Soziologische Theorie und Wissenschaftstheorie

Beteiligte: Heinz-Jürgen Niedenzu, Helmut Staubmann, Kristina Stoeckl, Frank Welz. Ansprechperson: Frank Welz

Eine in „Einzelstudien zersplitterte, zusammenhanglose Wissenschaft bildet kein solidarisches Ganzes mehr” (E. Durkheim 1898/1988: 425)

Theorie zielt in der Soziologie in der Tradition europäischen Denkens zum einen auf die großen gesellschaftspolitischen Fragen nach Ungleichheit, Integration und globaler Transformation. Zum anderen integriert Theorie die verschiedenen Teildisziplinen der Soziologie, in Innsbruck die weiteren speziellen Soziologien von Politik und Staat, Intimbeziehungen und Lebenslauf, Organisationen und Märkten, Identität und Kognition, Kultur und Ideologie (lt. Klassifikation ‚Contemporary Sociology‘) und liefert, analysiert und korrigiert diejenigen begrifflichen Mittel, die die soziologische empirische Forschung mit konzeptuellem und methodologischem Handwerkszeug ausstatten.
Seit ihrer postpositivistischen Wende der 1960er Jahre unterstreicht auch die Wissenschaftstheorie den Sachverhalt: Theorien sind unterdeterminiert durch Daten.
Sie zu analysieren, zu vermitteln und zu erforschen hat sich der Forschungsschwerpunkt „Soziologische Theorie und Wissenschaftstheorie“ zur Aufgabe gemacht, nicht zuletzt um damit auch das beizutragen, worauf es für alle AbsolventInnen sozialwissenschaftlicher Studien auf den heutigen flexiblen Arbeitsmärkten der dynamischen Wissensgesellschaft als Schlüsselqualifikation immer mehr ankommt: ihre Generalisierbarkeit auf je neue Zusammenhänge.

Ausgewählte Publikationen

  • Morel, Julius/Bauer, Eva/Meleghy, Tamás/Niedenzu, Heinz-Jürgen/Preglau, Max/Staubmann, Helmut/Welz, Frank (2014): Soziologische Theorie. Abriss der Ansätze ihrer Hauptvertreter, 9. Aufl., München/Wien: R.Oldenbourg.
  • Niedenzu, Heinz-Jürgen (2012): Soziogenese der Normativität: Zur Emergenz eines neuen Modus der Sozialorganisation, Weilerswist: Velbrück Wissenschaft.
  • Niedenzu, Heinz-Jürgen (2010): Normativität - ein Spezifikum der condition humana? Überlegungen zur Genese einer Strukturform, in: Marco Iorio/Rainer Reisenzein (Hg.), Regel, Norm, Gesetz. Eine interdisziplinäre Bestandsaufnahme, Frankfurt a.M./New York: Peter Lang, 179-202.
  • Bohmann, Gerda/Niedenzu, Heinz-Jürgen (Hg.)(2012): Markt - Inklusion - Gerechtigkeit. Zum  Problem der sozialen Gerechtigkeit in der Marktgesellschaft, Wiesbaden: Springer VS.
  • Staubmann, Helmut (Hg.)(2013): The Rolling Stones – Sociological Perspectives. Lanham: Lexington Books.
  • Lidz, Victor/Staubmann, Helmut (Hg.)(2010): Talcott Parsons: Actor, Situation and Normative Pattern. An Essay in the Theory of Social Action. Münster usw.: LIT-Verlag (= Studies in the Theory of Action, 2).
  • Staubmann, Helmut (2008): Ästhetik – Aisthetik – Emotionen. Soziologische Essays. Konstanz: UVK (Reihe Theorie und Methode).
  • Welz, Frank (2012): Vorläufer, Zeitgenossen und Pioniere: Über den Umgang der Soziologie mit ihren Klassikern, in: Soziologie 41(2): 158-176.
  • Welz, Frank (2012): Kutilové identity – Sběrači idejí – Stopaři. Ke vztahu historie a systematiky sociologické teorie po Robertu K. Mertonovi (tsch. Übers. von ‚Bastler - Sammler - Spurensucher. Zum Verhältnis von Geschichte und Systematik der soziologischen Theorie nach Robert K. Merton‘), in: Sociální studia, H. 1, 75-91.
  • Welz, Frank (2012): Wissensgeschichte jenseits von Ahnenkult und Andeutungssuche, in: Österreichische Zeitschrift für Soziologie, 37(1): 85-88.

Aktuelle Forschungsprojekte

  • Staubmann, Helmut (gem. m. Victor M. Lidz): FWF Forschungsprojekt: The Unpublished Legacy of Talcott Parsons (Projektassistenz: Elizabeth Wimmer, BA) Laufzeit: 3/2013-2/2014.

Gastvorträge und Tagungen im Forschungsfeld

  • Zu Gastvorträgen (bzw. als Lehrbeauftragte) referierten im Kontext des Forschungsfeldes zuletzt SoziologInnen wie Jeffrey C. Alexander, Gurminder Bhambra, Craig Calhoun, Günter Dux, …, Gesa Lindemann, Roland Robertson und Philip Selznick.
  • “Social Theory and the Sociological Discipline(s)”, Jahreskonferenz der Sektion ‘Social Theory’ der European Sociological Association, Innsbruck, Sept. 2008.