Assoz. Prof. Mag. Mag. Dr. Dr. Julia Pröll

 

 

Persönliche Vorstellung
Die promovierte Juristin Julia Pröll ist assoziierte Professorin für Französische Literatur- und Kulturwissenschaft an der Universität Innsbruck. 1999 schloss sie ebendort das Diplomstudium Französisch/Philosophie mit ausgezeichnetem Erfolg ab und erwarb 2006 den Doktortitel mit einer Dissertation zum Menschenbild im Werk Michel Houellebecqs (publ. 2007, ausgezeichnet mit dem Frankreichpreis sowie dem Anerkennungspreis der Jury des Preises des Fürstentums Liechtenstein). 2014 folgte die mit dem Theodor Körner-Preis prämierte Habilitation zum Thema "Transformer la menace en chance… Krankengeschichten in narrativen Texten französischsprachiger Migrationsautor*innen chinesischer und vietnamesischer Herkunft in Frankreich. Kurz nach dem Erwerb der venia docendi erhielt sie ein Humboldt-Forschungsstipendium für erfahrene Wissenschaftler*innen, das sie von 2014 bis 2016 an die Universität des Saarlandes führte, wo sie sich aufbauend auf die Habilitationsschrift in das Forschungsgebiet der Medical Humanities vertiefte.

 

Beruflicher Werdegang

Seit 2014

assoziierte Professorin für "Französische Literatur- und Kulturwissenschaft" am Institut für Romanistik der Universität Innsbruck (vollbeschäftigt)


2014-2016

Alexander von Humboldt-Forschungsstipendiatin an der Universität des Saarlandes bei Prof. Dr. Hans-Jürgen Lüsebrink


2014 

Erteilung der Lehrbefugnis für Französische Literatur- und Kulturwissenschaft an der Universität Innsbruck


2010-2014

Assistenzprofessorin im Rahmen einer Laufbahnstelle für "Französische Literaturwissenschaft" am Institut für Romanistik der Universität Innsbruck (vollbeschäftigt)


2002-2010

Wissenschaftliche Mitarbeiterin (halbbeschäftigt) am Institut für Romanistik


2006 

Promotion zur Doktorin der Philosophie


2002 

Promotion zur Doktorin der Rechtswissenschaften (Titel der Dissertation: Gnade und Amnestie im Strafrecht: Störfaktoren oder notwendiges Korrektiv)


2001 bis 2002

Vertragsassistentin am Institut für Strafrecht und sonstige Kriminalwissenschaften der Universität Innsbruck


1999-2000

Gerichtspraktikum am OLG Sprengel Innsbruck


1995-1996

ERASMUS-Aufenthalt an der Université Paris XII


1993-1999

Diplomstudium der Romanistik (Studienzweig Französisch) und der Philosophie an der LFUI


1993-1998

Diplomstudium der Rechtswissenschaften an der LFUI

 

Forschungsschwerpunkte

  • Französische und frankophone Literatur(en) des extrême contemporain (ab den 1990er Jahren)
  • Migrationsliteraturen, insbesondere Autor*innen asiatischer Herkunft in Frankreich
  • Postkoloniale Literaturtheorie und literarische Mehrsprachigkeit
  • Literatur und (medizinisches) Wissen
  • Medical Humanities, insbesondere Schriftstellerärzt*innen, Wechselbeziehungen zwischen Literatur, Medizin und Migration

