Qualitätsmaximen der Lehre

Im Wintersemester 2007 wurde im Rahmen einer Arbeitsgruppe das Konzept zur Erhebung der studentischen Rückmeldungen zu den Lehrveranstaltungen überarbeitet. Die Arbeitsgruppe, die von der Vizerektorin für Studium und Lehre geleitet wurde, setzte sich aus VertreterInnen der Österreichischen HochschülerInnenschaft, des Betriebsrats des wissenschaftlichen Personals, des Senats, des administrativen Personals und der Stabsstelle für Qualitätssicherung zusammen. Bereits zu Beginn der Überarbeitung bestand Einigkeit darüber, dass jeder Evaluierung eine Qualitätsdefinition zu Grunde liegen muss. Um dieser Voraussetzung zu entsprechen, wurden nachfolgende "Qualitätsmaximen der Lehre" als Basisdefinition der Qualität der Lehre an der Universität Innsbruck zusammengefasst. 

Begleitend zum Bekenntnis zu den Leitlinien und Qualitätsmaximen wurde festgehalten, dass qualitätvolle Lehre nicht von der Umsetzung aller didaktischen Grundsätze abhängt. Es gilt vielmehr ein „Je-Mehr-Desto-Besser“ und unterschiedliche Lehrformen bzw. Lehrveranstaltungstypen sind für die Umsetzung einzelner Grundsätze unterschiedlich gut geeignet. Gleichzeitig sind einzelne der Qualitätsansprüche (wie beispielsweise die Transparenz der verfolgten Lernziele und die Transparenz der Prüfungsanforderungen) für eine qualitätvolle Lehre unumgänglich.
 

Die Universität Innsbruck sieht es im Bereich der Lehre als ihre Aufgabe:

  • Den Studierenden der Universität Innsbruck bedeutsames Wissen sowie die Möglichkeit zum Erwerb von wesentliche Fähigkeiten, Fertigkeiten, Erkenntnisse und Qualifikationen ihres Fachs sachlich richtig anzubieten.
  • Bei den Studierenden Denkprozesse anzustoßen.
  • Die Leistungsmotivation, den Wissensdurst und die Neugier der Studierenden zu fördern.
  • Die Studierenden dabei zu unterstützen, Informationen selbständig bewusst zu suchen, zu selektieren, zu gewichten, zu verstehen und zu organisieren.
  • Die Studierenden sollen bedeutsames Wissen ihres Fachs im Langzeitgedächtnis speichern und es in neuen Lern- und Arbeitssituationen und natürlich auch – aber nicht nur – in Prüfungen reaktivieren können.

Die Universität Innsbruck bekennt sich zu folgenden didaktischen Grundsätzen: 

  • Die Lehre der Universität Innsbruck richtet sich an anspruchsvollen, erreichbaren und überprüfbaren Zielen (Wissens- und Kompetenzziele) aus.
  • Die Wissens- und Kompetenzziele sind transparent, begründet und den betroffenen Studierenden bekannt.
  • Die Auswahl der Lehrinhalte entspricht dem aktuellen Wissenstand aus Wissenschaft, Praxis und Kunst.
  • Ziele, Lehr- und Lernprozesse und zu erbringende Leistungsnachweise stehen in einem plausiblen Zusammenhang.
  • Der Einsatz der Vermittlungsmethoden ist zieldienlich (bezogen auf die formulierten Wissens- und Kompetenzziele).
  • Lehrmaterialien und Hilfsmittel sind verständlich gestaltet.
  • Die Inhalte sind so angeordnet, dass Neues auf Bekanntes folgt.
  • Inhalte werden wo möglich und sinnvoll in lernfördernder Form visualisiert.
  • Pflichtlektüre und Lehrtexte sind zielbezogen ausgewählt, die Lektüre wird durch lernfördernde Hinweise (zum Beispiel Fragen, Kommentare, Gewichtungen, Denkanstöße) unterstützt.
  • Freiräume für die Denkprozesse der Studierenden werden vorgesehen und die aktive und kommunikative Auseinandersetzung mit Inhalten wird ermöglicht (zum Beispiel durch Diskussionen, Übungen, Simulationen).
  • Die Studierenden erhalten zielbezogene, differenzierte, sachliche Feedbacks auf ihre Leistungen und Beiträge.
  • Fehlertoleranz sowie konsequente Fehleranalyse und -optimierung sind Teil der Lernkultur.

Basierend auf Brigitta K. Pfälli: Lehren an Hochschulen – Eine Hochschuldidaktik für den Aufbau von Wissen und Kompetenz, Bern, Stuttgart, Wien 2005