Irmgard Klein:
„Recht tun“ (Mi 6,8b).
Eine Auseinandersetzung mit befreiungstheologischen Blickwinkeln

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Recht tun (Mi 6,8b)
I. Klein
Eine Auseinandersetzung mit befreiungstheologischen Blickwinkeln

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1 Einbettung

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Foto: Jon Sobrino SJ schreibt an die Tafel

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Gedankengang

1 Hinführung und Einbettung
2 Klärung der Redeweise „befreiungstheologische Perspektive“
3 Julia Lis – biografische Notiz
4 Elemente ihres Blickwinkels „gerechtigkeitwärts“
5 Zusammenfassung

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2 „befreiungstheologische Perspektive“

• „Wie erklärt man den Armen dieser Welt, dass Gott sie liebt“ (Gustavo Gutierrez)
• Lateinamerikanischer Kontext 1950er – 90er
• Frage nach historisch-politisch-sozialer Gerechtigkeit
• als Kern der jüdisch-christlichen Botschaft

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2 „befreiungstheologische Perspektive“

A) Recht und Gerechtigkeit/mispat wesedaqah als roter Faden
B) Verständnis von „Geschichte“ - „historizar“ (Ignacio Ellacuría)

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3 Julia Lis – eine junge Stimme

• Theologie der Befreiung in Europa – gibt es das überhaupt?
• Ausdifferenzierung – viele Themen
• Deutschsprachiger Raum: Befreiungstheologische Netzwerke
• Tagungen (Wien, Leuven): „Kontextuelle befreiende Theologien“
• Dr. Julia Lis (1982) „Einmischen ist christlich“
• Institut für Theologie und Politik (Münster)

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4 Denkschritte „gerechtigkeitwärts“

1. Zeichen der Zeit
2. Schrei des Protests
3. Grenzüberschreitende Solidarität und Widerstand
4. „Weiterstricken“ jüdisch-christlicher Hoffnung
5. Praxis des Gemeinsamen

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4 Denkschritte „gerechtigkeitwärts“

1. Zeichen der Zeit
Bereich der Politik
konkrete Ungerechtigkeiten
„Die Zeichen der Zeit, von denen das Zweite Vatikanische Konzil gesprochen hat, dürfen nicht einfach mit beliebigen Trends oder Modeerscheinungen verwechselt werden. Zeichen der Zeit ist vielmehr, was auf das Letzte der menschlichen Existenz zielt. Weil sich die Zeichen der Zeit also auf Fragen von Leben und Tod, von Sklaverei und Freiheit, von Gerechtigkeit und Unterdrückung beziehen, haben sie eine unterscheidende Funktion.“
Lis (2014), 3.

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4 Denkschritte „gerechtigkeitwärts“

2. Schrei des Protests
„Christliche Hoffnung muss also – wie Metz in Erinnerung ruft –, wenn sie die biblische Tradition ernst nehmen will, mehr umfassen als die Hoffnung auf das kleine, private Glück inmitten aller gesellschaftlichen Widersprüche und seine Verlängerung auch über die Grenzen des eigenen Todes hinaus in ein ‚Jenseits‘, das als Ort ewiger individueller Beglückung imaginiert wird.“
Lis (2018), 220.

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4 Denkschritte „gerechtigkeitwärts“

3. Grenzüberschreitende Solidarität und Widerstand
Volk-Gottes-Theologie (Ignacio Ellacuría)
„die aktive Teilnahme an den sozialen und politischen Kämpfen [kann man] als explizit christlichen bzw. biblischen Auftrag […] verstehen“
Geitzhaus / Lis, (2017b), 5.

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4 Denkschritte „gerechtigkeitwärts“

5. Praxis des Gemeinsamen
Universale Geschwisterlichkeit – „Gleichfreiheit“
Étienne Balibar
„[…] nach Anknüpfungspunkten suchen, um die alten Fragen nach Befreiung und Gerechtigkeit, nach dem, was den Tod bringt und dem, was Leben in Fülle für alle Menschen ermöglicht, neu stellen zu können: in Bewegung, zusammen mit denen, die gemeinsam mit uns an einer grundlegenden, radikalen Veränderung aller Verhältnisse arbeiten wollen […].“
Geitzhaus / Lis (2017b), 11.

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5 Zusammenfassung

• Gerechtigkeit und Systemwandel
Ich hoffe, dass die gegenwärtige Gefahr den automatischen Gang der Dinge unterbricht, unser schlafendes Gewissen aufrüttelt und eine menschliche und ökologische Umkehr bewirkt, die die Vergötzung des Geldes beendet und stattdessen die Würde und das Leben ins Zentrum rückt. Unsere so wettbewerbsorientierte und individualistische Kultur mit ihren frenetischen Rhythmen von Produktion und Konsum, mit ihrem übertriebenen Luxus und übermäßigen Gewinnspannen für wenige, muss eine Veränderung durchlaufen, umdenken und sich neu strukturieren.
Osterbotschaft an die Sozialen Bewegungen
Papst Franziskus (2020)
http://www.vatican.va/content/francesco/de/letters/2020/documents/papa-francesco_20200412_lettera-movimentipopolari.html

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Dank und Diskussion

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