassender.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Das Jusstudium bereitet eine breite Grundlage. Es wird jedoch immer mehr erforderlich, Ergänzungen bsp. Europarecht, zu machen.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Meine Verbindungen waren nur sporadisch, dann vor allem zur SOWI.

Dr. jur. Jörg Hobmeier

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Ich habe keine Dissertation zur Erlangung des Doktorats schreiben müssen.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Sie hat nur die Möglichkeit eröffnet, nach Absolvierung des „Gerichtsjahres“ den Anwaltsberuf zu ergreifen.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Das Studium bildete die Grundlage für eine mit Auszeichnung abgelegte Rechtsanwaltsprüfung und eine erfolgreiche Laufbahn als Rechtsanwalt mit praktisch täglichen – kleinen und größeren Herausforderungen. Eine große Genugtuung war die Verleihung des Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich aufgrund meiner langjährigen Tätigkeit als Funktionär der Tiroler Rechtsanwaltskammer.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Sie ist – gegenüber unserem wenig praxisbezogenem Studium – offener, vielfältiger und alltagstauglicher und bietet durch die breite Fächerung gerade ambitionierten Studierenden eine weite Plattform.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Die Empfehlung, die Studienzeit für eine möglichst weite AusBildungsgrundlage (besonders Sprachen incl. Rhetorik sowie „Wirtschaftsrecht“ in allen seinen Ausformungen und internationalen Rechts) zu nützen.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Anwaltsberufsspezifisch war die Verbindung eher von untergeordneter Bedeutung, für die Erweiterung des Horizonts der weiten Ebene des Rechts jedoch wichtig.

Dr. med. Heribert Hussl

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Revaskularisierung von Gewebe über einen gut durchblutenden Muskelanteil. Nach guter Durchblutung dieses Gewebes kann es dann über diesen muskulären Gefäßstiel wiederum an eine andere Stelle des Körpers raustransplantiert werden.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Die Promotion war natürlich eine der wichtigsten Grundlagen, um in meinem Fachgebiet der Medizin national und international hervorragende Ausbildungen zu erfahren und dann nach bestmöglicher Ausbildung eine sehr wirkungsvolle Tätigkeit ausüben zu können.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Als rekonstruktiver Mikrochirurg waren insgesamt 3 Doppelhandtransplantationen das Highlight in meiner Karriere.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Zu meiner Zeit war die wissenschaftliche Tätigkeit noch wesentlich freier, ohne über verschiedenste Kommissionen eine Genehmigung für eine spezielle Arbeit zu erhalten.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Wichtig ist auch heutzutage noch, in seinem gewünschten Fachbereich mit Interesse und Freude den eingeschlagenen Weg zu gehen. Ein Stillstand ist kontraproduktiv.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Die weitere Verbindung zur Universität nach Abschluss des Studiums ist von ganz enormer Bedeutung, da auch besonders internationale Universitäten sehr eng zusammenarbeiten und damit auch die Möglichkeit der Weiterbildung, v.a. auch im Ausland sehr viel effizienter möglich ist.

Dr. phil. Johann Kollmann

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Im Rahmen der „Edition der Matrikel der Universität Innsbruck“. Herausgegeben im Auftrag des Akademischen Senats vom Universitätsarchiv (Schriftleitung: Franz Huter) hat mir Prof. Dr. Franz Huter die Bearbeitung des 1. Bandes der „Matricula Theologica 1671-1700 als Dissertation anvertraut und mich begleitet und schließlich vor dem Abschluss derselben gewünscht, dass ich sie für den Druck vorbereite, damit man sie der Universität Wien zum 600 Jahr-Jubiläum (gegründet 1365) widmen könnte. Das ist auch 1965 geschehen. In diesem Zusammenhang konnte mich Theologicea bis 1754/54 (Ende der getrennt geführten Theologischen Fakultätsmatrikel). Obwohl ich schon seit Herbst 1964 am Bischöflichen Gymnasium Johanneum in Dorf Tirol im Einsatz war, habe ich zugesagt, denn ich hatte an dieser Quellen-, Archiv- und Bibliotheksarbeit Lust und Freude entwickelt.

Der Hauptteil meiner Dissertation „Matricula Theologica“ 1671 – 1700 der Universität Innsbruck besteht im Alphabetischen Verzeichnis aller Hörer, welches den gesamten lateinischen Originaltext bietet, aber in einer bestimmten Reihenfolge - Vorname des Hörers, meist mit Herkunft; Semester-Angabe chronologisch, dazu jeweils die Fächer mit Bewertung des zuständigen Professors u.a.m. – Diesem Hauptteil vorausgeht der wichtige einführende Teil zur Geschichte der Universität und besonders der Theologischen Fakultät (Studienbetrieb, Lehrkörper), aber auch ein Teil mit Ergebnissen aus bearbeiteten Matrikeln (Studentenstatistik: Hörerzahl, Herkunft usw.) Inklusive den Tabellen und dem Namensweiser. Die Sammlung von zusätzlichen biographischen Notizen zu den einzelnen alphabetisch erfassten Hörern war (erstmals!?) Wunsch und Auftrag des „Doktor-Vaters“ Prof. Dr. Franz Huter. Die Erfüllung kostete Mühe: Archiv-Arbeit in Archiven von Freiburg bis Salzburg, von Trient bis Dillingen.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Die Haupttür war schon offen, denn meine kirchliche Obrigkeit (Msgr. Dr. Joseph Kögl, Generalvikar für den deutschen Anteil der Erzdiözese Trient) hat 1959 zwei Diözesanpriester gesucht fürs Studium zum Dienst am kirchlichen Privatgymnasium „Johanneum“ in Dorf Tirol. Ich habe mich bereit erklärt fürs Fächerpaar Geschichte und Kunstgeschichte und wurde ab Sommer 1959 für fünf Jahre freigestellt zum gewünschten Doktorats Studium. Im Herbst 1964 musste ich, wie vorgesehen, den Dienst am Johanneum antreten. (Vgl. Vorspann zu Punkt 1).

Die Dr.-Promotion hat mir weitere Türen geöffnet. Mit der Promotion zum Dr. phil. und den dazugehörigen Rigorosen-Examina, inklusive aus Romanistik, hatte ich die vom italienischen Gesetz vorgesehenen Voraussetzungen für die Nostrifizierung, die ich rund ein Jahr später am 13. November 1967 an der staatlichen Universität von Rom erreichte, nämlich die „Laurea di Dottore in Lettere“, in Italien notwendig für die Lehrtätigkeit in Oberschulen und Zulassung zu Lehrbefähigungsprüfungen. Letztlich war die Promotion, eigentlich die Dissertation für die Promotion, Ursache für die Einladung meines „Doktor-Vaters“ Prof. Dr. Franz Huter, die Matrikelarbeit fortzusetzen. Dafür habe ich in den Folgejahren fast meine ganze „Freiheit“ eingesetzt. In kurzen Worten: Diese Arbeit hat mich mit Archiven und Quellen-Arbeit vertraut gemacht.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Als Herausforderung unterschiedlichen Grades darf ich nennen: a) Doppeldienst: Während der Woche Lehrerdienst, an Sonn- und Feiertagen als Diözesanpriester durchwegs Hilfsdienst in der Pfarr-Seelsorge b) Zusatzdienst als verantwortlicher Bibliothekar der Studienbibliothek am Johanneum (1966 ernannt, viel organisatorische Arbeit, besonders wichtig die Arbeit mit den Schülern…). Die größte Herausforderung war und blieb c) die Aufgabe der Schulleitung ab Herbst 1981 (der Mittel- und Oberschule Johanneum aus Mangel an Oberschülern) nur mehr bestellt. Folge der Auflassung: 1998 „wird“ aus einem Lehrer ect. Ein Kanonikus an der Kathedralkirche in Brixen, der ab 2000 zusätzlich Ordinariatsleiter in Bozen ist bis zur Pensionierung 2005. Als Lehrer bin ich, ehrlich gesagt, durchwegs gut angekommen. Das verdanke ich meiner gediegenen Universitätsausbildung. Für die Praxis geben Proseminare, Seminare ect. mehr Umsetzbares ab als Hauptvorlesungen. Angeregt von dieser Erfahrung habe ich mit den Oberschülern Quellen bearbeitet, selbstständige Arbeit mit Benützung der Bibliothek angeregt und begleitet; ab Ende der 60er Jahre musste jede Klasse wenigstens einmal ein fachbezogenes Thema (öfters heimatkundliches „Neuland“) als Gemeinschaftsprojekt in Teamarbeit mit Beitrag eines jeden Schülers erstellen; diese Initiative ist gut angekommen, manches war letzten Endes eine Erstauflage.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

EDV hat alles überrollt; hat und bringt technisch viele Vorteile, erspart Zeit und Mühe, aber mindert bisheriges intuitives, selbstständiges Denken; vielleicht verlagert sich dieses Denken in die neuen, für mich nicht mehr erlernbaren Sphären. Mein Eindruck: Vieles ist anonymer, unpersönlicher geworden, nicht zuletzt durch die „Masse“. Der „heimelige“ Betrieb ist Vergangenheit. „Englisch“ hat mittlerweile auch die Wissenschaft erobert. Wenn ich meine vorgelegte Dissertation heute mit den heutigen Mitteln erstellen müsste, bräuchte ich sicher nur ein Viertel der investierten Zeit, aber die These wäre außer den persönlichen Interpretationen nicht so stark wie mein Werk, sondern das der modernen Technik. Nicht vergessen: Es ist schwer, Vergangenes gegen Modernes und umgekehrt Modernes gegen Vergangenes abzuwägen. Der Apostel Paulus rät richtig: „Prüft alles, das Gute behaltet“.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Apodiktische Imperative möchten sie nicht sein, wohl aber ernste Ratschläge:

  1. Gründliches Studium ist indirekt die beste Karriereplanung
  2. Vernachlässige dabei nicht vorhandenes Allgemeinwissen, nein, erweitere es bewusst, denn es kann in Krisen- oder Wartezeiten eine wertvolle Hilfe sein.
  3. Karrieredenken ist berechtigt, aber lass Dich nicht von diesem Denken „manipulieren“. Lass Dir nicht von dieser Sorge die innere Ruhe nehmen.
  4. Wähle die Fachrichtung, mit der Du Dich identifizieren kannst bzw. die Dir spätestens im Verlauf des Studiums zunehmend zusagt.
  5. Lass Dich nicht von modernen „Eintagsfliegen“ einfangen.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Bis zum Auftrag der Lehrtätigkeit am Gymnasium Johanneum, seit 1968 staatlich anerkannt als Pflicht-Mittelschule (drei Jahre) und fünfjähriger Oberschule (altsprachliches Gymnasium) mit gemeinsamem Namen Johanneum noch die Leitung der beiden Schulen mit gemeinsamer Direktion nach alter Tradition (1981), stand ich in reger Verbindung mit der Universität, besonders mit dem Universitätsarchiv, zumal ich mich verpflichtet hatte, den zweiten und dritten (letzten) Band der Theologischen Matrikel zu bearbeiten. 1982 konnte nach gelungener Arbeit der dritte, letzte Band erscheinen. Die Beziehungen lebten weiter, erstarben schließlich mit der Auffassung der Schule Johanneum. Auf meinem neuen Posten als Kanonikus in Brixen und Ordinariats-Kanzler im Pastoralzentrum Bozen zehrte ich vorwiegend von der Archiv-Erfahrung im Rahmen meines Universitätsstudiums in Innsbruck und der Mitarbeit an der Matrikel-Edition. Dafür möchte ich der Alma Mater Oenipontana in meinem 86. Lebensjahr bei klarem Kopf aufrichtig danken.

Dr. phil. Christine Lemayr-Mailänder

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Dissertation: „Soziale Dienste im Jugendalter“. Ist es sinnvoll, dass Jugendliche eine Zeitlang unentgeltlich im Interesse des Gemeinwohls soziale Dienste leisten? Die Arbeit gliedert sich in einen historischen und einen wichtigeren systematischen Teil. Bei all diesen Einsätzen soll der Jugendliche in Ernstsituationen stehen, in denen er sieht, dass er gebraucht wird und helfen kann, ein Kapital für sein weites Leben.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Ich hatte immer das Ziel, den Lehrberuf zu ergreifen und Jugendliche zu begleiten. In Italien war zu meiner Studienzeit das Doktorat Voraussetzung mit ausschließender Staatsprüfung. So ist es mir gelungen, über 30 Jahre lang in der Schule zu unterrichten.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Nach dem Universitätsstudium mussten wir unter dem Vorsitz eines Universitätsprofessors eine strenge Staatsprüfung ablegen. Sie bestand aus einer schriftlichen und einer mündlichen Prüfung und einem Lehrauftritt in den Fächern Philosophie, Erziehungswissenschaft, Psychologie und Geschichte. Nach erfolgreichen Abschluss war der Weg frei für mein Lehramt in der Lehrerbildungsanstalt Meran.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Diese Frage kann ich nur von der Karriere meiner Tochter her beantworten. Elissa lehrt und forscht an der Universität des Sciences Politiques Paris, Veronika ist Oberärztin und Dozentin an der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universität Zürich. Beide bestätigen die heutige Notwendigkeit, sprachenkundig und offen für internationale Netzwerke zu sein.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Schon im Pflichtschulalter mit dem Erlernen von Fremdsprachen zu beginnen, pflichtbewusst Ziele zu verfolgen und termingerecht das Studium abzuschließen.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Mir war es wichtig, die Verbindung zu den Professoren und vor allem zu den StudienkollegInnen zu pflegen. Hier konnte mir die Meraner Akademie für deutsch–italienische Studien wertvolle Impulse geben.

