Agrar- und Regionalsoziologie

Forschungsfeld

Die Arbeitsgruppe Agrar- und Regionalsoziologie bearbeitet Fragestellungen zum Agrar- und Ernährungssystem sowie zu Regionalen Entwicklungen. Diese werden v.a. im Rahmen interdisziplinärer Drittmittelprojekte aus sozial- und kulturwissenschaftlicher Perspektive beforscht. Aktuelle Forschungszusammenhänge und -ergebnisse fließen direkt in die Lehre des Bachelor-Studienganges Soziologie in den Internationalen MA in Environmental Management of Mountain Areas (EMMA) sowie in das Doktoratskolleg Tourism and Leisure in Mountain Regions (TLMR) ein.

Die Arbeitsgruppe ist Teil der interfakultären Forschungszentren Berglandwirtschaft und Tourismus und Freizeit, die zu dem universitären Forschungsschwerpunkt Alpiner Raum - Mensch und Umwelt gehören.

Das Team

Details zu unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern finden Sie auf den der Teamseite.
Teamseite [LINK zur Teamseite]

  • Univ. Prof. Dipl.-Ing. Dr. Markus Schermer (Arbeitsgruppenleiter )
  • Dr. Rike Stotten
  • Carolin Holtkamp, M.A.
  • Eric Bayala, M.A.
  • Hannes Herrmann, B.A.
  • Clemens Maaß, B.A.
  • Michaela Maurer, B.A.

 

 Agrar-und-Regionalsoziologie-

Tätigkeitsberichte

Die Tätigkeitsberichte der letzten Jahre stehen hier zum Abruf zur Verfügung.

Ausgewählte Projekte

Dorfentwicklung in Sambia/Ostafrika (2018-2019)

In der Ostprovinz von Sambia wurde von 1976 bis 1996 ein Projekt der dörflichen Entwicklung mit Mitteln der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit unterstützt. Das Projekt wurde unter dem Sponsorship der Diözese Chipata/Eastern Province von der österreichischen Entsendeorganisation IIZ (Institut für internationale Zusammenarbeit) abgewickelt.
20 Jahre danach haben ehemalige Projektmitglieder begonnen sich in einer NGO zu formieren und wieder tätig zu werden. Dazu wurde von der NGO MPEMASA Development Fund ein Entwicklungsprojekt (Schwerpunkt Ausbildung in Landwirtschaft und handwerklichen Tätigkeiten) ausgearbeitet, das derzeit über das Land Tirol finanziert wird.
Ein Forschungsproject soll begleitend, gemeinsam mit MPEMASA, vor Ort erheben, welche derzeitigen individuellen und kollektiven Ressourcen auf das seinerzeitige Projekt zurückgeführt werden können und wie diese Ressourcen das das neue Projekt in seiner Gestaltung beeinflussen. In dieser Vorphase wird das Projekt aus Eigenmittel der Arbeitsgruppe finanziert.

Die Auswirkungen kollektiver Remittances auf die kommunale Resilienz: eine Fallstudie aus dem Gesundheitsbereich in Burkina Faso (DIAHealth) (2018-2019)

Das Projekt will die Wirkungen kollektiver Remittances (Rücksendungen) von MigrantInnen-gruppen auf ihre Herkunftsregion im Gesundheitssektor untersuchen. Neben finanziellen Unterstützungen zum Aufbau von Infrastruktur analysiert das Projekt auch die „sozialen Remittances“, also die Übertragung von Wissen und Erfahrungen in Bezug auf Gesundheitspraktiken. Im Zetrum der Fallstudie steht die Zusammenarbeit zwischen einer Diaspora Gemeinschaft in Bergamo/Italien und der Region Niahogo im Süden von Burkina Faso. Die Untersuchung konzentriert sich auf die Errichtung eines Gesundheitszentrums sowie einer Apotheke und den damit verbundenen sozialen Praktiken. Die Ergebnisse werden in Hinsicht auf die Resilienz der Gemeinschaft analysiert. Zudem soll das Projekt Aufschluss darüber geben wie die Kooperation zwischen den Diasporamitgliedern in Italien und der Zielgruppe in Bukina Faso organisiert wird und wie die Infrastruktur schließlich in das staatliche Gesundheitssystem integriert wird.

