DoktorandInnen 

Carolin Holtkamp, M.A.

 

foto_neu_Carolin Holtkamp_2018

Carolin Holtkamp studierte „B.A. Kulturwirtschaft“ und „M.A. Nachhaltiges Wirtschaften“ an den Universitäten Passau und Kassel. In Kassel schloss sie 2016 mit einer Masterarbeit über die kollektive Identität und Gemeinschaft in der Berglandwirtschaft in Südtirol ab. Seit 2017 arbeitet Sie als Universitätsassistentin und Projektmitarbeiterin in der Arbeitsgruppe für Agrar- und Regionalsoziologie an der Universität Innsbruck. In diesem Rahmen schreibt sie Ihre Dissertation zu zivilgesellschaftlichen Transformationsstrategien lokaler Agrar- und Ernährungssysteme in Richtung Ernährungssouveränität. Ihr Fallbeispiel ist die soziale Bewegung, Der Malser Weg, in Südtirol. Außerdem ist sie seit 2014 Mitglied der Kasseler Forschungsgruppe "traditionelle Völker und Gemeinschaften". In diesem Rahmen forscht sie im Kontext der nachhaltigen Entwicklung zu Lebens- und Wirtschaftsweisen lokaler Gemeinschaften weltweit, die über Generationen tradiert und an lokale Ökosysteme angepasst sind.

Dissertationsthema:


Der Malser Weg. Sozial-ökologische Transformation regionaler Agrar- und Ernährungspraktiken durch zivilgesellschaftliche Ernährungsnetzwerke

Im Rahmen des Dissertationsprojekts wird untersucht inwiefern zivilgesellschaftlicher Ernährungsnetzwerke zum sozial-ökologischen Wandel etablierter Agrar- und Ernährungspraktiken beitragen. Das Fallbeispiel ist Bewegung „Der Malser Weg“ in der Gemeinde Mals, Italien. Seit 2010 engagiert sich diese gegen die Ausweitung einer agrar-industrielle Landwirtschaft in ihrer Heimat, dem Obervinschgau, und für den Aufbau der „Gemeinwohlregion Mals“. Eines ihrer Hauptanliegen ist das Verbot von Pestiziden auf dem Gemeindegebiet. Mals ist die erste Gemeinde, die über ein solches Verbot per Volksentscheid abstimmen lies. Durch ihre Aktionen hat die Bewegung einen intensiven politischen Diskurs über die Zukunft der Landwirtschaft in Südtirol und darüber hinaus angeregt. als Kulturgut ist für die alpine Bevölkerung identitätsstiftend. Wichtig dabei sind nicht nur die Lebensmittel selbst, sondern auch ihr Beitrag zur Kulturlandschaft, das Wissen über traditionelle Herstellungsweisen, damit verbundene Konsumrituale und die Überlieferung von alten Weisheiten. Das Interreg-Projekt AlpFoodway entwickelt ein nachhaltiges Entwicklungsmodel zur Valorisierung dieses Kulturguts im Alpenraum. Dabei werden insbesondere Ansätze untersucht die innovative Marketing-Strategien und Governance-Tools aufweisen, womit das Kulturgut ‚Essen‘ als soziale Praktik beibehalten wird.

Die theoretischen Perspektiven auf die sich das Projekt stützt, stammen aus den Diskursen der sozial- ökologischen und der sozio-technischen Transformation. Die Untersuchung folgt dem Format der partizipativen Aktionsforschung. Die Forscherin gewinnt vor allem aus Aktionen, die sie zusammen mit den lokalen Akteuren plant und durchführt. Die Aktionen haben das Ziel, den Prozess der sozial-ökologischen Transformation zu unterstützen. Auf diese Weise werden reichhaltige Daten generiert, anhand derer Fragen der Transformation beantwortet werden könne. Gleichzeitig verlässt das Forschungsprojekt den Bereich des reinen Verstehens und wirkt selbst transformativ. Dadurch trägt es auch zu einer Imageverbesserung der Wahrnehmung von Wissenschaft als effektives Instrument sozialen Wandels bei.

 Förderung: Rotationsstelle als Universitätsassistentin mit Dissertationsvereinbarung


 

Christoph Kircher, MA MSc


Kircher Christoph

Christoph Kircher studierte Soziologie und Volkswirtschaft in Bozen, Bremen und Innsbruck. Derzeit arbeitet er an der Fertigstellung seiner Dissertation, die unter anderem durch ein DOC Stipendium der Österreichischen Akademie der Wissenschaften finanziert werden konnte. Außerdem ist er seit 2016 als externer Lektor an der Universität Innsbruck tätig. 

Dissertationsthema:


Mikrologie des Neuen. Eine Kartographie sozio-inventiver Praktiken im Anschluss an
Gabriel Tarde und Gilles Deleuze

In seinem Dissertationsprojekt beschäftigt sich Christoph Kircher mit dem Problem des Neuen in seinen sowohl soziologischen als auch philosophischen Dimensionen. Dabei werden vor allem die Arbeiten von Gilles Deleuze und Gabriel Tarde auf die Frage hin beleuchtet, wie Bedingungen konzipiert werden können, unter denen sich etwas Neues ereignet.

