Sabine Schrader, Natasha Bianco

Schrader
(Credit: Sabine Schrader)

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Institut für Romanistik

 

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Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät

 

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  sabine.schrader@uibk.ac.at 

Zum Projekt

Fake News und die Neue Schule des Sehens
Die Master VU "Film Fakt Fiktion" setzt sich im Zeitalter der sogenannten Fake News mit dem Wirklichkeitspotenzial des Mediums Film auseinander. Das geschieht (a) in der theoretischen Auseinandersetzung mit Konzepten wie der indexalischen Referenzialität des Films oder dem der Authentizität, (b) durch einen exemplarischen diachronen Überblick; denn wir gehen davon aus, dass die Konzepte der Authentizität nicht transhistorisch sind, sondern immer auch ‚Kind ihrer Zeit‘. Um dieses anschaulich und nachhaltig verfügbar zu machen, habe ich mich dafür entschieden, in meiner Lehre forschungsgeleitete Videoessays im Intranet einzusetzen, in denen ich an ausgewählten Beispielen die Geschichte der Authentizitätseffekten im Kino der Romania erörtere.
Unter einem Videoessay verstehen wir ein Format wissenschaftlicher Filmanalyse, die nicht den geschriebenen Text verwendet, sondern mit den Bildern des zu analysierenden Gegenstandes das Ergebnis formuliert (d.h. Ausschnitte aus Filmen montiert und durch ein Voice-Over unsererseits verbindet). Mit dem Ziel die Lehre abwechslungsreich und dem Medium Film angemessen zu gestalten, habe ich drei virtuelle Einheiten als Videoessays konzipiert. Videoessays schärfen sowohl den kinematographischen als auch den filmwissenschaftlichen Blick immens. Die Studierenden lernen so darüber hinaus ein, im deutschsprachigen und romanischen Raum kaum, in den angloamerikanischen Scientific Community hingegen verbreitetes filmwissenschaftliches Format kennen. Die überaus aufwändige Realisierung war dank der universitären und fakultären finanziellen Unterstützung möglich.
Im Übungsteil der VU haben die StudentInnen unerforschte Filmen aus meinem laufenden FWF-Projekt „Cinema of migration in Italy since 1990“ analysiert. Die StudentInnen werden so in aktuelle Forschungsfragen und -methoden herangeführt und forschen zu ausgewählten Filmen. Für die Studierenden ist es eine große Motivation eigene, kleine Forschungsbeiträge zu liefern – zumal wir es mit einem ausgesprochen gesellschaftspolitischen Thema zu tun haben. Auch Masterarbeiten gehen gerade in diesem Kontext hervor.
Dieses Konzept und die dazugehörigen Videoessays habe ich vor der Coronazeit entwickelt, im virtuellen vergangenen Semester konnten wir so ad hoc auf ein innovatives Format des wissenschaftlichen Austauschs zurückgreifen, das über die konventionellen Möglichkeiten hinausweist und an die Scientific Community der Film Studies anschließt.

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