Mag. Elisabeth Rathgeb

Kombinierte Religionspädagogik und Geschichte 1992

 

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Welchen Beruf üben Sie derzeit aus? Wo liegen – kurz charakterisiert – ihre Aufgabengebiete?

Seelsorgeamtsleiterin der Diözese Innsbruck. Zum Seelsorgeamt gehören die Erwachsenenbildungs-Einrichtungen „Haus der Begegnung“, „St. Michael“, „Bildungshaus Osttirol“ und das „Kath. Bildungswerk“ mit ca. 80.000 TeilnehmerInnen jährlich. Die Krankenhaus-, Altenheim-, Telefon-, Gefängnisseelsorge und der „Brunnen“, die Abt. Kinder- und  Jugendpastoral, Familie- und Lebensbegleitung und „Gemeinde“. Gemeinsam begleiten wir ca. 25.000 Ehrenamtliche in der Diözese, 10.000 AnruferInnen in der TS, 7.000 MinistrantInnen und 700 KJS-Gruppen…

Meine Aufgaben: Leitung, Ziele, Personalführung, Budgetplanung, Vertretungsaufgaben…

 

Inwieweit hat Ihr Studium mit Ihrem derzeitigen Job zu tun? Inwiefern können Sie die im Studium ausgebildeten Kompetenzen in Ihrem Beruf nutzen?

Die theologische Kompetenz ist die Basis meiner Tätigkeit: Ich brauche sie für die Definition der Ziele unserer Arbeit, die Kommunikation nach innen und außen, die kirchenrechtlichen Rahmenbedingungen, die spirituelle Dimension. Hilfreich sind mir auch die Kenntnisse in qualitativer und quantitativer Sozialforschung, die ich im Rahmen der Diplomarbeit erworben habe und die methodisch-didaktische Ausbildung für das Lehramt.

Das Geschichte-Studium verschafft zusätzlich einen größeren Horizont, hilft in der Beurteilung gesellschaftspolitischer  Entwicklungen und baut Brücken zu anderen (auch außerkirchlichen) Berufsgruppen. Täglich nütze ich Fragen aus der Quellenforschung zur Beurteilung von Texten aller Art.

 

Wie hat sich der Einstieg in das Berufsleben nach Ihrem Studium gestaltet?

Nach dem Studium habe ich den ULG „Pastoraljahr“ (Ausbildung zur Pastoralassistentin) und das Unterrichtspraktikum am BRG APP absolviert. Anschließend Unterrichtstätigkeit an der HAK Innsbruck u.a. Schulen, 8 Jahre Leiterin des Bildungshauses St. Michael, Seelsorgeamtsleiterin seit 2004.

Parallel zu den ersten Berufsjahren Ausbildung in Gemeindeberatung und Organisationsentwicklung, Beratungstätigkeit, Moderation des „Diözesanforums“…

Parallel zur Tätigkeit in St. Michael Fortbildung in Arbeitsrecht, Lehrauftrag an der Theol. Fakultät im ULG „Kommunikative Theologie“…

 

Welchen Rat würden Sie Studierenden und vor allem Studienanfängern mit auf den Weg geben?

Wichtig finde ich, in ehrenamtlichen Tätigkeiten neben dem Studium zusätzliche Qualifikationen zu erwerben: „Soft Skills“, Sozialkompetenz, Leitungserfahrungen. Zugleich hilft das, den „Wissenschafts-Jargon“ wieder in allgemein verständliche Sprache zu übersetzen und Kontakte zu knüpfen, die den Berufseinstieg erleichtern. In Bewerbungsgesprächen frage ich gezielt danach: Es ist oft das „Alleinstellungsmerkmal“, das den entscheidenden Unterschied macht und ein Signal: Diese/r MitarbeiterIn ist bereit, mehr zu tun, als unbedingt nötig ist.