Das Wort

 

Das Wort ist am Ende der Analyse von Sätzen, es ist die kleinste selbständige Einheit mit einem eigenen Sinn, einer eigenen Bedeutung.
Die Definition des Wortes ist im Französischen allerdings problematisch.
Zwei oder mehr durch einen Leerraum getrennte Wörter können nämlich einer Sinneinheit entsprechen (commis voyageur, garde forestier); Bindestriche nützen hier wenig, vgl. sous-préfet mit gouverneur général, eau-de-vie vs. eau de rose.


Traditionellerweise werden die Wörter in Wortarten (parties du discours) eingeteilt. Die Unterscheidung gründet sich auf den Sinn der Wörter, aber auch auf ihre syntaktische Funktion. Beispielsweise definiert sich das Substantiv durch seine Fähigkeit, sich mit einem Artikel verbinden zu können.

Im Französischen werden die folgenden Wortarten unterschieden:

Substantiv / Nomen (le substantif, le nom)
Adjektiv (l'adjectif)
Pronomen (le pronom)
Verb (le verbe)
Artikel / Substantivdeterminant (l'article / le déterminant)
Adverb (l'adverbe)
Präposition (la préposition)
Konjunktion (la conjonction)


Die Einteilung in Wortarten ist aber nur eine annähernde: y und en sind zugleich Adverbien und Personalpronomina; après, devant Adverbien und Präpositionen.
Allgemein kann gesagt werden, dass natürlich ein Wort von einer Kategorie in eine andere wandern kann: le pour et le contre.


Kurzer Überblick über die Wortarten

Das Nomen

Die Nomina sind keine einheitliche Gruppe. Sie unterteilen sich in Unterklassen, deren Elemente ihnen eigentümliche syntaktische Verhaltensweisen zeigen. Diese Verhaltensweisen müssen berücksichtigt werden, wenn man einen sinnvollen Satz erhalten will. Parallel dazu hat auch das Verb verschiedene Untergruppen. Die jeweiligen Untergruppen von Verb und Nomen müssen miteinander vereinbar sein (Syntagmatische Regeln zwischen Nominalgruppe und Verbalgruppe)

Die Untergruppen des Nomens umfassen fünf Bereiche:

1. noms communs vs noms propres

Unterschiede bestehen in der Verwendung der Determinanten (es gibt hier aber auch Ausnahmen: La France) und in der Verwendung der Präpositionen (Je suis en France - Je suis dans la maison)

(Gruppenwechsel: Il a acheté une bouteille de bourgogne)

2. noms humains vs noms animés vs noms non-animés

Qui vois-tu ? ---> menschlich
Que vois-tu ? ---> nicht-menschlich

Belebt / unbelebt: Variation im Genus

Le paysan - la paysanne
le chat- la chatte

aber: le fauteuil - la chaise

3. noms concrets - noms abstraits

Abstrakte Nomina stehen in Zusammenhang mit Verben / Verbalausdrücken oder mit Adjektiven:

Course <- courir / légèreté <- léger
Départ <- partir / fraîcheur <- frais

Le train part - Le départ du train
Le chemin est long - La longueur du chemin.

Umgekehrt sind die konkreten Nomina Ausgangspunkt für die Ableitung von Adjektiven und Verben:

Livre -> livresque; nation -> national -> nationaliser

Abstrakta: bezeichnen Handlungen, Eigenschaften, Zustände der Wesen und Dinge

Gruppenwechsel:

La construction de cette maison a été rapide. (Abstrakt)
On a abattu de vieilles constructions. (Konkret)

4. noms comptables vs noms non-comptables

Pierre traverse une rue, deux rues, trois rues ...
La santé, c'est ce qu'il me faut le plus.
La santé, c'est ce qu'il nous faut le plus.
*Les santés, c'est ce qu'il nous faut le plus.

Nicht-zählbare Nomina können nicht in den Plural gesetzt werden.

 

Die Kategorie des Numerus:

Numerus ist eine Kategorie des Nomens: Dinge sind zählbar, aufzählbar: eins oder mehr als eins (Zählbare und nichtzählbare Substantive).

