Geschichte der französischen Sprache

Elena Patoner

 

Einleitung

Diese schriftliche Arbeit versucht detailliert zu veranschaulichen, was im Internet zur Geschichte der französischen Sprache zu finden ist. Die web-sites sind in manchen Fällen eine kurze Zusammenfassung der Entwicklung, in anderen Fällen ein vertiefter Beitrag mit Bildern, Zitaten, Dokumenten.

Das Thema ist so gegliedert, dass man gleichzeitig einen historischen Überblick gewinnt.

1. Entwicklung der französischen Sprache vom Mittelalter bis zur Gegenwart

"IV-XII siècles: LE "ROMAN" ET L'ANCIEN FRANÇAIS"

Die französische Sprache gehört zu denjenigen indo-europäischen Sprachen, die sich aus dem Latein entwickelt haben. Das Latein hat einen großen Einfluss auf die Grammatik und auf den Wortschatz der romanischen Sprachen gehabt und hat ganz viele Spuren hinterlassen. Die eigene Entwicklung des Französisch hängt einerseits mit den Kontakten zu anderen Völkern, andererseits von den regionalen Entwicklungen und Veränderungen zusammen. Im Mittelalter waren die offiziellen Sprachen in Frankreich das Latein für die Kirche, für die Gelehrten und die Politiker und die Dialekte, die vom Volk gesprochen wurden. Diese Koexistenz blieb bis zum XVII. Jahrhundert erhalten, in kirchlichen und universitären Bereichen auch länger.

In dieser Zeit entwickelte sich die französische Sprache in mehrere verschiedene Dialekte, die von Region zu Region sehr unterschiedlich waren. Man kann grundsätzlich die Dialekte vom Norden (langue d'oeil) und die vom Süden (langue d'oc) unterscheiden.

http://www.labs.climoilou.qc.ca/~lessardc/langue_h.htm

- diese web-site betrachtet zum Einen den Einfluss der verschiedenen Völker (der Gallier, der Römer und der Franken), die sich in Frankreich während der Geschichte angesiedelt haben, auf die Sprache, zum Anderen die wichtigsten Entwicklungsschritte der französischen Sprache.

http://biblioteca.udg.es/fl/aucoc/oil.htm

- hier findet man ein Verzeichnis der verschiedenen Dialekte des Französischen, die nach der Einteilung der "langue d'oc" und "langue d'oeil" gegliedert sind. Es wird erklärt, wo diese Dialekte gesprochen werden und welche Entwicklung sie durchgemacht haben.

http://www.pichoto-camargo.asso.fr/traditions/langue/langdroit.html

- hier wird die geographische Einteilung der "langue d'oc" geschildert. Es wird die Entwicklung, die diese Sprache durchlaufen hat, anhand eines historischen Überblicks dargestellt. Es wird zusätzlich präzisiert, wie und von welchen sozialen Schichten diese Sprache gebraucht worden ist.

Von dieser Entwicklung gibt es leider noch wenige Dokumente, die uns zeigen können, was für eine Sprache in dieser Zeit gesprochen wurde. Die "Serments de Strasbourg", die das Bündnis zwischen Karl dem Kahlen und Ludwig dem Deutschen im Jahr 842 schlossen, und die "Cantilène de Sainte Eulalie" (880), sind sehr berühmt geworden. Sie sind die ältesten auf Französisch geschriebenen Dokumente.

http://www.geocities.com:0080/Athens/Acropolis/8716/plusanciens.html

http://www.cena.dgac.fr/~sagnier/prive/eulalie.htm

- diese web-site enthält die Übersetzung der "Cantilène de Sainte Eulalie" in modernes Französisch;es ist auch ein Artikel von Alix Tassememouille angeführt, der sich mit der Problematik beschäftigt, ob der Text tatsächlich in "picard" geschrieben worden ist.

http://www.fh-augsburg.de/~harsch/gallica/Chronologie/f_chrono.html

- die "Biblioteca Augustana" bietet in dieser web-site ein Verzeichnis der wichtigsten Werke vom IX. bis dem XX. Jahrhundert an, Originaltexte sind mit einer kleinen Einleitung und Bildern versehen. Man kann die "Serments de Strasbourg" und die "Cantilène de Sainte Eulalie" in Originalverfassung des IX. Jahrhunderts anschauen.

"IX-XIII siècles: L'ÉPOQUE FÉODALE"

Im Mittelalter entwickelt sich eine besondere französische Literatur an den Höfen. Es gab die "trouvères" im Norden Frankreichs, die Gedichte und Lieder auf "langue d'oeil" unter den reichen Leuten verbreiteten. Im Süden wurden sie "troubadours" genannt und sangen auf "langue d'oc".

