Informationen zum Bologna-Prozess (ein Überblick)

Der Bologna-Prozess ist das Instrument zur Umsetzung eines Europäischen Hochschulraums. Aus österreichischer Sicht treibt dieser Prozess die Europäisierung und Internationalisierung des tertiären Bildungssektors voran und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit. Den Internationalisierungsbestrebungen des österreichischen Hochschulwesens wird in der derzeitigen Umsetzungsphase neue Dynamik verliehen. (Quelle: BM.Wfa)

Mit der Unterzeichnung der Bologna - Erklärung im Mai 1999 durch RegierungsvertreterInnen 29 europäischer Länder, wurde der grundlegende Reformprozess eingeleitet.  


 

 Allgemeine Informationen

 Gründe für die Studienreform
 
Idee eines gemeinsamen Hochschulraumes
 
Stationen bzw. Schwerpunkte der Studienreform (kleine Chronologie)
 
Die Hauptziele der Studienreform
 Doktoratsstudien

 Stand der Umsetzung der Bologna-Erklärung an der Universität Innsbruck

 Studienstruktur
 
Diploma Supplement
 
European Credit Transfer and Accumulation System (ECTS) inkl. Anrechnungspunkte
 
Mobilität


Allgemeine Informationen

Gründe für die Studienreform

Im Bildungsbereich wurden zunehmend Spannungen zwischen nationalen Systemen und der fortschreitenden Europäisierung bzw. auch Internationalisierung beobachtet. Diese Spannungen verursachten Probleme (auf nationaler Ebene) bei der Erschließung des europäischen / internationalen Arbeitsmarktes.

(Beispiel: Abschlüsse werden „national“ verliehen / akkreditiert / anerkannt, aber zunehmend auf einem europäischen / internationalen Arbeitsmarkt eingesetzt)

Erfahrungen mit großen Mobilitätsprogrammen zeigten ernst zu nehmende Probleme mit der Anerkennungen von Studien bzw. Studienleistungen auf.

Überlange Studienzeiten und hohe Drop-Out Quoten stellten zunehmend Hemmnisse für die Weiterentwicklung des Hochschulwesens dar.

Die schwere Les- und Vergleichbarkeit bzw. Sichtbarkeit nationaler Studien schwächte die Anziehungskraft europäischer Hochschulen für Studierende und Lehrende außerhalb Europas.


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Idee eines gemeinsamen Hochschulraumes

Bereits im Vorfeld der Studienreform zeichnete sich die Idee eines gemeinsamen Hochschulraumes ab. Zum Ausdruck kam dies in der „Lissabon Konvention“ oder besser im Übereinkommen über die Anerkennung von Qualifikationen im Hochschulbereich in der europ. Region.


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Stationen bzw. Schwerpunkte der Studienreform (kleine Chronologie)

Seit 1999 finden regelmäßig im Rahmen des Bologna-Prozesses MinisterInnentreffen statt. Im Rahmen dieser Treffen wird offiziell festgelegt, welche Schwerpunkte auf dem Weg zu einem gemeinsamen Hochschulraum für die nachfolgende (zwei) Jahre gesetzt werden. Gleichzeitig sind die MinisterInnen für die Umsetzung der verschiedenen Konzepte auf Länderebene verantwortlich.

Unterstützt werden die MinisterInnen von einer Arbeitsgruppe auf europäischer Ebene, der Bologna Follow-Up Group (BFUG) und nationalen Komitees, den nationalen Bologna-Gruppen. 

1999 Bologna

  • Einführung eines Systems leicht verständlicher und vergleichbarer Abschlüsse
  • Schaffung eines zweistufigen Studiensystems
  • Einführung eines Leistungspunktesystems
  • Förderung größtmöglicher Mobilität
  • Förderung der Zusammenarbeit in der Qualitätssicherung
  • Förderung der europäischen Dimension im Hochschulbereich

  Bologna-Kommuniqué

2001 Prag

  • Bestandsaufnahme und weitere Vorgangsweise bei der Umsetzung der Teilziele der Bologna-Erklärung
  • Akkreditierung und Qualitätssicherung
  • Fragen der Anerkennung (ECTS)
  • Entwicklung gemeinsamer Abschlüsse
  • Soziale Dimension (Mobilitätshindernisse)
  • Lebensbegleitendes Lernen
  • Einbindung von Studierenden

 Prag-Kommuniqué

2003 Berlin

  • Bestandsaufnahme
  • Qualitätssicherung
  • Zweistufige Studiensysteme
  • Anerkennung von Studienabschlüssen und –abschnitten (Diploma Supplement automatisch und gebührenfrei in einer „gängigen europäischen Sprache“)
  • DoktorantInnenausbildung als dritter Zyklus
  • Strukturerweiterung  