Es gibt nicht-zählbare Nomina; diese können nicht in den Plural gesetzt werden: die Kategorie des Numerus ist für sie also nicht zutreffend. Andererseits gibt es Nomina, die trotz singulärer Bedeutung nur in der Pluralform vorkommen (pluralia tantum)

Les archives, environs, fiançailles, funérailles, moeurs, obsèques, ténèbres, ...

Manche dieser Nomina bezeichnen eine Gesamtheit von Wesen oder Dingen: des décombres ([Gebäude-] Trümmer), ... Andere drücken genauso wenig einen Plural aus wie eventuelle Synonyme: les ténèbres - l'obscurité

Le singulier générique: (Gattungssingular)

La pomme est chère cet hiver. Le Français prend ses vacances en août.


Zählbare Nomina bezeichnen Wesen oder Dinge, die man als eigenständige Einheiten betrachten kann, die man zählen kann.

Unzählbare Nomina: Dinge, die man sich als eine unterschiedslose Masse, als eine unteilbare Materie vorstellt. Sie können Abstrakta sein, die Zustände oder Eigenschaften bezeichnen: laideur, orgueil, raffinement ... Oder sie sind Konkreta, besonders die, die für Stoffe, Materie stehen: oxygène, mercure ... (*des oxygènes, *des mercures)

Die meisten zählbaren Nomina können auch als nicht-zählbare verwendet werden, aber mit einer anderen Bedeutung:

Un veau, deux, trois veaux sont dans le pré. (zählbare Individuen) J'ai mangé du veau à midi. (Nichtzählbare Stoffbezeichnung, Kalbfleisch)

Viele nicht-zählbare Nomina können als zählbare verwendet werden, wiederum mit anderem Sinn:

La curiosité, la colère, la gentillesse ... Des curiosités (objets, sites curieux), des colères (mouvements de colère), des gentillesses (Nettigkeiten)

Le vin (nicht-zählbar) des vins (zählbar; Weinarten, -sorten, -qualitäten)

5. noms masculins vs noms feminins

Genus: wurde von antiken Grammatikern eingeführt, um zwei Dinge in den Griff zu bekommen: Referenz durch Pronomina und Adjektivkongruenz. Daher haben Deutsch, Latein, Griechisch drei, Französisch zwei Genera.

Das grammatische Genus ist willkürlich und sprachbedingt; es hat nichts zu tun mit den Eigenschaften der Dinge und Begriffe. Davon zu unterscheiden ist das natürliche Geschlecht (Sexus). Die Kongruenz innerhalb der Nominalgruppe wird bestimmt vom grammatischen Genus und nicht vom natürlichen Geschlecht:

le nouveau professeur est gentil, aber *le nouveau professeur est gentille.

Semantisch relevant ist das Genus nur bei Wörtern, die sog. gemeinsames Genus haben: Beim Wort enfant ist das Genus abhängig vom Sexus.

Bei den unbelebten Nomina ist das Genus fix und willkürlich.

Le soleil / die Sonne --- la lune / der Mond

Genuswechsel gibt es nur bei belebten und menschlichen Nomina:

le vendeur - la vendeuse; le concierge - la concierge

aber: juge, médecin, professeur ---> une femme juge

Haustiere und die bekanntesten Wildtiere haben getrenntes Genus für Männchen und Weibchen (und zumeist auch eigene Bezeichnungen für die Jungen):

coq / poule; chat / chatte; lion / lionne

Bei einheitlichem Genus erfolgt die Trennung durch mâle / femelle

Un phoque mâle, un phoque femelle.

Le masculin générique:

Le chien est fidèle. Le Français aime la bonne chère.

Homonymentrennung: le poêle - la poêle; le cours - la cour (mdl. Sprache)

 

Die Kategorie des Kasus:

Kasus ist eine Kategorie, die in der traditionellen Grammatik für die Flexionsparadigmen der deklinierbaren Wörter verwendet wurde (Nomen, Pronomen, Adjektiv, Numerale). Da das franz. Nomen über keine Deklination mehr verfügt, sondern nur noch eine Form kennt und diese mit Präpositionen verbindet, ist die Kategorie für das Nomen, ebenso das Adjektiv, im Französischen bedeutungslos.