Dr. phil. Mechthilde Lichtenauer-Kranich

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Das Thema „Die Entsiedlung landwirtschaftlicher Betriebe im Gerichtsbezirk Unterweissenbach seit 1951, unter besonderer Berücksichtigung der in Zukunft möglichen Entsiedlung“ war damals sehr aktuell. Das Untersuchungsgebiet liegt im peripheren, am schlechtesten erschlossenen Teil des ohnehin in Randlage gelegenen Mühlviertels. Daher ließ sich dem Phänomen der Entsiedlung hier am besten nachgehen. Meine Arbeit bestand aus der Feststellung von 135 Betrieben, die ich anschließend auf verschiedene Merkmale hin untersucht habe, einer Fotodokumentation und einer Kartierung bzw. adressenweisen Verortung. Dies und die Interviews, die ich mit den Bewohnern der von Entsiedlung betroffenen Höfen geführte habe, ergaben folgende Ursachen: kleine Betriebsgröße, schlechter Bauzustand, kein elektrischer Strom, fehlende Straßenverbindung, weite Fußwege ins Dorf, die Armut der Familien mit oft bis zu zehn Kindern und im Gegensatz dazu der offenkundige Wohlstand der Industriearbeiter in Linz. Meine Prognose, dass nach 1965 weitere ca. 100 Betriebe leerfallen würden, hat sich nicht in diesem Ausmaß bestätigt, weil in der Folge die Elektrifizierung, der Straßen- und Wegebau, landwirtschaftliche Meliorationen, Entsteinungen etc. vorangetrieben wurden. Dies hat sowohl die Landbewirtschaftung, als auch den nichtlandwirtschaftlichen Nebenerwerb erleichtert.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Die damals in den Ländern entstehenden „Landesplanungsstellen“ boten mir in Oberösterreich die Gelegenheit, meine Kenntnisse der Sozial- und Siedlungsgeographie zu den aktuellen Themen der Raumordnung, besonders der Siedlungsentwicklung im ländlichen Raum, einzubringen. (Diese Möglichkeit nutzten übrigens auch andere Geographen, etwa in Niederösterreich oder Salzburg). Die TU-Absolventen, hatten den Charakter von Versuchslabors und entwickelten erst mit der Zeit rechtliche Grundlagen und einen gewissen fachlichen Konsens.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

  1. Herausforderungen: In der örtlichen Raumordnung war die Gratwanderung zwischen unmöglichen Baulandwünschen, der damit einhergehenden Zersiedlung und den – überaus weich formulierten – Zielen und gesetzlichen Festlegungen überaus schwierig. In der überörtlichen Raumordnung war die politische Durchsetzung von gesetzlichen Raumordnungsprogrammen unbeliebt, weil sich damit der Spielraum politischer Interventionen verringert hätte. Verhandlungsgeschick und Standfestigkeit im Umgang mit den Gemeinden waren sehr herausfordernd.

Erfolge:

  • Persönlich: Leitung der örtlichen Raumordnung für ein Jahr sowie anschließend der überörtlichen Raumordnung für 10 Jahre (bis 2001)
  • Fachlich: Innerhalb von 20 Jahren erhielten alle oö. Gemeinden rechtskräftige Flächenwidmungspläne. Für die Linzer Umlandgemeinen wurden im Zuge eines regionalen Raumordnungsprogrammes regionale Grünzonen festgelegt und damit der Schutz sensibler Freiräume erleichtert.

Mit dem EU-Beitritt wurde der überörtlichen Raumordnung die Koordinierung der EU-Regionalprogramme übertragen. Deren Fördermittel für die regionale Entwicklung des ländlichen Raumes konnten als Anreiz für die lokalen und regionalen Akteure eingesetzt werden, und zwar sowohl für Betriebsansiedlungen, als auch für Projekte des sanften Tourismus, der Landschaftspflege und der Dorferneuerung, und also auch zum Nutzen der Raumordnung eingesetzt werden.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

In der Geographie hat die rasante Entwicklung der EDV deutliche Veränderungen in der Methodik hervorgerufen. Digitale Kartenproduktionen in allen Maßstäben, Rechenmodelle zu Bevölkerung, Wirtschaft, aufwendige Prognosen zur Wirtschaftsentwicklung haben sowohl die Anforderungen an das Studium als auch die Anwendung in der Praxis extrem zurückgedrängt. Existiert nur das, was berechnet werden kann?

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Fleiß, Zielstrebigkeit, über den Tellerrand schauen, von der Tätigkeit überzeugt sein, um überzeugen zu können, und für den Raumplanerberuf: hohe Frustrationstoleranz.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Die Verbindung zur Universität war leider rasch beendet, nach der Emeritierung von Professor Kinzl ein Jahr nach meiner Promotion. Umso mehr freut mich der Kontakt nach 50 Jahren.

Dr. phil. Rupert Mitgutsch

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Die Arbeit sollte aufzeigen, welche Prozesse die optische Wahrnehmung bestimmen und wie diese auch unter eingeschränkten Bedingungen unter Zuhilfenahme von Erfahrungen und Einsatz sonstiger rationaler Fähigkeiten eines Individuums möglich ist.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Die Promotion war für die spätere Laufbahn nicht wirklich ein „Türöffner“, aber doch ein Wegbereiter und hilfreicher Begleiter beim Aufbau und bei der Erarbeitung der für die verschiedenen Tätigkeiten erforderlichen Qualifikationen.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Die Umsetzung der erworbenen Einsichten und der von den Universitäten vermittelten Inhalte im Berufsalltag erweist sich als schwierig, wenn nicht auch schon studienbegleitend umfassende Übungen vorgesehen sind. Eindeutig war für mich nie zu entscheiden, in welchem Ausmaße meine spätere Tätigkeit als Pädagoge und Psychologe bestimmt wurde durch: das Studium an der Universität; das Erlernen und tätig werden in einem handwerklichen Beruf oder mein Leben in der Familie und der sozialen Gemeinschaft; wahrscheinlich war alles beteiligt und wichtig.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Die heute an den Universitäten tätigen Lehrer haben den Blick nicht mehr so dominant auf die eigene Karriere gerichtet, sondern verstehen ihre Tätigkeit immer häufiger als Dienst an der Gesellschaft und als Hilfe für die studierende Jugend. Der persönliche Erfolg als Wissenschaftler hat aber sicher nach wie vor einen hohen Stellenwert – und das ist gut so.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Karriere erscheint mir – von wenigen Ausnahmen abgesehen - nicht wirklich planbar. Ein umfassend ausgebildeter Mensch mit sozialen Fähigkeiten vermag viele Wege zu gehen und kann aus Erfolgen und Rückschlägen Kraft für verschiedene Ziele und verschiedene Berufslaufbahnen schöpfen.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Meine Verbindung mit der Universität war nicht sehr intensiv, und es wurden auch in den vergangenen Jahren von der Universität nur wenige Impulse gesetzt, die die Verbindung gestärkt hätten.

Dr. med. Werner Pritz

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Es dominierte das Wissen um das Glück gegen alle damaligen äußeren Bedingungen trotz meiner Herkunft „Akademiker“ sein zu dürfen.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

In der Medizin brauchte man damals trotz noch bestehenden Mangels an Ausbildungsstellen keine besonderen Türöffner.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Ausbau der hausbesuchsgebundenen psychotischen Nachsage in Zusammenarbeit mit den Hausärzten flächendeckend für das Land Salzburg. Meine Lernerfolge zur Bedeutung der Stimmungsdiagnose in allen Bereichen der Medizin und im sozialen Bereich bei unzähligen Krankenpflegeschülern, Psychologen und anderen Personal nach alten Behindertenpflege etc.; Ausbau der Alkohol und Suchtbetreuung.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Für die gravierendste Änderung halte ich den Numerus clausus. Er mag notwendig sein, ist aber in der mir bekannten Form auch ein gravierender Verhinderer von hervorragenden Karrieren in allen Fächern der Medizin. Ich kenne nach jahrzehntelanger Berufserfahrung keine einschlägigen Tests für diese Aufgabe. Ich halte allerdings das Nichtfunktionieren der Selektion für einen besonderen Unterschied zwischen Mensch und Tier.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Überfragt.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Kein regelmäßiger Kontakt meinerseits. Nur fallweise mit Fachrichtung regelmäßiger Kontakt meiner Mitarbeiter im sozialmedizinischen Dienst. Kontakt über Medizinstudium der Tochter und des Schwiegersohnes an der Uni Innsbruck.

Dr. phil. Ilse Renate Sakouschegg

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Meine Dissertation „Spitaleinrichtungen der Städte Nordtirols vor 1600“ beruht vorwiegend auf historischen Quellen, während die einschlägige Literatur vergleichsmäßig dürftig war. Wenn auch die „Spitäler“ der damaligen Zeit kaum etwas mit der heutigen Form gemeinsam haben, war die Versorgung von Pilgern, armen, alten und kranken Menschen in der Zeit vor 1600 gut ausgebaut. Sie lag vorwiegend in privater Hand, ausgenommen das Hofspital. Es gab zahlreiche Schenkungen und Stiftungen von Adeligen und Bürgern. Auch Ansätze der Selbstvorsorge im Falle von hohem Alter, Krankheit und Arbeitsausfall gibt es im 16. Jahrhundert.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Absolventen der Philos. Fakultät haben wohl einschlägiges Wissen in Ihrem Fach, aber nur wenig Ausbildung für einen speziellen Beruf. Diese muss erst durch weiteres Lernen und Sammeln von Erfahrungen erworben werden. Ich habe nach kurzer Zeit als Univ. – Assistentin im Öffentlichen Büchereiwesen in der Förderungsstelle des Bundes für Erwachsenenbildung Tirol die Beamtenlaufbahn eingeschlagen.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Im Rahmen meiner Tätigkeit war ich beauftragt worden, am „Büchereiplan“ Tirols mitzuarbeiten. Für eine solche Arbeit hätte ich in meiner Studienzeit keinerlei Voraussetzungen erworben. Ebenso wenige Voraussetzungen hatte ich, Seminare für Mitarbeiter in öffentlichen Büchereien zu planen, zu leiten und selbst eine Lehrtätigkeit auszuführen. Aus diesen Seminarreihen entstanden auch schriftliche Unterlagen für Bücherei-Mitarbeiter. Die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter im öffentlichen Büchereiwesen durch die erwähnten Grundseminare, aber auch dadurch Spezialseminare und Tagungen gehörten zu meinen schönsten Tätigkeiten.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Die rasante Entwicklung der digitalen Erschließung ab den letzten 20 Jahren des 20. Jhd. brachte neue Möglichkeiten der Aus- und Weiterbildung, der Kontakte zwischen allen Bildungseinrichtungen, Universitäten und Hochschulen, Forschungsinstituten usw. mit sich. Nicht zu vergessen ist die bessere Zusammenarbeit der Hochschulen und Institutionen durch politische Ereignisse (Fall des eiserenen Vorhanges). Wenn auch Kontakte zwischen Ost und West immer bestanden haben, ist der Wissens- und Personalaustausch wesentlich erleichtert worden. Aus den Medien und Kontakten mit Studenten habe ich erfahren, dass die Ausbildung an den heutigen Hochschulen mehr nach Plan, vergleichbar mit Unterrichtsplänen an den Höheren Schulen, verläuft. Die Lehr- und Lernfreiheit der Hochschulen muss erhalten bleiben.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Sprachkenntnisse sind heutzutage besonders wichtig. Aber nicht nur die englische Sprache, die heute zur internationalen Verständigung dient, sollte frühzeitig erlernt werden. Alle europäischen Sprachen bedürfen einer Förderung, nicht vergessen darf man die slawischen Sprachen, ins besonders Russisch! Jugendliche sollen ermuntert werden, Studien zu ergreifen, die sie wirklich interessieren und ihren Begabungen entsprechen. Nur so können sie Großes leisten. Finanzielle Aspekte sollten zweitrangig sein!