Zeitgenössische französische und frankophone Literatur(en), Migration und Medizin bilden die Forschungsinteressen von Julia Pröll, die, entsprechend dieser Schwerpunktsetzung, den Innsbrucker Forschungszentren „Kulturen in Kontakt“ sowie „Medical Humanities – letzterem als Beiratsmitglied – angehört. Bereits nach der Dissertation, mit der sie eine der ersten deutschsprachigen Monographien zum ‚Skandalautor‘ Michel Houellebecq vorlegte, erweiterte sich ihr Interesse im Zuge der Mitarbeit am Innsbrucker Forschungsprojekt Passages et ancrages. Dictionnaire des écrivains migrants de langue française (1981 bis 2011) auf Migrationsautor*innen asiatischer Herkunft, die auf Französisch schreiben. Neben Fragen der Identität und des Kultur- und Sprachkontakts interessiert sie sich in ihren Forschungen vor allem für literarische Darstellungen von Krankheit und Medizin in transkulturellen Kontexten. Pröll hat aber auch zu anderem im Bereich der Medical Humanities angesiedelten Fragestellungen publiziert, so bspw. zu zeitgenössischen französischen Schriftstellerärzt*innen. Aktuell gründet sie mit M. Heidegger und K. Fürholzer die open access-Zeitschrift Revisit. Humanities and Medicine in Dialogue, die 2022 erstmals erscheinen und Beiträge der Tagung The Noise of Medicine(https://www.uibk.ac.at/fz-medical-humanities/nom/index.html.de) versammeln wird.

 

Fünf ausgewählte Publikationen 
Pröll, Julia (2021): "Dents, drapeaux et autres chinoiseries. Humour et résilience chez les ironistes Dai Sijie, Ling Xi et Ma Desheng, trois auteurs migrants d’origine chinoise en France", in: Quaghebeur, Marc (Hg.): Résilience et Modernité dans les Littératures francophones. Berlin etc.: Lang, 1213–1233.

Pröll, Julia (2021): "Michel Houellebecqs Elementarteilchen (1999). Ein (De-)Generationenroman und seine kritische Relektüre im Lichte von Die Möglichkeit einer Insel", in: Grugger, Helmut / Holzner, Johann (Hg.): Der Generationenroman. Band 2. Berlin etc.: de Gruyter, 849 – 867.

Pröll, Julia (2019): "Eine Verdichtung des Realen? Ästhetische Pluralisierungsverfahren in Autour du monde von Laurent Mauvignier", in: Pröll, Julia / Mathis-Moser, Ursula (Hg.): Transkulturelle Begegnungsräume. Ästhetische Strategien der Überlagerung, Pluralisierung und Simultaneität in den zeitgenössischen romanischen Literaturen. Würzburg: Königshausen & Neumann, 33–52.

Pröll, Julia (2018): "Aller-retour entre le bistouri et la plume: contextes – questionnements perspectives", in: Pröll, Julia / Lüsebrink, Hans-Jürgen / Madry, Henning (Hg.): Médecins-écrivains français et francophones. Imaginaires – poétiques – perspectives interculturelles et transdisciplinaires. Würzburg: Königshausen & Neumann, 11–36.

Pröll, Julia (2015): "Désorientations réciproques entre Orient et Occident? Fictionnalisations de la médecine chez François Cheng, Dai Sijie, Linda Lê et Anna Moï", in: Nouvelles Études Francophones2, 73–92.


  Liste aller Publikationen

 

Forschungsprojekte

Titel: "Seltsam Sie sind nicht sehr Chinesisch!" Autor*innen chinesischer Herkunft, die auf Französisch schreiben, stellen sich vor: eine 2-sprachige kommentierte und illustrierte Anthologie (publ. 2012, bei Innsbruck University Press)
Laufzeit: 1.1.2009-31.12.2009
Fördergeber: "Forschungsförderungsmitteln der Nachwuchsförderung 2008 der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck 2008"
Fördervolumen: € 8.500,00

Titel: Krankheit – Spiegel der Migration? Krankengeschichten im Romanwerk französischsprachiger Migrationsautor*innen süd- und südostasiatischer Herkunft in Frankreich und Kanada: transkulturelle Perspektiven (  nähere Informationen)
Laufzeit September 2014 – Februar 2016 (= 18 Monate)
Fördergeber: Alexander von Humboldt-Stiftung, Forschungsstipendium für erfahrene Wissenschaftler*innen
Fördervolumen: € 56.700, 00

 