Das Adjektiv


Funktion der Adjektive:


L'adjectif épithète:

Es steht in nächster Nähe des Substantivs, auf das es sich bezieht. Ohne merkbare Pause. Vor- oder nachgestellt. Drückt eine zeitunabhängige Feststellung aus.

Ce travailleur paresseux a été licencié.

Paresseux ist hier eine fixe Eigenschaft des Arbeiters, unabhängig vom Tempus des Verbs des Satzes.

L'adjectif attribut:

Die Sinnbeziehung zwischen Adjektiv und Substantiv wird durch ein Verb oder ein verbales Element (voici, voilà ...) hergestellt.
Die Qualifizierung wird nur für den bestimmten Zeitpunkt der Verbhandlung ausgedrückt.

Ce travailleur était paresseux quand il fut licencié.


Das Attribut kann sich auf das Subjekt beziehen oder auf das Objekt:

Ses cheveux étaient noirs, ses yeux bleus.

Il trouve cette réponse insolente.


L'adjectif apposé / détaché

In den folgenden Verwendungsweisen spricht man von appositiven Adjektiven oder adjectifs détachés.

1. Das Adjektiv ist durch eine beachtliche Pause (gekennzeichnet durch Beistrich oder Gedankenstrich) sowohl von seinem Substantiv als auch vom Rest des Satzes getrennt. Die Qualifizierung des Substantivs geschieht zwar ohne ein Verb; dennoch ist sie nur vorübergehend, wie beim attributiven Adjektiv.
Darüberhinaus nimmt sie oft eine Nuance an, die sie in die Nähe der Umstandsangaben bringt. Die Art dieser Umstandsangaben hängt natürlich stark vom Kontext ab.

Ce travailleur, paresseux, a été licencié --> Ce travailleur, parce qu'il était paresseux, a été licencié.

2. Das Adjektiv qualifiziert ein Indefinitpronomen, mit dem es durch die Präposition DE verbunden ist.

Je cherche quelque chose de beau.

3. Wenn ein Adjektiv, ohne eine größere Pause nach einem Eigennamen steht und durch den bestimmten Artikel substantiviert wird:

Louis XIV a commencé la construction du château de Versailles.

adjectif qualificatif vs. adjectif de relation

Adjectif qualificatif: gibt eine Eigenschaft des näher bestimmten Nomens an: bon, mauvais, grand, petit, rouge, blanc ...
Dieser Adjektivtyp kann gesteigert werden und kann auch als Subjektsattribut eingesetzt werden.
adjectif de relation: gibt eine Beziehung zu etwas anderem an: les élections présidentielles (Beziehung zwischen den Wahlen und dem Amt des Präsidenten).
Dieser Adjektivtyp kann nicht gesteigert werden und kann auch nicht als Subjektsattribut eingesetzt werden.

Das Adjektiv kennt Genusvariation; beim Nomen ist dies nur beschränkt der Fall.

Die Adjektive bilden Klassen nach bestimmten Unterkategorien, wie Nomen und Verb:

Adjectifs à noms animés / à noms non-animés

Pierre est pensif.

• Zustands- vs. Eigenschaftsadjektive

La table est basse. (Eigenschaft) Cet homme est ivre (Zustand).

• Konkrete vs. abstrakte Adjektive

La maison est rectangulaire. Paul est parcimonieux.

• Transitiv vs. intransitiv

Il est fier de son succès. (transitiv) Il est aimable. (intransitiv)

Die Determinanten


Im normalen Sprachgebrauch kommen Substantive alleine eher selten vor. Normalerweise bedarf ein Substantiv eines weiteren Elements, das es determiniert, aktualisiert.

Im Französischen kennen wir die folgenden Substantivdeterminanten:

  bestimmter Artikel le, la, les
Artikel unbestimmter Artikel un, une, des
  Teilungsartikel du, de la, ..
Demonstrativ   ce, cette, ces
Possessiv   mon, ma, mes
Interrogativ,
Exklamativ
  quel, quelle, quels, quelles
Kardinalzahlen   deux, trois....
Indefinite   quelque, plusieurs, autre ...