 Berlin-Kommuniqué

2005 Bergen

  • Bestandsaufnahme (Stocktacking) und Bewertung (Benchmarking)
  • Studienstruktur
  • Qualitätssicherung
  • Anerkennung von Abschlüssen
  • Qualitätssicherung
  • Nationale Qualifikationsrahmen
  • Verleihung und Anerkennung gemeinsamer Abschlüsse
  • Schaffung flexibler Lernangebote im Hochschulbereich einschl. Verfahren für die Anerkennung früher erworbener Kenntnisse

 Bergen-Kommuniqué

2007 London

  • Bestandsaufnahme
  • Anerkennung (Verbesserungspotential)
  • Qualifikationsrahmen (Anstrengungen müssen unternommen werden)
  • Lebenslanges Lernen (systematischer Ausbau fehlt)
  • Mobilität
  • Soziale Dimension
  • Datenerhebung
  • Beschäftigungsfähigkeit
  • Nutzung von Synergieeffekten zwischen Europäischem Hochschul- und Europäischem Forschungsraum

 London-Kommuniqué

2009 Leuven

  • Bestandsaufnahme –Konsolidierung
  • Soziale Dimension
  • Lebensbegleitendes Lernen
  • Beschäftigungsfähigkeit
  • Studierendenzentrierung
  • Beziehung Lehre und Forschung
  • Mobilität
  • Datenerhebung, Transparenz
  • Finanzierung

 Leuven-Kommuniqué

2010 Wien - Budapest / Zehn Jahre Bologna-Prozess

Die Konferenz fand anlässlich des Abschlusses der ersten Phase hinsichtlich der Schaffung eines Europäischen Hochschulraumes statt. Im Mittelpunkt der Tagung stand die (Studierenden-)Kritik und die Diskussion der von einer unabhängigen ForscherInnengruppe erstellten Bewertung des Bologna-Prozesses.

Weiters wurde die 2009 bei der MinisterInnen-Konferenz in Leuven beschlossene Ausrichtung des weiteren Bologna-Follow-Up für die kommendenJahre angepasst.

 Wien/Budapest-Kommunqué


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Die Hauptziele der Studienreform

Die Umsetzung der nachfolgenden Hauptziele soll die Schaffung eines gemeinsamen europäischen Hochschulraumes ermöglichen.

  • Schaffen eines Systems leicht verständlicher und vergleichbarer Abschlüsse
  • Einführung eines Studiensystems, das sich im Wesentlichen auf zwei Hauptzyklen stützt
  • Einführung von ECTS-Anrechnungspunkten (ECTS-credits) und Modularisierung
  • Förderung der Mobilität
  • Förderung der Zusammenarbeit in der Qualitätssicherung
  • Förderung der europäischen Dimension im Hochschulbereich
  • Ausbau lebensbegleitendes Lernen (LLL)
  • Einbeziehung der Hochschulen und Studierenden
  • Internationale Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität
  • Doktoratsstudien als dritter Zyklus der Studienreform

Die Integration der sozialen Dimension sollte als übergreifende bzw. implizite Maßnahme verstanden werden.


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Doktoratsstudien

(Bologna-Ziel: Doktoratsstudien als dritter Zyklus der Studienreform)

Doktoratsstudien an der Universität Innsbruck


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Stand der Umsetzung der Bologna-Erklärung an der Universität Innsbruck

Für die Universität Innsbruck stellt die Umstellung der Studienstruktur bei gleichzeitig stetig wachsenden Studierendenzahlen eine enorme organisatorische Herausforderung dar. Darüber hinaus ist die Universität Innsbruck (wie andere Universitäten auch) gezwungen, diese Studienreform vor dem Hintergrund einer mangelhaften Ressourcenausstattung durchzuführen. Dass dies nicht in jedem Fall optimale Ergebnisse bewirkt, muss allen Beteiligten bewusst sein.


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Studienstruktur

(Bologna-Ziele: Schaffen eines Systems leicht verständlicher und vergleichbarer Abschlüsse, Transparenz, Einführung eines Studiensystems, das sich im Wesentlichen auf zwei Hauptzyklen stützt)

Die strukturelle Umstellung auf die Bologna-Architektur an der Universität Innsbruck kann als weitgehend abgeschlossen angesehen werden.