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Als ich 4 Jahre Hochschulassistentin war, besuchte ich verschiedene Vorlesungen, die nicht zu meinem Fach gehört hatten (z.B. Psychologie). Zwischen meiner späteren Dienststelle (Förd. Stelle für Erwachsenbildung) und der Universität gab es immer Kontakte (Lehraufträge) zum Institut für Erziehungswissenschaften. Im Alter von 50 Jahren begann ich, Tschechisch zu lernen. Die Grundkenntnisse vermittelte mir die Volkshochschule. Da entsann ich mich, dass es im Institut für Slawistik ein Proseminar gab, das für alle Absolventen der Universität Innsbruck offen stand.

Dr. med. Mohamed Raschad Saleh

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Intensiven Einblick in den gesamten medizinischen Bereich. Freude und Erfolg im Beruf.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Ausbildung für die Gesamtheilkunde a.) Facharztausbildung für Anästhesie und b.) Intensivmedizin

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

  1. Aufbau der Anaesthesieabteilung
  2. Gründung einer Anaesthesiologischen Intensivstation
  3. Ernennung zum Leiter der Anaesthesie-Abteilung

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

-

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

-

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

-

Dr. med. Ilse Scharffetter geb. Fritz

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Ich habe über Hiatushernien dissertiert, über Früherkennung und Therapie (Fundoplikatio). Damit konnte man einer Refluxosophagitis und im weiteren Sinn auch ein Ösophagus – Ca vorbeugen.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Ich hatte die Möglichkeit, auf der Univ. med. Klinik weiterzuarbeiten. Aber ich habe mich entschieden, wegen meiner 2 Kinder in die Allgemeinpraxis zu gehen, welche mir viel Freude und nette Patienten gegeben hat. Ich habe auf der Uniklinik 1 Jahr Anästhesie, 3 Jahre Kinderklinik und Turnusausbildung gemacht. Außerdem habe ich die Amtsarztprüfung absolviert und mit dieser Ausbildung noch viele Fähigkeiten neben der Praxis auszuüben.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Durch mein Studium habe ich die Möglichkeit gehabt, eine Praxis zu führen und als Amtsarzt tätig zu sein. Durch die modernen Techniken und Geräte wie Kernspintografie MRD und ähnliches hat sich die Diagnostik und Therapie sehr verbessert. Es sind viel bessere Diagnostik- und Therapiemöglichkeiten für die Patienten geschaffen worden.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

-

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

-

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Mir war die Verbindung zur Uni Innsbruck sehr wichtig, da ich meine Allgemeinpraxis in der Nähe hatte und bei Unklarheiten sofort in eine Spezialambulanz konnte. Aus den erhaltenen Arztbriefen habe ich wieder sehr viel gelernt. Das war ein Vorteil für meine Patienten und mich und eine große Bereicherung für den guten Kontakt zur Medizinischen Universität.

Dr. phil. Manfred Schlapp

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

„Die Rolle des Meeres in der römischen Liebeselego“ - Des Meeres und der Liebe Wellen – eine wunderschöne Thematik, wie sie einem jungen Dissertanten angemessen ist.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

 Keine einzige! Tirol resp. Österreich hat sich kategorisch geweigert, mich anzustellen. Gottlob bin ich beizeiten emigiert und habe im Ausland Karriere gemacht, die ich in Österreich nie hätte machen können.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Im Rahmen meiner sechssemestrigen Vorlesungsreihe „Eine peripatetische Ästhetik der muslimischen Welt“ an der Karlsruher Hochschule den muslimischen Hörern die Augen für die schrecklichen Botschaften zu öffnen, die im Koran enthalten sind. Ich kann u.a. den Koran im Original fließend lesen.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Sie ist im Würgegriff der Bürokratie und eine peinliche Fortsetzung der Schule. Diese Entwicklung bewog mich, im 70. Lebensjahr die Lehre zu beenden – trotz studentischer Proteste.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Einen zeitlosen Imperativ: traue keiner Institution!

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Hatte keine!

Dr. rer. pol. Friedrich Schmidt

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Meine Dissertation „Die Rassendoktorin in nationalsozialistischem Staatsdenken“ zeigt die Folgen der wissenschaftlich unhaltbaren NS-Rassenlehre als Kern einer totalitären Ideologie auf, die letzten Endes die gezielte Vernichtung von Millionen Menschen in Europa bis weit in den euroasiatischen Raum hinein mit sich brachte und weite Teile Europas zerstörte. Die Folgen dieser unheilvollen Ideologie hat den gesamten Kontinent verändert und seine Auswirkungen spüren wir z.T. noch heute. Die Universitätsbibliothek der Uni Innsbruck hatte Mitte der 60er Jahre eine große Auswahl an einschlägiger Literatur. Ich hatte das Glück, in Prof. Dr. Peter Pernthaler einen guten Berater zu haben.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Durch die Promotion war es möglich, die Stelle als wiss. Ass. an der Uni Salzburg / Theolog. Fak. / Institut für Politische Theorie zu erlangen, später als Redakteur der HA. „Politik und Zeitgeschehen“ beim ORF in Wien tätig zu sein, Jahre später die Dozentur für Politologie und Medienpädagogik an der FH Kiel, 1981 die Professur und Leitung des Institut für Medienpädagogik zu bekleiden. Auch in der Zusammenarbeit mit verschiedenen Universitäten in Russland, insbesondere der Nördlichen Staatlichen Universität in Archangelsk, an der ich die Fakultät für Sozialarbeit aufbaute und dafür mit dem Ehrendoktor (Dr.h.c.) ausgezeichnet wurde, war die Promotion Voraussetzung.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Am neuen Institut für Politische Theorie (Uni Salzburg) war meine Hauptaufgabe der Aufbau der Institutsbibliothek. Bei der Bewerbung als Redakteur für den ORF / FS (Politik und Zeitgeschehen) hätte ich ohne Studium kaum Chanchen gehabt. Die Umsetzung politikwissenschaftlicher Erkenntnisse in Bild und Ton war (und ist) für die Demokratie ein wichtiges Anliegen. Einige politische Dokumentationen, für die ich als Redakteur verantwortlich war, liefen im Fernsehen mit Erfolg (Kritik). Die Bewerbung an der Fachhochschule Kiel / Fachbereich Sozialarbeit als Politologe und Medienwissenschaftler war eine Herausforderung, wie die Verleihung des Titels Professor und die Einsetzung als C3-Professor (Beamter auf Lebenszeit) und die langjährige Leitung des Instituts für Medienpädagogik zeigten, war meine Arbeit in Kiel erfolgreich. Eine große Herausforderung war der Aufbau der Fakultät Sozialarbeit an der Pomoren Univ. Archangelsk (Staatl. Nördliche Universität in Archangelsk RU). Der Beruf Sozialarbeit war in der UDSSR bzw. Russischen Föderation unbekannt. Es galt auf bestehenden Voraussetzungen, Regeln und Traditionen incl. Unterschiedlicher Mentalität mit äußerst knappen Mitteln aufzubauen. Mittel aus Deutschland und der EU machten es möglich. Die schwierige und aufreibende Arbeit wurde mit der Verleihung des Dr. h.c. honoriert.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Die Hochschulen haben sich im Vergleich zu meiner Studienzeit geöffnet, ein viel größerer Prozentsatz der Jugend hat Gelegenheit zu studieren, das ist sehr positiv. Ebenfalls positiv ist die vermehrte Mitbestimmung der Studierenden und des Mittelbaus der Universitäten sowie die Internationalisierung. Durch die rasche Zunahme der Erkenntnisse der Wissenschaften hat auch die Spezialisierung zugenommen. Leider wurde die Bürokratie wie in allen anderen Lebensbereichen nicht abgebaut, sondern hat weiter zugenommen, das hat der Computer nicht verhindern können. Die persönliche und damit auch finanzielle Abhängigkeit der Assistenten ist m.W. immer noch sehr groß. Die finanzielle Ausstattung der Hochschulen ist nach wie vor viel zu gering.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Aus dem Studium herausholen was drin ist, nicht nur das formal Verlangte machen. Zum Fachgebiet passende und nützliche Praxiserfahrungen sammeln. Immer wenn es möglich ist, längere Zeit im Ausland arbeiten. Offenheit gegenüber anderen Berufsvertretern, anderen Hochschulen im In- und Ausland sowie Wissenschaften und Fakultäten. Teilnahme an Kongressen und Tagungen, Weiterbildung.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Es waren vor allem persönliche Bekanntschaften mit Professoren, die für mich wichtig waren. Auch die Darstellung meiner Uni in der Öffentlichkeit spielte für mich eine Rolle.

Dr. phil. Helmut Schmidt

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Im Vergleich zu Skandinavien und Norddeutschland war die pollenanalytische Erforschung des Alpenraumes damals noch gering. Ich glaube meine Arbeit war ein kleiner Beitrag zur Verbesserung dieser Situation.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Da mein Berufsziel immer das Lehramt an einer AHS und nicht die Universitätslaufbahn war, waren die Vorteile aus der Promotion eher gering.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Als Herausforderung betrachtete ich meine Mitarbeit bei der Aus- und Fortbildung der Biologielehrer am Dialektikinstitut an der Universität Salzburg. Mit sehr viel Bezug zum eigenen Studium.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Ich glaube wir hatten damals mehr Freiheiten bei der Studiengestaltung. Vielleicht war noch mehr Möglichkeit freier „Programmgestaltung“ was die Auswahl von Studieninhalten betrifft. Im Gegensatz fixer Studienplänen von heute.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

„Studiert nach Euren Neigungen und Begabungen und nicht primär nach eventuellen Karriereaussichten“.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Ich fühle mich „meiner“ Universität nach wie vor stark verbunden. Und dieses Gefühl war und ist mir sehr wichtig!

Dr. phil. Josef Ties

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Das Bild Österreich im Werk eines humorvollen Autors zu skizzieren war eine angenehme und lustige Aufgabe.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Die Türen zur Schule und später zum Fernsehen des Senders Bozen der RAI.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Die interessante und gut bezahlte Arbeit bei der RAI.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Wohl stärker als sich ein über 80-jähriger heute vorstellen kann.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Offenheit, Sprachen lernen.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Sehr wichtig. Habe mich immer für alles interessiert, was von der Uni Innsbruck an mein Ohr gelangte.

Dr. phil. Bärbel Tietze geb. Brunner

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

„Beiträge zur Geschichte der Stadt Klagenfurt vom ersten entscheidenden Erfolg der Segenreformation 1604 bis zum Regierungsantritt Maria Theresias“. Es ist die Geschichte der Stadt Klagenfurt vom ersten entscheidenden Erfolg der Segenreformation 1604 bis zum 2. Regierungsantritt Maria Theresias“. Es ist die Geschichte einer Stadt, die im 16. Jhdt. eine Blütezeit und um 17. Jhd. wirtschaftlichen und kulturellen Niedergang erfuhr. Abseits großer Handelswege gelegen fand sie erst im 18. Jhd. Anschluss an weitere wirtschaftliche Entwicklung.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Stipendiatin 1966/67 am österreichischen Kulturinstitut in Rom. 1971 Beginn der Tätigkeit an der Universitätsbibliothek Klagenfurt, nachfolgend Lektorin der Hauptabteilung Bestandsaufbau und inhaltliche Erschließung sowie Vertreterin der Bibliotheksdirektorin.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Das Studium hatte vielfältige Interessen geweckt und als Leiterin einer Bibliotheksabteilung hat es wertvolle Grundlagen geschaffen.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Durch die Universitätsreform gab es grundlegende Veränderungen in den Studien auch in der gesamten Organisationsreform. Das Bachelorstudium ist Verschulung, ein Universitätswechsel, um auch Wissen bei anderen Lehrenden zu erwerben, ist erschwert. Die Organisationsreform (Universitätsrat etc.) hat das Mitspracherecht anderer Gremien eingeschränkt (Mittelbau).

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Keineswegs nur auf die Karriereplanung sehen; Berufschancen ändern sich mit der Zeit sehr schnell, flexibel und offen sein für neue Berufsfelder; die Angebote von Studienkombinationen sind heute viel größer. Allerdings war es am Ende meines Studiums einfacher studienspezifische Arbeit zu finden.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Die Universität hatte für mich durch all die Jahre große Bedeutung. Die Tätigkeit an einer Universitätsbibliothek verband mich für 30 Jahre an diese Institution, immer eng verbunden mit den Entwicklungen, der 1971 gegründeten Universität Klagenfurt. Auch nach meiner Pensionierung im Jahre 2000 bleibt das Interesse bestehen.