 

Die Pronomina

Pronomina sind immer das Substitut eines determinierten Substantivs, daher die relativ große Nähe der beiden Gruppen.

L'homme est venu - il est venu
Cet homme est venu - celui-ci est venu
Son livre est beau - le sien est beau
Aucun homme n'est venu - personne n'est venu


Die beiden Funktionen des Pronomens

Pronomina sind verwendet als Repräsentanten, wenn sie sich auf ein Wesen oder Ding beziehen, das im Kontext bereits durch ein Substantiv bezeichnet wurde / wird. Dieses Substantiv wird als Antezedent bezeichnet, selbst wenn es nach dem Pronomen steht.

Pronomina sind als Nominale verwendet, wenn sie für sich allein ein Ding oder Wesen bezeichnen: Hier repräsentieren sie nicht, sondern haben die Stelle eines Substantivs inne.

Dis-moi
Quelqu'un est venu
Ceci me plaît

Pronomina können die folgenden grammatikalischen Kategorien ausdrücken:

- Numerus:

Cet enfant, je le connais - ces enfants, je les connais.

- Genus:

je le connais - je la connais

- Opposition zwischen Personen und Sachen:

Qui as-tu vu? - Qu'as-tu vu?
Je pense à lui - J'y pense.

- Person:

Je travaille - tu travailles - il travaille ...

- Funktion:

Il vient - je le vois - je lui parle; c'est lui qui travaille - c'est lui qu'on voit.


Demonstrativpronomina, Demonstrativdeterminanten


Determinanten: ce, cet, cette, ces
Pronomina: celui, celle, ce, ceux, celles; celui-là, celui-ci, celle-là, celle-ci, ceci, cela, ceux-là, ceux-ci, celles-là, celles-ci

Possessivpronomina, Possessivdeterminanten

Determinanten: mon, ton, son ... mon ami
Adjektive: mien, tien, sien ... un mien ami
Pronomina: le mien ... ton ami et le mien


Interrogativdeterminanten, Interrogativpronomina

Interrogativpronomen ohne Antezedenten: qui, que, quoi
Interrogativpronomen mit Antezedenten: lequel...

C'était, paraît-il, une affaire de grande importance, mais je n'ai jamais su laquelle.

Je ne sais plus dans lequel des nombreux restaurants de la rue St. Antoine de Cannes j'ai mangé le 8 mai.

Interrogativdeterminant: quel

Determinatif:

C'est à quelle distance d'ici, la gare?

Attributivisch:

Je vous demande quel est cet homme.

Indefinite Determinanten, Indefinitpronomina


In dieser Gruppe wird üblicherweise alles zusammen gefasst, was anderweitig schwer einzuordnen ist.
Nach ihrem Sinn lassen sich diese Wörter in zwei Gruppen einteilen:

- Solche, die eine Quantität ausdrücken
- Solche, die gewisse Aspekte der Identität ausdrücken

Quantität: Null-Quantität aucun, nul, pas un, personne, rien, Singularität quelque, quelconque, certain, un, une, quelqu'un, quelque chose, Pluralität plusieurs, maint, quelques, certains, divers, différents, plusieurs, quelques-uns, certains, Gesamtheit tout, chaque, chacun

Identität: Identität même, (vorangestellt: Identität oder Ähnlichkeit von zumindest zwei Objekten; nachgestellt: unterstreicht es die Identität einer Sache); Differenz in der Identität autre, Vergleich.

Das Verb

Die Konjugation:

Ein Verb zu konjugieren heißt, die systematische Zusammenstellung der verschiedenen einfachen oder zusammengesetzten Formen zu machen, die das Verb je nach Modus, Tempus, Person und Numerus annimmt.