 Informationen zum Ablauf bzw. zur Zeitschiene für die Erlassung und Änderung von Curricula an der Universität Innsbruck

  Informationen zur Auflassung von ordentlichen Studien an der Universität Innsbruck


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Diploma Supplement

(Bologna-Ziel: Vergleichbarkeit, Transparenz)

Die Vorlage zum Diploma Supplement wurde von der Europäischen Kommission, dem Europarat und Unesco/CEPES entwickelt. Das Diploma Supplement soll hinreichende Daten zur Verfügung stellen, die die internationale Transparenz und angemessene akademische und berufliche Anerkennung von Qualifikationen verbessern. Das Diploma Supplement beschreibt Eigenschaften, Stufe, Zusammenhang, Inhalte sowie Art des Abschlusses des Studiums, das von der in der Originalurkunde bezeichneten Person erfolgreich abgeschlossen wurde. Die Originalurkunde muss diesem Diploma Supplement beigefügt werden.

Mit dem Erhalt des Diploma Supplement Labels (Gültigkeitsdauer 2011 - 2014) wurde an der Universität Innsbruck ein weiterer Schritt auf dem Weg zur „Transparenz und Vergleichbarkeit“ getan, daneben wurden im Rahmen der Bemühungen um das Label strukturelle Probleme identifiziert und Lösungsstrategien initiiert.

Diploma Supplement an der Universität Innsbruck


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European Credit Transfer and Accumulation System (ECTS)

(Bologna-Ziele: Einführung von ECTS-Anrechnungspunkten, Modularisierung, Internationale Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität)

Der ECTS-Leitfaden bietet Orientierungshilfen zur Umsetzung des Europäischen Systems zur Übertragung und Akkumulierung von Studienleistungen.

 Informationen zu  Vergabe und Zuordnung von ECTS-Anrechnungspunkten

Vorgaben Satzungsteil "Studienrechtliche Bestimmungen" (Auszüge)

„(…) Die gemäß § 54 UG eingerichteten ordentlichen Studien sowie die Universitätslehrgänge sind in Module zu gliedern. (…). Module sind thematische Einheiten, die 2,5 ECTS-AP oder ein Vielfaches davon umfassen (…). Ein Modul erstreckt sich in der Regel über ein Semester; ausnahmsweise kann es sich über mehrere Semester erstrecken. (…)

(…) Name, Umfang, inhaltliche Bezeichnung und kurz gefasste Beschreibung der Lernziele der Modul sind in den Curricula festzulegen.

(…) Module haben mehrere Lehrveranstaltungen zu umfassen. In besonders begründeten Fällen kann ein Modul aus nur einer Lehrveranstaltung bestehen.

(…) Titel, Art, und Umfang der Lehrveranstaltungen sind in den Curricula festzulegen, wobei die ECTS-AP in Schritten von 0,5 zuzuteilen sind (…).“

 Satzungsteil  "Studienrechtliche Bestimmungen"

Empfehlungen der nationalen Bologna Follow Up Gruppe (Auszug)

„(…) Der europäische Mittelwert für Module bzw. deren Größen entspricht in etwa 6 oder 5 ECTS-AP, d.h. pro Semester 5x6 = 30 ECTS-AP (…)“

Empfehlungen der nationalen Bologna Follow Up Gruppe


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Mobilität

(Bologna-Ziele: Förderung der Mobilität, Förderung der europäischen Dimension im Hochschulbereich)

Eines von vielen Zielen des Bologna-Prozesses ist die Förderung der Mobilität. Das Anrechnungspunkte-System in Verbindung mit geeigneten Beschreibungen von (modularen) Lernergebnissen stellt ein angemessenes Mittel zur Förderung der Studierendenmobilität dar.

Im Falle einer vereinbarten Mobilität der Studierenden sollten die drei beteiligten Parteien – die Heimatinstitution, die Gastinstitution und die/der Studierende – vor Beginn der Austauschperiode eine Vereinbarung zur Mobilität unterzeichnen (Details hierzu finden Sie auf den Informationsseiten des  International Relation Office). In diesen Fällen werden die ECTS-Anrechnungspunkte automatisch durch die Heimatinstitution anerkannt, sofern die in der Vereinbarung festgesetzten Bedingungen erfüllt wurden.

Die Anerkennung von ECTS-AP im Rahmen gemeinsamer Studien bzw. Studienprogramme ist in den jeweiligen Curricula festgeschrieben. Gemeinsame Studien bzw. Studienprogramme machen eine Vereinbarung überflüssig, da mit der Einhaltung der Regeln dieser Studien und Erfüllung der jeweiligen Bedingungen automatisch die an der Partnerinstitution erzielten ECTS-AP anerkannt werden.


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