Dr. med. Klaus Twerdy

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Eine Dissertation wurde zu unserer Zeit von Medizinern nicht verlangt. Meine Habilitationsarbeit beschäftigt sich mit einer Komplikation der Bandscheibenoperation. Ein Thema, das in den folgenden Jahren große Bedeutung erlangte. Die Arbeit gibt auch einen Überblick über eine hohe Zahl von Bandscheibenoperationen (ca.1600). Ein operativer Eingriff, der zur damaligen Zeit noch relativ selten durchgeführt wurde und in der Folge große Bedeutung erlangte.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Ich war immer Angestellter der Universität. Als Studierender Demonstrator an der Anatomie, später Chirurgischer Assistent, mit Gegenfachausbildung an der Interne. Habilitation, Facharzt für Chirurgie und Neurochirurgie, ao. Professur, o. Prof. und Vorstand an der Neurochirurgie IBK.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Mein größter Erfolg war die primo loco-Reihung und Berufung zum o. Prof. und Vorstand der Neurochirurgischen Universitätsklinik.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Abspaltung der Medizinischen Fakultät von der Gesamtuniversität (was ich persönlich sehr bedauere). Studienablauf völlig anders, grundsätzlich positiv zu bewerten, praxisnäher; zum Teil aber auch ein reiner Schulbetrieb. In der weiteren Ausbildung mehr Gewicht auf die wissenschaftliche Tätigkeit.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Möglichst frühzeitig mit der praktischen Ausbildung zu beginnen (häufige Famulaturen an den verschiedenen Kliniken, um die einzelnen Fächer richtig kennenzulernen), möglichst frühzeitig aber auch mit wissenschaftlicher Tätigkeit an den Kliniken zu beginnen, um den Reiz dieser Tätigkeit zu erfahren. Nach Möglichkeit Auslandsaufenthalte anzustreben, um die Fremdsprache perfekt zu beherrschen und andere Gesundheitssysteme kennenzulernen.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Hat mein ganzes Leben geprägt (siehe Pkt.1).

Dr. med. Hans Günter Unterdorfer

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Eine Dissertation war in der Studienordnung nicht erforderlich.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Keine, eine Promotion eröffnet berufliche Wege.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Fachliche Beratung von Mitgliedern der Berufungskommission, die mit beigetragen hat, dass Univ. Prof. Dr. Scheithauer Richard zum Vorstand des Institutes für Gerichtliche Medizin bestellt wurde.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Kann ich nicht beurteilen, bin zu lange aus dem aktuellen Berufsleben weg.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Realistisches schrittweises Vorgehen.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Sehr wichtig.

Dr. phil. Kunigunde Welzl-Müller

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Leider ist meine Dissertation im Rahmen von Übersiedlungen verloren gegangen. Sie war aus dem Fach Theoretische Physik, Bereich Plasmaphysik. Soviel ich mich erinnere war die Ausbreitung von Wellen in einem Plasma zu lösen.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Die Promotion war Voraussetzung für die wissenschaftliche Laufbahn ursprünglich an der medizinischen Fakultät der Universität Innsbruck und später nach der Trennung der Stammuniversität und medizinischer Universität an der medizinischen Universität Innsbruck sowie für Forschungsaufenthalte in Bordeaux, Freiburg i. Br. und Wien.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Eine Herausforderung war vor 50 Jahren die Einbindung als Physikerin mit naturwissenschaftlichem Denken in ein interdisziplinäres Team (Psychologen, Ärzte). Auch später war die Durchsetzung von Anträgen vor allem im Rahmen gesundheitspolitischer Fragen bei öffentlichen Stellen für Physiker schwieriger als für Mediziner. Der größte Erfolg war die Einführung der Vorsorgeuntersuchungen auf Hörschäden bei neugeborenen mittels physikalisch-physiologischer Verfahren im Mutter-Kind-Pass. Das Studium hat dazu sowohl fachlich im Bereich Akustik und Elektrizität als auch hinsichtlich Vorgangsweise – konsequentes Verfolgen des Zieles und lösungsorientiertes Vorgehen – beigetragen.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Aufgrund meines Studiums an der philosophischen Fakultät (Fächer: Physik und Mathematik) und meiner Tätigkeit nach der Promotion an der medizinischen Fakultät / Universität ist es für mich nicht möglich, rein zeitliche Veränderungen zu beurteilen, da bereits während der Studienzeit große Unterschiede in Universität / Wissenschaft zwischen medizinischem und naturwissenschaftlichem Bereich bestanden.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Aus meiner Sicht sind das Wichtigste Freude und Interesse am Fach / Tätigkeitsbereich sowie die Bereitschaft Herausforderungen anzunehmen. Ein wichtiger Punkt ist der Umgang mit Misserfolgen: Karrieren enthalten manchmal auch Rückschläge, diese gilt es zu akzeptieren, konstruktiv zu verarbeiten und nicht gleich auf zu geben! Da Tätigkeitsbereiche vielfach interdisziplinär und international sind und Teamarbeit erfordern, sind Offenheit gegenüber anderen Denkweisen sowie soziale Kompetenz und Teamfähigkeit Voraussetzung für Erfolg. Weiters sind internationale Kontakte / Netzwerke und deren Pflege unumgänglich.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Nach dem Abschluss des Studiums war die Verbindung vor allem über den medizinischen-naturwissenschaftlichen Verein gegeben. Durch die Trennung von Stammuniversität und Medizinischer Universität beschränkte sich die Verbindung vor allem auf fachliche Kontakte mit dem Team für Innenohr-Implantat.

Dr. jur. Johann Widerin

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Keine Dissertation geschrieben.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Alle Türen für einen Beruf mit fundierter juristischer Ausbildung.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Der Erwerb der Zulassungsvoraussetzungen für das Richteramt und die Arbeit als selbstständiger Anwalt. Das Jus-Studium hat dafür eine solide Basis geschaffen. Die Verteidigung eines Angeklagten wegen Mordes hat den Blick in „seelische Abgründe“ eröffnet.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Für eine solche Beurteilung habe ich zu wenig Einblick in den Uni-Betrieb. Dem „Gefühl“ nach beurteile ich die Entwicklung aber positiv.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Sprachen lernen! Auslands-Semester absolvieren – über den eigenen Tellerrand schauen.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Nicht so wichtig.

 Goldenes Doktor Jubiläum 2017
Dr. Bruno Buchberger

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Ich habe in meiner Dissertation erstmalig ein vollständig allgemeines Computer-Verfahren erfunden, um beliebige algebraische nicht-lineare Gleichungssysteme mit beliebig vielen Unbekannten exakt (nicht nur näherungsweise) zu lösen. Ich habe dieses Verfahren auch auf dem Computer der Uni Innsbruck (damals einer der ersten Computer in Tirol) programmiert. Das Verfahren ist heute das Standardverfahren für dieses Problem in allen mathematischen Softwaresytemen wie Mathematica, Maple etc. und wird weltweit in zahlreichen Gebieten (wie Robotik, Kryptographie, Biologie, Elementarteilchenphysik, etc.) angewandt.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Die Promotion war die Grundlage für meine spätere Karriere als Grundlagenforscher auf dem Gebiet der Computer-Mathematik und Professor an der Johannes Kepler Universität in Linz und als Gastforscher an zahlreichen Universitäten und Forschungsinstituten weltweit.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Das Doktoratsstudium an der Universität Innsbruck war umfassend, grundlagenorientiert und hat zur Eigeninitiative angeregt. Das hat mich befähigt, ab ca. 1980 das damals noch kaum existente Gebiet des „Symbolic Computation“ – heute u.a. eine wichtige Grundlage für die „künstliche Intelligenz“ – gemeinsam mit einer Handvoll von Kollegen weltweit aufzubauen und mein eigenes Research Institute for Symbolic Computation (RISC) an der Johannes Kepler Universität zu gründen. Dadurch dass ich als Werkstudent während meines Doktoratsstudiums auch als Programmierer für Institute und Firmen tätig war und damit auch die Praxis kennen gelernt habe, war ich später dann auch in der Lage, aus dem RISC heraus einen Technologiepark (den „Softwarepark Hagenberg“) mit inzwischen 2500 MitarbeiterInnen und StudentInnen zu entwickeln.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Die Forschung und Lehre ist in einem damals unvorstellbaren Maße durch die rasante Entwicklung der Computer-Technologie und die Software als „materialisierte Mathematik“ reicher, effizienter, schneller, internationaler, vernetzter geworden. Das ist sehr anregend.

Auf der anderen Seite hat die Universität zu meiner Studentenzeit viel mehr zur Auseinandersetzung mit kontroversen Ideen, zur Interaktion mit beliebigen anderen Fächern, zur Entfaltung von Diskussionskultur und zur bewussten Entwicklung des universitären Geistes der Freiheit des Denkens angeregt. Das vermisse ich heute teilweise. Ich denke, dass aber gerade in der heutigen Zeit, diese Rolle der Universität weltweit besonders wichtig wäre.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Nicht nur die Inhalte und Methoden des eigenen Faches studieren, sondern sich auch mit den philosophischen, ethischen und gesellschaftlichen Grundlagen der heutigen wissenschaftlichen Methode auseinandersetzen und daraus auch die Motivation und Verantwortung für den eigenen Beitrag zur Entwicklung der (globalen) Gesellschaft schöpfen!

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Ich habe mich immer als Absolvent der Universität Innsbruck gefühlt und war stolz darauf. Allgemein habe ich „die Universität“ als eine bestimmte Ausprägung des Forschungs- und Lehrgedankens immer als eine Art globale „Heimat“ empfunden, ganz gleich, in welchem Land man sich gerade aufhält.

Eine besondere Verbindung habe ich auch zu meinem damaligen „Dissertationsvater“ Professor Gröbner. Durch Hinzufügen seines Namens zum meiner Methode, Gleichungen zu lösen, habe ich versucht, ihm ein Denkmal zu setzen. Er war nicht nur mathematisch ein Vorbild, sondern auch durch seinen Einsatz für die akademische Freiheit des Denkens.

Dr. rer. pol. Johannes Dahs

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Die in der Dissertation behandelten Ursachen der industriellen Konzentration haben auch heute noch Gültigkeit. Vielleicht sind politische Einflussnahmen stärker in den Vordergrund getreten.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

In einem großen, weltweit orientierten Unternehmen sind die in Führungspositionen tätigen Manager überwiegend promoviert. Solche ohne Promotionen müssen diesen Nachteil durch besondere Anstrengungen ausgleichen. Die Promotion hat die Türen zunächst leichter geöffnet.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Die größten Herausforderungen und Erfolge beruhten auf dem Geschick, die Märkte für die Produkte zu erkennen und anzugehen. Das Studium hat das Denk- und Urteilsvermögen gestärkt.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Es werden mehr junge Menschen an das Studium herangeführt. Dadurch ist das Potential für die Entwicklung leistungsfähiger Manager größer geworden. Die heutigen, jungen Studenten sind kritischer als vor 40 Jahren.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Das Studium am Anfang möglichst breit anzulegen und möglichst spät mit der Spezialisierung zu beginnen, die Verbindung zur Praxis noch zu Studienzeiten versuchen aufzubauen. Praktika und Ferienjobs können dabei helfen.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Bei den Einstellungsgesprächen junger akademischer Mitarbeiter konnte ich einiges über das Leben und den Wandel der Studien an den Universitäten erfahren. Auch durch Vortragsveranstaltungen und Diskussionen innerhalb der Firma hab ich die Verbindung zur Universität nie verloren.

Dr. med. Wolfgang Druml

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Das Doktorat wurde damals durch Ablegung von Rigorosen erlangt, eine Dissertation war damals nicht erforderlich und auch nicht üblich.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Die Promotion hat mir eine Facharztausbildung und eine Tätigkeit als Gerichtssachverständiger eröffnet.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Meine Berufslaufbahn ist ohne besondere Höhen und auch ohne Rückschläge verlaufen.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Es ist offensichtlich vieles komplizierter und unpersönlicher geworden. Ob dies dem Wissenserwerb und der Ausbildung zuträglich ist, vermag ich nicht zu beurteilen.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

  • Karriere ist nicht alles im Leben
  • Zielstrebigkeit ist unverzichtbar
  • Eine umfassende Allgemeinausbildung (wofür aber nicht die Universität zuständig ist) ist jedenfalls wünschenswert.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Ich war etliche Jahre Universitätsassistent, hatte auch in der Folge regen Kontakt zur Universität und deren Fragmente (sprich: Medizin-Uni). Ich bin jetzt auch Alumnus.

Dr. med. Karin Christa Ducke geb. Wagner

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Es gab noch keine Dissertation.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Alle im medizinischen Bereich, die für meine weitere Ausbildung nötig waren.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Die Aufgaben und Anforderungen als stationsführender OA zu bewältigen. Augenabteilung und Kinderanästhesie Sehschule.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Zunahme der Verwaltungsarbeit, weniger Zeit für spezielle Themen der Forschung.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Alles zu nützen: von Famulaturen, über Rettungsdienste, Ärzte ohne Grenzen, um ein breites Spektrum der Medizin kennenzulernen. Nur nach Interesse Fachgebiete (theoretisch oder praktische) auswählen, nicht nach Bezahlung.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Sehr. Habe mich immer über neue Forschungsergebnisse gefreut, die in der Praxis dann umsetzbar waren.