Das Anfügen der Endungen für Modus, Tempus, Person und Numerus kann mit oder ohne Veränderung des Stammes geschehen.

il ment, il mentait, il mentira, mens, qu'il mente
il voit, il voyait, il verra, vois, qu'il voie
il sait, il savait, il saura, sache, qu'il sache

Die Endungen variieren je nach der Form des Stammes:

-a il aima
-it il finit
-ut il voulut

Diese Differenz in der Form der Endungen entspricht in diesen Beispielen einem Unterschied der Endungen des Infinitivs (aimer, finir, vouloir)

Allerdings ist diese Entsprechung nicht regelmäßig:

voir il vit
vouloir il voulut
naître il naquit
connaître il connut
partir il partit
courir il courut

 

Die Klassifizierung der Konjugationstypen geschieht getrennt für mündliche und schriftliche Sprache.

Schriftsprache: Hier bezieht man sich auf den Infinitiv und manchmal dazu noch auf das Partizip Präsens.
Gesprochene Sprache: Hier wird klassifiziert nach der Zahl der Formen des Stammes

Die Konjugationsmodelle in der geschriebenen Sprache:

Drei Konjugationstypen wurden hier aufgestellt:


--> Die Konjugation der Verben auf -er:

Sie ist charakterisiert durch:

• das Futur auf -era
• das passé simple auf -a
• den im Singular mit dem Indikativ identischen Subjonctif présent
• das participe passé auf -é.

Gewisse Verben mit denselben Endungen entfernen sich von diesem Modell durch diverse Stammänderungen: die Verben auf -cer, -ger; -ayer, -uyer, -oyer; -eler, -eter, und das Verb envoyer. aller hat neben kompletten Veränderungen des Stammes einen vom Indikativ verschiedenen Subjonctif présent.

--> Die Konjugation der Verben auf -ir mit Stammerweiterung: (fini- / finiss-)

Sie sind charakterisiert durch

• das Futur auf -ra
• das passé simple auf -it
• das participe passé auf -i

Verben, die sich von diesem Modell entfernen, sind nicht allzu zahlreich: haïr, bénir

--> Die Konjugation der Verben auf -ir ohne Stammänderung, der Verben auf -oir und der Verben auf -re:

Diese Verben sind unterteilt in kleine Gruppen. Sie kennen bedeutende Abweichungen des Stammes und der Endungen. Diese Konjugation nennt man unregelmäßig, da sie eine große Zahl kleiner, regelmäßiger Konjugationen umfaßt.

Die Konjugationsmodelle in der gesprochenen Sprache:

Zu ihrer Erstellung geht man aus von der lautschriftlichen Transkription der Verbformen. Das passé simple wird nicht angegeben, da es in der gesprochenen Sprache nicht vorkommt. Infinitiv und participe présent, die keine eigentlichen Verbalformen sind, werden in die Klassen der Nomina und Adjektive verwiesen. Je nach der Zahl der Stämme in der Gesamtheit der Verbformen unterscheidet man Konjugationen mit einem, zwei, drei oder vier Stammformen.


Die Kategorie der Person:

Ist festlegbar mithilfe des Begriffs der Sprecher- und Hörerrolle:

1. Person: Sprecher selbst
2. Person: Hörer
3. Person: von Sprecher und Hörer verschiedene Dinge oder Personen


Es gibt Unterschiede zwischen erster und zweiter Person einerseits und dritter Person andererseits:

Erste und zweite Person sind immer in der Gesprächssituation anwesend; dritte kann dies sein, muß aber nicht. Erste und zweite Person sind immer bestimmt; dritte kann unbestimmt sein (der Mann - ein Mann).
Erste und zweite Person bzw. ihre Pronomina beziehen sich notwendigerweise auf Menschen, dritte Menschen, Sachen ... Erste und zweite Person müssen durch Pronomina ausgedrückt werden; dritte muß mindestens einmal identifiziert werden (lexikalisch oder außersprachlich)

Zusammenhang zwischen Person und Numerus:

Wir ist nicht Plural von ich so wie Hunde Plural ist von Hund.

Inklusiver (Ich plus Zuhörer) und exklusiver (Ich plus andere Personen, die nicht identisch sind mit den Zuhörern) Gebrauch von wir.