Das Projekt wird in Kooperation mit dem Centre Muraz in Bobo- Dioulasso durchgeführt und von der Kommission für Entwicklungsforschung (KEF) gefördert.

Agrotourismus. Eine Untersuchung zum Einfluss der bäuerlichen Gästebeherbergung auf die landwirtschaftlichen
Strukturen im Ötztal (2018-2019)

Das Projekt Agrotourismus untersucht den Beitrag der bäuerlichen Gästebeherbergung zur Erhaltung
der landwirtschaftlichen Strukturen sowie auf die Offenhaltung der Kulturlandschaft im Berggebiet.
Am Beispiel vom tourismusintensiven Ötztal wird dafür eine quantitative Befragung aller
landwirtschaftlichen Betriebe mit Gästebeherbergung durchgeführt. Einzelne quantitative Ergebnisse
werden anschließend in qualitativen Interviews mit regionalen Experten und Expertinnen vertieft.
Die bäuerliche Gästebeherbergung trägt einerseits durch die Bereitstellung von Unterkünften,
andererseits durch die Landschaftspflege zur Tourismuswirtschaft bei. Ferner leistet sie einen Beitrag
zur Erhaltung der Lebensqualität im ländlichen Raum. Erkenntnisse aus der Studie sollen dazu
beitragen den Fortbestand und die Weiterentwicklung bäuerlicher Gästebeherbergung zu
unterstützen.
Das Projekt wird vom Tourismusforschungszentrum des Landes Tirol gefördert.

AlpFoodway (2017-2019)

Ein interdisziplinärer, transnationaler und partizipativer Ansatz zur Untersuchung von alpinem Essen als immaterielles Kulturerbe

Essen als Kulturgut ist für die alpine Bevölkerung identitätsstiftend. Wichtig dabei sind nicht nur die Lebensmittel selbst, sondern auch ihr Beitrag zur Kulturlandschaft, das Wissen über traditionelle Herstellungsweisen, damit verbundene Konsumrituale und die Überlieferung von alten Weisheiten. Das Interreg-Projekt AlpFoodway entwickelt ein nachhaltiges Entwicklungsmodel zur Valorisierung dieses Kulturguts im Alpenraum. Dabei werden insbesondere Ansätze untersucht die innovative Marketing-Strategien und Governance-Tools aufweisen, womit das Kulturgut ‚Essen‘ als soziale Praktik beibehalten wird.

Mehr Informationen zum Projekt: [LINK https://www.uibk.ac.at/smt/marketing/research/projekte/]

RESULT (2017-2019)
Resilienz durch Synergien von Landwirtschaft und Tourismus
Ein Vergleich von zwei unterschiedlichen Dörfern in den Tiroler Alpen

Die Tourismusindustrie trägt maßgeblich zur Sicherung der Lebensgrundlagen im ländlichen Raum im Berggebiet Österreichs bei. Die Landwirtschaft kann den Tourismussektor als zusätzliche Einkommensquelle in verschiedenen Weisen integrieren. Das interdisziplinäre Projekt RESULT erforscht, zusammen mit dem Institut für Ökologie der Universität Innsbruck und der EURAC Bozen, die Synergien welche aus der Verbindung von Tourismus und Landwirtschaft hervorgehen. Untersucht werden diese Verknüpfungen anhand der beiden Dörfer Vent und Obergurgl im Ötztal. Der Fokus liegt hierbei auf der Frage, wie die Dörfer, landwirtschaftliche Betriebe und Ökosysteme mit Schocks und Störfaktoren (z.B. Naturkatastrophen oder sozial-politische Herausforderungen) umgehen. Basierend auf den Konzepten der ‚farm resilience‘ und der ‚community resilience‘ wird erforscht, wie Veränderungen auf den verschiedenen Ebenen abgefedert, verarbeitet oder gar integriert werden. Die Ergebnisse und das Wissen über die Synergien von Landwirtschaft und Tourismus sollen dabei helfen, regionale Entwicklungsprogramme und Agrarumweltprogramme durch wissenschaftliche Erkenntnisse zu verbessern.