Im Jahr 1539 wird von Villers-Cotterêt eine "ordonnance" proklamiert, mit der der König François I. will, dass alle die Gesetzte auf Französisch übersetzt werden. Dadurch kann sie auch das Volk verstehen.

http://ccat.sas.upenn.edu/~haroldfs/540/handouts/french/ordVC.html

- diese web-site enthält mit Hilfe einer kleinen Einleitung die Originalfassung der "ordonnance" von Villers-Cotterêt. Das Dokument proklamiert die französische Sprache politisch, diplomatisch und religiös gültig, und schildert auch die Modalitäten der Begräbnisse, des Taufaktes und die des juridischen Gebiets.

http://www.pichoto-camargo.asso.fr/traditions/langue/litterature.html

- hier befindet sich ein "parcours" durch die Literatur vom Mittelalter bis zum XX. Jahrhundert. Die Informationen sind detailliert, die Bibliographie ist vollständig und bietet einen Gesamtüberblick.

"XIV-XV siècles: LE MOYEN FRANÇAIS"

Am Ende des XIII. Jahrhunderts gibt es in Frankreich noch zwei offizielle Sprachen: Latein und Französisch, aber man beginnt das Französische als "Sprache des Königs und des Volkes" zu erkennen. Mit dem hundertjährigen Krieg und durch den Humanismus wird es häufiger verwendet, die Grammatik und die Aussprache werden vereinfacht, der Wortschatz bereichert.

"XV-XVI siècles: RENAISSANCE"

Mit der Renaissance entwickelt sich der Buchdruck, die Problematik der offiziellen Sprache verstärkt sich. Dadurch entsteht das Bedürfnis, die politischen und religiösen Schriften zu übersetzen. In dieser Zeit verbreitet sich der Gebrauch der französischen Sprache und es werden erstmals Wörterbücher veröffentlicht.

Es entsteht die "Pléïade", ein Verbund von Gelehrten, die den Gebrauch der alten Sprachen stark kritisieren, um die "Deffenceet illustration de la langue française" zu betonen. Nicot und Estienne veröffentlichen zwei neue Wörterbücher.

http://hera.inalf.cnrs.fr/dictionnaires/ESTIENNE/

http://hera.inalf.cnrs.fr/dictionnaires/TLF-NICOT/

- diese web-sites stellen die ersten Wörterbücher von Estienne und Nicot vor, die in Frankreich erschienen sind. Es gibt eine Einleitung, die genau erklärt, wie diese Wörterbücher aufgebaut sind und auch einen "moteur de recherche". Es ist möglich, einen Begriff anzugeben und die Definition aus den Wörterbüchern von Estienne oder Nicot zu bekommen.

http://www.culture.fr/culture/actualites/celebrations/langue.htm

- diese web-site ist geschrieben worden, um an die Jahresfeier zu erinnern. Der Inhalt des Textes "deffence et illustration de la langue française" ist leicht verständlich und vollständig angegeben.

"XVII siècle: LE FRANÇAIS CLASSIQUE"

Mit der Entstehung der "Académie française" beschäftigen sich die Gelehrten und die Intellektuellen mit den Bereichen der Grammatik, Ortographie, Lexikologie, Aussprache, .... Noch heute verpflichtet sich die "Académie française" zur Bewahrung, Erhaltung und Veränderung des Französischen.

http://www.academie-francaise.fr/histoire/index.html

- hier wird ein detaillierter Überblick über die Entstehung der "académie française" gegeben. Es wird erklärt, wer die ersten Autoren waren, was die Ziele, die Aufgaben und die Neuigkeiten der Akademie sind. Diese web-site beschreibt auch die Entwicklung der französischen Sprache.

"XVIII siècle: LE SIÈCLE DES LUMIÈRES"

In der Aufklärung verbreitet und raffiniert sich die Lehre der französischen Sprache dank der zahlreichen Veröffentlichungen von Wörterbüchern, Büchern und dem erscheinen der "Encyclopédie". Die französische Sprache wird eine internationale Diplomaten-Sprache, die an allen Höfen und Konsulaten gesprochen wird. Diderot, Voltaire und alle anderen Intellektuellen verpflichten sich mit der Aufrechterhaltung der These, dass diese Sprache dank ihrer Klarheit und Rationalität perfekt ist.

http://www-rocq.inria.fr/qui/Philippe.Deschamp/divers/Rivarol.html

- nach einer vollständigen Einleitung, die den Text von Rivarol erklärt. Um eine klare Vorstellung zu bekommen, sind auch extraits von seinem Originaltext zu lesen. Rivarol spricht in diesem Text über die Universalität und Vollkommenheit der französischen Sprache.

http://hera.inalf.cnrs.fr/

- hier wird die erste französische Enzyklopedie von Diderot vorgestellt. Nach einer langen vollständigen Einleitung, die den Aufbau der Enzyklopedie erklärt, lässt sich der "moteur de recherche" verwenden, der die Originaldokumente von Diderot anbietet.