Die Kategorien der Person und des Numerus gehören zur Nominalgruppe oder zum Pronomen. Sie finden sich aber auch im Verb in den persönlichen Modi als Folge der Übereinstimmung des Verbs mit dem Subjekt. Sie sind beim Verb markiert durch Endungen, aber auf verschiedene Weise in der mündlichen und in der schriftlichen Sprache. Die distinktiven Merkmale sind reicher in der geschriebenen Sprache. In der gesprochenen Sprache gibt es keine einzige Zeit, die sechs verschiedene Formen für die drei Personen des Singulars und des Plurals vorweist. In der mündlichen Sprache sind Person und Numerus also kaum am Verb selbst erkennbar. Es bedarf immer anderer Elemente, um die beiden auszudrücken. Selbst die Pronomina geben nicht immer klare Informationen über den Numerus.

 

Die Kategorien Tempus und Modus

Die Tempuskategorie hat mit Zeitrelationen zu tun. Diese werden ausgedrückt in systematischen grammatischen Kontrasten. Für das Französische gelten drei Zeitstufen:

vergangen - gegenwärtig - zukünftig

Das wesentliche Merkmal der Tempuskategorie ist, dass sie die Zeit der Handlung, des Vorfalls oder Zustandes, auf die der Satz referiert, mit der Zeit der Äußerung in Beziehung setzt (wobei die Zeit der Äußerung dem Jetzt entspricht). Tempus ist deshalb eine Kategorie, die gleichzeitig ein Merkmal des Satzes und der Äußerung ist.


Zu unterscheiden sind relative und absolute Zeiten:

Son arrivée me surprit, et pourtant il m'avait prévenu.

Das erste Verb im passé simple situiert die Handlung in der Vergangenheit in Bezug auf den Zeitpunkt des Sprechens. Es handelt sich dabei um eine absolute Zeit. Das zweite Verb im Plusquamperfekt situiert die Handlung in der Vergangenheit zugleich in Bezug auf den Zeitpunkt der Äußerung als auch in Bezug auf den Zeitpunkt, der durch das übergeordnete Verb angegeben wird. Es handelt sich um eine relative Zeit.


Jeder Modus kommt in mehreren Tempora vor, wobei der Indikativ die meisten Zeiten kennt.

Präsens: unterscheidet sich von den anderen Tempora durch das Fehlen temporaler Endungen (es hat nur Endungen, die die Person bezeichnen). Man nennt es daher die zeitlich nicht- markierte Form des Verbs.

Verwendung:
• um eine Äußerung in die Gegenwart, auf den gegenwärtigen Zeitpunkt zu legen

Le temps est beau aujourd'hui.

• oder um sie in eine andere Zeit zu legen

J'arrive dans deux heures (= Futur)
J'arrive à l'instant de Marseille (= Passé)

• oder um sie außerhalb der Zeit zu stellen (Allgemeine Wahrheiten, gnomisches Präsens)

Pierre qui roule n'amasse pas mousse.
L'or est un métal précieux.

Imperfekt: situiert ein Ereignis in die Vergangenheit, in Bezug auf den Zeitpunkt der Äußerung. Im Prinzip drückt es Dauerhaftigkeit oder Wiederholung aus.

Futur: situiert die Handlung in die Zukunft, in Bezug auf den Zeitpunkt der Äußerung

Futur dans le passé: situiert die Handlung in die Zukunft, aber in Bezug auf eine Äußerung, die in der Vergangenheit stattfand. Es ist also eine relative Zeit. Es ist eine Zeit des Indikativs, deren Formen identisch sind mit denen des Conditionnel présent.

Pierre a dit qu'il partirait.

Passé simple: verlegt ein Ereignis in die Vergangenheit, wenn die Äußerung erzählend ist. Drückt keine Beachtung der Dauer aus.

Louis XIV régna en monarque absolu.