Das Projekt wird im Rahmen des Forschungsprogrammes ‚Earth System Sciences‘ von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften gefördert.

Essbare Stadt Innsbruck

  • Endbericht des Projekt von Studierenden (Mai 2015) zum Download.
  • Weitere Materialien:

Essbare Stadt Innsbruck

Innsbruck isst lokal

Export-Import Tirol

Diskurse des Alltagsverständnisses von KonsumentInnen in Innsbruck

Praktiken-Produktion

Regulierungen

HealthyGrowth – From niche to volume with integrity and trust (2013-2016): HealthyGrowth wird im Rahmen der europäischen Forschungszusammenarbeit [ERA-NET Core-Organic-II] gemeinsam mit 9 anderen Partner durchgeführt. Es untersucht, wie sich Wachstum im biologischen Lebensmittelmarkt erfolgreich umsetzen lässt, ohne dass dabei Integrität, Produktqualität oder das Vertrauen der KonsumentInnen auf der Strecke bleiben. Die Arbeitsgruppe Ländliche Entwicklungen | Rural Changes koordiniert die Methodologie der Fallstudien für das gesamte Projekt und untersucht im Speziellen die Kommunikationsstrukturen entlang der untersuchten Wertschöpfungsketten.

Zum Video "Wie Biomärkte funktionieren".

Mehr Informationen zum Projekt: [LINK mehr Informationen].

REsilience of marginal GrAsslands and biodiversity management Decision Support (2012-2015): REGARDS ist ein interdisziplinär und international angelegtes Projekt, das die Beziehung zwischen Mensch und Umwelt bzw. zwischen den agrarischen Bewirtschaftungsmaßnahmen und dem Grünland in drei alpinen Gebieten (Oppdal, Norway; Stubai, Austria; Lautaret, France) analysiert. Das Ziel dieses drei-Jahres Projektes ist es, Faktoren zu erheben, die die Anpassungsfähigkeit landwirtschaftlicher Betriebe an sozio-ökonomische und klimatische Veränderungen positiv oder negativ beeinflussen. In unseren Analysen werden die Auswirkungen der unterschiedliche Ebenen von governance (von lokal bis supranational), der neuen technologischen Möglichkeiten und ökonomischen Zwängen auf die Managemententscheidungen von landwirtschaftlichen Betrieben/Systemen untersucht und in weiterer Folge die Konsequenzen dessen für die Biodiversität erhoben. [LINK mehr Informationen].

Kultur.Land.(Wirt)schaft – KULAWI (2009-2012): Bei diesem Projekt zum Thema Kulturlandschaftwandel und -wahrnehmung handelt es sich um ein Interreg-IV-Projekt, das unter Leitung der Europäischen Akademie Bozen (EURAC), von der Universität Innsbruck und dem Ländlichen Fortbildungsinstitut Tirol (LFI) durchgeführt wird. An der Universität Innsbruck sind das Institut für Ökologie, das Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie sowie das Institut für Soziologie (Arbeitsgruppe Ländliche Entwicklungen | Rural Changes) am Projekt beteiligt. Weiterführende Informationen finden Sie hier [LINK weiterführende Informationen]

Culturally grounded tourism and local food in rural development – CulTourFood (2007-2011): Dieses norwegische Forschungsprojekt unter der Leitung des Centre for Rural Research in Trondheim befasst sich mit der Kombination dreier Bereiche, die hohe Aktualität und Relevanz für den ländlichen Raum aufweisen: (i) Tourismus, Freizeit & Reisen, (ii) kulturelle Aktivitäten & kulturelles Erbe und (iii) regionale Lebensmittel. Die Arbeitsgruppe Ländliche Entwicklungen | Rural Changes fungiert als internationaler Partner. Weiterführende Informationen finden Sie hier [LINK weiterführende Informationen]

