Elisabeth Sandler

Sandler
(Credit: privat)

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Institut für Erziehungswissenschaft

 

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Fakultät für Bildungswissenschaften

 

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Zum Projekt 1

In meinem Seminar "Qualitative Forschungsmethoden der Erziehungswissenschaft" erlangten die Studierenden einen Überblick von häufig verwendeten qualitativen Forschungsmethoden (z.Bsp: qualitative Interviews, teilnehmende Beobachtung, Tagebuchmethode, Grounded Theory, Thematische Analyse, Narrative Analyse, Inhaltsanalyse, Diskursanalyse, Kodierung) und lernten wie Ontologie und Epistemologie, qualitative Forschungsfragen, Sampling, Forschungsethik, Forschungsqualität, sowie qualitative Datenerhebungs- und Analysemethoden zusammenhängen. Dabei war es mir ein großes Anliegen einen möglichst großen Überblick an Methoden vorzustellen, ähnlich wie ein Methodenbüffet, damit Studierende befähigt werden informierte methodologische Entscheidungen beim Kreieren zukünftiger Forschungsdesigns zu treffen und nicht nur die eine Methode wählen, die sie kennen. Zudem war es mir wichtig, dass Studierende verstehen, wahrlich verstehen, warum wir "tun was wir tun" - eine Grundvoraussetzung für Methodenkreativität und Innovation. Um bei der Metapher des Büffets zu bleiben, dass Studierende verstehen wie die angebotenen Speisen zubereitet werden und weshalb, um in der Lage zu sein Speisen abzuändern und neu zu kombinieren. Denn ein Forschungsdesign ist meiner Ansicht nach dann gut, wenn es zu einer systematischen, tiefgehenden Beantwortung der Forschungsfrage(n) führt. Und da wir nicht immer die gleichen Forschungsfragen stellen, warum dann die Verwendung der immer gleichen Methoden?

Neben Gruppen- und Einzelübungen erhielten Studierende durch die von mir mitgenommenen und in der LV kritisch reflektierten Forschungsmaterialien meiner und anderer Forschungen nicht nur Einblicke in den qualitativen Forschungsprozess aktueller Forschung, sondern auch den Forschungsschwerpunkten ihrer Scientific Community. Zudem setzten sie sich durch die Qualitätsanalyse zweier journal articles (Kurzpräsentationen) - das wahrscheinlich innovativste Element dieser LV - kritisch mit der Forschung anderer innerhalb eines von ihnen ausgesuchten Forschungs- und Methodenschwerpunktes auseinander. In der Seminararbeit, welche die Verfassung eines Forschungsdesigns zur Beantwortung einer qualitativen Forschungsfrage ihrer Wahl zur Aufgabe hatte, vertieften die Studierenden ihren Einblick in die für sie mit Interesse besetzten Forschungsschwerpunkte, lernten von und über diese Scientific Community, und positionierten ihr eigenes Forschungsdesign innerhalb aktueller Forschung dieses Feldes.

 

Zum Projekt 2

In meiner VU erhielten die Studierenden eine Einführung in kreative Methoden innerhalb teilstrukturierter Interviews (z.Bsp: photo/object/film/music elicitation, vignettes, sentence completion, emotion and task mapping, walking interviews).  Zudem lernten die Studierenden qualitativ hochwertige, ethische teilstrukturierte Interviews mit kreativen Elementen zu planen, empirisch umzusetzen, und anhand Kodierung und Code-Kategorisierung thematisch zu analysieren.

Der Forschungskompetenzaufbau wurde anhand vier innovativer Zugänge gefördert:
(1) Die alleinige (und nicht in Gruppenarbeiten aufgeteilte) Durchführung aller wesentlichen Schritte eines qualitativen Forschungsprojektes (empirische Übung) um Studierende besser auf zukünftige Einzelforschung vorzubereiten.
(2) Forschungswerkstätten am Ende eines jeden Blockes um in Kleingruppen - welche als "sounding boards" für Ideen dienten - am eigenen Forschungsprojekt zu arbeiten. Dieses Format diente auch der Vermittlung des sozialen Wissenschaftsgeistes im Sinne von Feedback und Austausch mit KollegInnen,  ein wesentlicher Teilbereich von Forschungskompetenz.
(3) In der Erstellung eines zweiseitigen Ethikantrages lernten die Studierenden ihr Forschungsdesign klar verständlich zu formulieren und den internationalen Standards von ethischer Forschung gerecht zu werden. Dies ist das vielleicht innovativste Element dieser LV und diente neben dem Kompetenzaufbau der Absicherung meinerseits, dass Studierende ihren ForschungsteilnehmerInnen, sich selbst, und dem Ruf der Universität durch die empirischen Übungen nicht schadeten.
(4) Spracherweiterung durch Englische LV-Inhalte und Möglichkeit der Verfassung der Seminararbeit auf Englisch. Englisch öffnet die Tür zu Studien, Netzwerkbildung, und Austausch mit AkademikerInnen weltweit.

Es handelt sich bei kreativen Interviewmethoden um ein sich momentan entwickelndes Feld. Dies ermöglichte Studierenden die theoretisch-methodische Reflexion des aktuellen Forschungsstandes und kreierte die einzigartige Chance durch ihre empirischen Übungen an der Entwicklung dieses methodologischen Feldes teilzuhaben. Mit der Aufgabenstellung kreative teilstrukturierte Interviews empirisch umzusetzen und in einem Methodologiekapitel abschließend zu beschreiben (Seminararbeit), führten die Studierenden alle innovative Forschung durch, welche sie nicht nur mit dem aktuellen Stand qualitativer Sozialforschung auseinandersetzen lässt, sondern sie direkt in ihr positioniert.

 

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