Die zusammengesetzten Tempora sind relative Zeiten, die Aspekt ausdrücken.

passé composé j'ai pris plus-que-parfait j'avais pris passé antérieur j'eus pris futur antérieur j'aurai pris futur antérieur du passé j'aurais pris

Das passé composé ist gleichzeitig eine relative und eine absolute Zeit: es drückt den perfektiven Aspekt des Präsens oder des passé aus:

j'ai compris (maintenant) résultat présent
j'ai compris (ce jour-là) action passée

In seiner Eigenschaft als perfektisches Präteritum ersetzt das passé composé in der Rede (discours) das passé simple der Erzählung (récit).

Der Modus wird wie das Tempus häufig durch Flexion oder Modifikation des Verbums mithilfe von Auxiliarverben realisiert. Er läßt sich am besten definieren, indem man ihn in Zusammenhang mit einem nicht-markierten Satztyp betrachtet, einfachen, sachlichen Feststellungen, die nichts über die Einstellung des Sprechers zu dem Gesagten enthalten. Einfache Aussagen dieser Art sind in einem strengen Sinne nicht modal (d.h. unmarkiert in Bezug auf Modus). Sind jedoch in einer bestimmten Sprache, wie dies im Französischen der Fall ist, eine oder mehrere grammatische Möglichkeiten vorgesehen, Sätze je nach dem Verhältnis des Sprechers zu dem ausgesprochenen Sachverhalt (seine emphatische Gewißheit, seine Ungewißheit, seinen Zweifel etc.) zu markieren, so ist es üblich, auch bei den unmarkierten Sätzen von einem bestimmten Modus zu sprechen. Dieser wird als Indikativ (Aussageform, Deklarativ) bezeichnet.

 

Unterklassen des Verbs nach dem Sinn:


Die Verben können eingeteilt werden, je nachdem ob sie Handlungen oder Zustände ausdrücken und nach gewissen allgemeinen Charakteristiken dieser Handlungen und Zustände. Sie drücken so durch ihren Sinn auch Aspekt aus.

Faktitive Verben: Manche transitiven Verben können mit zwei Bedeutungen verwendet werden. Sie geben entweder an, dass das Subjekt die Handlung selbst ausführt oder dass es sie ausführen läßt. Im letzteren Fall sind die faktitiv verwendet.

Le propriétaire a abattu une cloison.

• Er hat sie selbst eingerissen.
• er hat sie von Arbeitern einreißen lassen (= faire abattre)

Verben wie manger erlauben diese doppelte Verwendung nicht.

Perfektive und imperfektive Verben:

Vgl. die folgenden Sätze:

J'ai trouvé le nom de cet oiseau. J'ai su le nom de cet oiseau.

Im ersten Satz können problemlos Adverbien wie alors, autrefois, aber auch maintenant, aujourd'hui verwendet werden. Der zweite Satz läßt normalerweise nur Adverbien wie alors, autrefois zu.

J'ai trouvé alors le nom de cet oiseau. J'ai trouvé maintenant le nom de cet oiseau.
J'ai su autrefois le nom de cet oiseau. * J'ai su maintenant le nom de cet oiseau.

Im ersten Fall (j'ai trouvé) kann das Verb im passé composé entweder eine Handlung wiedergeben, die einfach als vergangen hingestellt wird, oder eine Handlung, die vergangen ist, deren Folgen aber noch andauern. Im zweiten Satz wird die durch das Verb ausgedrückte Handlung als nicht mehr aktuell aufgefaßt. Diese Differenz hängt mit dem semantischen Status der Verben zusammen.

Verben wie trouver sind perfektive Verben (comprendre, finir, partir, arriver, ...), Verben wie savoir sind imperfektive Verben (Posséder, espérer, hésiter, habiter, ...)

Durative Verben und Momentverben:

Manche Verben drücken eine Handlung oder einen Zustand aus, die von Dauer sind.

attendre, rester... ---> durative Verben

Andere eine Handlung, die nur einen Augenblick dauert:

exploser, sursauter ... ---> Momentverben


Sie lassen sich unterscheiden je nach den Adverbien, die sie zulassen:

longtemps, longuement, peu à peu ... ---> durative Verben
soudain, brusquement ... ---> Momentverben

Il resta longtemps assis. Il sursauta soudain.
* Il attendit brusquement. * La bombe explosa peu à peu.

