Nicola Brocca

Brocca
(Credit: Nicola Brocca Privat)

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Institut für Fachdidaktik

 

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Fakultät für LehrerInnenbildung

 

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Zum Projekt 

Die eingereichte Lehrveranstaltung „Insegnare la pragmatica” ist dem „2. Pflichtmodul: Kompetenzorientierter Fremdsprachenunterricht” des Bachelor Lehramt Sekundarstufe (Allgemeinbildung), Unterrichtsfach Italienisch, zugeordnet.

Die Didaktik der Pragmatik (ein wichtiger Bestandteil der sprachlichen Kommunikation) ist in der Sprachlernpraxis der Fremdsprachen noch nicht angekommen. Ein Grund dafür ist, dass viele pragmatische Phänomene sich kaum in festen Regeln fassen lassen, sondern sozial-kulturell bedingten Tendenzen unterliegen. Im Seminar erfahren Studierende, wie wissenschaftliche Arbeit anhand einer analytischen und empirischen Perspektive, die Aktivierung pragmatischer Kompetenzen bei Sprachlernenden unterstützt und wie das forschende Lernen ein grundlegender Bestandteil der lernerzentrierten Fachdidaktik werden kann.

Die Studierenden übernehmen die Rolle von SprachwissenschaftlerInnen und sammeln Äußerungen Lernender des Italienischen und Muttersprachlern. Die gesammelten Daten bilden ein Korpus, der von den Studierende manuell analysiert und quantitativ ausgewertet wird. Die Forschungsarbeit der Studierenden fließt in das auf drei Semester ausgelegte Forschungsprojekt LADDER: LeArners’ Digital communication: a DatabasE for pRagmatical competences in L2. (www.ladder.hypothese.org). Es untersucht die pragmatischen Kompetenzen in digitalen Kommunikationsformen seitens deutschsprachiger Lernender des Italienischen in verschiedenen Lernstadien und vergleicht diese mit der Zielvarietät. Somit wird ein aktuelles Forschungsdesideratum erfüllt, da das Projekt nicht nur bis jetzt kaum vorhandenes authentisches Material in der Kombination Deutsch-Italienisch, sondern auch Daten zu Distribution und den Formen privater digitaler Kommunikation liefert.

Das Heranziehen relevanter pragmatischer Aspekte aus Primärquellen, ermöglicht Studierenden einen Einblick in unterschiedlichen Erwerbsphasen pragmatischer Kompetenzen. Die Studierenden lernen, die Fremdsprache Italienisch und ihre Didaktik, nicht nur aus einer didaktisch vorgefertigten Quelle wahrzunehmen, sondern auch durch forschende Beobachtungen. Sie lernen unterschiedliche und doch empirisch-basierte Meinungen zu bestimmten Phänomenen und didaktischen Praktiken zu vertreten. Außerdem lernen die Studierenden, wie man gewisse Sprechakte (z.B. Anrede eines/r DozentIn per Mail , Absage per Whatsapp erteilen…) mit Methoden der Korpuslinguistik beschreibt, sowie auf Basis ihres durch Korpusuntersuchungen gewachsenen sprachlichen Wissens, eigene lernerzentrierte Vorschläge zu erstellen und werden womöglich das forschende Lernen, in ihrem künftigen Beruf als LehrerInnen, in lernerzentrierte didaktische Ansätze transferieren.

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