Lehrtätigkeit 
Julia Prölls Lehrveranstaltungen decken große bzw. alle von den Studienplänen her vorgesehene Bereiche der französischen Literaturwissenschaft ab, sowohl im Pflicht- als auch im Wahlmodulbereich. Gleichfalls umfassen sie allgemein-romanistische und übergreifende LV's im Bereich der Studieneingangs- und Orientierungsphase (z.B. Grundlagen des phil.-kult. Studiums, Grundlagen der Kulturwissenschaft) sowie der Gender Studies). In ihrer Lehre legt Julia Pröll das Schwergewicht auf aktuelle, interdisziplinär ausgerichtete Themen (bspw. Literatur und Migration, Literatur und Globalisierung, Literatur und Wissen, Literatur und Medizin), wobei sie allerdings ebenso versucht, kanonische Texte und literaturgeschichtliche Strömungen im Lichte aktueller Problemlagen auszuleuchten. Ihr ist wichtig, forschungsgeleitet zu lehren sowie die Studierenden zur eigenständigen, kritischen Reflexion anzuregen. Hierbei legt sie auf ein offenes Arbeitsklima wert, sowie darauf, den Interessen der Studierenden genügend Raum zu geben.

Lehrveranstaltungen der Studieneingangs- und Orientierungsphase (STEOP): Grundlagen der Kulturwissenschaften, Grundlagen des philologisch-kulturwissenschaftlichen Studiums

Gender Studies

Thematische literaturwissenschaftliche Lehrveranstaltungen (PS, VU, AG, SE) im BA-Studium (Fach-BA und LA) sowie im Masterstudium (UF Französisch sowie Romanistik), mit besonderer Berücksichtigung zeitgenössischer Literatur und interdisziplinärer Fragestellungen

 

Aktuelle Funktionen 
Studienbeauftragte: insb. zuständig für sämtliche Anrechnungsfragen betreffend BA Französisch, Italienisch, Spanisch, MA Romanistik sowie UF Französisch, Italienisch, Spanisch (BA und MA); Anrechnungen im Rahmen von ERASMUS+- Programmen

Verantwortliche für Buchbestellungen aus französischer Literaturwissenschaft

Organisation der Erstsemestrigenberatung sowie des Info-Abends Romanistik (gem. mit Gabriele Hassler

Mittelbauansprechperson des Instituts (mit C. Konecny) auf Fakultätsebene bzw. für die Mittelbaumitglieder des Fakultätsrats

Beiratsmitglied des Forschungszentrums Medical Humanities an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck

Gutachterin für die Zeitschrift Medical Humanities sowie für Marie Sklodowska Curie Actions an der Université Libre de Bruxelles

Ab 2022: (Mit-)herausgeberin der Zeitschrift Humanities and Medicine in Dialogue (gem. Mit Maria Heidegger und Katharina Fürholzer)

 

Was ich noch über mich sagen möchte 
Als regelrechter Albert Camus-Groupie während meiner Gymnasialzeit verwundert es nicht, dass Camus maßgeblich für meine Wahl des Französischstudiums verantwortlich war. Aber auch andere literarische Stimmen begleiten mich. Hier drei Zitate, die mich und meine Lebensmelodie in Ansätzen widerzugeben vermögen:
"Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können." (F. Nietzsche, Also sprach Zarathustra).
"Ich möchte Sie, so gut ich es kann bitten, Geduld zu haben gegen alles Ungelöste in Ihrem Herzen und zu versuchen, die Fragen selbst lieb zu haben, wie verschlossene Stuben und wie Bücher, die in einer fremden Sprache geschrieben sind. Forschen Sie jetzt nicht nach den Antworten, die Ihnen nicht gegeben werden können, weil Sie sie jetzt nicht leben könnten. Und es handelt sich darum, alles zu leben. Leben Sie jetzt die Fragen. Vielleicht leben Sie dann allmählich, ohne es zu merken, eines fernen Tages in die Antworten hinein" (R.M. Rilke, Briefe)
"Lire, c'est être lu par ce que nous lisons." (Linda Lê in einem Interview)

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