Dr. Helmut Falser

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

„Untersuchung von ebenen Plasmaströmungen hoher elektrischer Leitfähigkeit im Rahmen der linearisierten Magnetogasdynamik“.

Ziel der Arbeit war es, die Diffusion von Magnetfeldern in Strömungsfeldern unterschiedlicher Konfigurationen mathematisch zu untersuchen.

Relativ neu war dabei der (für die damaligen Möglichkeiten im Retrospekt ganz gut gelungene) Ansatz, die zu untersuchenden Gleichungssysteme durch numerische Methoden am Rechner (ZUSE Z23!) zu lösen.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Die wichtigste „erste Tür“ war meine Anstellung als theoretischer Physiker am „Institut de Recherche en Physique des Plasmas“ der Universität Lausanne.

Dort konnte ich in einem Team ausgezeichneter Physiker sehr viel für die Zukunft lernen und gleichzeitig meine „Fähigkeiten“ im Bereich digitaler Rechenmodelle an dem schon damals sehr gut ausgestatteten Rechenzentrum weiterentwickeln.

Die weiteren „Türen“ führten mich letztendlich in die IT-Industrie, in der ich über die Stationen Digital, Texas Instruments, Motorola und Apple, danach als selbständiger Strategieberater, bis heute tätig bin.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Die größten Herausforderungen in der sich im Laufe meiner Karriere sehr turbulent entwickelnden IT-Industrie waren sicher die schnellen Veränderungen der Geschäftsmodelle und auch der Tätigkeit in sehr unterschiedlichen Ländern und ihren lokalen Kulturen (Schweiz, Deutschland, Frankreich, Holland, USA, Österreich).

Als „Erfolge“ könnte ich anführen, dass ich bei den erwähnten Unternehmen eine ganz gute Entwicklung genommen habe, die mich recht früh ins Management gebracht hat, zuletzt als Geschäftsführer bei Apple in deren Aufbauphase in Deutschland.

Ein bedeutsamer „ruhende Pol“ für mich war – und ist - dabei sicher die Fähigkeit, analytisch und „wissenschaftlich“ zu denken. Dazu haben meine Lehrer an der Uni Innsbruck sicher für mich sehr wertvolle Beiträge geleistet.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Dazu kann ich aufgrund meiner „Wanderschaft“ durch mehrere Länder nur eine „Ferndiagnose“ anbieten:

Die Uni Innsbruck hat seit meiner Zeit in hohem Maße an wissenschaftlicher Qualität (Quantenphysik, Medizin, etc.), professionell genutzten Ressourcen (z.B. Rechenzentrum), internationaler Kooperation und damit verbundener Akzeptanz gewonnen.

Nebenbei: Die Schipisten um Innsbruck sind auch viel besser geworden……

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Neugierig sein und bleiben!!!,

Über Fachgebiete hinaus vernetzt denken und kommunizieren, internationales „Mindset“ pflegen.

Zu ihrem Fachgebiet in jedem Falle auch so viel wie möglich solides systemisch/wirtschaftliches Wissen und Können erwerben (hat mir zu meiner Zeit ziemlich gefehlt) , um die rasante Veränderung in praktisch allen Wissensbereichen verstehen und mitmachen zu können, die sie in ihrer eigenen Laufbahn sicher vor sich haben.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Hier stehen für mich die persönlichen Beziehungen zu guten persönlichen Freunden im Vordergrund. Das gilt für die ganzen gut 25 Jahre, die ich in Innsbruck – sehr gerne - gelebt habe.

Dr. Franz Hatzl

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Häuserbuch Hall i. T. 1780 (Maria Theresianischer Kataster) – 1856 (Beginn des heutigen Grundbuches). Haus-, Besitz- und Vertragsverzeichnis mit geschichtlichen, wirtschafts- und baugeschichtlichen Ergebnissen für die Stadt Hall und Tirol, Quelle für die Ahnenforschung.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

15 Jahre Mitglied des Haller Altstadtausschusses (1970 bis 1985); damals Höhepunkt der Sanierung und Revitalisierung der Altstadt Hall in Zusammenarbeit von Stadt Hall, Land Tirol und Bundesdenkmalamt.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Studium Lehramt und Doktorat als Lebens- und Verdienstgrundlage. 18 Jahre Leiter der Arbeitsgemeinschaft der Historiker an AHS, Leiter der Lehrerfortbildung für AHS-Lehrer für Geschichte. Erfolgreicher, österreichweiter Kampf um den Verbleib des Faches Geschichte in der 8. Klasse der AHS (Geschichte und Sozialkunde sollte in der 7. Klasse enden).

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Heute: Massenuniversität (nach dem Schulgesetz 1972) mit weniger individueller Betreuung und weniger Gestaltungsmöglichkeiten, aber weit größere Möglichkeit für viel mehr Studenten, eine akademische Ausbildung abzuschließen.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

„Studiere was Dich interessiert; berücksichtige aber auch die beruflichen Aussichten“.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Enge Verbindung während meiner Zeit als ARGE-Leiter der Historiker, bleibendes hohes Interesse an Geschichte und Latein, Vortragsbesuche, gelegentliche Spenden.

Dr. jur. Christian Horwath

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Meine Dissertation umfasst die Bedeutung der traditionellen Handwerksorganisation (Zünfte) für die damalige Wirtschaft und die Weiterentwicklung in die heutige Zeit. Dabei habe ich insbesondere herausgearbeitet, dass sehr wohl deutliche Ansätze von wirtschaftlichen Kooperationen zwischen Konkurrenzbetrieben, Austausch von Erfahrungen und gemeinsamen Bemühungen, am Markt erfolgreich zu sein, im Vordergrund standen. Auch die Entwicklung hin zu den heutigen wirtschaftlichen Organisationen (Wirtschaftskammer) wurde entsprechend beleuchtet und hier die Fortsetzung und erfolgreiche Umsetzung ehemaliger Zunftgedanken beleuchtet.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Die Promotion zum Dr. rer. pol. hat mir insoweit bei meiner beruflichen Tätigkeit als Rechtsanwalt wertvolle Dienste geleistet, als ich durch meine zusätzliche Ausbildung in wesentlichen Fächern des Wirtschaftsrechts deutlich mehr Verständnis und auch entsprechende grundsätzliche Erfahrung für wirtschaftliche Zusammenhänge und die Lösung deren Fragen auf für mich wertvolle Art umsetzen konnte.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

In vielen Jahrzehnten einer durchaus erfolgreichen umfassenden Anwaltstätigkeit ohne entsprechende Spezialisierung auf einzelne Gebiete habe ich durch mein zweites Studium wertvolle Erfahrungen zur Bearbeitung großer Wirtschaftsstrafsachen als Rüstzeug mitbekommen und konnte so bedeutende ins juristische Fach übergreifende wirtschaftliche Grundlagen in der Praxis verwerten und umsetzen.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Abgesehen davon, dass die Universität nun um ein Vielfaches größer ist als zu unseren Zeiten, vermisse ich nach wie vor ausreichenden Praxisbezug und die Umsetzung theoretischen Wissens. Hier mag sich wohl bei den Nachfolgestudien einiges verändert und verbessert haben, trotzdem scheint mir die zu große Theoretisierung ein deutliches Hindernis für effektive Umsetzung von Fachwissen in die täglichen Arbeitsprozesse.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Fleiß ist die Grundlage aller Erfolge. Stetes, waches Interesse für neue Entwicklungen welcher Art immer ist die beste Basis für eine erfolgreiche Zukunft.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Wenig bedeutend.

Dr. jur. Gert Delle Karth

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Romanum (Rigorosum) an Stelle einer Dissertation (Jurist).

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

In jeder Richtung (Staatsdienst umfassend…); Wirtschaft; juristische Berufe, etc.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

12 Jahre Vizepräsident des fürstlich liechtensteinischen OHG; Vm Vorsitzender des Zivilsenats; 5 Jahre Präsident dieses Gerichtshofes (1997-2014); Hubertus Schumacher/Wigbert Zimmermann (Hrsg), 90 Jahre Fürstlicher Oberster Gerichtshof; Festschrift für Gert Delle Karth (2013).

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Die „rare“ juristische Ausbildung wird den heutigen Anforderungen nicht gerecht; nicht einmal den Erfordernissen selbstständiger juristischer Tätigkeit wie z.B. des Rechtsanwalts- oder Notariatsberufes etc. Es bedarf Kenntnisse im wirtschaftlichen Bereich, Fremdsprachen-Kenntnisse, insbesondere Englisch in Wort und Schrift (für juristische Tätigkeit).

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Ausbildung in diversen auch nicht zum angestrebten Beruf zählenden Fachbereichen, die sich immer wieder als nützlich bzw. zweckmäßig erweisen.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Ich habe insbesondere im Rahmen meiner juristischen Tätigkeit für Liechtenstein die Bibliotheken der Uni regelmäßig aufgesucht bzw. in Anspruch genommen.

Dr. Günter Franz Khinast

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Titel: „Beiträge zu einer Geschichte des Landes ob der Enns unter dem Landeshauptmann Hans Ludwig Kuefstein“. Der Protestant Kuefstein war 1627 zum katholischen Glauben übergetreten, was seine Karriere in kaiserlichen Diensten begründete. Er reiste 1628 als Botschafter nach Istanbul und schrieb einen interessanten, reich illustrierten Reisebericht und 1630 wurde er mit der Stelle eines Landeshauptmanns von Oberösterreich betraut. In den ersten Jahren war die Beziehung zu den Landständen gespannt, weil diese auf Wahrung ihrer Rechte gegen den Absolutismus des Kaisers pochten, später kam es angesichts der steigenden Probleme des Landes zu einem vorteilhaften Zusammenwirken. Im Zeitraum von 1630-56, in dem Kuefstein Landeshauptmann des Landes ob der Enns war, lag das Land zwar im Schatten des Dreißigjährigen Krieges, wurde aber durch Einquartierungen und Werbungen kaiserlicher Soldateska und durch die hohen Geldforderungen, die der Krieg erzwang und die zu einer wachsenden Verarmung der Bauern führten, mehr und mehr belastet. Nach dem Krieg musste Kuefstein die letzte Phase der Gegenreformation, die zwangsweise Rückführung der Landbevölkerung zum katholischen Glauben, durchführen.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Unmittelbar hatte die Promotion für meine berufliche Tätigkeit als AHS-Lehrer keine Bedeutung, aber der Doktortitel verlieh dem wissenschaftlichen Charakter meiner Aufsätze und Arbeiten einen gewissen Akzent und war später für die Bestellung als Abteilungsleiter und Direktor des Pädagogischen Institutes in LPA-Verwendung hilfreich.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Prägend für meine Arbeit als Lehrer für Geschichte war in besonderem Maße der Einfluss von Univ.Prof. Franz Hampl, Professor für Alte Geschichte, der nicht nur das kritische Denken, sondern auch das historische Denken in großen Zusammenhängen und vor allem eine universalhistorische Schau gefördert hatte. Wichtig als Pädagoge war auch der enge Kontakt mit Herrn Univ.-Prof. Rudolf Weiß, der es hervorragend verstand, die modernen Aspekte der Pädagogik zu vermitteln. Lehrer, die ihre Ausbildung in Innsbruck absolviert hatten, stachen häufig hervor.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Da in den Pädagogischen Instituten ein Teil der Ausbildung der Junglehrer oblag, konnte ich feststellen, dass die pädagogische Ausbildung sich zwar verbessert hatte, die wissenschaftliche Ausbildung besonders im Zweitfach aber eher mangelhaft war.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

-

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Als ich 1984 Abteilungsleiter und später Direktor am Pädagogischen Institut des Bundes für Oberösterreich wurde, habe ich Prof. Hampl und später Prof. Robert Rollinger immer wieder zu Fortbildungsveranstaltungen nach Linz eingeladen, was ohne Zweifel das Niveau des Geschichtsunterrichts gehoben hat. Besonders wichtig waren die Studienreisen in alle Teile der Welt, die beide Professoren leiteten und die den universalgeschichtlichen Vergleich veranschaulichten.

Bedeutsam waren auch die Kontakte mit dem erziehungswissenschaftlichen Institut der Universität, besonders mit Univ.Prof. Rudolf Weiß und später Univ.Prof. Michael Schratz. Als Abteilungsleiter für die Fortbildung der AHS-Lehrer war es mir ein hohes Anliegen, nicht nur die fachliche Fortbildung, sondern auch die pädagogische Fortbildung der LehrerInnen weiter zu entwickeln, damit diese den Veränderungen, die der gesellschaftliche Wandel bewirkte, gewachsen waren. Angeregt durch Innsbruck entwickelte ich im Kontakt mit Viktor Frankl und seinem Schüler Dr. Günter Funke in Berlin das Konzept einer „Personalen Pädagogik“ auf der Basis der Existenzanalyse und Logotherapie Viktor Frankls.

