Matthias Hoernes

Hoernes
(Credit: The Trustees of the British Museum)

Institut

Institut für Alte Geschichte und Altorientalistik

 

Fakultät

Philosophisch-Historische Fakultät

 

Kontakt

  matthias.hoernes@uibk.ac.at 

Zum Projekt

In der Übung „Stadt der Bilder. Das archaisch-klassische Athen und seine visuelle Kultur“ erarbeiteten sich Studienanfänger aus historischen und altertumswissenschaftlichen Fächern sowie Lehramtsstudierende die Grundzüge der visuellen Kultur Athens, indem sie über Fallbeispiele die Formen, Funktionen und Bedeutungen von Bildwerken in unterschiedlichen räumlichen, sozialen und lebensweltlichen Kontexten kennen lernten. Der Kurs war dementsprechend als ein Stadtrundgang angelegt: Dieser begann in den Nekropolen und nahm Ikonographien und Rollenbilder auf Grabmonumenten in den Blick, wechselte auf die Akropolis und widmete sich den Bildprogrammen der Tempel und Bauten der imperialen Polis Athen, stieg hinab auf die Agora und befasste sich mit ‚historischen‘ Monumenten auf dieser zentralen Platzanlage und fand seinen Abschluss in der Welt der Vasenmalerei, für welche die Gruppe der Frage nachging, wie sich Mythen mit bildlichen Mitteln erzählen lassen.
Dieser Stadtrundgang basierte auf einem OLAT-Wiki, das die Form eines interaktiven Lehrbuches mit mehreren Lektionen und Unterkapiteln annahm und um Multimedia-Inhalte sowie Links auf externe Angebote, Datenbanken und Museumsbestände angereichert war. Die Studierenden sollten sich diese Lektionen, unterstützt vom LV-Leiter, erarbeiten und dabei eine Reihe von Übungen absolvieren, die praxisnah und in kleinen Schritten an das Arbeiten mit bildlichen Quellen heranführten. Am Ende jeder Lektion standen Reflexionsfragen über den Stoff der Lektion, aber auch über diesen hinaus, aus denen die Studierenden eine wählten. Über die jeweilige Frage, darunter zu ‚harten Nüssen‘ der Forschung, verfassten die Studierenden einen Kurzessay, der eigene Reflexionen, erste Forschungsfragen oder Ausarbeitungen von Detailbeobachtungen ermöglichen sollte. Die wöchentlichen Reflexionsfragen bauten aufeinander auf, wie auch die individuellen Essays intensiv nachbesprochen wurden, um die Studierenden in ihrem Denken und Schreiben voranzubringen und sie zu einer eigenständigen Auseinandersetzung mit den Materialien und Forschungspositionen anzuleiten, die das Wiki präsentierte. Der Kurs sollte so aus der Not einer bibliothekslosen Lehre eine Tugend machen und einerseits in die Arbeit mit Bildquellen sowie Theorien und Methoden zu visueller Kultur einführen, andererseits einen Beitrag zur Reflexions-, Schreib- und Diskussionskompetenz der Studierenden leisten, und zwar bereits ganz zu Beginn ihres Studiums.

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