Cultural heritage as an asset for economic added value (2008-2011): Dieses norwegische Projekt unter der Leitung des Centre for Rural Research in Trondheim beschäftigt sich mit Generierungs- und Verwertungsprozessen von kulturellem Erbe im ländlichen Raum. Von Interesse sind dabei vor allem Aushandlungsprozesse, Netzwerkbildungen, Machtstrukturen, zur Bildung und zur Inwertsetzung von kulturellem Erbe beitragen. Die Arbeitsgruppe Ländliche Entwicklungen | Rural Changes fungiert als internationaler Partner. Weiterführende Informationen finden Sie hier [LINK weiterführende Informationen]

Biogas 4 Burkina (2008-2011): Die Universitätskooperation zwischen der Universität Bobo Dioulasso in Burkina Faso und der Universität Innsbruck soll nicht nur zu einem Austausch von StudentInnen führen, sondern zunächst mit einem ein konkreten Projekt der Entwicklungszusammenarbeit beginnen. Gemeinsam mit dem Institut für Mikrobiologie wurde die Errichtung einer Biogasanlage in einem ländlichen Gebiet Burkina Fasos in Angriff genommen.

European Mountain Agrofood products, Retailing and Consumers – EuroMARC (2007 -2010): EuroMARC ermittelte die Wahrnehmung von, und das Interesse an Produkten aus Berggebieten, um zur Erhaltung der biologischen, bäuerlichen und kulturellen Vielfalt im Berggebiet beizutragen. Die Koordination der zehn teilnehmenden Partner aus Österreich (Institut für Soziologie; Arbeitsgruppe Ländliche Entwicklungen | Rural Changes), Norwegen, Schottland, Frankreich, Rumänien und Slowenien oblag der Euromontana (European Association for Mountain Areas). Weiterführende Informationen finden Sie hier [LINK weiterführende Informationen] 

Encouraging Collective Farmers Marketing Initiatives – COFAMI (2005-2008): Das Projekt zielte darauf ab soziale, ökonomische, kulturelle und politische Faktoren abzuleiten, die für das Gelingen bzw. Scheitern von gemeinschaftlichen bäuerlichen Vermarktungsinitiativen maßgebend sind. Am Projekt waren Forschungsgruppen aus zehn europäischen Ländern beteiligt, darunter die Arbeitsgruppe Ländliche Entwicklungen | Rural Changes. Weiterführende Informationen finden Sie hier [LINK weiterführende Informationen] 

Bioregionen als Modell zur nachhaltigen regionalen Entwicklung (2005-2007): Im Rahmen dieses Aktionsforschungsprojektes wurden vier Pilotregionen in Österreich zwei Jahre lang begleitet und die Faktoren für eine Anwendung der Prinzipien des biologischen Landbaus in der Regionalentwicklung untersucht. Das Team bestand aus der Bundesanstalt für Bergbauernfragen (Wien) und der Arbeitsgruppe Ländliche Entwicklungen | Rural Changes. Weiterführende Informationen finden Sie hier [LINK weiterführende Informationen]. Forschungsbericht [LINK zum Forschungsbericht]

Implementation of sustainable agriculture and rural development in alpine mountains – IMALP (2003-2006): Ziel dieses Aktionsforschungsprojektes war es, die Planung und Durchführung gemeinschaftlicher Projekte in Richtung nachhaltiger Landwirtschaft und Regionalentwicklung in den Alpen zu begleiten und zu analysieren. Neben Institutionen aus Frankreich, Italien und der Schweiz war das Institut für Soziologie (Arbeitsgruppe Ländliche Entwicklungen | Rural Changes) Partner im Projekt.

Organic Marketing Initiatives and Rural Development – OMIaRD (2001-2003): Im Forschungsprojekt OMIaRD wurden verschiedene Aspekte der Vermarktung von Bio-Lebensmitteln in Europa vergleichend untersucht. Der Schwerpunkt lag auf der Analyse von regionalen Vermarktungsinitiativen und ihrem Beitrag zur Entwicklung des ländlichen Raumes. Das Institut für Soziologie (Arbeitsgruppe Ländliche Entwicklungen | Rural Changes) war eine von acht europäischen Partnerinstitutionen. 

Forschungsleistungsdokumentation Arbeitsgruppe Ländliche Entwicklungen | Rural Changes:
[LINK zur Forschungsleistungsdokumentation Arbeitsgruppe Ländliche Entwicklungen | Rural Changes]