Dr. Elmar Klinger

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Sie war eine Arbeit über die Tübinger Schule am Beginn des 19. Jahrhunderts zur Frage nach der Offenbarung im Horizont von Geschichte mit Schwerpunkt Altes Testament als heilsgeschichtliche Größe. Es ging um die Rezeption von Lessings Schrift über die Erziehung des Menschengeschlechts in der katholischen Theologie. Das Ergebnis: Die biblische Überlieferung mit ihrem Kern der Offenbarung selbst erzieht den Menschen zum eigenen Gebrauch seiner Vernunft. Sie steht für die Freiheit, den Frieden und die Gerechtigkeit. Sie hat daher große Bedeutung für die Kirche und ihre Stellung in der heutigen Gesellschaft. Sie macht eine Neubestimmung des Verhältnisses von Natur und Sprache. Meine Dissertation wurde im Umfeld des zweiten vatikanischen Konzils verfasst und ist wichtig für seine Durchführung.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Sie hat mir die Habilitation bei Karl Rahner in Münster ermöglicht, dessen Assistent ich war. Der Bischof hat mich darum freigestellt. Ich bin Mitglied der europäischen Akademie für Wissenschaft und Künste.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Ich habe in Dogmatik und Dogmengeschichte habilitiert und war o. Professor für Fundamentaltheologie und vergleichende Religionswissenschaft, an der theologischen Fakultät der Universität Würzburg. Herausforderungen sind für mich die Kirche der Neuzeit, und das zweite Vatikanum, die Theologie der Befreiung, der Feminismus; darüber habe ich viel publiziert. Es ergaben sich mit dieser Beschäftigung wichtige Kontakte nach Südamerika, Spanien, Afrika und Indien, außerdem nach Rom. Daher kommt meine Vortragstätigkeit.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Die Studierenden an der theologischen Fakultät waren damals fast ausschließlich Priesteramtskandidaten und sind heute in der Mehrzahl Laien. Der Bolognaprozess und seine Folgen sind noch gar nicht absehbar. Ein Hauptmotiv meines Studiums war der scholastische Schwerpunkt an der theologischen Fakultät. Die Vorlesungen wurden größtenteils in Latein gehalten, ebenso die Prüfungen. Die Fakultät hatte einen internationalen Ruf und war in einzelnen Fächern weltspitze. Seit dem zweiten Vatikanum hat sich die kirchliche Gesellschaft weltweit verändert. Neue Schwerpunkte haben sich gebildet, die früher nebensächlich waren. Die Theologie muss ihren Ort in Kirche und Gesellschaft neu entdecken und finden.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Eine fundierte Ausbildung ist für jede Arbeit überlebenswichtig. Dazu gehört ein interdisziplinärer Diskurs. Das Eigene sollte man aus einer fremden Perspektive darlegen können.

Karrieren waren in der Regel früher vorprogrammiert Sie hängen nur mehr von der Aufmerksamkeit ab, die man bestimmten Zielen schenkt. Für den Theologen hat die Theologie über Einzelerkenntnisse hinaus spirituelle Bedeutung. Jeder sollte wissen, wovon er spricht, wenn er etwas sagt.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Ich bin Universitätslehrer. Meine Verbindung zur Universität dauert somit an. Sie ist niemals abgebrochen.

Dr. Reinelde Kneussl geb. Messerklinger

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Soweit ich im Bilde bin, gibt es bisher keinen sensationellen Fundkomplex durch den meine Typeneinordung und dessen Datierungen neu untersucht werden müssten.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Nachdem ich in meinem Beruf (Lehrerin) geblieben bin, hatte vielleicht meine Meinung auch bei Behördengängen etc. mehr Gewicht ebenso wie im Kollegenkreis.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

siehe Punkt 2

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Vor 50 Jahren war noch alles überschaubar, heute ist (für mich) vieles zu zerpflückt!

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Bleibt flexibel!

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Viele Jahre sehr wichtig, solange man die Professoren un manche Studienkollegen noch kannte.

Dr. Dietmar Kuhn

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Es ging in meiner Dissertation um die Frage, ob man – analog zur Blasenkammer – Teilchenspuren auch durch Beschallung einer Flüssigkeit mit intensivem Ultraschall sichtbar machen könnte. Im Reaktorzentrum Seibersdorf habe ich entsprechende Messungen durchgeführt und beobachtet, dass unter Teilchenbestrahlung das Einsetzen der Blasenbildung in beschalltem Wasser tatsächlich verringert wird, dieser Effekt aber nicht lokal entlang der Teilchenbahnen, sondern global und mit einer Zeitverzögerung einsetzt, was auf einen radiolytischen Prozess als Ursache hinweist.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Ich konnte gleich nach der Promotion eine Stelle als Vertragsassistent bei Prof. Steinmaurer am Institut für Experimentalphysik antreten und wurde mit dem Aufbau einer Arbeitsgruppe für Hochenergiephysik zur Teilnahme an den CERN-Experimenten betraut. Im Zusammenhang damit konnte ich dann zunächst als Gastwissenschaftler am Institut für Hochenergiephysik der ÖAW in Wien und dann als Fellow am CERN arbeiten.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Das rasche tiefere Einarbeiten in das für mich neue Arbeitsgebiet der Teilchenphysik gleich nach der Promotion bei gleichzeitig hoher Belastung mit organisatorischen Aufgaben durch den Aufbau und die Leitung der Arbeitsgruppe für Hochenergiephysik, später dann die Abfassung der Habilitationsschrift neben der aktiven und sehr fordernden Mitarbeit in einer renommierten CERN-Gruppe. Die während meiner Dissertation erworbenen Fähigkeiten zum selbstständigen wissenschaftlichen Arbeiten und in der dafür erforderlichen Organisation habe ich dabei bestens anwenden und weiter konsequent ausbauen können.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Wie in den Referaten auf der Jubiläumsfeier mehrfach angesprochen, bietet die Universität heute deutlich weniger Freiheit in der Wahl eines persönlichen Curriculums und ergibt damit einheitlichere Bilder der Absolventen in zahlenmäßig zwar mehr, aber jeweils spezielleren Fachgebieten. Die Anforderungen an Begabung und Arbeitseinsatz sind deutlich höher geworden. Eine internationale Vernetzung und Zusammenarbeit mit Fachkollegen ist heute unabdingbar. Die Entwicklung von Forschungsprojekten und deren Formulierung in Anträgen stellen einen erheblichen und damit zeitraubenden administrativen Einsatz dar, der aber wegen der starken Konkurrenz um beschränkte Budgetmittel auch bei hoher Qualität frustrierend oft ohne Erfolg bleibt. Auch die Verwaltung genehmigter Projekte erfordert einen sehr hohen Zeitaufwand. Die Universität selbst ist eine außerordentlich komplexe Institution geworden, die an ihrer Spitze ein exzellentes professionelles Management erfordert. Die Unterstützung von Forschung und Lehre hat sich enorm verbessert, ist vielfältig und sehr professionell (ZID, Projektservice, UB, etc.). Die gegenüber früher deutlich stärkere Öffnung der Uni zur Wirtschaft sowie die Öffentlichkeitsarbeit sind sehr begrüßenswert und notwendig.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Zunächst dringend eine sehr kritische Überprüfung von Talent und Neigung für ein Fach. Durchaus ein Semester oder Jahr investieren, um sich hier Gewissheit zu verschaffen. Bei Talent und Begeisterung für ein Fach das Studium ohne zu starke Beachtung der momentanen Job-Situation durchziehen. Unbedingt während des Studiums zumindest einmal ins Ausland gehen, Praktika/Internships, ev. auch in fachverwandten Gebieten, absolvieren, in den Ferien durchaus fachfremd „jobben“, besonders die sogenannten „Soft-Skills“ entwickeln.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Für mich als Univ. Prof. war und ist diese Verbindung natürlich essentiell. Ich glaube aber, dass wir in Österreich gegenüber dem Ausland noch erhebliche Überzeugungsarbeit leisten sollten, um den Stellenwert der Ausbildung an einer Universität und der fortgesetzten Bindung zu dieser stärker ins Bewusstsein zu bringen! Eine Rolle spielt hier wohl die Tatsache, dass in Österreich ein Studium heute kaum noch an den Kosten scheitert. Die teilweise sehr hohen Studiengebühren im Ausland alleine schon verleihen einem absolvierten Studium dort ein höheres – zum Teil auch elitäres – Ansehen.

Dr. med. Waltraud Leber geb. Kunst

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Seinerzeit keine Dissertation für Medizin.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Das Tor zur Welt und die Möglichkeit den erwünschten Beruf zu verwirklichen.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Niederlassung als Arzt f. Allgemeinmedizin, autonome Entscheidung, medizinische Führung der Verantwortung eines Altenheimes in einer respektablen Praxis im ländlichen Bereich.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Umgehender Fortschritt der medizinischen Möglichkeiten und Tätigkeiten.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Bei aller Fortschrittlichkeit den kranken Menschen und seine persönlichen Bedürfnisse in den Mittelpunkt zu stellen.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Kein direkter Kontakt, aber weiterhin Interesse am allgemeinen Geschehen.

Dr. med. Hermann Leber

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Vor 50 Jahren gab es noch keine Dissertation.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Sowohl beruflich- als auch gesellschaftlich nahezu alle.

Turnus:

  • Praktischer Arzt
  • Arbeitsmedizin für 2 Bundesländer
  • FA Dermatologie
  • Niederlassung als PA und Sprengelarzt
  • 19 Jahre verschiedene Funktionen in der Standespolitik

Privat: Errichtung eines Museums für Frühgeschichte speziell „Karolinger“ – Europadimension, seit 30 Jahren

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

  • Arbeitsmedizin: im Studium praktisch keine Grundlagen.
  • Niederlassung als Landarzt – weder im Turnus noch im Studium besondere Ausbildungen.

90 % anderer Patienten besser als in Stationären Bereich. Besonders „fordernd“ am Land: von der Schwangerschaft bis zur Tod Betreuung. Zum Teil Aufgaben von Psychiatrie bis zur Familienbetreuung.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Entpersonalisiert. Kontakt von Professoren mit Studenten nicht mehr vorhanden. Speziell in Innsbruck starke Verfremdung durch große Zahl von nicht österreichischen Lehrbeauftragen. Starke Mentalitiätsbrüche!! Leider durch die Gegebenheiten ein „ein Industriemontage-Produktionsbetrieb“! Auf menschliche empathische Eignung wird kein Wert mehr gelegt. Heutige Jungärzte in Krankenhäusern werden weiter gezwungen Massenabfertigung zu betreiben seit Ökonomen das Sagen haben.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Behandle den Patienten so wie Du gerne behandelt würdest.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

War immer in Kontakt durch Kinder und Nichten und Neffen, welche in Innsbruck studiert haben und sich habilitiert haben.

Dipl. Vwt. Dr. rer. oec. Manfred Majer

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Meine 1965 bei Prof. Andreae eingereichte Dissertation "Der Beirat für Wirtschafts- und Sozialfragen - Problematik einer neue Institution" sollte die Frage beantworten, ob ein von Verbandsinteressen dominierte neue Institution einen objektiven Beitrag zur österreichischen Wirtschaftspolitik leisten könne. Es ergaben sich erhebliche Zweifel - bedingt durch die Konstruktion der Institution und der damit verbundenen persönlichen und existenziellen Abhängigkeiten der Beiratsmitglieder von den Verbandsspitzen. Dennoch wurde von mir - "Guter Wille bei den Verbandsspitzen" vorausgesetzt, bei Umsetzung einiger vorgeschlagener Verbesserungen eine leicht positive Prognose gewagt.

Ebenfalls 1965 erschien in Oxford eine Untersuchung von Mancur Olson, " Die Logik des kollektiven Handelns", in der er die institutionelle Lähmung beschreibt, die Wirtschaft und Gesellschaft bremst, wenn Lobbygruppen (Verbände) zu stark werden.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Problemloser, sofortiger Einstieg in das Berufsleben.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Beim Einstieg in das Berufsleben (Prüfungstätigkeit): Nach dem Erkennen wirtschaftlicher Zusammenhänge und Notwendigkeiten hatte ich in manchen Fällen Schwierigkeiten beim Beschreiben derselben, ohne die handelnden Personen zu diskreditieren oder gar zu verletzen. Darauf wurde ich im Studium nicht vorbereitet, ein kollegiales Coaching in der Berufseintrittsphase war sehr hilfreich. In diesem Zusammenhang verweise ich auf meine Anmerkung in Punkt 4.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Eine zu frühe Spezialisierung der Studiengänge, die dem - zum größten Teil völlig ungewissen beruflichen Werdegang der Absolventen - widerspricht. Anzustreben ist einen breite Basisausbildung, bei gleichzeitigem, wie es Prof. Andreae seinerzeit formuliert und gefordert a, "Mut zu Lücke". Diese Basisausbildung ermöglicht es, beim Erkennen von Lücken, diese beim Berufseinstieg rasch zu füllen (siehe oben). Natürlich bin ich mir bewusst, dass eben die "Wirtschaft" gerade diese von mir abgelehnte frühe Spezialisierung fordert, m.E. liegt hier ein Fall von Interessenkonflikt vor.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Es sollte den jungen Studierenden eigene grundsätzliche Überlegungen klar gemacht werden:

  • Es ist ein Privileg, studieren zu können und zu dürfen.
  • Das Studium ist eine Zeit sowohl der Arbeit als auch der Freude.
  • Sie sollten die Zeit nutzen, um sich sowohl innerhalb als auch außerhalb der Uni zu engagieren.
  • Sie sollten ihr Studienziel nicht aus den Augen verlieren, aber keinesfalls Alles unter dem Gesichtspunkt der zukünftigen "Kariere" betrachten und betreiben.
  • Das Studium ist auch einen Zeit der Persönlichkeitsbildung, oder, wie es beispielsweise die Corps postulieren, es ist einen Zeit, Charakter, Geist und Herz zu bilden, um zu charakterfesten, tatkräftigen und ehrenhaften Mitgliedern der Gesellschaf zu werden.
6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Durch meinen Lebensweg, vor Allem als selbstständiger Unternehmer, ist meine Verbindung zur Uni zweifellos zu kurz gekommen.

