Forschungsschwerpunkte - Projekte * Dr. Silke Ötsch

Ich beschäftige mich mit Finanzialisierung vom Standpunkt der kulturellen und politischen Ökonomie. Welche Spielräume haben Akteure in der derzeitigen finanzialisierten Ökonomie, und welche Problemfelder sind besonders relevant? Welche Alternativen sind zielführend vom Standpunkt des Gemeinwohls?

Untersuchungsfelder sind einerseits die Offshore-Ökonomie (Regulierungs- und Steueroasen), Steuern und Finanzmärkte und ihre Regulierung. Mit der Globalisierung haben sich verschiedene Arten von Parallelökonomien und -Jurisdiktionen entwickelt, die wissenschaftlich nur ansatzweise erfasst sind. In verschiedenen Arbeiten (s. Publikationen) versuchen wir, das Phänomen der Offshore-Ökonomie nicht nur unter ökonomischen zu erforschen, sondern auch in seiner politischen und soziologischen Dimension. Ein weiteres Untersuchungsgebiet sind die Möglichkeiten, Taktiken und Strategien von zivilgesellschaftlichen Akteuren.

Andererseits beschäftige ich mit der Berufsgruppe der ArchitektInnen und ihrem Wandel in kapitalistischen Ökonomien. Derzeit werte ich Ergebnisse meines FWF-Projekts „ArchitektInnen als Intermediäre im Kontext von Finanzialisierung“ aus. Das Projekt beschäftigt sich mit der Frage, wie sich Finanzialisierung in der Architektur auswirkt, stellvertretend für einen traditionellen Beruf, der in der Realwirtschaft verortet wird und langlebige Güter erzeugt. Wie wichtig sind Finanzkriterien im Vergleich zu anderen Kriterien, etwa Fachkriterien, Netzwerke, Institutionen oder Interessen von Eliten? Über qualitative Interviews und Textanalysen habe ich untersucht, wie ArchitektInnen in vier verschiedenen kapitalistischen Ökonomien (Österreich, Frankreich, Großbritannien, USA) Finanzdruck wahrnehmen und welche Strategien sie entwickeln.

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