Forschung

Forschungsschwerpunkte
  • Französische, spanische und hispanomerikanische Literaturen und Kulturen des 17. Jh., der Moderne und der Gegenwart

  • Erinnerungskulturen und kulturelles Gedächtnis in der Romania (mit Fokus auf Gewalt und Trauma sowie Erinnerung und Übersetzung)

  • Literarische Entwürfe von Subjektivität, Identität und Zugehörigkeit

  • Film und Intermedialität

 

Laufende Forschungsprojekte
Literarische Übersetzungen als Medien transkultureller Erinnerung

Das Projekt fragt aus der Perspektive der literatur- und kulturwissenschaftlichen Gedächtnisforschung nach der in dieser Forschungsperspektive bislang vernachlässigten Rolle von Übersetzungen als Medien der transkulturellen Vermittlung und Zirkulation von Erinnerungen an von Gewalt geprägte Vergangenheiten (wie Krieg, Genozid, koloniale Gewalt, Terror). Was geschieht, wenn literarische Texte, die traumatische Erinnerungen darstellen und verhandeln, in andere Sprachen und Kontexte übersetzt werden? Welche Rolle spielen spezifische Übersetzungsstrategien, paratextuelle Rahmungen, Rezeptions- und Erwartungshorizonte für die Übertragung kulturellen Wissens? Welche Bedeutung kommt den Übersetzungen, den Übersetzer_innen und anderen Instanzen des Transferprozesses (etwa Verlagen) in diesen transkulturellen Dynamiken zu? Gibt es eine ‚Ethik des Übersetzens‘, wenn es um die Vermittlung von Gewaltgeschichten geht? Eine der Herausforderungen des Projekts wird darin bestehen, das enge Konzept der interlingualen Übersetzung mit eher metaphorischen kulturwissenschaftlichen Konzepten wie dem der ‚kulturellen Übersetzung‘ (Homi K. Bhabha) oder dem „translational turn“ (Doris Bachmann-Medick) zusammenzudenken und in einem theoretischen Rahmen miteinander zu verschränken. Das Projekt fokussiert aktuelle französischsprachige Literatur und ihre Übersetzungen ins Deutsche und Spanische und möchte anhand dieses Fallbeispiels der ‚Übersetzungsvergessenheit‘ der literatur- und kulturwissenschaftlichen Gedächtnisforschung entgegenwirken.

Aktuelle Aktivitäten:

  • (gemeinsam mit Désirée Schyns, Gent): Internationale Tagung Translating Cultural Memory in Fiction and Testimony - Memory Studies and Translation Studies in Dialogue, Universität Innsbruck, 10.-11. Oktober 2019. Zur Tagungsseite.

 

 

Internationales Forschungsnetzwerk Memoria y Narración

Gemeinsam mit Juan Carlos Cruz Suárez (Stockholm) und José María Izquierdo (Oslo) Koordination des Internationalen Forschungsnetzwerks Memoria y Narración.

Das Netzwerk besteht aus einer internationalen und interdisziplinären Gruppe von Forscher_innen, die sich mit Erinnerungskulturen in der spanischsprachigen Welt in transatlantischer Perspektive befassen. Sein Ziel ist es, die Zusammenarbeit der beteiligten Wissenschaftler_innen zu fördern und durch die Organisation internationaler Workshops und Kongresse sowie durch eine eigene Fachzeitschrift zur Wissensproduktion im genannten Forschungsfeld beizutragen.

Aktuelle Aktivitäten:

  • (mit Juan Carlos Cruz Suárez, José María Izquierdo, Antolín Sánchez Cuervo und Ken Benson) Organisation des wissenschaftlichen Workshops: “Memoria, nacionalismos e identidades nacionales en las narrativas hispánicas contemporáneas“, Madrid, 18.-20. November 2019 (in Zusammenarbeit mit dem CCHS-CSIC). Weitere Informationen
  • Panel: Memorias de resistencia política en el mundo hispánico, Third Conference of the Memory Studies Association, Madrid, 25.-28. Juni 2019. Weitere Informationen.

 


La Nueva España como lugar transcultural: identidad criolla y epistemología (post)colonial en tiempos de Sor Juana Inés de la Cruz / Neuspanien als transkultureller Ort: Kreolische Identität und (post)koloniale Epistemologie zur Zeit von Sor Juana Inés de la Cruz (mit Jutta Weiser, Mannheim)

Das kürzlich abgeschlossene Vorhaben untersucht die transkulturellen Dynamiken im Werk der mexikanischen Barockautorin Juana Inés de la Cruz. Unter besonderer Berücksichtigung der conciencia criolla als einer neuen Form der kulturellen Identitätsfindung, durch die sich die in den Kolonien lebenden Hispanoamerikaner von ihren spanischen Vorfahren abgrenzen, zentriert sich das Projekt auf das zwiespältige Verhältnis der Schriftstellerin zur kolonialen Epistemologie und den damit einhergehenden imperialen Normen.

Publikation der Ergebnisse: Claudia Jünke / Jutta Weiser (Hgg.): Sor Juana Inés de la Cruz: identidad criolla y procesos de transculturación, Dossier der Zeitschrift iMex. Mexico Interdisciplinario / Interdisciplinary Mexico, 2019/1, año 8, n° 15. (zur Ausgabe)

 

 

Betreuung von Dissertationen
Erstbetreuung
  • Gabriele Hassler: Juguemos en el texto: La creación del yo autorial en la obra poética de Gloria Fuertes y María Elena Walsh (in Arbeit)
  • Teresa Millesi: Die filmische Verhandlung indigener Territorialitätskonzepte in Zusammenhang mit Landkonflikten zwischen Indigenen und nationalstaatlichen Organisationen in Lateinamerika (in Arbeit)
  • Rebecca Sonnweber: Contar historias detrás de una cámara: Filmemacherinnen, Filmkomik und Frauenbilder im Fokus (in Arbeit)

 

Zweit- bzw. Drittbetreuung/-begutachtung
  • Julia Auweiler: Der Kampf gegen den spanischen Faschismus im Spiegel europäischer Prosatexte. Eine komparatistische Studie zur Zeitzeugenliteratur (Erstbetreuer: Ulrich Winter; Marburg, in Arbeit)
  • Juliane Ebert: Das französische Chanson. Gattung und Mythos (Erstbetreuerin: Stephanie Wodianka; Rostock 2019)
  • Daniela Kuschel: Grenzerfahrung und Transgression. Die literarische Bearbeitung des Spanischen Bürgerkriegs, der Diktatur und der transición in populärkulturellen Medien und Kontexten seit der Jahrtausendwende (Erstbetreuerin: Cornelia Ruhe; Mannheim 2018)
  • Frank Reza Links: Von Terpsichore geküsst? Der Tanz in Literatur, Stummfilm und Malerei im Spanien der Moderne (Erstbetreuerin: Mechthild Albert; Bonn 2014)
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