Inchoative Verben:

Manche Verben drücken den Übergang in einen Zustand aus; sie können ersetzt werden durch devenir + Adjektiv. Dies sind inchoative Verben.

Il rougit = il devient rouge

Rougir, pâlir, verdir, grandir, se liquéfier ...


Les locutions verbales:

Zusammengesetzte Formen, deren erstes Element ein Verb ist, das zweite Element ein Nomen. Man erkennt sie daran, dass die von den einzelnen Bestandteilen ausgedrückten Bedeutungen untrennbar geworden sind und eine Gesamtheit bilden. Es ist also eine Art Komposition. (Nach F. Brunot)

1. Verb und Substantiv:

a. Ohne Artikel:

Avoir raison, avoir tort, avoir faim, avoir soif, avoir peur, avoir confiance, avoir accès, donner prise, donner satisfaction, prendre contact, perdre pied, rendre justice, rendre grâce ....

b. In manchen Wendungen hat sich ein Artikel erhalten:

Prendre la fuite, donner la chasse ....

c. Artikellose Wendungen nehmen normalerweise einen Artikel an, wenn sie determiniert sind.

Votre ami a eu le tort de partir trop tôt. (< avoir tort)

2. Verb und Adjektiv:

Avoir chaud, faire chaud, faire beau, faire clair, ...


Unveränderliche Wörter

Präpositionen, Konjunktionen, Adverbien

Subordinierende und koordinierende Konjunktionen:


Koordinierend: Et, ni, ou, mais, or, car, donc


Adverbien

Funktion der Adverbien:

a) Funktionen eines Substantivs:

1- Die Adverbien der Quantität

Beaucoup l'admirèrent, peu le comprirent.
Un pays où il y a beaucoup de gens qui travaillent et peu de gens qui en peuvent vivre.

2- Viele Adverbien (des Ortes, der Zeit, der Art und Weise, Frageadverbien ...) haben die Funktion einer Umstandsbestimmung.

Où allez-vous? A Nice. Comment chantez-vous? Mal.

b) Funktionen eines Adjektivs:

Un homme bien.
Il dit: « C'est bien ».

c) Sie ergänzen einen einzelnen Ausdruck:

Il était bien content de son travail, quoiqu'il ait eu une mauvaise note.

oder einen ganzen Satz:

Heureusement, Pierre était à la maison.

Hierher gehören auch jene Verwendungsweisen, in denen ein Adverb einen Satz an einen anderen bindet. Solche Adverbien sind dann den koordinierenden Konjunktionen sehr nahe: puis, alors, en effet, cependant, d'ailleurs.

Die starke Determinierung, die von manchen dieser Adverbien ausgeht, führt zu einer Subjektsinversion: ainsi, aussi, sans doute ...

d) Sie können für sich allein einen Satz bilden:

Les lettres sont aussi utiles que les sciences économiques. Et quelqu'un d'ajouter: « Plus peut-être ».

Adverbien der Zeit (adverbes de temps, temporal)

hier, demain, aujourd'hui ...
souvent, longtemps, bientôt, déjà ...
avant, auparavent, dorénavant, jadis, naguère, tôt, tantôt, sitôt, aussitôt, plus tôt, tout à coup, tout d'un coup, tout de suite, jamais....

Adverbien des Ortes (adverbes de lieu, lokal)

Ici, là ...
En, y

Adverbien der Art und Weise (adverbes de manière, modal)

-ment-Bildungen
bien, mal


Adverbien der Menge und des Grades (adverbes de quantité et d’intensité)

beaucoup, très
tant, autant, si, aussi
davantage
peu, assez, plus, moins, tellement, guère, trop, presque, pas du tout, bien, fort, à peine, à peu près, seulement


Frage- und Ausrufe-Adverbien (adverbes d'interrogation et d’exclamation)

comment, comme, combien, quand, où, pourquoi.

Zustimmungs- / Bejahungsadverbien

oui, si

Verneinungsadverbien

non - pas
ne - pas