 Förderung: DOC Stipendium der Österreichischen Akademie der Wissenschaften; Doktoratsstipendium der Provinz Bozen.

 

 

David Furtschegger, MA

 

Furtschegger David

David Furtschegger hat sein Bachelor- und Masterstudium der Soziologie an der Universität Innsbruck absolviert und ist am Institut nun als Doktorats-Stipendiat der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), sowie als externer Lehrender verankert. Durch seine langjährige Tätigkeit als Leiter des Lernprojektes des „ABW & SPI Netz“, in dem vom regulären Schulsystem exkludierte Jugendliche bei der Vorbereitung auf externe Bildungsabschlüsse unterstützt werden, hat er seinen Forschungsschwerpunkt auf bildungssoziologische  Fragestellungen mit Fokus auf theoriegeleitete qualitative Forschungsmethoden gelegt.

Dissertationsthema:


Individualisiert - Idealisiert - Instrumentalisiert. Über die soziologische Kontextualität lernender Selbstverhältnisse

Das Dissertationsprojekt untersucht die zunehmende Forcierung individualisierter Lernformen am Beispiel der Neuen Mittelschule (NMS) in Österreich. Dabei wird dieser Prozess entlang von unterschiedlichen gesellschaftlichen Ansprüchen betrachtet und ausgehend von Foucaults Gouvernementalitätstheorie und Habermas‘ Lebensweltkonzept untersucht. Auf methodischer Ebene dient der Zugang der Diskursethnographie dazu, damit in Verbindung stehende Entwicklungen sowohl auf systemischer als auch auf handlungstheoretischer Ebene empirisch greifbar zu machen. In der konkreten Analyse selbst wird zunächst eine soziohistorische Rekonstruktion individualisierter Lernformen verfolgt, in der die Ausdifferenzierung integrativer, selektiver und qualifizierender Bildungsanforderungen nachgezeichnet und in eine Verbindung mit der Entstehung erzieherischer Selbstverhältnisse gebracht wird. Darauffolgend wird die seit dem Übergang zu postfordistischen Organisationsprinzipien stattfindende Amalgamierung unterschiedlicher Ansprüche an schulische Prozesse herausgearbeitet, die in individualisierten Lernformen ein hochstilisiertes diskursives Bindemittel zur Harmonisierung ihrer antagonistischen Aspekte finden. Dadurch wird ein an lebensweltlichen Geltungsansprüchen rückgebundener Diskurs über den Umgang mit ambivalenten Aufgabenstrukturen unterminiert und Individualisierung als Vereinzelung kompetitiver Lernsituation praktiziert. Durch die Ergebnisse der Dissertation können in diesem Zusammenhang die makro- und mikrostrukturellen Bedingungen festgemacht werden, unter denen dezentrierte Unterrichtssettings als produktive, dysfunktionale, integrative oder exkludierende Instrumente unterschiedlicher gesellschaftlicher Anforderungen wirksam werden.

 Förderung: DOC-Stipendium der Österreichischen Akademie der Wissenschaften; Doktoratsstipendium aus der Nachwuchsförderung der Universität Innsbruck

 

 

Eric Bayala, MA

 

 Eric Bayala

2009-2011: Masterstudium Internationales Sozial- und Gesundheitsmanagement am MCI 

Von 15. April 2013 bis 15.September: Berater beim Zentrum für MigrantInnen in Tirol (AST)

Seit Oktober 2015: PhD –Studium der Soziologie an der Universität Innsbruck

Forschungsgruppe: Agrar- und Regionalsoziologie; Betreuung: Univ.-Prof. Dipl. Ing. Dr. Markus Schermer, Univ.-Prof. Mag .Dr. Silke Meyer und ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Gilg Seeber

Seit April 2018: Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsprojekt „Diaspora Health“ (DIAHealth) und Leiter des ProjektesCollective Diaspora Supports in Burkina Faso“

Seit August 2018: Kollegiat des Doktoratskollegs „Dynamiken von Ungleichheit und Differenz im Zeitalter der Globalisierung“ - Forschungsschwerpunkt: Auswirkungen von Migration auf Diaspora-Gemeinden in Italien und auf die lokale Entwicklung des Gesundheitsinfrastrukturen in Burkina Faso

Seit 16.September 2019: Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fachhochschule für Gesundheit 

Forschungsbereiche: Migration und Transmigration; Diaspora und Social remittences; Entwicklungspolitik; Gesundheit; Sozialnetzwerk

Dissertationsthema:


The impact of collective diaspora support on community resilience: case study on rural health infrastructure in Burkina Faso

