Gemeinsam sind wir Uni

Im Jubiläumsjahr 2019 werden unter dem Titel „Gemeinsam sind wir Uni“ einige MitarbeiterInnen vorgestellt. Einer der vorgestellten Mitarbeiter ist Loukas Balafoutas von unserem Institut.
Loukas Balafoutas_Gemeinsam sind wir Uni
(Credit: Axel Springer)

Gemeinsam sind wir Uni

Loukas Balafoutas
Von Hellas nach Innsbruck

Griechenland ist seine Heimat, Innsbruck sein Zuhause. Vor allem aber ist Loukas Balafoutas überzeugter Europäer, der die Welt sehen möchte. Außerdem ist er Professor für Verhaltensökonomie. Der Gedanke an ein südseitiges Büro im vierten Stock des gläsernen SOWI-Gebäudes treibt gerade in der Sommerzeit den meisten Menschen (Angst-)Schweiß ins Gesicht. Nicht so bei Loukas Balafoutas: der gebürtige Grieche fühlt sich in seinem Büro pudelwohl. „Es ist der perfekte Ort für mich im Sommer“, strahlt der Professor für Verhaltensökonomik. Balafoutas kam 2008 an die Universität Innsbruck. Eigentlich nur für eine dreijährige Post-Doc-Stelle nach dem Doktorat. „Ich hätte nie erwartet, dass ich so lange hierbleibe. Aber ich bin beruflich wie privat sehr glücklich in Innsbruck“, so Balafoutas.

Von Athen in die Welt

Loukas Balafoutas wuchs in Athen in Griechenland auf. Sein Bachelorstudium absolvierte er noch an der heimischen Universität in Piräus, dann zog es ihn aber hinaus in die Welt. In Edinburgh studiert er Volkswirtschaftslehre im Master und Doktorat, außerdem arbeitet er unter anderem für die OECD in Paris. Den Wunsch, im Ausland zu leben, zu studieren und zu arbeiten verspürte Loukas Balafoutas schon immer: „Es hat fast zu lange gedauert, bis ich endlich weg und ins Ausland konnte“, lacht er. „Die Welt sehen“, das hieß für ihn aber mehr als Urlaubsaufenthalte und Reisen in fremde Länder. „Es war mir immer schon wichtig, Kulturen und Sprachen kennenzulernen“, erzählt der Grieche. Nach vier Jahren in Großbritannien verschlug es ihn wieder weiter. Weil er in Griechenland eine deutsche Schule besuchte, drängte es ihn in den deutschsprachigen Raum. „Nach meiner Zeit in Großbritannien hat mir die Sprache schon gefehlt, und ein Umzug nach Zentraleuropa hat mich sehr angesprochen“, erklärt Balafoutas seinen Schritt, für den Post-Doc nach Österreich zu gehen.

Dunkle Seite

Dabei war seine akademische Laufbahn alles andere als geplant. „Niemand möchte schon als kleines Kind einmal Ökonom werden. Bei mir hat es gedauert, bis ich das Richtige für mich gefunden habe“, schmunzelt der Universitätsprofessor. Sein Interesse für Volkswirtschaft entwickelt sich erst später, als er die Vielseitigkeit des Faches im Masterstudium entdeckt. Bei der Verhaltensökonomie bleibt er schließlich hängen – weil es nicht um abstrakte mathematische Modelle geht, sondern um den Menschen. In seiner Forschung beschäftigt sich der Ökonom mit Verhaltensmustern, wie diese entstehen und wie sie beeinflusst werden. „Dabei geht es viel um die dunklen Seiten der Wirtschaft – Korruption, Betrug und anti-soziales Verhalten. Gemeinsam mit Elementen aus anderen Disziplinen wie der Psychologie, Biologie oder Soziologie untersuche ich, wie man Entscheidungen effizienter und pro-sozialer machen kann“, erläutert Balafoutas.

Reisefieber

In Innsbruck hat Loukas Balafoutas mittlerweile seinen Lebensmittelpunkt gefunden. Die Lust, erneut die Zelte abzubrechen und woanders neu aufzuschlagen, verspürt er heute nicht mehr. „Wenn man jünger ist, fällt einem das deutlich leichter“, lacht der Ökonom. Fernweh hat er dennoch: „Es fasziniert mich einfach, die Welt zu sehen. Reisen ist für mich die beste Investition“, meint er. Einmal im Jahr versucht er, eine Reise über die europäischen Grenzen hinaus zu unternehmen. „Europa ist sehr homogen. Ob Griechenland, Österreich, England oder Deutschland – ich fühle mich überall wie daheim. Europa ist zuhause“, sagt Loukas Balafoutas.

(Autorin: Katharina Wildauer)

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