Dr. med. Herwik Matschy

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

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2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Eintritt in einen höheren Beruf, gesellschaftliche Anerkennung

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

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4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Der nicht mehr freie Zugang bzw. die zweifelhaften Aufnahmekriterien beim Mediziner-Test, der nicht und zu wenig die soziale Eignung zum „ARZTSEIN“ testet.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Was ich auch meinen Kindern und Enkelkindern versuche auf dem Weg mitzugeben: es genügt die Nummer 2 und 3 zu sein, das Streben nach der Nummer 1 bringt genug Unheil über unsere Welt!!!

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Meine Verbindung zur Innsbrucker Universität bestand nach meiner Übersiedelung nach Graz nicht mehr, dafür sehr intensiv mit der Universitäts-Zahnklinik in Graz, und Verbindungen zu USA.

Dr. Rudolf Messner

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Der Titel lautete „Probleme einer Theorie des erzieherischen Verhaltens“. Es ging um eine Untersuchung der pädagogischen Literatur über Erziehungsmittel. Die Arbeit konzentrierte sich auf die Kritik geisteswissenschaftlicher Ansätze und leistete vor allem begriffsanalytische Vorarbeiten zum Thema, insbesondere eine ausführliche Explikation des Erziehungsbegriffs im Kontext der damals sich erprobenden „Brezinka-Schule“. Im Schlussteil der Dissertation werden mit konstruktiver Intention inhaltliche Verhaltensprobleme erörtert.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Ich erhielt im Anschluss auf Vorschlag von Prof. Wolfgang Brezinka eine Stelle als Wissenschaftlicher Assistent im neu gegründeten Fachbereich Erziehungswissenschaft der Universität Konstanz. Dort spezialisierte ich mich ich unter dem Einfluss von Prof. Karl-Heinz Flechsig und Prof. Hans Aebli sowie engen Arbeitskontakten zu Prof. Horst Rumpf und Prof. Klaus Heipcke auf didaktische Fragen. Diese Thematik knüpfte an meine Interessen als ehemaliger Lehrer an. Prof. Aebli bot mir eine Assistenten-Stelle an der Universität Bern an. Diese wiederum war die Grundlage für meine Bewerbung und Berufung auf eine Professur für Erziehungswissenschaft an der Universität Kassel.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

An der Universität (zuerst Gesamthochschule) Kassel konnte ich im Rahmen meiner Universitätsprofessur eine Lehrerbildung für LehrerInnen von der Grundschule über die Haupt/Real- und Gesamtschule bis zum Gymnasium und zur Berufsschule unter dem Prinzip der innovativen Verbindung von Wissenschaftlichkeit und Praxisorientierung mit aufbauen. Weitere Herausforderungen betrafen die Mitwirkung an der Entwicklung der Offenen Schule Kassel-Waldau, einer deutschlandweit bekannten Reformschule, als wissenschaftlicher Begleiter sowie die Leitungsarbeiten als Sprecher des Bielefeld-Kasseler Graduiertenkollegs „Schulentwicklungsforschung“ von 1993-2000 (mit mehr als 30 abgeschlossenen Promotionen) und als Sprecher der Kasseler Forschergruppe für Empirische Bildungsforschung „Lehren-Lernen-Literacy“ von 2003-2009 (mit zahlreichen DFG-Projekten). Bei allen diesen Aktivitäten hat mir die an der Universität Innsbruck durch meine akademischen Lehrer, Prof. Wolfgang Brezinka und Prof. Ivo Kohler vermittelte kritische Arbeitshaltung und wissenschaftliche Ausrichtung sehr geholfen, auch wenn ich sie im Laufe meiner beruflichen Karriere erheblich korrigieren und ausdifferenzieren musste. Die Grundlagen wurden an der Universität Innsbruck gelegt.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Um diese Frage zu beantworten, müsste ich ein Buch schreiben. In Kürze: Wissenschaft zu betreiben, ist heute ohne eine vielseitige Kompetenz in der praktischen Anwendung wissenschaftlicher Methoden nicht mehr möglich; das Studium tendiert aus meiner Sicht unter dem Einfluss der Modularisierung zu sehr in Richtung VERSCHULUNG; die Reflexion der größeren humanen und gesellschaftlichen Zusammenhänge kommt, wie früher auch, zu kurz; alles ist internationaler, ja globaler geworden.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Studieren Sie das, was Sie wirklich WOLLEN. Meiner Erfahrung nach sind Talent, zielstrebige Energie, Fleiß und Bescheidenheit die wichtigsten Voraussetzungen für beruflichen Erfolg in der Wissenschaft. Noch etwas habe ich vergessen: Neues denken und erproben; Lesen, Schreiben, Publizieren.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Sehr wichtig! Während der Tätigkeit von Prof. Horst Rumpf als Erziehungswissenschaftler an der Universität Innsbruck sind in den 1970er Jahren auch noch vielfältige Arbeitskontakte möglich geworden. Mit dem Antritt der erziehungswissenschaftliche Professur durch Prof. Helmwart Hierdeis in den 1980er Jahren brachen für zwei Jahrzehnte die Kontakte zur Innsbrucker Uni ab. Erst durch die unvergessliche, früh verstorbene Univ.Prof.in Ilsedore Wieser und den auch in der Bundesrepublik wirkenden Univ.Prof. Michael Schratz wurden die Kontakte zu meiner Heimatuniversität, die bis heute anhalten, erfreulicherweise wieder aufgenommen.
Dr. med. Manfred Wilhelm Niederberger

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Eine Dissertation war damals (1967) nicht vorgesehen. Meine spätere Habilitationsschrift befasste sich mit der radialen Funktionsdiagnostik und mit der dosierten Bewegungstherapie nach Myokardinfarkt. Sie lieferte Argumente und Grundlagen für den Übergang von der Praxis einer wochenlangen Immobilisierung der Patienten hin zu einer individualisierten Rehabilitation.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Kurz nach der Promotion erhielt ich eine Assistentenarztstelle an der II. Med. Univ. Klinik (Prof. Fellinger) in Wien, später ein Max Kunde Stipendium für einen Studienaufenthalt in den USA.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

  • Einjähriger Studienaufenthalt an der University of Washington, USA (Prof. BRUCE)
  • Leitung der „Working Group on exercise testing“ der ESC (European Society of Cardiology) und Einführung der Österr. Standard-Ergometrie
  • Ärztliche Leitung einer Herz-Kreislauf-Sonderkrankenanstalt
  • Leitung des Fortbildungskongresses der Österr. Ärztekammer, der jährlich in Grado stattfindet
  • Aufbau und Leitung eines Instituts für interventionelle Kardiologie

Beitrag des Studiums: Erziehung zu ärztlicher Ethik und Anstöße für wissenschaftliches Engagement.Der jeweilige Vorstand des Institutes oder der Klinik kannte und evaluierte seine Studenten persönlich, die Rigorosen wurden von ihm in aller Regel selbst abgenommen. Gendering war kein Thema, weibliche und männliche Studenten wurden gleichbehandelt.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Die Formung der Persönlichkeit und die persönliche Führung der Medizinstudenten haben verloren oder andere Wege genommen. Die Leitlinien der „Evidence based medicine“ sind nützlich und vor allem bequem, aber für die individuelle Behandlung und auch für einen wirtschaftlichen Einsatz der Mittel bedarf es nicht selten einer großen Standfestigkeit des Arztes, um lege artis (ein Begriff, der fast verloren gegangen ist!) auf die Originalliteratur und auf Erfahrung zurückzugreifen. Wissenschaftlich ist die Masse an Publikationen unüberschaubar geworden. Die Beherrschung eines etwas umfangreicheren Fachgebietes und das Erfassen von interdisziplinierten Zusammenhängen wurden schwieriger.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

„Frag nicht nach Geld und Arbeitszeit. Versäume nicht, Deine Talente und Deine Chancen zu nützen“. „Strive for excellence“. „Finde Deine Balance zwischen Privatleben und Beruf!“.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Besonders hinsichtlich der vermittelten Werte (u.a. gab es damals noch den Hippokratischen Eid) blieb ich der Universität in großer Dankbarkeit immer verbunden.

Dr. Franz Pichler

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Mathematische Aufbereitung der Theorie der Walshfunktionen zur Anwendung in der Nachrichtentechnik.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Einladung zu meinem Gastaufenthalt am Department of Electrical Engineering der Universität of Maryland, College Park, MD, Austria.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Selbstständige Einarbeitung in neue wissenschaftliche Gebiete für Lehre und Forschung. Das Studium der Mathematik und Physik verlangte damals ebenfalls eine gewisse Selbstständigkeit.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Die damals mögliche große Breite des Studiums ist heute weitgehend einer Spezialisierung gewichen. Anwesenheit, Mithören, Mitschreiben, Mitdenken und Anfertigung eines ausgearbeiteten Skriptums waren damals eine Notwendigkeit.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Sich im Studium nach den Interessen zu richten und einen Posten annehmen, der diesen Interessen nahekommt.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Gedanklich war ich stets der Universität Innsbruck in Dankbarkeit verbunden. Leider gab es sonst nur wenige Kontakte über die Jahre.

DDr. Peter Pichler

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Ich hatte als Thema „Produktivitätssteigerung im Fernmeldewesen“. Durch meine vieljährige Tätigkeit im Post- und Fernmeldedienst hätte ich das Thema vielseitiger behandeln können.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Durch die Promotion zum Dr. rer. oec. hätte ich bei der Post- und Telegraphendirektion für Tirol und Vorarlberg die Voraussetzung für die Überstellung in den Höheren Wirtschaftsdienst gehabt. Der Arbeitsplatz wurde anderweitig vergeben. Etwas später wurde ich in den Höheren Verwaltungsdienst überstellt (Dr. iur). Ich war u.a. 12 Jahre in der Postrechts- und Betriebsabteilung. Hier war mir bei den Planungen von Großpostämtern das Wirtschaftsstudium von großem Nutzen.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Ich war 12 Jahre in der Inspektion Postautodienst tätig. Ich war befugt, bei den zuständigen Gendarmerieposten Strafanzeige bei Unregelmäßigkeiten gegen Postbedienstete zu erstatten. In solchen Angelegenheiten war ich immer wieder als Privatbeteiligter für die Post- und Telegraphendirektion tätig. In der Personal-, Postrechts- und Betriebsableitung aber auch als Vizeprasident und als Präsident der Post- und Telegraphendirektion tätig. In der Personal-, Postrechts- und Betriebsabteilung aber auch als Vizepräsident und als Präsident der Post- und Telegraphendirektion waren meine beiden Studien von größten Nutzen.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Von meinen jungen Mitarbeitern habe ich erfahren, dass z.B. Arbeits- und Sozialrecht nunmehr sehr eingehend an der Universität gelehrt wird. Ich musste mir diese Materie während meiner Ausbildung aneignen.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Man müsste wissen, welcher Beruf ergriffen wird. Will jemand in das Bankwesen, so sollte man sich so viel als möglich im Handels-, Wechsel- und Scheckrecht bereits während des Studiums vertiefen. Will man den Beruf als Richter, Staatsanwalt, Rechtsanwalt oder Notar anstreben, so sollte man sich insbesondere mit dem Bürgerlichen-, Zivil- und Strafprozess-bzw. Strafrecht befassen.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Während meiner Aktivzeit musste ich wiederholt Vorträge halten. Es war notwendig entsprechende Literatur in der Universitätsbibliothek zu beschaffen.

Dr. jur. Werner Plunger

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Nach der damals geltenden Studienordnung hatten wir keine Dissertation zu schreiben, wäre aber gut gewesen!

