Gabriele Schauer

Bildungslaboratorium - Reflexion und Entwicklung im pädagogischen Kontext - Pädagogisches Ethos

 
Gabriele Schauer
 


Institut

Institut für LehrerInnenbildung und Schulforschung

Fakultät

Fakultät für LehrerInnenbildung

Kontakt

  gabriele.schauer@uibk.ac.at

Zum Projekt

Die LV thematisiert pädagogisches Ethos und ist geprägt durch das im Projekt „Ethos im Lehrberuf“ erstellte Manual (Rödel, Schauer & Christof, 2021). Dies wurde für den Einsatz in der universitären Lehrer*innenbildung konzipiert und umfasst Anregungen zur Reflexion von schul- und unterrichtsbezogenen Beispielen, deren übende Bearbeitungen eine Ausbildung des professionellen Lehrer*innenethos begünstigen. In Anlehnung an die Beispieltheorie von Buck können Beispiele durch ihren Erfahrungsbezug „in eine schon vertraute Verstehenspraxis“ (Buck, 1981, S. 205) versetzen und Studierenden ermöglichen, diesen „nachzuspüren“ (Schwarz & Schratz, 2012). Jedes Beispiel thematisiert verschiedene Aspekte, birgt Ambiguitäten in den Deutungs- und Positionierungsmöglichkeiten und fordert die Studierenden zum Einnehmen einer Haltung und zur diskursiven Auseinandersetzung mit den Haltungen von Kommiliton*innen heraus. (Rödel et.al. 2022) Hierbei wird didaktisch in einem Dreischritt gearbeitet (vgl. Rödel, Schauer & Christof, 2021). In einem ersten Schritt sollen Studierende möglichst diverse Lesarten zu einem spezifischen Beispiel entwickeln. Dies geschieht durch reflexive Fragestellungen, wobei durch die Bearbeitung in Gruppen oder im Plenum eine Pluralisierung von Perspektiven ermöglicht wird. Dadurch soll eine Distanzierung auf die eigene Sichtweise zugelassen werden. Gender- und diversitätssensible Wahrnehmungen von angehenden Lehrpersonen ermöglichen eine breite Reflexion und Überlegungen für zukünftige Handlungsalternativen. In einem zweiten Schritt sollen sich Studierende auch im Hinblick auf theoretische Grundlagen sowie eigene Wertvorstellungen positionieren und dies vor anderen vertreten und argumentieren. In einem dritten Schritt wird durch eine reflexive Herangehensweise Irritation erzeugt, um zu einer Distanzierung von und einer Relativierung der eigenen Position bewegt zu werden. In der intensiven Auseinandersetzung mit Lesarten, Positionierungen und Irritationen (Dreischritt) werden darüber hinaus Ambiguitäten unter (professions-)theoretischer Bezugnahme aus den Beispielen herausgebildet und diskutiert. Aufbauend auf Theorien des päd. Ethos sowie päd. Professionalität (EPIK) und dem Einordnen ethischer, bildungs- und übungstheoretischer Grundlagen für eine Neufassung von Ethos sollen Studierende moralische Entscheidungsfähigkeit üben und pädagogische Beispiele systematisch verstehen/theoriegestützt analysieren, um neue Handlungsoptionen zu generieren.

 

Nach oben scrollen