"XIX siècle: LE FRANÇAIS MODERNE"

Gegen Ende des Jahrhunderts fängt die spannende Epoche der Revolution an. Im Bereich der Sprache verschwinden Begriffe wie gabelle, dîme, sénéchaussée, bailliage, um den Platz für neue politische, institutionelle und soziale Begriffe, auch aus der englischen Sprache, freizumachen. Während der Revolution, kann ein großer Teil der Bevölkerung die französische Sprache verstehen, aber nicht schreiben: jeder vierte Einwohner, vor allem auf dem Land kann nichts anderes als die "patois" oder den regionalen Dialekt. Die Syntax entwickelt sich ständig und manche Begriffe werden in allen Ländern gleich übersetzt und verwendet, zum Beispiel citoyen.

Es verbreiten sich langsam die Gymnasien, in denen es eine Rückkehr der lateinischen Sprache gibt und die wissenschaftlichen Fächer immer mehr Gewicht bekommen. Es erscheinen die neuen Wörterbücher von Larousse und Littré, denen neue wissenschaftliche Begriffe hinzugefügt sind. Volkssprache und argot erhalten ab jetzt das Recht, in der Literatur zu erscheinen.

http://www.bnf.fr/web-bnf/pedagos/dossitsm/b-larous.htm

- hier werden Larousse und alle seine Werke vorgestellt. Es sind seine Wörterbücher und Erklärungen zu seinen Wörterbüchern angegeben.

"XX siècle: LE FRANÇAIS CONTEMPORAIN"

Der Fortschritt der öffentlichen Volksbildung hat allgemein eine bessere Kenntnis der Sprache und die Entwicklung der Gesellschaft bewirkt. Die Tatsache, dass jeder Bürger durch die Sprache die Fähigkeit erwirbt, sich auch in dem Alltag zu verteidigen und seine Rechte ausüben zu können.

Die mündliche Sprache scheint in der letzten Zeit einen ständigen Sprung nach vorne zu machen. Die Abkürzungen vermehren sich, zum Beispiel métro, ciné, accu, ... Der Wortschatz der Wörterbücher vergrößert sich und die Medien verbreiten die neuen Wörter in der Öffentlichkeit. Als Gegenwirkung macht sich die Tendenz bemerkbar, dass sich all diese spezifischen Begriffe vermischen und vereinfachen.

Die Ausdehnung des anglo-amerikanischen Einflusses auf die Sprache bedeutet keinen Rückschritt in der Entwicklung der nationalen Sprache, sondern eine Bereicherung und Koexistenz der eigenen Sprache.

http://www.francomedia.qc.ca/drapeau.html

- in dieser web-site befindet sich eine Liste von allen Ländern der Welt, in denen die französische Sprache gesprochen wird.

http://www.culture.fr/culture/dglf/ressources/dates.htm

- diese web-site bietet eine Liste der wichtigsten Daten, die die Entwicklung der französischen Sprache geprägt haben. Die kurze Zusammenfassung mit Bezugsphrasen geht vom Mittelalter bis zur Gegenwart.

web-sites mit Zusammenfassungen

http://www.academie-francaise.fr/langue/index.html

- siehe oben "le français classique"

http://web.culture.fr/culture/dglf/lang-frcs-trav-ages.html

- hier wird die Entwicklung der französischen Sprache durch die verschiedenen Epoche analysiert. Diese web-site ist nicht lang, aber enthält alle wichtigen Punkte der Entwicklung und bietet einen genauen und klaren Überblick über die französische Sprache.

 

Schlussbemerkungen

Die Informationsquelle Internet ermöglicht umfassende Recherchen. Wenn man sich auf die Suche nach allgemeinen Argumenten oder Themen macht, bietet das Internet eine Fülle von web-sites an, die mit Stichwörtern und einfachen Erklärungen das Recherchierte erläutern und bezeichnen. Wenn man jedoch das Bedürfnis hat, spezielle Informationen zu bekommen, ist die Recherche meist sehr aufwendig, man tut sich schwer, web-sites gleich zu finden. Es ist notwendig, den Sachverhalt zu kennen, um im Internet bestimmte Themen zu recherchieren. Genau ab diesem Punkt wird die Untersuchung der Daten und Informationen detaillierter und aufschlussreicher.