Das Projekt untersucht welcher Wirkungen kollektive Remittances (Rücksendungen) von MigrantInnengruppen auf die Resilienz der Gemeinschaft in der Herkunftsregion auf Ebene der Region und der Haushalte hat. Während in der Literatur unter Remittances meist die finanziellen Rücksendungen verstanden werden, untersucht dieses Projekt neben den Auswirkungen der finanziellen Unterstützungen zum Aufbau von Infrastruktur auch die Rolle von „sozialen Remittances“, also von Wissen, Erfahrungen und Werten, die an die Bewohner der Herkunftsregion in Bezug auf Gesundheitspraktiken übermittelt werden. Zudem ist die Analyse von Machtstrukturen bei der Definition, Planung und Durchführung der Projektmaßnahmen Bestandteil des Projektes. Im Zentrum der Fallstudie steht die Zusammenarbeit zwischen einer Diaspora Gemeinschaft in Bergamo/Italien und der Region Niaogho im Zentrum-Ost von Burkina Faso. Die Untersuchung konzentriert sich auf die Errichtung eines Gesundheitszentrums sowie einer Apotheke. Das Projekt will die Effekte der Investition in Gesundheitsinfrastruktur und den damit verbundenen Wandel sozialer Praktiken verstehen. Das Projekt soll Aufschluss darüber geben, wie die Kooperation zwischen den Diasporamitgliedern in Italien und der Zielgruppe in Burkina Faso organisiert wird und wie die Infrastruktur schließlich in das staatliche Gesundheitssystem integriert wird. Die Ergebnisse werden in Hinsicht auf die Resilienz der Gemeinschaft analysiert. Damit sollen Erkenntnisse gewonnen werden, wie Diasporanetzwerke für die Entwicklung ihrer Herkunftsregionen genützt werden und welches Potential sie für die internationale Entwicklungszusammenarbeit haben.

 

 

Hannes Vorhofer, Dr.

 

Hannes Vorhofer

Hannes Vorhofer war von 2001 bis 2012 bei der APA-MediaWatch Institut für Medienanalysen GmbH, einem Spin-off der Universität Innsbruck - Institut für Politikwissenschaft, tätig und leitete das Unternehmen die letzten vier Jahre als deren Geschäftsführer. Von 2012 bis 2014 arbeitete Vorhofer im Management Board der APA-OTS GmbH. Er promovierte 2010 am Institut für Politikwissenschaft zum Thema Politische Kommunikation und Medienresonanz-Analysen. Aktuell ist Hannes Vorhofer als Postdoc-Researcher im Postsecular Conflicts Project am Institut für Soziologie tätig und schreibt an seiner Soziologie-Dissertation. Zeitgleich arbeitet Hannes Vorhofer als Partner in der Agentur Kommunikationsraum GmbH und arbeitet im Team als Berater für empirische Medienresonanz-, Medienwirkungs- und Reputationsanalysen und im Bereich International und Intercultural Communications.

Dissertationsthema:


Religiös-säkulare Konflikte in Israel aus der Perspektive zeitgenössischer Kritiken der Säkularisierungsthese

Hannes Vorhofer ist als Postdoc-Researcher im Postsecular Conflicts Project am Institut für Soziologie tätig und schreibt an seiner Soziologie-Dissertation mit dem Arbeitstitel "Religiös-säkulare Konflikte in Israel aus der Perspektive zeitgenössischer Kritiken der Säkularisierungsthese". Seine Interessen konzentrieren sich dabei auf die theoretischen und empirischen Aspekte der Thesen zu Postsäkularität, De-Säkularisierung und Rückkehr des religiösen Fundamentalismus. Erkenntnisse daraus finden praktische Anwendung in seiner beruflichen Beratungstätigkeit in den Bereichen International und Intercultural Communications & Sales, Diversity Management & Cultural Diplomacy und Integrationsmanagement.

 

 

Lukas Mariacher, MA 

 

Lukas Mariacher

Lukas Mariacher studierte Politikwissenschaft und Soziologie an der Universität Innsbruck. Seine akademische Tätigkeit begann als Lektor für wissenschaftliche Arbeiten und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsbereich Europäische Integration. Im Rahmen seiner Masterarbeit zur Thematik „Heterarchie in den Internationalen Beziehungen“ entwickelte er ein tiefgreifendes Interesse für soziologische Theorien und Problemstellungen.

Forschungsbereiche: Soziale Herkunft und die Auswirkungen auf Denk- und Handlungsweisen; Soziale Ordnungen und Wandlungsprozesse; Soziologische Theorie (Praxis- und Komplexitätstheorie)

Dissertationsthema:


Soziales Sein und ethnisches Bewusstsein. Die Gesellschaft Südtirols zwischen Dissoziation und Assoziation

Nach einem Forschungspraktikum an der EURAC Bozen (2019) erhielt er mit seinem Forschungsprojekt „Soziales Sein und ethnisches Bewusstsein. Die Gesellschaft Südtirols zwischen Dissoziation und Assoziation“ ein DOC Stipendium der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Lukas Mariacher beschäftigt sich im Projekt mit dem Zusammenhang zwischen sozialstruktureller Positionierung und den Prozessen der Ausprägung ethnischen Bewusstseins in Südtirol aus der theoretischen Perspektive Pierre Bourdieus. Seit Mai 2020 arbeitet Lukas Mariacher am Institut für Soziologie an der Umsetzung des Dissertationsprojektes.

 Förderung: DOC Stipendium der Österreichischen Akademie der Wissenschaften; Doktoratsstipendium der Provinz Bozen.

 

 

Nach oben scrollen