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Ich war Richteramtsanwärter, Mitarbeiter der WKO und 17 Jahre alleiniger Direktor der WK Tirol und bin v.a. Ehrenbürger der Alma Mata.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Die Mitgestaltung der Kammerreformen 1 und 2 (Maderthanner/Leitl) auf Bundes- und Landesebene (Leiter des Kernprojekts Personalentwicklung) sowie die Durchführung der Urabstimmung zum Weiterbestand der WKO.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Ja, entscheidend von der überschaubaren (rund 7-8.000 HöhrerInnen) zur Massenuniversität samt räumlicher Ausdehnung, Internationalisierung und Ergänzung des Bildungsangebotes durch die FHs.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Flexibilität, Einsatz, Fremdsprachen mit Auslandssemestern, IT und Digitalisierung und keine „Orchideen-Fächer“!

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Sehr, vor allem zur Weiterentwicklung des eigenen Berufsfeldes – Kooperation Wissenschaft mit Wirtschaft, insbesondere unter den Rektoren Gantner und Märk.

Dr. med. Johann Pöll

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

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2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Beruf (Gemeindearzt)

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Als Abgänger der Uniklinik IBK Karrierevorteile

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

In Südtirol (auch anderswo) hat sich der Arztberuf zu einer Absicherungsstruktur pervertiert – zu meiner Zeit galt der hippokratische Eid noch.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Sich des Punktes 4 bewusst zu sein.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Beruflich wichtig

Dr. med. Heinz Puschban

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Vor 50 Jahren war für Medizin keine Dissertation vorgesehen.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Ausbildung zum Facharzt für Urologie an der Klinik Innsbruck

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Normaler Ausbildungsweg. Fast 40-jährige Berufsausübung in eigener FA-Praxis mit anerkanntem Erfolg.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Hat sich fortentwickelt und kann sich mit anderen Universitäten gut messen.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Unbedingt gut, tief und mit Begeisterung studieren! Karriere bedeutet nicht für jeden dasselbe.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Durch Information. Stolz sein zu können auf unsere Universität. Durch Verbindung mit der Universität-Klinik auf dem notwendigen und wichtigen Stand der medizinischen Wissenschaft zu sein.

Dr. theol. Andreas Resch

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Meine Dissertation „Zur Geschichte und Theorie des siderischen Pendels mit Bericht über eigene Experimente“ war in jeder Hinsicht eine Pionierarbeit, die mit den damaligen Techniken, vor allem hinsichtlich der Experimente, nur bedingt bearbeitet werden konnte.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Die Promotion zum Dr.phil. als Ergänzung zum Dr.theol. hat mir den Weg zur Psychotherapie und zum Lehrauftrag für Klinische Psychologie und Paranormologie an der Accademia Alfonsiana der Päpstlichen Lateranuniversität in Rom sowie zur Gründung des Institutes für Grenzgebiete der Wissenschaft mit eigenem Verlag in Innsbruck geöffnet.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Die beiden Doktorate erforderten von mir eine interdisziplinäre Betrachtung moraltheologischer Themen am größten Institut für Moraltheologie in der katholischen Kirche, der Accademia Alfonsiana, die noch stark historische ausgerichtet war. Dies führte sonderbarerweise im entscheidenden Moment, vor allem seitens junger Kollegen, zur Unterbindung der schon voll mit Redaktionsmitgliedern und Beiräten versehenen Herausgabe der von mir anvisierten Zeitschrift „ETHICA – International Journal of Moral Theology and Ethics“ mit Beiträgen in fünf verschiedenen Sprachen. Da mit diesem Schachzug auch jede finanzielle Unterstützung ausgeschlossen war, musste das Vorhaben ausgesetzt werden, bis ich die geplante Zeitschrift schließlich von 1993 an unter dem Titel „ETHICA Wissenschaft und Verantwortung“ auf eigene Kosten und nur in deutscher Sprache herausgab.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Das universitäre Leben fand noch jenseits jeder Digitalisierung in einem überschaubaren und auf persönlichen Kontakten fußenden Rahmen statt. Dies galt in verschiedenen Fächern auch beim Umgang mit Professoren und Lektoren. Bei der wissenschaftlichen Arbeit waren noch Handschrift und Schreibmaschine die geläufigen „Werkzeuge“.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Auslotung der eigenen Begabungen und deren volle Ausreizung, verbunden mit dem Gebrauch der gegebenen technischen Hilfsmittel und dem Erlernen der wichtigsten Sprachen.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Die Verbindung mit der Universität bezog sich fast ausschließlich auf die Benützung der Bibliothek. Ein bereits bestehender Internetanschluss wurde seinerzeit ohne vorherige Mitteilung und Klärung von oberster Stelle unterbunden, was zu einer Entfremdung mit negativem Beigeschmack führte.

Dr. Alois Reutterer

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Eigentlich wollte ich eine philosophische Dissertation über Fotografie schreiben, aber mein Doktorvater Prof. Windischer bestand darauf, dass es eine umfassende Arbeit über das Bild werde: „Das Bild-Geschichte und Funktion des Bildes im Philosophie, Einzelwissenschaft, Kunst und Religion“.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Da ich das Lehramt für Biologie und für Philosophie studierte und ich auch den Lehrberuf am Gymnasium ergreifen wollte, brachte der Doktortitel nicht viel, außer ein etwas höheres

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Mein durch das Doktoratsstudium erworbenes zusätzliches Wissen ermöglichte mir, Vorträge zu halten, diverse Aufsätze zu schreiben und etliche Bücher zu publizieren, darunter auch AHS-Lehrbücher für die Fächer Philosophie und Psychologie.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Es ist in Summe alles viel komplizierter geworden!

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Studiere, was dich wirklich interessiert, nicht was vielleicht einmal am meisten Geld bringt!

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Durch Kollegen, die an der Uni blieben, hatte ich v. a. als Arge-Leiter der Biologen Vorarlbergs immer wieder Kontakt zur ALMA Mater (1972-1991).

Dr. med. Rudolf Sporer

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Promotion zum Dr. univ. med., daher keine Dissertation.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Die Promotion an der angesehenen Leopold-Franzens-Universität Innsbruck war die Basis für meinen Wunschberuf als Chirurg, schließlich des chirurgischen Abteilungsleiters und ärztlicher KH-Direktors.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Mein größter Karriere-Erfolg war die Ernennung zum Ärztlichen KH-Leiter. Die größte Herausforderung stellte das Erreichen und stetige Verbessern einer hohen chirurgischen Qualität im kleinen Krankenhaus bei niedriger Facharztbesetzung mit notwendigem massivem persönlichem Einbringen in den täglichen Dienstbetrieb dar.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Die Frage kann ich nicht seriös beantworten, da mir der Vergleich zum „Jetzt“ fehlt.

Zum „Damals“, meiner Studienzeit, ist zur „Lehre“ als Teil der medizinisch universitären Trias: <Patientenbehandlung, Wissenschaft, Lehre>, folgendes festzuhalten: Bei meinem Studium-Beginn (1961) war die faszinierende Lehrerpersönlichkeit Prof. Burghard Breitners (gest. 1956) noch in aller Munde. Im Weiteren erlebte ich ebenfalls ausgezeichnete Vorlesungen, z. T. in als „langweilig“ verschrienen theoretischen Fächern, aber auch manche öde Vortragende, gerade in den „interessanteren“, vor halbleeren Stühlen, oder die zuschauen mussten, wie sich unter Ihren Augen die Säle leerten. Es schien damals bei der Berufung der Professoren die Vortragskompetenz neben den anderen Erfordernissen keine Rolle zu spielen. Die sogenannte Antrittsvorlesung kam ja auch sowieso zu spät.

Zumindest damals wurde das Charisma einer exzellenten Vortragspersönlichkeit nicht als das gewertet, was es bedeutet: Für den Studenten Sicherheit und Freude am gewählten Beruf, Motivation zur Vertiefung im Fach, Auftrieb in den unvermeidlichen Ebenen des Studiums, wache Sehnsucht nach baldiger Ausübung des Arztberufs.

Und das „Heute“?.....

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

  • Zuallererst nur das Studium zu wählen, das einem wirklich liegt, für einen Beruf, der einem absehbar auch Freude machen wird.
  • Berufsaussichten und finanzielle Überlegungen sind ebenfalls sehr wichtig, aber Punkt 1 unterzuordnen.
  • Auslandsaufenthalte während oder nach dem Studium sind für die fachliche Weiterbildung, alternative Betrachtungsweisen aber auch für die Persönlichkeitsentwicklung wie für die Karriere von großem Vorteil.
  • Wenn möglich, sich bereits während des Studiums an Projektarbeiten an der angestrebten postpromotionellen Ausbildungs-/Arbeitsstätte zu beteiligen.
  • Auch einen angemessenen Freizeitanteil für Kontakte, Sport, Kunst usw. zu leben. In der individuell passenden Balance lernt und lebt es sich leichter und formt eine ausgewogene Persönlichkeit.
  • „Netzwerken“ ist immer von Vorteil, krampfartige Versuche sind abstoßend, der Erfolg hängt an einer überzeugenden Persönlichkeit.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Die Verbindung ergab sich zu medizinischen Kliniken und Instituten in Innsbruck im Rahmen der Patientenbehandlung. Sie war auch Ausdruck der Dankbarkeit für das dortige Studium. Diese Kontakte waren fast immer erfreulich und haben mein Vertrauen und damit auch meine Treue zur Uni gefestigt.

Dr. Inge Tropper geb. Rohn

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Die Dissertation fügt sich thematisch ins Erste Stadtbuch zur 700 Jahr-Feier von Kitzbühel ein. Die friedlichen Verhältnisse förderten die Wirtschaft und den Bevölkerungszuwachs auch durch Zuwanderung. Die Landwirtschaft richtete sich wieder nach den natürlichen Gegebenheiten aus: die Hanglagen und reichlich Niederschläge förderten die Vergrünlandung und die Viehwirtschaft.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Ich bekam zwei Ein-Jahres-Verträge, um am Institut für geschichtliche Landeskunde am Tirol-Atlas zu arbeiten.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Alsbald war die größte Herausforderung Beruf und Familienarbeit zu bewältigen.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Vernetzung heute bringt neue Horizonte.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

Nichts – weil das nicht gefragt ist. Die Jungen schauen ins Internet.

6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

Hatte wenig Möglichkeit. Der oftmalige Besuch von Vorträgen in der Universität war stets interessant.
 

Dr. Ernst Wunderbaldinger

1. Wenn Sie heute nochmals auf Ihre Dissertation zurück blicken, wie würden Sie deren Inhalt in zwei bis drei Sätzen beschreiben?

Zu meiner Zeit hatten wir zur Erlangung des Doktortitels nur mündliche Prüfungen.

Die Prüfung umfasste neben fachspezifischen Themen auch eine gesellschaftspolitische Komponente. Wichtig war perfektes Auftreten und gute Rhetorik.

2. Welche Türen hat Ihnen die Promotion geöffnet?

Die Promotion ermöglichte den Zugang zum Bundes-, Landes- und Gemeindedienst sowie zu den Universitäten.

Die fundierte juristische Ausbildung an der Universität Innsbruck war die Basis um u.a. die Aufnahmeprüfung in die Finanzprokuratur erfolgreich bestehen zu können. Die Promotion war auch Voraussetzung, um zur Prokuraturs- und Rechtsanwaltsprüfung zugelassen zu werden.

Die Absolvierung dieser Prüfungen eröffnete weitere Karriereschritte einerseits in den Bundesministerien und andererseits den Zugang zum Rechtsanwaltsberuf.

3. Was waren karrieremäßig Ihre größten Herausforderungen und Erfolge und inwiefern hat Ihr Studium dazu beigetragen?

Das Studium war die Basis für ein ganzheitliches Denken und Erkennen von Zusammenhängen. Auch hat es das logische Denken und das strukturierte Lernen gefördert. Basierend auf der reinen fachspezifischen juristischen Ausbildung konnten weitere Fachgebiete wie Marketing, Verkauf, Handel, Betriebswirtschaft, Leadership, Logistik, Finanzen problemlos erlernt werden.

Eine der Größten Herausforderungen war der Karrieresprung aus dem Bundesdienst in der Wirtschaft, wie z.B. die Bestellung zum Vorstandsvorsitzenden / Generaldirektor von Kreditunternehmungen im In- und Ausland.

4. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Universität / Wissenschaft im Vergleich zu Ihrer Studienzeit verändert?

Die Anforderungen an die Studierenden sind m.E. nach umfassender, der Lehrstoff umfangreicher und praxisorientierter, das Hinführen der Studierenden zum wissenschaftlichen Arbeiten konsequenter.

5. Was würden Sie den heutigen Studierenden für die Karriereplanung mit auf den Weg geben?

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6. Wie wichtig ist / war Ihnen die Verbindung zur Universität nach Abschluss Ihres Studiums?

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