Frank Welz

Welz
(Credit: Welz)

Institut

Institut für Soziologie

 

Fakultät

Fakultät für Soziale und Politische Wissenschaften

 

Kontakt

  frank.welz@uibk.ac.at 

Zum Projekt

Forschung, Lehre, Selbst-Entwicklung:
Entgegen der oft diagnostizierten “Ausweisung [der Kultur] aus der Universität selbst” zählt als Finalität derselben, Wissen in forschender Praxis zu steigern und letztere in der Lehre - wie vormals in der Schule - zur weiteren Selbst-Entwicklung der Studierenden zu vermitteln (M. Henry, Die Barbarei, 1994, 330/320). Natürlich sieht der Betrieb der Universität in der Reduktion des Wissens auf audiovisuelle Information in Vortragsfolien und Multiple-Choice-Prüfungen vielfach anders aus. Wie konnte in diesem Kontext unsere MA-Lehrveranstaltung “Wissenschaftstheorie und Methodologie der Sozialwissenschaften” von einem ehemals unter dem Fakultätsschnitt bewerteten, vermeintlich trockenen und abstrakten Kurs in eine “spannende und lebendige”, grenzwertig positiv bewertete, motivierende Quelle der Inspiration für eigene Qualifizierungsarbeiten verwandelt werden, welche “für das Thema ... begeistert” und die TeilnehmerInnen nicht allein in die wissenschaftliche Praxis involviert, sondern zu aktiven Subjekten forschenden Lernens macht, deren Analyse und Kritik selbst zum lebendigen Teil des universitären Bildungskosmos wird?

Innovation:
Zentral wirkt hier die Idee, die hier wissenschaftstheoretischen Lehrinhalte zur Objektivierung dominierender Orientierungen zur Objektivität, Methode, Messung, Instrumenten und Operationsregeln der Wissenschaft mit denjenigen faktischen lokaler wissenschaftlicher Praxis an verschiedenen Hochschulen in Innsbruck zu verknüpfen. In kleinen Teams besuch(t)en Studierende selbst auserwählte Dutzende Innsbrucker Wissenschafter in ihren Laboren von der Atmosphärenwissenschafterin über den Geographen und Humanmediziner bis hin zur Quantenphysikerin mit dem Ziel, die technischen und kognitiven Verfahrensweisen von zunächst unbekannten Forschungswelten in Gespräch und Beobachtung zu erfassen und wissenschaftstheoretisch zu deuten, was zudem im Nebeneffekt einen anregenden Einblick in die Forschungspraxis anderer Disziplinen ermöglicht.

Didaktik:
Entsprechend nahtlos folgt hier die entdeckende Involvierung in Theorie und Praxis der Wissenserarbeitung den drei Pfeilern der Klassenzimmer-Pädagogik von Autonomie (Selbstentwicklung statt ökonomisiertem Kompetenzerwerb), Aktivem Lernen und sozialer Einbindung (von Gleichen unter Gleichen in der wissenschaftlichen Disputation) im Zweck, die universitäre Forschung als Teil der Lehre und die Lehre im Sinne kultureller Vermittlung zu leben und zu erleben.

Nach oben scrollen