Jannis Harjus

Harjus
(Credit: Jannis Harjus)

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Institut für Romanistik


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Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät


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In zwei Seminaren haben Studierende des Instituts für Romanistik (mehr-)sprachliche Besonderheiten der spanischen Region Galicien kennengelernt und ihre wissenschaftlichen Kenntnisse im Bereich soziolinguistischer Forschung ausgebaut.


Im WS 2019/20 erlernten die Studierenden Feldforschungsmethoden zur korpusbasierten Untersuchung von Sprachvitalität: Zum einen das fotographische Festhalten von Beschilderung im öffentlichen Raum (Linguistic Landscaping) und zum anderen Aspekte einer narrativen Interviewführung. Die Studierenden wandten während einer Exkursion beide Methoden an, um Daten zur Sprachvitalität des Galicischen in Santiago de Compostela und A Coruña zu erheben. Damit konnten ihnen einerseits soziolinguistische Methoden der Datenerhebung im Feld vermittelt werden. Andererseits bekamen die Studierenden während der Exkursion einen profunden Einblick in die scientific community zur Mehrsprachigkeitsforschung in Galicien, da wir sowohl am Instituto da Lingua Galega als auch an der Universität von Santiago an Veranstaltungen teilnahmen.


Das im SS 2020 folgende Seminar baute auf der Exkursion auf und hatte das Ziel, die erstellten Korpora zu transkribieren, zu kategorisieren und zu interpretieren. Bedingt durch die Einschränkungen in der Präsenzlehre, führten die Studierenden die Transkription des Audiomaterials und die Kategorisierung der Fotokorpora in eigenständiger Partnerarbeit durch. Über die digitale Plattform AdobeConnect konnte ich den Studierenden Einführungen in das Transkriptionsprogramm EXMARaLDA und in ein Kategorisierungsschema für Fotokorpora geben. Die nachfolgenden Analysen und Interpretationen wurden wiederum zunächst von den Studierenden in Kleingruppen eigenständig durchgeführt, bevor wir sie digital im Plenum diskutierten. Neben den Transkriptionen sowie quantitativen und qualitativen Analysen der Studierenden waren auch Arbeiten zu Linguistic Landscapes von mir eine Grundlage für die Diskussionen.


Die forschungsgeleitete Lehre in den Seminaren hat zu Denkanstößen bei Teilnehmenden geführt, da sie Teile der erlernten Methoden in ihre Qualifikationsarbeiten aufnehmen. Auch die scientific community profitiert von den Seminaren, da ich die Resultate als paper beim Romanistentag 2021 in Augsburg präsentieren werde. Dadurch wird deutlich wie herausragend die Arbeit der Studierenden gewesen ist, wie die Projektseminare der Universität Innsbruck nachhaltig Studierende motivieren und durch sie die Forschung vorangebracht werden kann.

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